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Geomarketing: Mehr als jeder dritte Deutsche wohnt allein

Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte in Deutschland wächst weiter. Berlin bleibt mit einem Anteil von weit über 50 Prozent Singlehauptstadt. Den höchsten Anteil von Seniorenhaushalten hat Ludwigshafen am Rhein. Top-Verdiener-Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von 7.500 Euro und mehr sind besonders oft in Süddeutschland zu finden. Dies sind einige der Ergebnisse der bundesweiten Studie „GfK Bevölkerungsstrukturdaten 2008“ von GfK GeoMarketing.

Berlin: Nummer 1 bei Singles
Die Bevölkerungsstruktur in Berlin zeichnet sich durch überdurchschnittlich viele Single-Haushalte aus. Während deutschlandweit in nur rund 38 Prozent der Haushalte Singles wohnen, gibt es in Berlin 52,4 Prozent Ein-Personen-Haushalte. Hamburg folgt mit ebenfalls fast 50 Prozent, Bremen mit 48 Prozent. Zu den zehn Stadt- und Landkreisen mit den meisten Singles zählen außerdem die Städte Aachen, Bremerhaven, München, Braunschweig, Leipzig, Trier und Regensburg.


In eher ländlichen Gebieten findet man dagegen deutlich weniger Single-Haushalte. So bildet beispielsweise der Landkreis Borken das Schlusslicht. Der Anteil an Singles liegt dort 23 Prozent unter dem Bundesschnitt. Auch in den Landkreisen Landshut, Straubing-Bogen, Kelheim und Coesfeld leben deutlich weniger Singles als durchschnittlich in deutschen Städten.

Junge hauptsächlich in Greifswald, Senioren in Ludwigshafen
Das durchschnittliche Alter der Haushaltsvorstände stieg wie schon in den Vorjahren leicht an und liegt jetzt bei 48,4 Jahren. Simone Baecker-Neuchl, Leiterin der Abteilung „Market Data & Research“ bei GfK GeoMarketing, kommentiert: „Der Anstieg des Altersdurchschnitts der Haushaltsvorstände spiegelt den demografischen Wandel in Deutschland wider. Der Anteil der Menschen im Rentenalter steigt seit Jahren langsam aber kontinuierlich an. Dies schlägt sich auch in den Haushaltsstrukturen nieder. Auch die künftige Entwicklung läuft in diese Richtung, denn schon jetzt liegt der Anteil der Haushalte mit Kindern bundesweit nur noch bei 31,2 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil von Mehr-Personen-Haushalten ohne Kinder liegt bei 30,6 Prozent."

Den höchsten Anteil von Haushalten mit Kindern hat wie in den Vorjahren der Landkreis Landshut mit 44,4 Prozent. Generell ist der Anteil von Haushalten mit Kindern in ländlichen Regionen höher. In Großstädten wie Berlin oder Hamburg hingegen liegt der Anteil mehr als 23 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts.

2008 war mehr als ein Drittel aller Haushaltsvorstände bereits im Rentenalter. Ludwigshafen liegt beim Anteil der Senioren-Haushalte auf der Spitzenposition: 53,4 Prozent der Haushaltsvorstände dort sind bereits 60 Jahre oder älter. Würzburg und Frankenthal in der Pfalz folgen mit 52,4 und 52,1 Prozent auf den nächsten Plätzen. Der Stadtkreis Schweinfurt, 2006 und 2007 Vorreiter beim Anteil der Seniorenhaushalte, landet in 2008 auf Rang 4.



Dagegen haben 11,5 Prozent aller Haushaltsvorstände in Deutschland ihr drittes Lebensjahrzehnt noch nicht vollendet. Der Anteil dieser Altersgruppe ist zugleich bundesweit am geringsten – nach den Senioren mit 33,1 Prozent, den 40-49-Jährigen mit 21,3 Prozent, den 30-39–Jährigen mit 17,5 Prozent und den 50-59-Jährigen mit 16,7%. Die meisten jungen Haushalte findet man in Greifswald. Der Anteil der Haushaltsvorstände unter 30 Jahren beträgt hier 25,1 Prozent. Rostock und Jena folgen mit 22,5 beziehungsweise 21,8 Prozent.

Einkommensverteilung: Besonders viele Topverdiener in Süddeutschland
In den Statusklassen der GfK Bevölkerungsstrukturdaten werden alle Haushalte einer Region je nach Höhe des verfügbaren monatlichen Nettoeinkommens (inkl. Transferzahlungen wie Kindergeld, Renten, etc.) in sieben verschiedene Kategorien eingestuft. Im Gegensatz zur GfK Kaufkraft, die das regionale durchschnittliche verfügbare Einkommen abbildet, zeigen die Statusklassen, wie viele arme oder reiche Haushalte an einem bestimmten Ort leben und beschreiben somit die regionale Einkommensverteilung.

Überdurchschnittlich viele reiche Haushalte leben in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen vor allem um die Großstädte Bonn, Köln und Düsseldorf sowie in Hamburg und Umland. Die höchsten Anteile der Topverdiener finden sich in den kaufkraftstarken Regionen um München (Landkreis Starnberg und Landkreis München) und Frankfurt (Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis). Bis zu 15% der Haushalte in diesen Regionen fallen hier in die Kategorie der Topverdiener, während es im Bundesdurchschnitt nur 2,6% sind.



Deutlich wird die Einkommensverteilung etwa an den beiden Kreisen Wolfsburg und Diepholz. In der VW-Stadt Wolfsburg leben wenige arme, dafür aber überdurchschnittlich viele Haushalte mit einem mittleren Einkommen (2.600 bis 4.000 Euro). In Diepholz ist die Klasse der mittleren Einkommen weniger stark vertreten. Einem höheren Anteil ärmerer Haushalte (über 40% der Haushalte haben 2.000 Euro oder weniger pro Monat zur Verfügung) steht eine starke Oberschicht gegenüber (über 30% mit 4.000 Euro oder mehr pro Monat). Der Durchschnittswert pro Haushalt, also die Kaufkraft je Haushalt, ist in beiden Kreisen aber gleich (Indexwert 109).



Bundesweit verteilen sich die in der Studie GfK Bevölkerungsstrukturdaten definierten GfK Einkommensklassen wie folgt:



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