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Die Umweltprämie als Konjunkturmotor?

Konjunkturmotor Abwrackprämie?
Studie des GfK-Nürnberg e.V. zu Einstellungen zur staatlichen Umweltprämie
Die Meinungen der Verbraucher zur staatlichen Umweltprämie gehen auseinander. Insgesamt 39 Prozent beurteilen das Konjunkturprojekt der Bundesregierung positiv, etwa 37 Prozent lehnen es eher ab. Dies ergab eine Studie, die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK-Nürnberg e.V. durchgeführt hat.

Bekannt ist das im Volksmund „Abwrackprämie“ genannte Konjunkturprogramm quer durch alle Altersstufen, Einkommensschichten und Bildungsniveaus. Fast 98 Prozent der befragten Deutschen kennen die Förderung zur Verschrottung alter PKW. Im Osten Deutschlands liegt dieser Wert sogar bei mehr als 99 Prozent. Anfang Mai war nach Angaben der Befragten in rund 3 Prozent der Haushalte, die Abwrackprämie bereits beantragt. Weitere 3 Prozent haben vor, die Förderung noch in Anspruch zu nehmen.

Gut 9 Prozent der Verbraucher halten die Prämie für eine „sehr gute Maßnahme“, weitere rund 30 Prozent finden sie immerhin „ganz in Ordnung“. Auf der Gegnerseite halten 18 Prozent das Modell für „sehr problematisch“, weitere 19 Prozent finden die Maßnahmen „nicht so gut“.

Befürworter: Positive Wirkung auf die Autobranche

Das am häufigsten genannte Argument für die Umweltprämie ist die Unterstützung für die Automobilindustrie. Knapp 29 Prozent der Befürworter glauben, dass die Prämie dem Umsatz der Branche zugute kommt. Weitere 24 Prozent sprechen sich für das Modell aus, weil es Anreize zum Autokauf schafft. Etwa 17 Prozent hoffen, dass durch neue, abgasärmere Autos die Umwelt geschont wird. Fast ebenso viele finden gut, dass „man Geld für ein altes Auto bekommt“. Je älter die Befragten, desto weniger spielt die Schnäppchenjagd eine Rolle. Nur 10 Prozent der über 50-Jährigen, die die Abwrackprämie befürworten, tun dies, weil sie dadurch einen Zuschuss für ihr neues Auto bekommen. Bei den bis 34-Jährigen liegt dieser Wert mit 21 Prozent deutlich höher.

Gegner: Verschiebung der Krise ins nächste Jahr

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – das befürchtet die Mehrheit der Menschen, die die Prämie ablehnen. Insgesamt 37 Prozent meinen, die positive Wirkung auf die Wirtschaft könnte bald verpuffen und die Probleme würden nur ins nächste Jahr verschoben. Zudem stellen die Kritiker die Frage nach der Gerechtigkeit. Fast 16 Prozent der Befragten bemängeln, dass die Förderung nur einem Wirtschaftszweig zugute kommt. Weitere 15 Prozent halten die Prämie für Verschwendung von Steuergeldern, fast ebenso viele kritisieren, dass noch funktionstüchtige Autos abgewrackt werden.

Konsumenten: weitere Prämien erwartet

Dass der Staat den Verschrottungs-Bonus über 2010 hinaus verlängern könnte, glaubt weniger als ein Fünftel der Befragten. Deutlich mehr sind dagegen der Auffassung, die Regierung könnte einen staatlichen Zuschuss für andere Bereiche gewähren. Insgesamt 31 Prozent, darunter sowohl Befürworter als auch Gegner der Abwrackprämie, halten dies grundsätzlich für möglich.

Die Abwrackprämie wurde von verschiedenen Branchen kopiert; die Konsumenten erwarten dies auch. Sobald die staatliche Förderung für Altautos ausläuft, werden Autobauer und andere Händler auf eigene Faust Zuschüsse anbieten, glaubt die Hälfte der Befragten.

Zur Studie

Die Ergebnisse stammen aus einer Studie, für die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK-Nürnberg e.V. 2.159 Männer und Frauen ab 14 Jahren befragt hat.
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