Die Dark-Op-Wunderwaffe: Schein-Marketing!

Alle Welt spricht von Content-Marketing und ähnlich nerdischen Nerdigkeiten. Dabei wird übersehen, dass unbeachtet, heimlich und leise im Schatten der Königsdisziplinen eine weitere immens wirkungsvolle Marketing-Disziplin gedeiht: Schein-Marketing!

Das Thema wird totgeschwiegen. Offizielle Zahlen existieren nicht. Mit beträchtlichem Aufwand ist es uns dennoch gelungen, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Schockierende Fakten: 42 Prozent aller Marketing-Tätigen waren schon einmal in Schein-Marketing verwickelt; viele, ohne es zu wissen. Das Problem ist schlimm, sehr schlimm. Doch niemand tut etwas! Der Tenor bei den Betroffenen: Aufklärung tut not! Früh ansetzen, informieren, Alternativen aufzeigen! Na schön. Aufklärung? Hier ist sie:

10 Zeichen, an denen Sie Schein-Marketing erkennen


1. Sie werden direkt vom CEO des Unternehmens gebrieft, der sich auch noch drei Stunden Zeit für Sie nimmt. Irritierend – aber die Lösung lesen Sie am nächsten Tag auf der Homepage: Der CEO hat seine Aufgaben mit Wirkung zum nächsten Ersten aufgegeben. Er ist eine „lame duck“, lässt es sich aber nicht nehmen, ein Projekt noch anzuschieben, das ihm persönlich sehr wichtig ist (von dem man ihn nicht abhalten kann und das sofort nach seiner offiziellen Abordnung eingestellt wird).

2. Ihr Ansprechpartner ist Dr. Kleeberg, ein älterer Herr, der seine Texte noch professionell mit Excel verfasst. Er korrigiert Manuskripte, indem er mit der Schere zerschnittene Textfahnen mit handschriftlichen Anmerkungen versieht, mit Tesa ins Layout klebt, dann scannt und als Bild-PDF an Sie schickt.

3. Niemand stellt die sonst häufige Frage, ob Sie sowas schon einmal gemacht haben.

4. Alle sind unglaublich freundlich, ja verdächtig freundlich zu Ihnen. Der Marketing-Leiter, mit dem Sie sprechen, schenkt Ihnen Plastikspielzeug aus seinem Werbemittelbestand. Die Atmosphäre ist locker, heiter, man macht Scherze, erzählt irrelevante Interna und fordert sie großzügig auf, sich mit Keksen zu bedienen.

5. Niemand macht Termindruck.

6. Sie haben verdächtig viel Freiraum.

7. Das Projekt ist nicht in einen operativen Umsetzungsplan eingebunden. Vielleicht sind Sie ja so verrückt und fragen, wie die geplante Seite oder Broschüre oder das Event nachbereitet, mit Traffic versorgt oder in Umlauf gebracht werden soll. Wenn Sie damit Panik auslösen, geweitete Augen, umgestoßene Kaffeetassen, und jemand stotternd, umständlich, weit ausholend ausweicht, dann haben Sie es ganz klar mit Schein-Marketing zu tun.

8. Das Geld für das Projekt stammt nicht aus dem Marketing-Budget, sondern Sie haben Ihre Rechnung beispielsweise an Human Resources oder das International Reporting Services Department zu richten.

9. Beim Briefing ist vor allem Eines wirklich klar: Dass die Rechnung unbedingt vor Jahresende, zwingend noch in diesem Geschäftsjahr gestellt werden muss.

10. Unternehmensangehörige stoßen unwillkürlich einen kurzen, hysterischen Schnapplacher aus, wenn Sie das Projekt erwähnen.

Grafik, die zeigt, wie Schein-Marketing den Unternehmensalltag beeinflusst: 42 Prozent aller Betroffenen waren schon einmal zu 100 Prozent betroffen
Schein-Marketing im Unternehmensalltag: 42% aller Betroffenen waren schon einmal zu 100% betroffen





















Es gibt zahllose Gründe, warum Schein-Marketing selbst in Zeiten angespannter Budgets so verbreitet ist. Experten haben berechnet, dass Schein-Marketing trotz der damit verbundenen Kosten immer noch günstiger ist, als das, was damit verhindert werden soll. Was auch immer es ist. Auch darüber gibt es kaum Daten. Frohoho-he Weihnachten!

Zwei zu selten kommunizierte Vorzüge der Berufs- bzw. Marketing-Haftpflichtversicherung

Natürlich. Dies ist ein Sponsored Post. Ein Sponsored Post für Hiscox und das Angebot des Spezialversicherers rund um die Haftpflicht, Berufshaftpflicht, Marketing-Haftpflichtversicherung ....

Nur für den Fall, dass Sie so gar nichts mit dem Thema "Versicherungen im Marketing Blog" anfangen können, habe ich einen Vorschlag für den alternativen Zeitvertreib. Gestalten Sie sich doch einfach ein T-Shirt anhand der nachstehenden Vorlagen... ;-)

T-Shirt statt HaftpflichtShirt statt versicherung
Machen Sie sich bitte keine Gedanken ums Copyright. Die Kreation geht auf das Konto einer Ex-Freundin, die diese Trikotagen einst mir zudachte.


Hiscox HaftpflichtversicherungWenn Sie jetzt noch hier und nicht bei Spreadshirt sind, dann möchte ich mit Ihnen einen Blick auf den Leistungsumfang einer solchen Haftpflichtversicherung von Hiscox werfen. Der Versicherer hat zudem ein paar kleine Infografiken bereit gestellt. Auch die sind einen Blick und sicher auch eine Überlegung wert.

Das Angebot von Hiscox wendet sich speziell an Dienstleister aus Marketing, Werbung und PR und bietet neben der Kernelementen einer Berufshaftpflichtversicherung einige branchenspezifische Specials. So umfasst der Versicherungsschutz beispielsweise ...

Infografik Marketing Haftpflicht... Verletzung von Schutz- und Urheberrechten als auch Persönlichkeits- und Lizenzrechten

... verschuldensunabhängige Haftung (durch Fehler Dritter)

... verzögerte Leistungserbringung (by the way: davon könnte ich aktuell ein Liedchen singen)

... Schäden durch die Übertragung von Viren und/oder Malware

... Eigenschäden (durch fehlerhafte selbst hergestellte Druckunterlagen oder vergebliche Aufwendungen)

... Schäden durch Diebstahl, Betrug, Untreue oder Unterschlagung Ihrer Mitarbeiter (trau, schau,wem!)

Weitere und ausführliche Informationen dazu gibt es - natürlich - bei Hiscox und auch die Kollegen von form-buero.com und blog.buero-x.org berichteten dieser Tage sehr ausführlich.


In diesem Blogposting möchte ich mich aber zweier besonderer Vorteile einer Haftpflichtversicherung annehmen, die zu selten und viel zu wenig deutlich kommuniziert werden.
"Zwei zu selten kommunizierte Vorzüge der Berufs- bzw. Marketing-Haftpflichtversicherung" vollständig lesen »

So nicht, stationärer Handel! So nicht! – Anmerkungen zum Weihnachtsgeschäft

Ich fühle mich schlecht. Denn egal, wo ich einkaufe, ich werde behandelt wie ein Arsch. Es ist, als wäre der stationäre Handel eine Promotion des Online-Handels geworden – mit dem Ziel, mehr Kunden ins Internet zu bewegen. Nicht nur, dass alle unfreundlich sind. Offenbar gibt es einen Wettbewerb, Kunden klar zu machen, dass sie Idioten sind. Sie haben Fragen? Das WISSEN Sie nicht? Idiot! – Ich bin übrigens Vollidiot. Ich weiß nämlich nicht, wo die Oreos sind.

  • Ich: Entschuldigung, darf ich Sie was fragen?
    Verkäuferin: Häh?!
    Ich: Haben Sie vielleicht Oreos?
    Verkäuferin: Wasn dassss?
    Ich: So Kekse, diese schwarzen ..
    Verkäuferin: Bei Süßigkeiten!
    Ich: Da war ich grad. Hab sie nicht gesehen.
    Verkäuferin: Dann hammwer se nicht! (telepathisch: „Idiot!“)

Leider bin ich auch so doof, dass ich nicht weiß, wo bestimmte Kabel bei Saturn versteckt sind, welche Eigenschaften ein guter Repeater haben muss und ob „Kevin allein zuhaus“ irgendwo bei den DVDs steht (unter „K“ nicht, da hab ich schon geschaut).

Wenn außen auf einer Handy-Packung nicht steht, mit welchem Android es ausgestattet ist, weiß ich das spontan übrigens auch öfter nicht. Und dann bin ich auch noch so verbohrt, dass ich es gern wüsste, bevor ich das Ding kaufe! Und ja, ich kann lesen.

Da gibt‘s bestimmt ein Rating für


Vielleicht denkt ja der Verkäufer, dass ich noch nicht zu 100 Prozent hinter meinem Kaufvorhaben stehe? Können Verkäufer riechen, wenn man noch in der Vorentscheidungsphase ist? Da gibt es bestimmt ein Rating für. Genau genommen ist man in dieser Situation ja wirklich noch kein Kunde. Eher so eine Art Passant, der sich in den Laden gemogelt hat, um 26 Minuten in stickiger Luft zu warten und dann mit blöden Fragen zu nerven. Ja, klar: Man muss da nicht samstags hingehen, auch nicht zwischen 19 und 20 Uhr, und schon gar nicht in der Vorweihnachtszeit. Aber wissen Sie was? Am Mittwoch Vormittag wartet man auch 26 Minuten, denn dann ist nur EIN Verkäufer da. Der übrigens nebenbei noch einfache administrative Aufgaben erledigt und telefoniert. Seiner Freundin geht es übrigens besser, kann ich ausrichten, auch wenn sie noch kein Bock auf Büro hat.

Exkurs: Wann ist man eigentlich Kunde? Vor dem Kauf? Nein, da ist man nur ein (engl.) „potential“. Oder Interessent oder sowas. Man hat ja noch kein Geld dagelassen. – Nach dem Kauf? Also bitte! Hat irgendwer Zeit, sich mit ehemaligen Käufern zu befassen? – Ich vermute, Kunde ist man innerhalb der Sekunde, während der man Geldscheine über den Tresen reicht. Zack – vorbei! Nochmal in Zeitlupe? – Achtung! ... Aufpassen! ... Zack! Das war’s: Kunde gewesen. Zack, vorbei.


Das Beste zum Schluss


Das Beste zum Schluss: Ich will dann mal bezahlen. Ja, aber ... geht’s noch? Wie asozial kann man sein! Wenn ich mich vorher noch nicht schlecht genug gefühlt habe, in der Kassenschlange klappt das dann. Zuverlässig, immer, unausweichlich. Ich glaube sowieso, die Zeit in der Schlange dient zum Bereuen. Es ist die Zeit, nachzudenken über das Leben und all die Fehler, die man gemacht hat. Zum Beispiel, warum man nicht öfter die Steuerspar-Profis und Niedriglohn-Verfechter von Amazon unterstützt? Ich glaube, wenn man von 34 Nonnen erwischt wird, wie man einem Waisenkind das Eis stehlen will, kann man sich nicht schlechter fühlen. Mehr als alles andere sagt die Kassenschlange: Du Arsch!

Foto eines leer geräumten Kaufhauses; es war das Karstadt-Haus damals in Giesing
So sieht ein leer geräumtes Kaufhaus aus; es war das Karstadt-Haus damals in Giesing
























Wenn ... wenn das meine Läden wären


Wenn das meine Läden wären und ich Angst hätte, dass mir die Kunden ins Internet abwandern, würde ich vor Weihnachten jeden Rentner, jeden Student, jede Hilfskraft mobilisieren, die ich bekommen kann. Ich würde alle Kassen aufmachen. Ich würde die Kassenkräfte mindestens jede Stunde in die Pause schicken, würde sie massieren lassen und ihnen Boni bezahlen. Packhilfen würden das Ganze schneller machen. Ich würde Lebkuchen und Tee oder Glühwein verteilen. Ich würde mir was einfallen lassen, um die Kinder abzulenken. Ich würde alles tun, damit meine Kunden meinen Offline-Laden klasse finden, sich wohl fühlen, begeistert sind und das Leben genießen. Aber das sind ja nicht meine Läden und mich fragt ja keiner. Und die 800 Euro, die das – sagen wir mal: in einem durchschnittlichen Baumarkt – zusätzlich kosten würde, – wer weiß, ob man das je wieder reinholt?

Fazit:


Online kaufen ist schlecht, weil es den stationären Handel kaputt macht, im Laden kaufen ist schlecht, weil es eine ins Prekäre gewirtschaftete Struktur am Leben erhält. Außerdem will ich nicht wie ein Arsch behandelt werden. Kaufen ist schlecht, weil Konsum die Erde zerstört, Nichtkaufen ist schlecht, weil es das Wachstum, die Wirtschaft und unsere Komfortzone kaputtmacht.

PS: Soweit dieser Beitrag ernste Themen streift, möchte ich ergänzt haben, dass mir bewusst ist, dass es dazu jeweils mehr zu sagen gäbe.

„Flieht, ihr Narren!“ – Die Orks als Marketing-Exempel

Es ist eine überschaubare Zerstörung - das Loch in der Mauer von Helms Klamm -, durch das die Orks eindringen, um die Ordnung kaputt zu machen, Panik zu erzeugen und alle zu töten. Kleine Ursachen, große Wirkung. So ähnlich, stelle ich mir vor, dringt die Disruption in die Ritzen der Marktwelt und bricht sie von innen auf. Oder wie Neo in „Matrix“, wenn er Agent Smith von innen heraus desintegriert. Oder – nochmal andere Geschichte – der Topos „Weihnachtsgeschäft“, erzählt als 2014 Edition. Eine Weihnachtsgeschichte: Über Menschen, die nicht damit gerechnet haben, dass die Nachrichten sie selbst einmal persönlich betreffen könnten.

Die "Beste Reportage" 2014: Eine Geschichte aus der Zeit, als es noch gut und richtig war, einfach drauflos zu konsumieren


„Ein saukomischer Text“, urteilte die Jury über die „Beste Reportage“ im Jahr 2014. Der Preis ging an Henning Sußebach von der „Zeit“ und sein Stück „Herr Hibbe macht zu“, in dem er die Insolvenz eines 115 Jahre alten Provinz-Kaufhauses und parallel den Aufstieg eines Internet-Shops beschreibt. Ich würde den Text eher traurig nennen, aber das ist meine persönliche Perspektive. Wahrscheinlich ist es Kunden-Empathie oder Empathie mit Unternehmen aus einem früheren Relevant-set potenzieller Kunden. Während solche sterbenden Unternehmen für Jüngere wahrscheinlich einfach anachronistisch sind, sind sie für mich ein Teil meiner Vergangenheit und Identität.

Nehmen Sie mir ein Bein ab - nein, Spaß: schneiden Sie mir diese Erinnerungen an die alten Zeiten heraus


Foto einer geschmolzenen Uhr von Salvador Dali als naheliegende künstllerische Metapher für "Wandel"
"Die Welt ist im Wandel" - genau, und "Alles, was besteht ist wert, dass es zu Grunde geht", schade nur, wenn es dabei um die Tempel der Grundausstattung unseres Lebens aka Kaufhaus geht
Vielleicht ist das auch das Problem mit dem Wandel, über den wir Werbetexter mit nebensächlicher Lässigkeit üblicherweise schreiben, dass das betextete Unternehmen ihn genau kennt, ja, mit herbeigeführt, wenn nicht sogar erfunden hat. Das Problem ist, dass es beim Wandel um das Zurücklassen von Identitäten geht, wenn Vergangenheiten, die ja sowieso schon vergangen sind, nun auch sichtbar untergehen. Das kann weh tun. Ich empfehle daher, die eigene Identität mit Bedacht an Dinge und Ereignisse zu knüpfen. Eines Tages sind sie weg, wie jener 1990er Primitivo damals. Gluck, weg! Es war ein sagenhaft leckerer Wein, wahrscheinlich einer der ersten, die ich überhaupt getrunken habe. Als ich ihn noch einmal kaufen wollte, gab es nur noch den 1991er, und der war nicht so gut. Weg, ganz weg.

Vorsicht vor Statistiken, die Sie nicht selbst gefälscht haben


Wie ist das denn nun eigentlich? Was vor vielleicht zehn Jahren mit Mini-Erfolgsmeldungen begonnen hat, ist inzwischen fester Bestandteil der Marktgebabbel-Agenda: Die Prozentzahl des Anteils am Markt, den der Online-Handel inzwischen erobert hat. Allerdings kommt sie nicht mehr als kleine Aufsteiger-Meldung, sondern mit dem Unterton leicht unsympathischer Sieger-Hybris. Ein Ausdruck von Mitleidslosigkeit schwingt darin mit, eine Drohung für die Unterlegenen, sobald man erst an allen Fronten gesiegt haben wird.

Die dabei genannten Zahlen sind zwar alle richtig. Aber nicht immer sagen sie das aus, was damit bewiesen werden soll: Dass es die alte Handelswelt quasi schon gar nicht mehr gibt. Denn worauf genau sich die Prozentzahlen beziehen, wird meistens nicht genannt. Vorsicht also! Doch zurück zum Thema:

„Wenn die RAF heute noch einmal das System erschüttern wollte, würde sie wohl keine Bombe mehr in einem Kaufhaus zünden, sondern in einem Rechenzentrum.“ Sußebach


Zurück zu „Herr Hibbe macht zu“. Es ist ein langer Text, aber es lohnt sich dennoch oder gerade deswegen, ihn zu lesen. Denn er ist eine schön geschriebene und auch erklärreiche Zusammenfassung dessen, was im Moment um uns herum passiert. Und weil es um ein Kaufhaus geht, ist es in meinen Augen auch ein Weihnachtstext. Denn Weihnachten = Geschenk = Kaufhaus, das war halt mal so. In meiner Kindheit war alles, was ich mir an Dingen gewünscht habe, durch das scheinbar unendliche Sortiment des Kaufhauses vorgegeben: Die „ganze Grundausstattung eines deutschen Lebens“, wie Sußebach sehr hübsch schreibt.

Die Menschen haben ja alles


Spielzeug, wie es früher in den Schaufenstern von Kaufhäusern zu sehen war, selbstverständlich Holzspielzeug, wertvoll, Naturprodukt
Man hat sich die Nase an Schaufenstern plattgedrückt - damals war es einer der größten Träume, einmal in einem Kaufhaus eingesperrt zu sein - heute eher nicht mehr
Was wünschen sich Kinder eigentlich heute, habe ich mich gefragt. Und obwohl ich Kinder habe, weiß ich es nicht. Ich weiß nicht, ob es diese Art von Sehnsucht nach Dingen, die ich als Kind gefühlt habe, für sie überhaupt gibt. Denn es ist ein Unterschied, ob man sich (wir hatten ja nichts) das einzige Album der einzigen Band der Welt wünscht, oder ein Deezer-Premium-Abo, mit dem man 800 Zilliarden Titel jederzeit auch offline hören kann.

In Deutschland, schätzt der ehemalige Karstadt-Vorstandsvorsitzende Helmut Merkel, würden maximal 60 Kaufhäuser "an hochfrequenten Standorten" überleben. Es gibt 76 Großstädte in der Bundesrepublik. Auf Rang 60 liegt Fürth, auf Rang 61 Ulm.


Die Pointe? „Die Welt ist im Wandel“, sagt Saruman, der gefallene weiße Zauberer. Que sera, sera. Keine Pointe.

Wollen Sie Ihren Senf dazugeben?

Das Schöne an englischer Werbung ist ja oftmals, dass sie nicht dem Wunschdenken eines Kreativen entspringt, sondern der Wirklichkeit - und dort braucht es dann nur noch einen Spritzer ... naja, Würze, und fertig ist die Tischkonversation, auf die sich selbst Deipnophobiker freuen dürften.

Und das Ganze für ein Produkt, das nun wirklich nicht gerade für seine Begehrlichkeit berühmt ist. Ein wunderbares Beispiel, wie eine kleine Idee reicht, um etwas ganz Großes entstehen zu lassen.

Maille Mustard - Memorable Guest from Finish on Vimeo.

Dieser Blog-Eintrag spart 10.000 Euro und mehr

Existenzgründer brauchen Hilfe. Hilfe, die sich nicht jeder leisten kann. Andererseits kann es sich kein Existenzgründer leisten, keine Hilfe in Anpruch zu nehmen. Da ist guter Rat teuer.

Nein. Ist er nicht.

Wir sagen Ihnen hier, was und wie Sie es tun müssen - kostenlos.

1. Geben Sie auf!
Ja, Sie haben richtig gelesen. Wenn Sie solchen Blog-Einträgen oder sonstigen Verheißungen vertrauen, sind Sie wohl etwas zu grün hinter den Ohren, zu blauäugig, wollen es zu bunt treiben und werden sich schwarz ärgern. Also lassen Sie es sein! Natürlich könnten wir Ihnen auch sagen, was Sie hören wollen, so tun, Sie in Ihrem Versuch mit unserem Know-how und Expertise zu unterstützen, um Ihnen dann eine Rechnung präsentieren zu können, die nur einem nutzt: uns! Wollen Sie das? Na dann, schreiben Sie uns.

2. Geben Sie Ihr soziales Umfeld auf!
Sie sind höchstwahrscheinlich umgeben von Angestellten und Beamten oder derartigen Anwärtern. Sprich: von Pfeifen, Angsthasen, Neidern. Würden Sie einen Salafisten fragen, wie er das perfekte Wiener Schnitzel zubereitet? Also, die Menschen um Sie herum langweilen sich und wollen sich nur langweilen. Deshalb arbeiten sie auch nach Tarif, mit Vertrag und allem Pi, Pa, Po, damit ja alles geregelt ist. Kompensiert wird das dann mit Mountainbiken. Und selbst da tragen sie Protektoren, Helme und x andere Schoner und Schützer. Diese Menschen kennen Risiko nur mit Vollkasko. Echtes Risiko - so wie das einer Existenzgründung - kennen sie nicht. Sie kennen eben nur Langeweile. Und deshalb stellen sie auch 1000 pseudo-interessierte Fragen, die der lebendige Beweise dafür sind, dass es entgegen der dämlichen Lehrermeinung doch dumme Fragen gibt. Diese Fragen dienen nur dazu, von Ihnen Antworten zu erhalten, mit denen die Fragesteller entweder ihr eigenes Sozialleben auffrischen und mit neuestem Klatsch aufwarten können ("Du, haste schon gehört, der/die will jetzt xyz werden."). Das Leben der Anderen. Genau. Manche erdreisten sich dann auch Antworten zu geben. ("Dass du dich das traust.", "Ich würde mich das nicht trauen." (Das sind doch die besten, weil ehrlichsten.), "Ich sehe das kritisch." (Die allerschlimmsten, weil sie ihre Feigheit hinter einer altklugen Phrase verstecken.) Diese Menschen wollen nur in Ihrer Nähe sein, damit sie aus nächster Nähe sehen, wie Sie fallen, wie Sie bluten und wie sie sich wieder aufrappeln wollen. Denn Ihr Scheitern ist deren größte Legitimation für deren eigene Feigheit. ("Das haste jetzt davon, dass du besser und mutiger als ich sein wolltest.")

3. Geben Sie Ihre Idee auf!
Sie lesen ja immer noch? Immer noch voller Zweifel? Echt jetzt? Dann geben Sie doch endlich auf. Auch wenn das unmodern ist und wie Frevel klingt, der Mensch ist ein Säuge- und Raubtier - und als solches kann es Angst wittern. Sie riechen bis hier! Und wenn Sie jetzt noch als Ihre Kernkompetenz Kommunikationsfähigkeit, Empathie und/oder Toleranz nennen, ist es sowieso AUS. Sehen Sie denn wenigstens gut aus?

4. Fahren Sie Bus u/o Straßenbahn!
In einem SUV kriegen Sie höchstwahrscheinlich nur "Das Beste der 80er, 90er und das neueste von heute!" zu hören, aber nichts, was sich lohnt. Im ÖPNV gibt es echte Menschen, die einem zum Teil echt Leid tun können - mehr intellektuell als finanziell, aber das muss Ihnen scheißegal sein, denn im Zweifel sind sie das, was man in Deutschland Masse nennt. Und "Masse" reimt sich auf ..., na? genau: Geld! Ach so, das böse Wort. Das wollen Sie gar nicht? Doch schon, aber nicht so direkt? Also, Sie möchten es anders formuliert haben? Weil das irgendwie so primitiv klingt, als habe man nichts anderes im Kopf, als ginge es einem nur darum - und so ist das nicht bei Ihnen? Gut - Hiermit verweisen wir gerne auf die Punkte 1-3.

5. Gehen Sie in die Disco!
Das haben wir hier schon vor fast einem Jahrzehnt geraten - und wir weichen keinen Jota! Im Gegenteil: Wir erweitern das auf jedwede Form der Kommunikation, angefangen bei der Eigenwerbung. Und hässlich hatten wir ja auch schon. Ganz gleich, ob Meeting oder Dating: Wer hässlich ist, ist chancenlos. Es sei denn, er/sie ist "interessant". Wann hat das zuletzt als Aufriss gereicht? Ach so, das wollen Sie auch nicht. Wissen Sie denn überhaupt, was Sie wollen? WARUM MACHEN SIE ES DANN NICHT EINFACH???


Sind Sie Marketing-Experte?

Marketing-Experte ... alleine das Wort schon ist so eine Sache, aber lassen wir das mal so stehen: Marketing-Experte. Sie wissen ja, was damit gemeint ist.

Die meisten Menschen wissen mit spätestens 18 Jahren, ob Sie Marketing-Experte sind. Und, glaubt man Pressemeldungen zu dem Thema (sollte man nicht tun, aber auch das wollen wir hier nicht vertiefen, außerdem gilt das ja für alle Themen, angefangen beim Wetter, Börsen-Tipps, Spielberichterstattungen etc.), werden Marketing-Experten immer jünger. Manche sind es schon mit 12.

Gewiss gibt es auch Menschen, die in gewisser Weise noch früher als Marketing-Experte gelten können, aber den ultimativen Test sollten diese Menschen da noch nicht erbracht haben. Auch mit 12, 13, 14 nicht, auch wenn diese diesen Test bereits hinter sich haben (bzw. über sich haben ergehen lassen).

Aber sei's drum kommen wir nun zum Test und zur so einfachen wir endgültigen Klärung, ob Sie Marketing-Experte sind.


Beantworten dazu einfach die folgende 2-in-1-Frage, soll heißen: Wie auch immer Ihre Antwort auf die folgende Frage ausfällt, selbige Antwort gilt auch zur Klärung, ob Sie Marketing-Experte sind. (Noch ein letztes Mal für die Google-Robots: Es geht hier ums Marketing-Experte-Sein)

Hatten Sie schon einmal einvernehmlichen, zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr?

Die Antwort gaben Sie sich schon, aber sie gibt es auch hier (mit Begründung) ...
"Sind Sie Marketing-Experte?" vollständig lesen »

Rosenkohl im modernen Content-Management

(mit Weihnachtsgeschenk-Tipp am Ende des Beitrags)


Es ist Rosenkohl-Zeit, Sie haben es sicher bemerkt. Wenn Sie Rosenkohl kochen, können Sie tiefgefrorene Ware kaufen. Wenn Sie jemanden fragen, der noch nie in seinem Leben Rosenkohl geputzt hat, werden sie 500 Argumente bekommen, warum TK-Kohl besser und frischer und überhaupt besser ist als frischer Rosenkohl. Ich sage: Nehmen Sie den frischen! Kaufen Sie ihn nicht im Supermarkt, sondern irgendwo, wo Sie davon ausgehen können, dass Ihr Rosenkohl tagesfrisch vom Großmarkt kommt und nicht schon eine Woche lang in einer lieblos gecategorymanagten Schütte rumgammelt.

Rosenkohl waschen. Strunk abschneiden*. Alle Blätter entfernen, die Ihnen zu dunkelgrün oder einfach nur unsympathisch sind. Schneiden Sie den Strunk ein. Wasser zum Kochen bringen und einen Teelöffel Salz dazugeben. Wenn es Ihnen ein besseres Gefühl gibt, waschen Sie den Rosenkohl noch einmal, geben Sie ihn dann in das kochende Wasser. 15 Minuten kochen lassen, abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken. Butter erhitzen, einen Schuss Sahne dazu, Salz, Muskat, Pfeffer, den Rosenkohl dazugeben, mischen, fertig. Wenn der Rosenkohl Frost bekommen hatte und Sie viele der dunklen Blätter weggeschnitten haben, schmeckt er richtig süß. Butterkartoffeln dazu. Feinherber Riesling. Die Welt ist schön!

Supersoft (= Küken), soft (= Schaf), bärenstark (= äh, naja, Bär) und extrastark (= Löwe) (okay, der ist ein Küchentuch) (trotzdem) - alle dreilagig bis auf das Küken
Supersoft (= Küken), soft (= Schaf), bärenstark (= äh, naja, Bär) und extrastark (= Löwe) (okay, der ist ein Küchentuch) (trotzdem) - alle dreilagig bis auf das Küken


* Strunk, nicht etwa Strunz oder Spunk

3D Projection Mapping

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder das Thema Projection Mapping aufgegriffen. Sichtbar- und Ausführlichkeit zuliebe haben wir in diesem Posting eine Reihe von Artikeln zum Thema zusammengefasst.

Beim Projection Mapping bzw. Video Mapping werden 2D- oder 3D-Objekte mittels eines Beamers gezielt und in Echtzeit bespielt. Die 3D-Projection-Mapping Technologie kommt insbesondere bei Events, Messen, Veranstaltungen für besondere Produkt- oder auch Architekturinszenierungen zum Einsatz.
"3D Projection Mapping" vollständig lesen »

7 effektive Wege zu New Business, bei denen man nichts tun muss, um Geld zu verdienen

Networking ist wichtig. Neulich war ich auf einer Networking-Veranstaltung. Motto: „Alles kann, nichts muss“. Thema habe ich vergessen. War bestimmt interessant. Spannend. Und inspirierend. Man kann Menschen kennenlernen, bekommt Anregungen und macht New Business.

1. Bereiten Sie sich vor, bringen Sie ein Nachtsichtgerät mit


Beim Networking ist entscheidend, dass man a) Small-Talk kann, b) seinen Elevator-Pitch beherrscht und c) nicht sofort nach Aufträgen fragt. Außerdem darf man sich nicht betrinken. Alle tun, als ob sie nur wegen des spannenden (und inspirierenden) Themas hier wären. Gleichzeitig ist alles durchdrungen von angespannt zurückgehaltenem Blutdurst.

Das Reizvolle am Networken ist, dass man Menschen aus verschiedensten Branchen trifft. Gleich am Eingang wurde ich von fünf Männern begrüßt. Einer war Texter, ein anderer Redakteur, der Dritte PR-Autor, ein weiterer war Blogger, aber eigentlich Texter bzw. genau genommen Internet-Startup-Unternehmer, und der mit der Brille war Content-Marketing-Berater. Sponsoring-Partner waren ein aussichtsloser Triple-B-Internetprovider und ein Bartpflege-Produkt.

Ein Nachtsichtgerät
Unentbehrlich für professionelle Networker: das Nachtsichtgerät (erhältlich bei Yps oder Micky Maus)































2. Beachten Sie geheime Tabus, über die man nicht sprechen darf


Der Veranstalter entschuldigte sich, dass das Mikrofon so schlecht funktionierte und wünschte einen schönen Abend. Dann ging die eigentliche Veranstaltung los. Ich hatte meine Hausaufgaben gemacht und gesehen, dass unter den 79 angemeldeten Gästen auch ein potenzieller Kunde war. Der potenzielle Kunde ist quasi der goldene Schnatz und man muss ihn fangen. Gleichzeitig muss man die Konkurrenz abblocken.

3. New Business: Citius, altius, fortius


Meine schon im Kindergarten begonnene Elite-Ausbildung und eine Million Achtstundentage hatten mich bestens vorbereitet auf das, was nun folgte. Geschmeidig duckte ich mich unter ein paar Faustschlägen weg, kugelte mich zwischen den Bistrotischchen zur Bar und ließ mich flach über den Tresen rollen. Hinter der Bar ist die Deckung besser, außerdem kommt es vor, dass Kunden, die noch nicht lange dabei sind, hier Zuflucht suchen. Und tatsächlich kauerte hier ein verängstigter junger Mensch, den ich sofort mit Handschellen an den Zapfhahn kettete. Ich stopfte ihm eine Visitenkarte ins Sakko. „Rühren Sie sich nicht von der Stelle, wenn Sie lebendig hier rauskommen möchten!“

Ich sah mich um. Neben dem Beamer wüteten fünf ehemalige, jetzt als Social-Media-Berater tätige Journalisten, die jeder nur „Die schmutzigen Fünf“ nannte, und weideten den Praktikanten mit der Fernbedienung aus. Vom Eingang her setzten sich ein kleiner italienischer Klemptner und ein Gorilla in Richtung Bar in Bewegung. Zeit, zu verschwinden. Ich löste die Handschellen meiner Beute vom Zapfhah, fesselte ihn an meine Linke und suchte nach einem Fluchtweg.

4. Fesselnde Begegnungen und Hamster-Wisdom


Doch verdammt! Was zum ..? Eine Kunsthistorikerin mit wütendem Blick, die als Content-Marketing-Beraterin hier war, hatte mich an die Spülmaschine gefesselt. Hämisch lachend nestelte sie in ihrem Michael Kors Shopper herum, um eine sedierende biografische Erzählung herauszuziehen. Doch natürlich hatte ich mit all dem gerechnet. Ich warf meinen Gaudi-Kostüm Halloween Dritten-Arm (extra realistisch) von mir und setzte sie mit einem Donnerschlag außer Gefecht. Nur noch eine Handvoll goldener Münzen und ich könnte mit einem Powerstern meine Konkurrenten hinter mir lassen.

Ich zog das Laserschwert. „Siri, finde mir einen Ausgang!“ – „Quiek! Das ist ein Android, du Vollpfosten! Quiek!“, antwortete mein Smartphone. „Hör mal, ich kann jetzt nicht mit dir diskutieren! Wie komme ich hier raus?“ Eine Display-Nachricht informierte mich, dass ich ein dringendes Update installieren müsste. In diesem Moment trat Bud Spencer vor mich und versetzte mich mit einem trockenen Muff auf die Stirn ins Land der Träume.

5. Wer zu früh einschläft, den bestraft das Leben


Ich erwachte davon, dass die Putzfrau mich bat, die Füße zu heben. Die Präsentationen waren vorbei. Alle waren weg. Müde schleppte ich mich zum Taxi. Zu Hause angekommen, sah ich, dass sie mich geschminkt und „Opfer“ mit Edding auf meine Stirn geschrieben hatten. In meinem Sakko steckten zweitausend fremde Visitenkarten von Social-Media-Beratern.

PS: Ich entschuldige mich dafür, dass der Beitrag nicht zu 100 Prozent erfüllt, was die Überschrift verspricht. Ich habe in einem Blogbeitrag gelesen, dass man das so machen soll.

Ein inspirierendes Symbolbild für New Business, in dem ein Mann zu sehen ist, den man ins kalte Wasser geworfen hat © Dudarev Mikhail - Fotolia.com
New Business - kein Problem für Profis © Dudarev Mikhail - Fotolia.com

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