Donnerstag, 13. November 2008
14:55
Europäisches Ost-West-Gefälle
Europa bleibt gespalten
GfK Kaufkraft für 41 europäische Länder
GfK Kaufkraft für 41 europäische Länder
Die Europäer können im Jahr 2008 im Durchschnitt 12.500 Euro pro Person für den Konsum ausgeben. Dies ist ein Ergebnis der Studie „GfK Kaufkraft Europa 2008/2009“, für die GfK GeoMarketing die Kaufkraft von 41 europäischen Ländern untersucht hat.
Den europäischen Verbrauchern stehen laut GfK-Studie für das Jahr 2008 insgesamt acht Billionen Euro für den Konsum zur Verfügung. Staatliche Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten sind hier inbegriffen. Damit liegt die Kaufkraft im Durchschnitt bei 12.500 Euro pro Person. Allerdings sind die Unterschiede im Ländervergleich beträchtlich. In Moldawien, dem Schlusslicht im aktuellen Ranking, haben die Menschen knapp 800 Euro pro Person zur Verfügung, in Liechtenstein, das Platz eins belegt, knapp 45.000 Euro. Luxemburg liegt mit einer Kaufkraft von 28.192 Euro auf dem zweiten Platz, gefolgt von der Schweiz mit 26.842 Euro. Deutschland klettert mit einem Wert von durchschnittlich 18.734 Euro pro Person um einen Rang nach oben – von Platz elf auf Platz zehn.
Innerhalb der Top-Ten-Liste gehört Island zu den Absteigern und fällt von Rang vier im Jahr 2007 auf Rang sieben. Die Auswirkungen der Finanzkrise sind bei dieser Studie unberücksichtigt. Die finanzielle Schieflage, in die der Inselstaat in den vergangenen Wochen geraten ist, macht sich in den aktuellen Daten noch nicht bemerkbar. Es wird sich erst bei den jährlichen Aktualisierungen
der Kaufkraftberechnungen, wahrscheinlich schon im kommenden Jahr, niederschlagen. Großbritannien, im vergangenen Jahr auf Platz acht, fehlt aktuell sogar ganz in der Liste der zehn kaufkraftstärksten Länder Europas und belegt nun Rang elf. Der Anstieg Norwegens um einen Platz ist unter anderem ausgelöst durch den Abstieg von Großbritannien. Zudem wird er verstärkt durch gegenläufige Währungsdifferenzen, da sich die norwegische Krone zum Euro positiv entwickelt hat. Weil die GfK Kaufkraft in Euro ausgewiesen wird, bedeutet also eine sinkende Kaufkraft
(in Euro) nicht unbedingt, dass die Einwohner im Land tatsächlich weniger Geld im Portemonnaie haben.
Kaufkraft wächst im Osten auf niedrigem Niveau
Die meisten westeuropäischen Länder weisen geringe Kaufkraftzuwächse auf. Im Gegensatz dazu sind die Wachstumsraten zahlreicher zentral- und osteuropäischer Staaten beträchtlich. In Euro betrachtet macht sich jedoch ein schwaches Wachstum in den westeuropäischen Ländern deutlicher bemerkbar als ein starkes Wachstum in den Staaten, deren Volkswirtschaften schlechter entwickelt sind. Wächst die Kaufkraft in Norwegen beispielsweise um 7,5 Prozent, verfügt dort jeder Einwohner über 1.700 Euro mehr im Jahr. Ein Kaufkraftanstieg um 13 Prozent in der Ukraine, die auf dem vorletzten Platz im Ranking liegt, entspricht dagegen einem Plus von nur knapp 200 Euro. Insgesamt können die Ukrainer bei einer Kaufkraft von 1.688 Euro nur neun Prozent dessen ausgeben, was den deutschen Konsumenten zur Verfügung steht.
Während im Westen Europas die kaufkraftstarken Gebiete meist Gemeinden in der Nähe der großen Ballungszentren sind, sind es in den osteuropäischen Ländern die Städte selbst. Aber auch innerhalb einzelner Länder fällt die Kaufkraft je nach Region höher oder niedriger aus. Die Top-20-Kreise der Ukraine (mit einem Kaufkraftindex von über 162 Punkten) sind ausnahmslos
Städte, keine ländlichen Regionen. In Ungarn sind die regionalen Unterschiede ebenfalls beträchtlich. Die Bewohner der reichsten Gemeinde, die innerhalb der Hauptstadt Budapest liegt, können rund 8.988 Euro pro Jahr ausgeben. Dies entspricht etwa dem Niveau der ärmsten Gemeinden Deutschlands. In der kaufkraftschwächsten ungarischen Gemeinde haben die Verbraucher dagegen nur 2.086 Euro zur Verfügung.

Zur Studie
Die GfK Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Nettoeinkommen inklusive staatlicher Transferleistungen und wird pro Kopf und Jahr in Euro und als Index ausgewiesen. Die Kaufkraft bezieht sich auf die nominalen verfügbaren Einkommen, das heißt die Werte sind nicht inflationsbereinigt. Basis der Berechnung sind neben Daten der Einkommensteuerstatistik einschlägige Statistiken zur Berechnung von Transferleistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. Die Gesamtsumme der GfK Kaufkraft wird von der Bevölkerung sowohl für private Konsumausgaben, aber auch für monatliche Fixkosten wie Mieten, Energiekosten, private Altersvorsorge und Versicherungen sowie andere Ausgaben, beispielsweise Urlaub oder Verkehr, verwendet. Die Studie GfK Kaufkraft Europa wird jährlich flächendeckend für 41 europäische Länder berechnet, bis zur Ebene der Gemeinden und Postleitzahlen. Die Studie 2008/2009 ist seit November auf neuestem Datenund
Gebietsstand verfügbar, inklusive Daten zu Einwohnern und Haushalten. GfK GeoMarketing bietet ebenfalls passende digitale Landkarten für ganz Europa an.
Der Fokus der Studie „GfK Kaufkraft Europa“ ist, die Unterschiede zwischen „armen“ und „reichen“ Regionen in Europa vergleichbar und aktuell bereitzustellen. Die Jahresvergleiche sind nicht Bestandteil der Studie, sondern werden von den Experten von GfK GeoMarketing anhand der revidierten Zahlen des Vorjahrs vorgenommen. Die Berechnung und Fortschreibung der Kaufkraft pro Einwohner erfolgt immer zu Marktpreisen (nominal). Die Ausweisung der Kaufkraft ist eine Prognose für das aktuelle Jahr.
Mehr Infos der GfK:
Handelsimmobilienlandschaft Europa: Shoppingcenter prägen die Marktentwicklung
Konsumklima auf niedrigem Niveau stabilisiert
GfK GeoMarketing liefert eine Deutschlandkarte, die die Verteilung der Kaufkraft für das Sortiment Tiefkühlkost und Eis in Deutschland zeigt.
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Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für September 2008
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Kaufkraft Europa 2008
Einzelhandels-Umsatzwachstum in Europa 2007 – 2009
Verbraucherstudie zum iPhone 3G
Geschrieben von Besserwerber in Marken, Agenturen, Kommunikation, Web 2.0
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