Neue Energien

Wahrscheinlich haben es die Initiatoren von Metal Hammer selbst noch nicht vollkommen realisiert. Seit dem Festivalsommer 2016 scheint die Tür zu einer neuen Epoche der Energiegewinnung ganz weit aufgeschlagen. Den Erfindern des Headbanging und dem Energy Mosher sei Dank.


Metal Hammer Ambient Promotion: Energy Mosher via Saint Elmo's

#wuvbpms vs. Kobayashi-Maru Test

Waren Sie gestern beim W&V Best Practice Marketing Summit 2016 oder haben Sie die Schluss-Keynote gelesen?

Die KI-Illusion - wie wir klüger bleiben als Computer
Dr. Henning Beck, Neurowissenschaftler, Biochemiker und Deutscher Meister im Science Slam

Computer werden immer leistungsfähiger, doch menschliches Denken bleibt unerreicht. Maschinen machen keine Fehler – wir sehr oft. Maschinen lernen – wir verstehen die Welt. Maschinen sind intelligent – wir sind mehr als das, denn wir kommen auch auf neue Ideen. Wie genau und was gute Ideen ausmacht, zeigt Henning Beck, Biochemiker und Neurowissenschaftler.
via pr-ip.de

Wenn Sie da waren, wollen wir hoffen, dass Sie viele weitere Erkenntnisse mitgenommmen haben. Diese zentrale und selbstredend sehr richtige Botschaft hätte Sie jedoch schon früher erreichen können. Aber wir liefern Sie gerne mal nach:

Merksatz: there is no such thing as a no win scenario

Oftmals vermitteln sich die “next big things” ganz schlicht übers Star Trek bingen.

Haben Sie den Schuss gehört?

Kennen Sie Sturgeons Gesetz? Theodore Sturgeon war ein Science-Fiction-Autor. Enterprise und so. Als ihm mal jemand sagte, 90 Prozent aller Science-Fiction-Geschichten wären Mist, antwortete er: "90 Prozent von allem ist Mist!" (aka "ninety percent of everything is crap").

Glasschaden

Wenn ich ganz offen sein soll, ich würde sogar sagen, 95 Prozent von allem ist Mist. Aber seien wir positiv. 90 Prozent also.

Das größte Problem von Content-Marketing ist Content-Marketing


Was für "everything" gilt, gilt auf jeden Fall auch für Content-Marketing. 90 Prozent ist Mist. Bedauerlicherweise ist es so, dass das Wissen über die Funktionsweise des Internets das Internet kaputt macht. Die Anwendung der richtigen Regeln macht die Regeln obsolet.

Nie gab es mehr und bessere Informationen über alles und jedes. Und nie waren sie besser versteckt. Die Nadel im Heuhaufen, und der Heuhaufen ist aus Mist. Sie wissen es, ich weiß es, es ist jedem klar. Die Antwort der Konsumenten dieser 90 Prozent Bullshit ist, sich besser abzuschotten. Aufmerksamkeit, die begrenzte Ressource usw. Das Irre ist: Auch das Ignorieren des zu Ignorierenden kostet Aufmerksamkeit.

Tools wie IBM Verse versuchen bspw. bei Mails, uns Priorisierungen abzunehmen. Und so sind wir nicht mehr weit davon entfernt, dass Software unsere Mails für uns beantwortet. Die zum Teil wahrscheinlich schon automatisiert an uns gesendet wurden. Unendliche Weiten und Maschinen, die mit Maschinen sprechen. Großartig. Und die Lösung? Wenn Content-Marketing nicht mehr richtig funktioniert, muss es MEHR Content-Marketing reparieren. Wird bestimmt funktionieren. Haben Sie den Schuss gehört?

Die Lösung, wenn Sie Content-Konsument sind


Nehmen Sie Ihr Content-Schicksal selbst in die Hand. Gehen Sie auf Content-Diät. Machen Sie sich eine Twitterliste mit den zehn Informationsquellen, denen Sie für das, was Sie brauchen, am meisten trauen. Lesen Sie selektiv nur, was diese Quellen empfehlen (ein Beispiel). Stellen Sie am Smartphone alle Benachrichtigungsfunktionen ab. Lesen Sie Mails nur noch zur vollen Stunde. Schotten Sie sich ab, aber schotten Sie sich bewusst ab. Smart.

Die Lösung, wenn Sie Content-Produzent sind


Erhöhen Sie Ihr Budget! Geben Sie mehr Geld aus! Viel mehr Geld als Ihre Mitbewerber! Das Geld erlaubt Ihnen, für ein paar Wochen und Monate schneller zu sein. Bezahlen Sie Ihre Zielgruppe für ihre Aufmerksamkeit, geben Sie den Leuten Geld. Klingt irre? Kann sein. Aber das mit den Negativzinsen auf Bankguthaben hätte vor drei, vier Jahren auch keiner geglaubt.

Wenn das Gehirn von Tante Erika eine Homepage wäre

Tante Erika lebt im Jetzt und doch ist nicht zu übersehen, dass sie aus der Vergangenheit kommt. Manchmal vergesse ich das, weil sie so integriert wirkt in unsere Zeit. Ihre social Skills sind super, vor allem, was ihr Tantennetworking angeht. Sie kennt mehr Tanten als jeder andere Mensch, den ich kenne. Es sind natürlich keine Tanten von ihr selbst, Tante Erika, sondern von anderen Leuten, deren Tanten sie sind. Diese. Jene. Anderen Tanten.

Tante Erika kennt sich aus. Ziemlich gut sogar. Sie hat eine Bahncard, reist viel, sogar mit dem Flugzeug. Sie hat ein Smartphone, das sie nicht bedienen kann. Außerdem hat sie einen tollen Kaffeeautomat, Weihnachtsgeschenk der Kinder, den sie nicht bedienen kann und nie benützt, sie macht sich den Kaffee mit ihrer alten Rowenta. Tante Erika schaut täglich Morgenmagazin und erzählt alles, was sie weiß.

Tante Erikas Gehirn als Homepage öffnet sich mit einem Sound-Intro, das sich nicht abstellen lässt. Sobald man irgendwohin klickt, verschwindet die Navigation des Browsers, und auf verzweifeltes Klicken öffnen sich weitere Fenster. Ebenfalls mit Sound, ebenfalls nicht abstellbar. Der Effekt dieser vielen Schallquellen ist eine Art Hall. Es klingt wie der Nachhall der Gegenwart in der Geschichte - oder umgekehrt, man weiß es nicht. Ein weiterer Effekt ist ein Overload des Denkens, das sich schließlich einfach abschaltet. Allerdings wird sofort das limbische System gestartet, eine Sekunde später ist man voll mit Adrenalin.

Denkprozessevia Websitebutler, Danke.

Traum aller SEO-Spezialisten


Der Look der Seite ist traditionell, aber das täuscht. Eine raffinierte Konfiguration lädt dynamisch irgendwelche Hilfsprogramme. Diese wiederum laden aus Tante Erikas prall gefüllten Datenspeichern eine wild randomisierte Mischung aus unvorhersehbarem, inhaltslosem Content und pressen diesen ohne jeden Versuch einer Portionierung in voller Länge in die Ausgabe. Tante Erika nützt dabei irgendeinen Ohne-Anfang-und-Ende-Loop, der zusammen mit ihrem Ohne-Punkt-und-Komma-Plugin ein Gemeinschaftserlebnis erzeugt, bei dem man sich sehr einsam fühlt. Insgeheim vermute ich, Tante Erika ist heimlich Kundenberaterin einer Werbeagentur, nur, dass sie halt keine Kunden mehr hat.

Die Seite bindet jeden Besucher maximal lange im Irrgarten ihrer Verzweigungen, es ist ein Traum. Außerdem nutzt Tante Erika dynamisches Keywording: Sie hat einen Weg gefunden, jeden Content at random mit jedem beliebigen Keyword der Welt zu verbinden. Ihr Gehirn ist der Traum aller SEO-Spezialisten. Wenn ich nicht wüsste, dass sie alle Angehörigen ihres Tantennetzwerks persönlich kennt, könnte ich schwören, das sind alles gutaussehende, prachtvolle, junge, hyper-intelligente SEO-Nerds, die sich im Web als ältliche, nur an Cremes und Tees interessierte Tanten tarnen.


Self-Marketing at its worst: Weihnachtsfeier

WeihnachtsfeierWir alle kennen sie, alle freuen sich darauf, wenn es wieder heißt: "Dieses Jahr gehe ich nicht auf die Weihnachtsfeier!" Nun, das mag viele Gründe haben, dies zu sagen, z.B. man ist gar nicht mehr im Unternehmen oder aus einem anderen Grund nicht eingeladen. Man will vermeiden, dass die Gesellschaft johlt, wenn es gen Mitternacht geht und man aufgefordert wird, den table dance des Vorjahres zu toppen oder aber der Kollege hat ne Neue (oder die Kollegin :-)) Aber natürlich gehen alle und alle haben noch bessere Gründe, trotzdem zu kommen. Man fürchtet Repressalien oder nicht auf dem letzten Stand zu sein oder dass die Pute aus dem X. Stock s schafft, sich völlig doof in den Mittelpunkt zu stellen, weshalb man auch am Tage der Feier um 14 Uhr geht, um um 19h top de luxe auszusehen. Einfach schön.

Nun, spätestens jezt fragen Se sich vielleicht, was Ihnen das sagen soll? Nun, inwiefern unterscheidet sich das Verhalten der oben aufgeführten und natürlich völlig fiktiven Person von dem der letzten Marketingaktion Ihres Hauses? Sehr? Nun, dann: Herzlichen Glückwunsch!

Aber wie oft produziert man sich vor anderen, postuliert, andere, neue Wege zu gehen; hat Angst, Fehler zu wiederholen und macht dafür dümmere? Weg damit. Und endlich genießen. Und es pragmatisch sehen. Schlimm wird es erst,wenn man wie eine natürlich fiktive Person am Tag nach der Weihnachtsfeier zur Chef-Sekretärin geht und fragt, ob bei ihr vielleicht ein H&M BH abgegeben worden sei. Obwohl, das ist auch sehr lustig...

Hach, es gibt so herrliche Weihnachtsfeiergeschichtchen .... Erzählt sie uns - natürlich ganz fiktiv ...

So geht Werbung

(Vorrabdruck einer Rede, die ich in zehn Jahren vor der Akademie der deutschen ... ähm, irgendeiner Akademie eben, halten werde)

Rede Balz
Bildquelle: gapingvoid.com / Mit bestem Dank an bilekjaeger in Stuttgart


Verehrte Jury,

Musik ist Balz, Tanzen ist Balz, tja und Werbung ist natürlich auch nichts anderes als Balz. Das geht so: Werbemännchen sitzt in seiner Höhle und reibt sich gedankenverloren den kleinen Grundnutzen, da kommt der Frühling, und das Männchen will raus. Will eine hübsche, nette, nicht zu komplizierte Zielgruppe kennen lernen, ihr näher kommen und vielleicht auch ein paar kleine, hübsche Geschäfte mit ihr groß ziehen. Doch kaum vor der Höhle, verschlägt es ihm die Sprache: Was ist das?? Dutzende anderer Werbemännchen stehen rum und tun und machen und tun und machen sich Konkurrenz!

Verdammt! Jetzt kommt der Moment, in dem er erst mal nachdenken muss. Hat ihm nicht jeder erzählt: Anpassung? Wär das Überlebensding? Hm! Nu aber mal langsam: Wie sehen denn eigentlich die Zielgruppen aus, die auf Anpassung stehen und die man mit max. Anpassung noch abkriegt? Kanns euch sagen: Schmucklos, trist, ein Jammer, will eh keiner haben, Überbiss, HHNE unter ferner liefen. Nee, so nicht. Also, was,tun? Und da schlägt die Stunde des Tollseins: Sexy sein! Muss man. Auffallen, begehrlich sein, die richtige Werbeagentur — was ich den ganzen lieben langen Tag propagier, eben. Tja.

Nun haben aber manche noch nicht gemerkt, dass die Steinzeit vorbei ist. Was tun sie, arme Troglodyten unter den Werbemännchens? Auf die Werbe-[sagtmannicht] hauen, dass es nur so spritzt, und voll aufdrehen und übertreiben und den Preis runter und die Diskont-Marketing-Welle machen, aber sowas von. Und was, wenn sie fertig sind? Keiner mehr da. Alle: „liih!" gesagt, fremd geschämt, abgehauen. Jaja.
Doch wie macht man's richtig? Werd ich oft gefragt, und dann nehm ich die Gitarre (hab zwar keine, aber egal, kann eh kein Instrument), nehm also meine Gitarre, setz mich hin und spiel ein Lied. Es ist das Lied vom Anschmusen. Eine Parabel oder wie die Dinger heißen. Geht ungefähr so:

Zielgruppe, liebe Zielgruppe, gib mir dein Geld./
Dafür geb ich dir einen Austausch, einen Wert,/
einen relevanten Nutzen, glaub mir, das wird schön./
Eine super Balz als Vorspiel (siehe oben),/
ich bin gar nicht so wie alle sagen, ehrlich,/
wir lassen uns ganz viel Zeit (nicht zu viel, sonst schlaf ich ein)./
Ich bring dir Referenzen ohne Ende,/
die waren alle zufrieden./
Wenn du willst, kannst du mich wieder sehen,/
wenn nicht, auch okay, dann nerv ich dich nicht. Usw.

Glauben Sie mir, so geht Werbung.

Haha, Quatsch, war alles nur Spaß! Nehmen Sie sich die richtige Werbeagentur, dann klappts auch mit der Zielgruppe!

About Marketing

Marketing ist ein verrücktes Tätigkeitsfeld. Ich glaube, nur im Bereich der Esoterik wird mit Halb- oder Unwissen so viel Geld umgesetzt wie im Marketing. Manches, was als Wissen angeboten wird, ist reines Gelaber. Doch "where's the beef"? Was wissen wir? - Elf Antworten:

1. Die Welt wird immer verrückter (= komplizierter)


Es gibt mehr Produkte, es gibt mehr Apps, es gibt täglich mehr Tweets und Blogs und Bücher und Filme und Behauptungen über alles in der Welt als jemals zuvor. Doch es gibt nicht nur mehr "things", sie sind auch noch vernetzt, und werden immer komplizierter vernetzt. Globalisierung bedeutet u.a., mehr Informationen über mehr Informationsgegenstände zur Verfügung zu haben. Man könnte auch sagen, der nach wie vor begrenzten Aufnahmekapazität des Menschen steht immer mehr potenzieller Input entgegen, ach nee: Content.

2. Aufmerksamkeit als Krieg der Gedanken


Es gibt immer mehr Zeug, das in unseren Kopf will, aber wir haben keine Zeit für dieses Zeug. Wir holen uns Apps, als ausgelagerte Instanzen der Aufmerksamkeitskontrolle und haben das Gefühl, die Welt damit besser in den Griff zu bekommen. Trotzdem können wir nicht alle Bilder ansehen, alle Filme anschauen, alle interessanten Artikel lesen, alle Gedanken mitdenken, geschweige denn nachdenken. Das Tor zu unserem Kopf ist die Aufmerksamkeit, und da wollen alle durch. An der Welt-Hirn-Schranke wird eine mörderische Schlacht geschlagen. Milliarden Gedanken sterben, bevor sie überhaupt angedacht wurden. Und dann kommt die Werbung, "Guten Tag!", und will da auch noch mit rein.

3. Marketingmanager/innen haben keine Zeit


Jede/r Marketingverantwortliche ist in einer Situation, in der er zu viele Maßnahmen in einer immer komplexeren Welt in viel zu knapper Zeit mit zu wenig Geld und zu geringen personellen Kapazitäten umsetzen muss. Er ist Opfer des Aufmerksamkeitskriegs als Mensch und als professionell zur Weiterbildung Verpflichteter. Gleichzeitig ist er Täter, indem er Produkte in Märkte setzt und die Menge der Informationen in der Welt vermehrt.

4. Marketingleute lesen keine Blogs


Ich war Etat-Director einer Werbeagentur - niemand von meinen Kunden oder Kollegen hat Blogs gelesen. Ich war Marketingmanager in einem mittelständischen Milliardenumsatz-Unternehmen - niemand in meinem Umfeld hat Blogs oder irgendetwas, das so ähnlich aussieht, gelesen. Die Leute nutzen Apps, manche lesen Welt oder Spiegel online oder bekommen auf irgendwelchen Kanälen Artikel verlinkt. Aber das ist es dann auch. Die Weisheiten, die wir Tag für Tag raushauen, nimmt niemand wahr.

5. Niemand will wissen, was Marketing "wirklich" ist


Jede/r Marketingverantwortliche hat zu viel zu tun. Das Letzte, was in dieser Situation interessiert, sind akademische Debatten, ob Content-Marketing wichtiger als Inbound-Marketing ist und ob Neuro-Marketing nicht eigentlich der Heuler ist. Beratungsunternehmen, die sich einbilden, ihre Leistungen vor allem aufgrund ihres Wissensvorsprungs zu verkaufen, irren. In der Regel will da einfach nur jemand wissen, was denn ungefähr wirklich hinter diesem neuen, geilen Buzzword steckt. Ein Beispiel? Neuro-Marketing = Brüste. Kollege Walkenhorst hat das hier sehr schön ausgeführt. Dopamin? Belohnungszentrum? So what?

6. Die Problemhändler


Es wird oft gesagt, dass Regierungen die Bürger in ihrem Land ängstlich halten, um ihnen im Endeffekt irgendwelche unpopulären Maßnahmen zu "verkaufen". Das Gleiche ließe sich über manche Beratungsunternehmen sagen.

7. Marketingleute sind nicht blöd


Was Marketingleute wirklich leisten, ist so unsichtbar wie die Fahrdienstpflichten einer Mittelstandsmutter mit drei Schulkindern. Alles, was von einem Unternehmen von außen zu sehen ist, gehört potenziell zum Verantwortungsbereich des Marketings. Im besten Fall sind 10 Prozent davon geplant (Zahl erfunden). Gutes Marketing ist, wenn das Gesamtbild einigermaßen stimmt. Corporate Behavior? Wer hat denn Zeit für sowas? Glücklicherweise ist den Mitarbeitern eines Unternehmens gewöhnlich klar, wie sie sich verhalten sollen, damit es nicht zu Katastrophen kommt. Eigentlich wäre es besser, dafür einen Plan zu haben (der "operativ geerdet ist und zugleich in Übereinstimmung mit den Zielen des Unternehmens bla fasel"). Fehlt dieser, liegt es nicht daran, dass irgendjemand zu blöd dafür ist, sondern daran, dass niemand Zeit hat, sich ernsthaft darum zu kümmern. Wenn man Marketingmaßnahmen grob in Pflicht und Kür einteilt, ist es ein Erfolg, wenn die Pflicht umgesetzt werden kann.

8. Die Architekten der Märkte


Mitarbeiter im Marketing haben in der Regel eine relativ breite Allgemeinbildung. Sie "sind informiert". Ihnen ist bewusst, dass nicht alles im Unternehmen völlig rund läuft. Sie wissen meistens, wo es in der Herstellung, im Vertrieb und natürlich auch in der Werbung hakt. Wenn sie gut sind, wissen sie auch, was man tun müsste und was man besser machen könnte. Sie sind wie Architekten. Und wenn Sie Architekten kennen, wissen Sie: Architekten sind notorische Weltverbesserer. Doch, doch. Trotzdem sehen viele (Alltags-) Gebäude langweilig aus. Warum ist das so? Marketingleute sind in einer ganz ähnlichen Situation. Sie wissen häufig, was besser wäre, sind aber nicht frei darin, es umzusetzen.

9. Die Buzzword-Hölle


Jeder macht sich lustig über Marketing-Phrasen. Ungerechtfertigterweise, denn es gibt tatsächlich Marketing-Begriffe, die eine klare Bedeutung haben. Bedauerlicherweise kann das Marketing dem Rest des Unternehmens keine Nachhilfe geben. Aus hierarischen Gründen. Zuweilen auch schlicht wegen der Doofheit einzelner Mitarbeiter. Ich erinnere nur an die Denkschwäche, welche die bekannte Corporate-Identity- vs. -Design-Unschärfe verursacht. Und leider muss man auch zugeben, dass in wenig anderen Unternehmens-Bereichen tatsächlich so viel Mist geredet wird wie im Marketing. Sprüche wie "Keep it simple" werden als Riesen-Erkenntnis verkündet, jedoch Fehlanzeige, was das in Form von Marketingmaßnahmen heißt. Wobei "Keep it simple" ein Sonderfall ist: Häufig wird damit argumentiert, um entweder a) nachdenken zu verhindern oder b) Geldnot zu rechtfertigen. Oft dient der Jargon auch einfach der Distinktion: Ihr einfachen Unternehmensmitarbeiter-Mäuse haltet uns für überflüssig? Okay, dann hier - Bam! - nehmt die Aida-Regel als Distinktionsbeweis!!!

10. Gesunder Menschenverstand


Erinnert sich noch wer an "fraktales Marketing"? Oder "ganzheitliches Marketing"? (kurze Lachpause) Das Gehirn arbeitet nach dem "Eins-zwei-viele"-Prinzip. Und ich behaupte: Die Gemeinsamkeit dieser alten und der jetzigen Marketing-Hypes ist, dass versucht wird, einen Begriff für das Kompliziert-werden der Welt zu finden. Dafür nehme man irgendwelche gerade aktuellen Mythen und hänge ein "-Marketing" hintendran. An der täglichen Arbeit ändert sich nichts. Bzw. es ändert sich nur, was sich halt ändert in einem Tätigkeitsbereich, dessen Gegenstand (Produkte und Dienstleistungen) und Mittel (Botschaften, Medien, Maßnahmen) sowieso einfach DAS NEUE ist. Das ist der Grund, warum für das Meiste, was im Marketing funktioniert, die guten alten Tools "Erfahrung" und "gesunder Menschenverstand" am hilfreichsten sind. Und wenn es nur dafür ist, zu wissen, was man besser bleiben lässt. Das Dumme und Falsche nicht zu tun - damit ist in vielen Fällen schon viel geholfen.

11. Warum Marketing scheitert


Achtung! Jetzt die Mega-Weisheit: Wenn Marketing scheitert, dann in 90 Prozent aller Fälle nicht aus dem Grund, der genannt wird, sondern weil versucht wird, mit Marketingmitteln einen Eindruck zu erwecken, der nicht der Wirklichkeit entspricht. So tun als ob ist nicht nur privat unglaublich mühsam, sondern auch im Marketing. Einen falschen (natürlich schönen) Schein erwecken wollen, das kostet richtig Geld, und meistens geht es richtig schief. Oder: You can't disguise a pig as a queen!

Wer sind wir? Und, wenn ja: Warum?
Wer sind wir? Und, wenn ja: Warum?



Ich hoffe, Sie haben die vielen Modalwörter wahrgenommen. Was ich hier behaupte, stimmt meistens, womit implizit gesagt ist, dass es auch Gegenbeispiele gibt. Meine Frage ist: Stimmt die Tendenz? Oder wie lassen diese Thesen sich falsifizieren? (wie, außer durch singuläre Gegenbeispiele)

Smartphone Zombies

Früher, in der guten alten Zeit, da hätte Martin Oetting sein Video einfach in sein Blog gestellt und schon hätte es sich in Windeseile verbreitet. Heute, in der schönen neuen Welt, bedient er sich des wahrscheinlich einflussreichsten deutschen PRlers. Glückwunsch!




Martin Oetting denkt in seinem neuen Projekt öffentlich über die Folgen von übermäßigem Handy-Gebrauch nach und exerziert durch, was alles passieren muss, bis der Gegenüber endlich den Blick vom Bildschirm nimmt. Und dann ist es vielleicht schon zu spät ...

Erklärfilme: Ein Wunschkonzert

Dies ist eine höchst offiziele Stellungnahme zum Themenkomplex der Erfklärfilme, angeregt durch die Macher von deinerklaerfilm.de (Hübsches Interview übrigens, knallharte Fragen): Erklärfilme find ich super. Auf einer Marketinginstrumenten-Effizienzskala von 1 bis 10 vergebe ich eine Super 8. Und damit wäre der Komplex in seiner gesamten Komplexität eigentlich auch schon aufgelöst und eine Vertiefung des Themas schon deshalb nicht notwendig weil das Netz so voll mit Argumenten für Erklärfilme und vor allem mit Erklärfilmen ist, dass es wahrscheinlich kurz vorm Überschwappen steht.

So voll, dass aus einer super Super 8 vielleicht eine 9, quasi eine HD+ 9, zu machen wäre. Dies jedoch bedürfte weitschweifender - Sie ahnen es - Erklärungen, die sich dann auch noch an Menschen richten würden, die ohnehin schon dadurch gestraft sind, dass sie erklärungsbedürftige Produkte erklären und letztlich sogar verkaufen müssen. So was ist bekanntlich unsere Sache nicht. Wir setzen hier halt bloggisch traditionell und blogwörtlich konsequent auf dieses Meinungsdingens, noch lieber sogar auf das Emotionsdingens.

Eine unmöglich zu erreichende Ultra HD 10 auf der Marketinginstrumenten-Effizienzskala von 1 bis 10 müsste Erklärung und Emotion verquicken. Und das dann bitteschön auch on demand, was dann also so etwas wie ein Erklärvideo-Wunschkonzert wäre.

Das Erklärvideo zum Blitzeinschlag vom 8.9.2016

Lieferte also ein Erklärfilm, und zwar bitte dringend binnen der nächsten 24 Stunden, eine überzeugende Erklärung für jene völlig unerwarteten und so plötzlich wie gleichzeitig an 2 Orten auftretenden Blitze, mit deren Einschlag jene Wahl zwischen Pest und Cholera dann auch mal gleich so total obsolet wäre, dann ja dann bräuchte es wohl nie wieder Erklärungen hin zur Entscheidung pro Erklärvideo.

Ein ähnlich ambitioniertes Projekt, dafür aber mit deutlich größerem zeitlichen Vorlauf (umzusetzen bis zum Sonntag den 20.11.2016), wäre ein Erklärfilm, der sogar bei Profis des HSV auf so viel Interesse und Verständnis trifft, dass tatsächlich 3 Punkte rausspringen. Aber das hieße Hoffenheim unter- und Erklärfilme überschätzen.

Der eine alles entscheidende Faktor, der über den Erfolg von Marketing bestimmt

Ich will Sie nicht groß hinhalten: darum gleich als Erstes die Antwort. Hier. Der Grund, warum Sie eingeschaltet haben. Die Antwort aller Antworten. Der eine alles entscheidende Faktor, der darüber bestimmt, ob Marketing erfolgreich ist oder nicht:

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Oder lieber ein gratis E-Book downloaden? Nein? Sie möchten lieber die Antwort? Okay, die Antwort. Hier ist sie. Ohne Umschweife. Knallhart. PÄMM! So sind wir im Marketing: Direkt, schnell, Hands-on, zielstrebig. Die Antwort. Hier ist sie.

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Na gut. Dann nicht. Dann eben direkt zur - okay hier: Der eine alles entscheidende Faktor. Herausgefunden von einer Forschungsgruppe der MMA (Deutsches Institut für Besseres Marketing i.G.o.P.). Die Forschungsgruppe hat sich damit beschäftigt herauszufinden, warum manche Marketingmaßnahmen so unglaublich erfolgreich sind und andere so erbärmlich schlecht.

93,3 Prozent aller befragten Marketing-Leute wussten Bescheid!


Dabei hat sich herausgestellt, dass 93,3 Prozent aller befragten Marketingfachleute sagen konnten, ob eine bereits vergangene Maßnahme erfolgreich war. Besonders hoch waren die Werte bei Maßnahmen mit dem sog. Old-Hat-Marketing-Approach. Fast alle Marketeers waren zudem in der Lage, zu sagen, dass Apple erfolgreich Marketing macht! - Wow! Wirklich gut. Alles in allem waren alle fast Voraussagen über Kampagnen der Vergangenheit ähnlich zutreffend.

Etwas anders war das Bild bei Marketing der Zukunft


Hier sanken die Werte deutlich (Abonnieren Sie unseren Newsletter und wir schicken Ihnen gratis eine Mail mit den konkreten Zahlen!). Noch schwerer als Prognosen über künftige Maßnahmen abzugeben war es, künftige Maßnahmen zu planen. Also nicht irgendwas zu planen, sondern irgendwas, das im Nachhinein als erfolgreich bewertet werden konnte.

Der eine alles entscheidende ... Sie wissen schon


Dabei wurden auch die Schlafgewohnheiten der Marketingleute untersucht. Viele hatten einen guten, tiefen und soliden Schlaf. Dabei entdeckte die Forschungsgruppe des MMA (Deutsches Marketing Institut für Dings): Rechtsschläfer! Ja, Sie haben richtig gelesen. Rechtsschläfer waren mit ihrem Marketing immer erfolgreich.

Eine Kontrollgruppe mit schlechtem Marketing entwickelte sich zu zu Super-Out-Performance-Genies nachdem man sie anhielt, Rechtsschläfer zu werden. - Mit anderen Worten: Werden Sie Rechtsschläfer und Ihnen gelingt im Marketing künftig alles! (Wollen Sie wirklich nicht noch einen Newsletter abonnieren?)

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