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Vinyl Ad



Ein Vinyl Ad von Agência Africa, São Paulo mit Budweiser für Will.I.Am. Aber eigentlich: Agência Africa, São Paulo mit Will.I.Am für Budweiser

Was ist eigentlich ... eine Lead-Agentur?

Heute geht es in unserer kleinen Reihe um einen schönen Begriff, den man immer wieder gerne liest: „XY ist jetzt Lead-Agentur von 123.“ Beide freuen sich darüber – und keiner weiß warum. Gag. Stimmt natürlich nicht, denn der Kunde freut sich sehr.

Aufgrund der Aufgaben, der Verantwortung und der Entlohnung könnte man schon den Eindruck gewinnen:

Dafür gibt es einen ganz deutlichen Beleg, nämlich den Namen selbst:

lead“ kommt es aus dem Englisch und kann vieles heißen. Je nach Aussprache und Wortart. Mit kurzem „e“ heißt es auf deutsch „Blei“, und mit langem „i“ heißt es unter anderem als Verb „führen“ und als Substantiv „Leine“.

Eine Lead-Agentur ist des Kunden Schoßhündchen.


Es ist also die Agentur, die der Kunde an der Leine hat. Klar, der Hund führt dann auch mal und das Herrchen/Frauchen dackelt dann auch mal hinterher, aber nur so lange er/sie nicht woanders hin will. Dann gibt es einen kurzen, zackigen Ruck, Richtungswechsel.

Leadagentur

Und dann? Dann machen sie es wie alle Köter. Leise kläffen, aber hinterher trotten. Eine Weile. Dann gibt es noch mal einen Ruck von oben und schon legt man einen Schritt zu und geht wieder artig voran. Man hat ja seinen Stolz, den anderen Streunern auf der Straße zu signalisieren, schaut mal, wer hier vorangeht ...

Sollte dann Herrchen/Frauchen aber verweilen wollen, weil es etwas Interessantes gesehen hat, z. B., mit einem/einer Bekannten ein Schwätzchen halten will, heißt es stehen bleiben – und nicht nerven. Dieses Herumlaufen, evtl. gar der Versuch die Leine zu nutzen, um beide einzuwickeln, kommt wirklich nur dann gut, wenn Herrchen/Frauchen wirklich kontaktbedürftig ist. Aber weiß man, was dann kommt? Nachher ist der/die Neue allergisch auf Hunde. Oder hat einen eigenen? Größeren? Und schon wird man von der Leine gelassen. Was also hat es gebracht als Lead-Agentur?

Klar, wenn es gut läuft, da wird man gestreichelt, da gibt’s lecker Fresschen – und auch mal Frischfleisch. Aber wenn nicht? Da wird man schnell vom Hof gejagt und kann froh sein, wenn man nicht getreten wird.

Natürlich wird das anders verkauft, äh: vermittelt: Natürlich heißt das:

„Sie haben uns mit Ihrem Konzept überzeugt. Wir vertrauen Ihnen. Sie müssen wissen, wir haben in den nächsten Jahren Großes vor. Wir wollen wachsen. Dabei brauchen wir Ihr Know-how. Ihnen kommt dabei die Aufgabe zu, unsere Marketingabteilung nachhaltig zu unterstützen. Dabei haben Sie völlig freie Hand, was die Umsetzung unserer Vorgaben angeht. Sie können also selbstverantwortlich in Absprache mit uns, der Geschäftsführung, dem Steering Board und dem International Board of Chairmen alles so umsetzen, wie Sie es aufgrund Ihrer Erfahrung für richtig halten. Uns geht es um Ergebnisse. Wie Sie die in Zusammenarbeit mit unseren bestehenden Partnern, mit denen wir langfristige Verträge haben, erreichen, steht Ihnen völlig frei. Das ist Ihre Chance. Und ich kann Ihnen heute schon garantieren, wenn wir die Ziele, die wir haben, erreichen, dann haben Sie auch alle Chancen uns in Zukunft auf unserem Wachstumskurs zu begleiten. Wir freuen uns, Sie als Lead-Agentur an Bord zu haben.“ Oder so.

OK, man könnte es auch so lesen: „Wir haben keinen Plan, wie wir das, was wir wollen, auch nur ansatzweise erreichen können, aber wenn wir es nicht tun, raten Sie mal, wer dann Schuld hat?“ Aber das klingt ja so faktisch, so wahr, so demotivierend.

Nein, nein, Lead-Agentur scheint Motivation zu sein. Agenturen scheinen zu glauben, es habe was mit dem Verb zu tun. Dass man jemanden/etwas führen könne/dürfe. Dass man Projekte komplett übertragen bekommt mit aller Verantwortung für Timing, Budget, Qualität etc., dass man das Zusammenspiel aller Dienstleister und Zulieferer, auch die Arbeit von anderen Agenturen koordiniert und kontrolliert.

Nun kann sein, dass man das tut, aber eben nur, bis Herrchen/Frauchen an der Leine zieht, es also einen Ruck in der Halsgegend gibt, der ja, je nach Heftigkeit, schon so manchem Wolfsabkömmling das Genick gebrochen haben soll.

Du und die Kuh



Miami Ad School, São Paulo, Brazil für Stride

Mehr über Kühe...

Manchmal schmerzt Mitleid mehr als Spott

Printmotiv von KNSK für Evonik. Evonik gratuliert dem BVB zu Meisterschaft und Pokalsieg und findet tröstende Worte für den FC Bayern München.

BVB Evonik

via: Klonblog

"Manchmal schmerzt Mitleid mehr als Spott." stellt die Agentur KNSK fest. Schon zur Meisterschaft gab es ein spannendes Plakat.

By the way: Das wichtigste Fußballspiel des Jahres findet eigentlich erst morgen Abend in der Düsseldorfer ESPRITarena statt. Und ich will mal hoffen, dass mir dann sowohl Spott als auch Mitleid erspart bleiben.



Das Marketing-Kamasutra...

…oder 729 ways to penetrate make love with (!) the customer.

Kamasutra

Verehrte Leser des Marketing-Blogs, einst wurden hier die Parallelen von (tierischer) Akquise und Flirt auseinander genommen. Zeit noch einen Schritt weiter zu gehen.

Wie wir alle (hoffentlich) wissen ist Marketing – vor allem dank des viel zitierten web2.0 – eine interaktive Angelegenheit. Fast so wie Sex, zumindest wenn er gut sein soll. Knöpfe drücken, Reaktion checken, Trigger finden, andere Knöpfe drücken (zumindest nicht immer dieselben, auch wenn sie sich noch so sehr bewährt haben, denn Überreizung ist fatal), selbst Knöpfe drücken lassen und so weiter. Bis die Message erfolgreich rübergebracht (und idealerweise begeistert aufgenommen) wurde.

Besonders „Sendungsbewusste“ wollen natürlich weder sich noch andere langweilen und wissen um die schier unendliche Vielzahl an Stellungen des Kamasutra. Ich möchte nicht auf alle eingehen (vielleicht später, z.B. Viralmarketing und Guerilla-Taktiken schreien eigentlich danach). Und selbstverständlich muss man nicht alle Stellungen des Kamasutra ausprobiert haben um gut zu sein. Schließlich kommt es immer auch auf den Partner an.

Denn sowohl die eigene Kraft und Beweglichkeit als auch die des Partners können Grenzen haben. Manchmal stören auch körperliche Besonderheiten. So etwas zu ignorieren ist nicht sehr sensibel und macht unbeliebt.

Es soll ja allen Beteiligten Spaß machen. Und dazu muss man auf den Partner achten. Wenn man eine selbstgefällige Turnstunde veranstaltet (das tun vor allem manche Werber gerne), kann man unheimlich beeindrucken, sich aber auch vollkommen lächerlich machen. Oder der Partner fühlt sich benutzt und erzählt Google davon in seinem Blog.

Der altbewährte Klassiker, die Missionarsstellung, ist dagegen recht bequem und risikolos, allerdings auch – anatomisch bedingt – nicht gerade ein Orgasmusgarant (für eine Partei zumindest). Trotzdem ist sie so beliebt. Man kann relativ sicher sein, dass zumindest nichts schiefgeht. Es soll Leute geben, die machen es nie anders. Immerhin, andere tun es gar nicht (mehr).

Aber bevor ich zu sehr abschweife oder allzu banal werde: Beim Sex wie beim Marketing gibt es eben keine allgemeingültigen Standardtechniken für gutes Gelingen. Es kommt immer auf Sender und Empfänger, deren Fitness und Hormonstand und auch auf das Mobiliar an. Aber oft klappt es am nachhaltigsten mit Liebe und Leidenschaft.

Also probieren, studieren, vor allem interagieren und in Bewegung bleiben. Und immer daran denken: Das Kamasutra („Die Verse des Verlangens“) ist viel mehr als eine Stellungssammlung. Vielmehr ist das Kamasutra ein Lehrwerk über ethische Lebenskunst und soziales Verhalten und als solches ein bedeutendes Werk der Kulturgeschichte.

Das große Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Genau wie Marketing. Und wer es auf seicht-schlüpfrige Handbuch-Theorie reduziert, wird nie ein Meister des Fachs. Und wenn er all die Techniken noch so oft nachstellt. Die Resultate werden eher unbefriedigend sein.

Der Preis als Sandwich

In meinem Beitrag - Wie man mit der Überschrift schon seine Sache verkauft - hatte ich 3 Beispiele für griffige Headlines gebracht. Eine davon war "Verpacken Sie Ihren Preis auch als Sandwich?"

Sandwich

Das ruft nach Aufklärung, oder? Was steckt wohl hinter dem "Preis als Sandwich"?
OK, heute klär ich das auf; für alle die nicht gleich danach gegoogelt haben ;-)

Irgendwann in jedem Verkaufsgespräch geht es um den Preis. Was Sie als Verkäufer immer in Betracht ziehen sollten, wenn Sie über den Preis sprechen, ist, ihn einbetten: Der Preis als Sandwich. Und so sieht das Sandwich aus:

  • Unterlage: Zählen Sie Details auf, von denen der Interessent während der Verhandlung gesagt hat, dass er sie will/braucht : "Die Lösung muss unbedingt A, B und C haben und Sie wollen einen zentralen Ansprechpartner bei uns, der das Projekt abwickelt." (Selbstverständlich zählen Sie nur auf, was Sie auch bieten können).

  • Preis: "Ein Projekt dieser Art kostet gewöhnlich um 5.000 Euro." Oder bei Festpreisen: "Unser Preis ist exakt 4980 Euro."

  • Deckel: Hängen Sie sofort einen ganz wichtigen Punkt des Interessenten an den Preis an, den Sie in der Unterlage bewusst ausgespart haben: "Und Sie haben es bis Ostern."

Sie lenken mit dieser Methode die Aufmerksamkeit Ihres Interessenten vom reinen Preis weg, hin auf das was er will bzw. braucht.

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Der Text ist ein Auszug aus meinem monatlichen Direktmarketing-Newsletter. Mehr Info dazu hier ..
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