Donnerstag, 4. Dezember 2008
14:00
Geständnisse
MS&L-Umfrage: Medien gestehen Mitverantwortung an der Finanzkrise ein
69 Prozent der befragten Wirtschafts- und Finanzjournalisten glauben, die Presse trägt durch unkritische Berichterstattung eine Mitverantwortung an der Krise. Dennoch sagen 80 Prozent, daß sich die Berichterstattung nicht ändern wird.
69 Prozent der befragten Wirtschafts- und Finanzjournalisten glauben, die Presse trägt durch unkritische Berichterstattung eine Mitverantwortung an der Krise. Dennoch sagen 80 Prozent, daß sich die Berichterstattung nicht ändern wird.
Wirtschaft- und Finanzjournalisten sehen ihre eigene Rolle in der aktuellen Finanzkrise durchaus kritisch. Diesen Schluss lässt eine Umfrage von MS&L International Public Relations in Frankfurt unter 848 Finanz- und Wirtschaftsjournalisten und Kommunikationsexperten zu. Die Ergebnisse der nichtrepräsentativen Umfrage wertet MS&L als Stimmungsbarometer. Fast zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, die Wirtschaftsmedien trügen eine Mitverantwortung für die Krise, da sie zu unkritisch über die Jagd nach zweistelligen Renditen berichtet hätten. 93 Prozent sind der Meinung, die modernen komplexen Finanzprodukte seien selbst für Wirtschaftsjournalisten nicht mehr zu durchschauen.
Konkrete Konsequenzen erwarten allerdings die wenigsten: 80 Prozent der Befragten glauben nicht, dass sich die Wirtschaftsberichterstattung durch die Finanzkrise fundamental verändern werde. Geteilt waren die Meinungen in der Frage, ob die Medien frühzeitig auf die Risiken der amerikanischen Subprime-Kreditpakete hingewiesen hätten. „Die Finanzkrise ist ja in erster Linie eine Vertrauenskrise, und der Aufbau oder Verlust von Vertrauen hat immer maßgeblich mit Kommunikation zu tun“, sagt Ulrich Gartner, CEO MS&L Deutschland. „Daher müssen sich Medien wie Kommunikationsprofis der Frage stellen, was aus dieser Vertrauenskrise zu lernen ist. Ein selbstkritischer Blick zurück ist nicht der schlechteste Anfang, für beide Seiten.“
Die Rücklaufquote der Umfrage beträgt 5,3 Prozent; davon sind 82,2 Prozent Journalisten und 17,8 Prozent Kommunikationsmanager und -berater. Damit nahmen 45 Experten an der Umfrage teil. Motivation der Aktion ist, eine Einschätzung der Auswirkungen der Finanzkrise auf den Journalismus bzw. die Kommunikation zu erhalten.
Die Befragung wurde zwischen dem 20. Oktober und 03. November anonym online durchgeführt. Journalisten und Kommunikationsverantwortliche von Unternehmen werden die Ergebnisse am 10. Dezember bei einem von MS&L und dem FAZ-Institut gemeinsam veranstalteten Round-Table diskutieren.
Konkrete Konsequenzen erwarten allerdings die wenigsten: 80 Prozent der Befragten glauben nicht, dass sich die Wirtschaftsberichterstattung durch die Finanzkrise fundamental verändern werde. Geteilt waren die Meinungen in der Frage, ob die Medien frühzeitig auf die Risiken der amerikanischen Subprime-Kreditpakete hingewiesen hätten. „Die Finanzkrise ist ja in erster Linie eine Vertrauenskrise, und der Aufbau oder Verlust von Vertrauen hat immer maßgeblich mit Kommunikation zu tun“, sagt Ulrich Gartner, CEO MS&L Deutschland. „Daher müssen sich Medien wie Kommunikationsprofis der Frage stellen, was aus dieser Vertrauenskrise zu lernen ist. Ein selbstkritischer Blick zurück ist nicht der schlechteste Anfang, für beide Seiten.“
Die Rücklaufquote der Umfrage beträgt 5,3 Prozent; davon sind 82,2 Prozent Journalisten und 17,8 Prozent Kommunikationsmanager und -berater. Damit nahmen 45 Experten an der Umfrage teil. Motivation der Aktion ist, eine Einschätzung der Auswirkungen der Finanzkrise auf den Journalismus bzw. die Kommunikation zu erhalten.
Die Befragung wurde zwischen dem 20. Oktober und 03. November anonym online durchgeführt. Journalisten und Kommunikationsverantwortliche von Unternehmen werden die Ergebnisse am 10. Dezember bei einem von MS&L und dem FAZ-Institut gemeinsam veranstalteten Round-Table diskutieren.
Geschrieben von Besserwerber in Marken, Agenturen, Kommunikation, Web 2.0
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