Die Content-Marketing-Pyramide

Erinnern Sie sich noch an das Ding mit der Alterspyramide? 1970 haben zwei Millionen Erwerbstätige für einen Rentner in die Rentenkasse bezahlt. Im Jahr 2070 werden zwei Millionen Rentner von einem Erwerbstätigen finanziert. Wir sind jetzt grob in der Mitte dieses 100-Jahre-Zeitraums. Alarmiert durch die beunruhigende Metapher von der Alterspyramide ist man inzwischen tätig geworden und hat das System der umlagefinanzierten, staatlich gesicherten Rente geschrottet. Um dafür das überlegene System der Riester-Rente aufzubauen, das darauf basiert, dass man Geld in Anlageformen steckt, die keine Rendite bringen und die - wie wir spätestens seit der Lehman-Pleite wissen - anfällig für Wertverluste sind. Stichworte: Sinkende Garantiezinsen von Lebensversicherungen, Negativzinsen usw. Doch zurück zum Thema:

Die Content-Marketing-Pyramide ist wie die Alterspyramide


Vor einem Jahr wurden noch zwei Millionen Unternehmen von einem Content-Marketing-Experten betreut. 2015, hat sich das Verhältnis bereits verändert: Nur noch ein Unternehmen auf einen CM-Spezialist. Im kommenden Jahr stehen einem Unternehmen dann zwei Millionen Content Marketeers gegenüber. Und in circa drei Jahren wird die gesamte erwerbstätige Bevölkerung der Welt im Content Marketing tätig sein. Zweijährige werden Whitepapers verfassen und uns zu Webinaren einladen. Marketingeltangel. Das Leben wird schön.

Doch dabei ist Faktor 3 noch nicht berücksichtigt


Bei dieser beunruhigenden Rechnung ist Faktor 3 jedoch noch nicht berücksichtigt. Faktor 3? Naja, irgendwer muss diesen ganzen Content ja auch mal konsumieren. Die Konsumenten!!! "In einer Welt"™, in der jeden Tag mehr Videos auf YouTube geladen werden als Menschen auf diesem Planet leben, muss irgendwer diese Videos doch auch mal ansehen! Die ganzen Blogs lesen usw. Wenn wir Faktor 3 in obige Kalkulation mit einbeziehen, sieht es so aus (Zahlen für Deutschland):

  • Letztes Jahr: 2 Millionen Unternehmen unterstützt durch 1 Content Marketeer versuchen, ein Prozent von 3 Stunden Fernsehzeit des Konsumenten zu bekommen

  • Dieses Jahr: 1 Unternehmen pro 1 Content Marketeer will 100 Prozent der Aufmerksamkeit seiner Konsumenten gewinnen

  • Nächstes Jahr: 1 Unternehmen nutzt die Services von zwei Millionen Content Marketeers um 1.900 Prozent der Lebenszeit seiner Konsumenten zu gewinnen (was ja nicht geht, schließlich hat jeder nur 100 Prozent)(zumindest vorläufig)

Das ist ein echtes Problem. Doch zum Glück gibt es einen Ausweg aus dieser Problematik: Content Marketing! Darum: Machen Sie mit und unterstützen Sie die Initiative, Marketing zu verhindern, um Marketing zu ermöglichen!

Lassen Sie einen Eiswürfel im Mund zergehen

Content Marketing ist oft gar nicht so kompliziert. Lassen Sie einen Eiswürfel im Mund zergehen! Das ist das Beste, was Sie für Ihre Authority heute noch tun können. Widerstehen Sie der Versuchung, irgendein Whitepaper zu veröffentlichen. Denken Sie mit mir darüber nach, dass halt leider nicht alle Whitepapers da draußen überdurchschnittlich sein können.

Sie verstehen: Egal, welches mathematische Verfahren man dem Konzept des Durchschnitts zugrunde legt - Median oder arithmetisches Mittel -, allein logisch können nicht alle Einzelfälle über dem Durchschnitt liegen. Eine ganze Menge ist schlechter als der Durchschnitt. Und zwar nicht, weil irgendein Negativausreißer den Durchschnitt in den Keller zieht. Nein, leider. Sondern, weil die Mehrheit so flach ist.

Wir leben in einer Grey-Goo-Welt voller Noise, Noise, Noise mit ganz wenigen Ausreißern nach oben. So wie sie bei Jauch aufgrund von ein paar Einzelfällen über Gesetzesänderungen für Millionen reden, so reden wir über eine Handvoll erfolgreicher Marketing-Aktionen. Wenige. Werfen wir zur Abwechslung den Blick auf das Gros, sehen wir in einen Abgrund des Grauens.

So. Nach dieser Vorrede zurück zu Ihren Content-Blablaplänen. Was meinen Sie, wäre es vielleicht nicht wirklich besser, Sie lassen einen Eiswürfel im Mund zergehen? Ich weiß, das klingt defätistisch. Aber es ist gut gemeint. Es gibt zuviel Mist! Und wir alle tragen eine Mitverantwortung dafür. Daher sage ich: Machen Sie mit! Helfen Sie, Marketing zu verhindern, um Marketing zu ermöglichen!

Sponsored Post: GAG Compliance Spot 2015

Compliance. Auch so ein schöner neuer Begriff, den man noch nicht brauchte, als Menschen noch wussten, was Anstand bedeutet. Aber selbstverständlich bringt man beispielsweise eine(n) "Compliance-Beauftragte(n)" auch in der HR-Abteilung leichter durch als die gute alte Anstandsdame.

Egal. Eigentlich soll hier von einem Imagespot die Rede sein, der in zweierlei Hinsicht bemerkenswert ist. Denn zum einen kommt er von der GAG Immobilien AG, einem der größten Vermieter (genau - die Betonung liegt auf Vermieter) Deutschlands. Zum anderen kommt eben jene GAG aus Köln, der Quasi-Welthauptstadt und Wiege des Klüngel. Schließlich wird "Mer kennt sich – mer hilft sich..." nicht nur auf der schäl Sick von jeher als Triumph der zwischenmenschlichen Beziehungen über die Bürokratie angesehen.

Doch „manus manum lavat” zieht nicht mehr, ist und war schon während der vergangenen 100 Jahre mit der Unternehmensphilosophie eines der größten deutschen Vermieter nicht zu vereinbaren. Und um das ein für allemal klarzustellen hat die GAG sich im Stadtteil Kalk bedient und Hausemeister Krause, aka Tom Gerhardt reaktiviert.



Mit der Kampagne "Aus die Maus" informiert die GAG Köln über ihre Compliance-Regeln. Mehr über klare Regeln und einem fairen Umgang miteinander, die Compliance bei der GAG Immobilien AG, erfahren Sie auf "Aus die Maus"


Wie eingangs erwähnt: Dies ist ein Sponsored Post: Dat jitt et för ene Appel un e Ei un mer muss et nemme wie et kütt.

In acht Jahren werden meine Texte von einem Saugroboter geschrieben

In einer Welt ... nein, Quatsch! Nochmal. - In einem Land ... nein, nein. - In einer Zeit ... Es war eine Zeit ... nein. Nein, nein.

Rückblick: 2015


Disruption!!! In einer Welt ... in der Drohnen noch nicht allgegenwärtig waren, machten alle, die so ein Ding letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt bekommen haben, vor allem irgendwelche zunehmend langweiliger werdenden Luftaufnahmen von Tourist-destinations. Doch die Welt, wie wir sie kennen, würde bald untergehen. Bald würde es mehr Drohnen als Menschen auf dem Planet geben. Bald würden auf Instagram mehr Drohnenaufnahmen als Weißbierfotos zu sehen sein. Halt, halt, halt .. Thema!! Saugroboter, darum gehts!!

Die Welt, wie wir sie kennen, wird aufhören, zu existieren


Disruption! Die Menschen, wie wir sie kennen, ahnen nicht, was auf sie zukommt. Erst jeder zwanzigste bundesdeutsche Haushalt (!) hat einen Saugroboter (Zahl erfunden). Ich habe keinen. Ich weiß nicht mal, wer die Dinger herstellt. In den Baumärkten stehen palettenweise Kisten mit der Beschriftung "Saugroboter", aber die Dinger sind so billig, das kann einfach nicht der echte Shit sein.

Enable WLAN


Die Saugroboter der Zukunft haben WLAN-Verbindung. Sie nehmen selbstständig Verbindung ins Internet auf. Und übertexten auch die besten Texter der Welt (nicht umsonst läuft das Ganze via Hypertext-Protocol). Mit den richtigen Keywords gefüttert finden sie die best-rankenden Texte zum betreffenden Thema und schreiben daraus ratzfatz einen neuen Text. Sie erledigen das in Nullkommanix, brauchen dafür nicht Stunden so wie ich. Sie müssen sich nicht einlesen, sie müssen nicht verstehen, was sie da machen, sie müssen einfach nur irgendwas schreiben. In den Einstellungen kann man wählen, nach welchen Kriterien der ausgegebene Text optimiert werden soll. Hohenheimer Verständlichkeits-Index? Wiener Sachtextformel? Gunning-Fog-Index? Oder Flesch-Kincaid-Grade-Level, mit Voreinstellung des Schulklassenlevels, den der Text nicht überschreiten soll?

Die Texte, die dabei entstehen, werden von Dieter Bohlen vertont, von Helene Fischer gesungen und als Superhits verkauft. Doch keine Sorge, Sie müssen das nicht anhören, auch das erledigt Saugi mit. Man muss nur aufpassen, dass die Input-Rate nicht höher als die Output-Rate eingestellt ist, sonst entsteht ein schwarzes Loch. Ein paar Jahre später hat man auch das soweit im Griff, dass mit Saugi Teleportation zu jedem beliebigen anderen Saugi auf der Welt möglich ist. Wenn man die Saugrobots dann noch mit Drohnen kombiniert, geht der Spaß erst richtig los! Die Saugis saugen den Himmel leer. Sie fressen CO2 und machen Käsekuchen daraus. Und pupsen unterdessen kleine Gedichtwölkchen in die Luft. Das Leben wird einfach wundertraumschön.



Gesendet von der Käsekucheninsel irgendwo im Süden.

Das Gesetz des Gutscheins

Gutschein Werbung
Ich weiß nicht, ob ich sieben, acht, neun, zehn oder elf Jahre alt war, als ich eines Samstags im Mai feststellen musste, dass mein kulturelles Freizeitprogramm (aka „Spielen an der frischen Luft") mir all die Zeit genommen hatte, die ich gebraucht hätte, um meiner Mutter ein Muttertagsbild zu malen. Und ich auf die glorreiche Idee kam, meine Mutter am nächsten Tag mit einem Gutschein zu beglücken. Vermutlich war ich acht. Denn ich konnte schon alle großen und kleinen Buchstaben und die psychische Instanz „Gewissen" war schon leicht ausgeprägt.

Obwohl ich den Gutschein sogar mit Blümchen versehen hatte, wurde das Ganze ein Reinfall. Meine Mutter war nicht richtig glücklich.

Mein Vater nahm mich beiseite und erklärte mir in ernstem Ton, dass man das nicht macht: seiner Mutter einen Gutschein schenken. Sondern dass man etwas schenken sollte, was von Herzen kommt. Weil, wenn man jemandem zeigen wolle, dass er einem wert und lieb sei, dann ... mache man das eben so. Er empfahl mir selbstgemachte Geschenke, wie Bilder oder Blumen, am besten natürlich selbstgepflückte usw. usf.

Als ich Jahre später endlich die Erfüllung meiner Träume erreicht hatte, Werbung machen zu dürfen, war ich daher etwas überrascht, dass in der Werbung offenbar erlaubt, ja werbegesetzlich gefordert wurde, was an Muttertagen verpönt wär. Je gutscheiniger die Kommunikation, desto besser. „Wir haben da eine Kampagne gefahren mit einem Gutschein über 16 Euro! Die war ein voller Erfolg!" Musste ich nun täglich hören, meistens gefolgt von der süffisanten Aufforderung: „Wenn Ihnen da was Besseres einfällt, können Sie's ja vorschlagen!" Ich habe immer spontan einen Gutschein über 17 Euro vorgeschlagen und musste dann jedes Mal gehen. Ich hatte einfach noch nicht gelernt, dass der Gutschein die Mutter aller Werbemittel ist. Das Perpetuum mobile des Marketings. Das Nonplusultra der Markenbildung. Die Killer-Application der Kundengewinnung.

Mit großen Augen und voller Respekt male ich mir oft aus, wie es in großen Weltmarkenfirmen zugehen mag: „Gute Arbeit, Müller: Als Anerkennung für Ihre 80-jährige Betriebszugehörigkeit - hier ein Gutschein!" Und bei Generaldirektor Meier: „Ach Frau Rehbein, schicken Sie meiner Frau doch bitte einen Gutschein mit einem schönen Gruß zum Hochzeitstag!" Und zuhause: „Großerbtante Edna hat Geburtstag!" - „Hm, da wollen wir uns mal nicht lumpen lassen. Komm, wir schicken ihr einen Gutschein!"
Gutschein Kommunikation

Jever: Genau so!

Thomas Tuchel ist es nicht geworden. Das muss man dieser Tage ggf. vorausschicken...
Vielmehr entschieden sich die Marketingverantwortlichen der Radeberger Gruppe und die Kreativen bei Ogilvy & Mather Advertising für eine friesisch-herbe wie interne Lösung bei der Neubesetzung des Jever-Mannes.

friesisch herb: Jever-TV-Spot



Werbefigur Jever MannJever Pilsener friesisch herbSein Debut feierte der neue Jever-Mann am vergangenen Samstag in der Werbepause der ARD-Sportschau. Sein Vertrag läuft zunächst bis Ende September. Bis dahin kommt er auf allen reichweitenstarken TV-Sendern sowie online zum Einsatz.


Die Macht der Werbeartikel. Und was sie macht...

Schreib doch bitte mal was über Werbeartikel... Bitte, bitte, bitte. Der Verband der Frickelfrackelfruckelwerbemittelartikeldingsda hat gerade wieder so eine überzeugende Studie zur Werbewirkung von Werbeartikeln veröffentlicht und wir sind sicher, dass das deine Leser interessiert...

Glauben Sie mir, es vergeht kaum ein Tag, an dem hier nicht Mails mit solchen oder ähnlichen Inhalten eingehen. Und es scheint mehr Werbeartikelhändler als Werbeartikel zu geben.

Was man denen allen mal sagen müsste: Über Werbeartikel zu bloggen ist total unsexy!
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#Abgehts



Philipp & Keuntje schickt für Astra echte Party-Animals auf den Kiez.

"#Abgehts" vollständig lesen »

Witz schlägt Scherz

Was Employer Branding ist, haben wir hier schon lange erklärt ... und jetzt endlich mal ein schönes Beispiel dafür gefunden, dass es einer richtig verstanden hat.



Nun kann man argumentieren, dass dies so in Deutschland nicht funktionieren würde, weil ... ja, warum eigentlich? Weil es ein paar wie "Ellie" gäbe, die das weiter publizieren und sich darüber aufregen könnten und dass dies dann von diversen (Massen-)Medien aufgenommen werden könnte, was dann zu einem "Shitstorm" führen könnte.

"Praise the storm" mag man diesen entgegenrufen, denn er würde nur dazu beitragen, dass die Werte ohne Mehrkosten weitergetragen würden. Es würde also keiner PR-, Social Media- oder Werbe- -agentur oder -kampagne bedürfen, das ginge ganz von allein. OK, womöglich muss man für eine Sekunde den ersten Böen sich entgegenstellen, aber das ist halt so. Das ebbt ab und der Wind würde sich drehen. Zu - in dem Falle - Aldis Gunsten.

Natürlich muss man seitens des Unternehmens auch darauf verzichten, zusätzlich Schwung in die Sache zu bringen. Loslassen und vertrauen. Ach so, das können Sie nicht? Na, das wäre aber schlimm, wenn sie nicht einmal ihren Werten vertrauen könnten. Wenn Sie das aber können, und jemand anders diese diskreditiert, wie in dem Falle "Ellie", dann verteidigen Sie sie - und die beste Verteidigung ist bekanntlich? Genau: Angriff.

Aber Vorsicht: Das geht nur bei eigenen Werten. Und eigenen Themen. Wenn Sie sich zu anderen Dingen äußern, die nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun haben, sollten Sie vorsichtig sein und genau abwägen, ob es sich lohnt, sich in das ein oder andere Thema einzubringen. Das kann bisweilen lustig sein, aber es gibt auch Themen, da versteht die Community gar keinen, also noch weniger Spaß als sonst.

Hervorragende Belege hierfür, hier:
John Oliver "Corporations on Twitter"

q.e.d.: Alles ist zu irgendwas gut - und sei es als abstoßendes Beispiel.

Machen Sie den Test!

Haben Sie Snapchat? Nein? Sie sind alt!

Geballte Kompetenz

Frank Herold
F.Herold auf xing

Heiko Walkenhorst Wortführer
VerbAgentur
H. Walkenhorst auf xing

Gerold Braun
Direktmarketing Blog
Gerold Braun auf xing

Torsten Matthes
Marketing - Projektmanagement - Text
Torsten Matthes auf xing

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