Check 24: Warum man keine allzu menschliche Kundenbeziehung haben sollte ...

Check24 - Das Portal ist bekannt. Sein Angebot auch. Vereinfacht gesagt: Alles. Billiger. Was vielleicht nicht bekannt ist, ist sein Kundenbeziehungsmanagement. Das ist sehr modern zwischenmenschlich.

Das konkrete Angebot: Wir liefern dies und das bis dann und dann zu dem und dem Preis.
Die konkrete Antwort: Passt. Ich überweise.
Sie bestätigen.
Alles gut.
Der Liefertermin ist fällig. Damit auch die Auslieferungsbestätigung. Sie kommt nicht. Die Ware auch nicht.
Nachfrage: Wann?
Antwort: Verzögert sich um ca. zwei Wochen. Sagt unser Lieferant.

Allein, dass man schon mal nachfragen muss, nervt schon. Es wäre doch ein Leichtes gewesen, eine E-Mail zu schicken im Tenor: „Es tut uns Leid, dass aufgrund eines Lieferengpasses ...“ Oder so. Nix.

So ist es wohl, wenn man sich mit Millennials verabredet. Man organisiert, alle sind einverstanden, aber dann klappt es halt nicht, da sagt man nicht mehr ab, man lässt es einfach laufen in der Hoffnung, dass sich der andere nicht meldet. Und wenn man nachhakt, war es ein anderer. Dumm nur, dass deren Lieferant („Cyberport“) ein Laden ist, mit dem man bisher gute Erfahrungen gemacht hat. Das hat sich auch geändert.

Aber es wird besser. Obwohl: Besser? Eher: Nerviger! Kindischer! Zickiger!

Dummerweise hat man sich auf den Termin verlassen und alles auf sein pünktliches Eintreffen eingerichtet. Es war die Basis für alles Weitere. Ohne das Produkt funktioniert alles andere nicht. Die Zeit drängt.

Nachfrage: Kann man das stornieren? Und wie sieht es dann aus mit dem bereits überwiesenen Geld?
Drei Stunden Recherche später hat man festgestellt, dass es wohl einen Lieferengpass gibt, denn das Produkt wird nirgends früher angeboten. Also eine Mail hinterher, dass sich die Mail zuvor erübrigt habe und man die normative Kraft des Faktischen akzeptiere.
Tags drauf: Ihr Auftrag wurde storniert!
Nachfrage: Von wem?
Antwort: Der Betrag wird Ihnen rücküberwiesen. Sollten Sie das nicht wollen, können wir die Bestellung wieder reaktivieren.
Antwort: Ja, ich bitte um Reaktivierung. Bitte senden Sie mir eine Bestätigung.
Kommt nicht.
Nachfass wegen der Bestätigung der Reaktivierung. Keine Antwort.
Nochmaliger Nachfass. Hui, eine Antwort: Ist nicht möglich.
Sie haben es mir aber angeboten.
Ist nicht möglich.
Sie haben es mir aber angeboten.
Ist aber nicht möglich, weil sie den Auftrag storniert haben.
Habe ich nicht.
Haben Sie doch.
Habe ich nicht.
Sie haben geschrieben, ob man die Bestellung stornieren kann, weil ihnen das zu spät sei. Wir haben daraus geschlossen, dass Sie den Auftrag stornieren wollten.
Ich habe erstens nicht gekündigt, Sie haben interpretiert. Ich habe ihnen auch geschrieben, dass ich es dabei belassen will. Das haben Sie ignoriert. Sie haben mir eine Reaktivierung angeboten, aber da haben Sie ja wohl komplett geirrt.
Wenn Sie das Produkt haben möchten, müssen Sie neu bestellen.

Ende.

Zwei Pointen:
a) Das ganze Theater wird unterzeichnet von einer Person, deren Jobbezeichnung „Customer Happiness“ lautet.
b) In der Zwischenzeit kostet das Produkt rund 10% mehr! Faktisch macht das keine 40€ aus, was nicht unbedingt wie Welt ist, aber es geht nicht ums Geld, sondern um das Gebaren.

Check24 ist ein Vergleichsportal – und es lässt sich auch 1 a vergleichen, z. B. mit Millenials (s. oben) oder Paargesprächen, in denen B irgendwas in das interpretiert, was A sagte, und nun hat A das Problem der Arschkarte, denn B stellt sich stur, bockt, sieht partout nicht ein, dass seiner-/ihrerseits etwas völlig missverstanden wurde.
Also gibt es auch keine Entschuldigung. Oder ein Reset, ein Einsehen in den eigenen Fehler und der Versuch der Wiedergutmachung.
Wenn es dir nicht passt, denkt sich B, kannst du mich ja verklagen.
Sicher hat jeder im zwischenmenschlichen Bereich mal Kontakt zu so einer hysterischen Person gehabt. (Wenn nicht, toi toi toi.) Macht man natürlich nicht, das mit dem Verklagen, weil der Aufwand nicht lohnt – außerdem gibt es ja nicht nur die eine.
Also denkt man sich seinen Teil und macht Schluss. Naja, und weil man ein Freund ist, warnt man Freunde vor der Person. Also mache ich das jetzt:

Schluss.

Check.

Aus aktuellem Anlass: Thema Büroservice

Sie kennen mich. Über die Grenzen dieses Landes und Blogs hinaus bin ich bekannt als höchst engagierter und vehementer Verfechter des AAL-Prinzips (zur Erinnerung: AAL = Andere Arbeiten Lassen). In zahlreichen Publikationen, bei Auftritten in Film, Funk und Fernsehen habe ich meine fundierte Expertise rund um diesen hochanspruchsvollen Themenkomplex, stets und ganz im Sinne der Sache selbst, durch Dritte repräsentieren lassen. Ob Sie es glauben oder nicht: Sogar in Land- und Bundestag, als auch im Europäischen Parlament lasse ich mich permanent vertreten.

Dass ich mich heute, ganz ausnahmsweise, sehr persönlich an Sie wende, hat zweierlei Gründe: Der erstere, mag Ihnen zunächst völlig profan erscheinen. Er geht auf eine Mail zurück, die mich als führenden Multiplikatoren des AAL-Prinzips, dann doch sehr berührt hat. In dieser Mail wurde mir das Leistungsportfolio des Büroservice-Dienstleisters ebuero.de vorgestellt.

Der Absender verweist völlig zu Recht auf die klassischen Vorteile eines funktionierenden Büro- und Telefonservice: Entgegennahme eingehender Telefonanrufe, Sekretariatsservice, Geschäftsadresse, Virtual Office, Postweiterleitung ...

Natürlich ist das Wasser auf meine Mühlen. Allein, das muss ich als AAL-Experte dann doch kritisch anmerken, die guten Argumente verfangen bei mir nicht so vollkommen. Insbesondere auf der Webseite von ebuero.de fehlt es mir dann doch so ein bisschen an Emotionalität ("Weniger arbeiten. Mehr schaffen." wäre ggf. der perfekte Claim für Büro- und Sekretariatsservices ansich und unser Wortführer verhandelt sicher gern.) als auch an der Herausarbeitung persönlicher Vorteile über den selbstverständlich perfekten Büroservice hinaus.

Executive Time dank AAL

Diese Komponente liefert dieser Tage, und damit sind wir beim zweiten Grund für diese höchst persönliche Ansprache, völlig unerwartet der amerikanische Präsident. Sollte nach Ablauf seiner Amtszeit noch irgendwas von dieser Welt übrig sein, so ist es nach meiner aufrichtigen Überzeugung der Inbegriff, der hashtag, das ultimative Label zum AAL: EXECUTIVE TIME.

Worum es bei der Executive Time genau geht, habe ich Ihnen - selbstverständlich - von Anderen aufschreiben lassen:








Sollten Sie sich nun fragen, wie Sie für sich einen Arbeitstag von 11 bis 4, unterbrochen durch Executive Time, gern mithilfe von ebuero.de oder "Anderen" realisieren können, so habe ich für Sie einen 10 Punkte-Plan erarbeitet, den Sie höchstselbst oder mit der Unterstützung Dritter vervollständigen dürfen. Sie finden hier ein PDF zum Download.

Schaufensterbummel?

Schaufensterbummel? So ein bisschen antiquiert klingt das schon, für Vertreter jüngerer Generationen vielleicht sogar erklärungsbedürftig. Selbst in meinem Wortschatz (und ich bin alt) reiht sich der Begriff mittlerweile knapp hinter David Hasselhoff und kurz vor Mondscheintarif ein. (Dass die, gewissermaßen in Beziehung stehende, Schaufensterkrankheit entgegen dem abfallendem Trend zum Bummeln immer mehr um sich greift, ist - by the way - wohl weniger ein Paradoxum als vielmehr die natürliche Konsequenz... - letztlich aber natürlich ein ganz anderes Thema.)

Die Gründe warum heute niemand mehr so easy going von Schaufenster zu Schaufenster tapert sind natürlich vielfältig: Zu Zeiten des Bummels, als der Beruf des Schauwerbegestalters noch als zukunftsträchtig, gar als trendig galt, hieß der Point of Sale ja noch nicht Point of Sale sondern meist Hertie, Kaufhof oder Karstadt. Dementsprechend gab es da damals was zu gucken. Reicht heute nicht mehr.

Mit fortschreitender Digitalisierung muss der geneigte Schaufenstergucker schon ordentlich auf die Tube drücken um der Vielfalt digitaler Schaufenster gerecht zu werden. Schon an der nächsten Bushaltestelle kann sich ein Point of Interest auftun, an dem man via Digital Signage kurzfristig in einen interaktiven Dialog, beispielsweise zum eigenen Versicherungsvertrag, verwickelt wird. Und am 'klassischen' Point of Sale kann man dank digitaler Schaufenster rund um die Uhr einkaufen.

adidas NEO-Shop

Mitunter wünscht man sich dann vielleicht einen Wohnsitz fernab auf dem Lande. Einfach zu viel, zu grell, zu bunt, das ganze digitale Dingens. Aber es ist halt wie bei allem anderen auch. Es kommt darauf an, wie man es macht.

Die Kollegen von ... - jetzt raten Sie mal, wie deren Domain heißt? - ... ja, genau: magic-schaufenster.de haben sich dem gestengesteuertem Digital Signage bzw. Augmented Reality am POS angenommen und präsentieren immer wieder interessante Lösungen für den Einsatz. Eine, die zum Bummeln verführt, möchten wir Ihnen ans Herz legen: Die virtuelle Umkleide, bzw. den Magic Mirror:



Verbummeln Sie sich nicht....


Das Nirvana der Wörter

Ich stell mir das so vor: Eine Eingangshalle, riesig wie ein Bahnhof. Die zeitlose Architektur einer viele Jahrhundert alten Tradition. Herren im Zwirn, Damen elegant. Dezenz, wohin man sieht. In den Wänden aus edlem Holz sind Vitrinen eingelassen - große, geräumige Schaukästen mit Sicherheitsglas verschlossen, von unauffällig bewaffneten Wachleuten gesichert. Die Vitrinen sind aufwändig und doch zurückhaltend illuminiert. Darin stehen samtbeschlagene Podeste, auf denen die hochwertvollen Ausstellungsstücke ruhen, deren Präsentation diese ganze Einrichtung dient.

Es sind Wörter


Wörter von unsagbarem Wert, Wörter von Bedeutung, wahrer Bedeutung (gibt es denn eine andere?), Wörter von Distinktion und Abstand. Nur selten werden sie - und nur für ausgesuchte Gelegenheiten verwendet. Der Raum riecht vornehm. Ist erfüllt von frischer Luft. Vom Duft frischer Lust. Eine vornehm kühle Atmosphäre. Das Flair eines aus unzählbaren Erlebnissen innerer Überlegenheit gewachsenen Selbstbewusstseins. Überhöht durch die Nützlichkeitsdemut des Ortes. Klassische Musik perlt von den Wänden, gerade gut genug wahrnehmbar, um die unglaublichen Summen zu übertönen, die genannt werden, wenn ein Kunde bittet, eines der Wörter einmal probehalber in den Mund nehmen zu dürfen.

Die Preise sind so hoch, dass nur wenige Kunden auf der ganzen Welt in der Lage sind, sich diese Mittel der Kommunikation zu leisten. Dabei geht es gar nicht nur um Geld. Viel, viel mehr geht es um die Fähigkeit, Aussagen von ihrer Plapperhaftigkeit und Beliebigkeit zu befreien und mit der Bedeutung konsequenten Handelns zu beleben. Nur wenige Unternehmen sind es, die dazu in der Lage sind. Manche mögen bei großzügiger Bilanz ihrer Ressourcen vielleicht noch die finanziellen Mittel zusammenkratzen. Doch sie scheitern, wenn es darum geht, Kraft für die gezielte Steuerung ihres Unternehmens und die Befähigung ihrer Mitarbeiter zu einer einheitlichen Haltung aufzubringen. Dieses Fach ihrer Börse ist leer. Beschämt rücken sie ab, wenn sie ihre Nichtswürdigkeit erkennen. Nur auf Empfehlung wurden sie eingelassen. Um nun feststellen zu müssen, dass sie kommunikativ gesehen absterbend sind und ihnen nur noch eines bleibt: Reste des aus einer ruhmhaften Vergangenheit gebliebenen Kapitals oder aus einer schon vor Jahren noch rasch verteilten Erbschaft zu konsumieren. Heimlich, damit es niemand sieht, werden sie noch wenige Jahre Reste essen. Und bald wird nichts mehr sein, was ein Gespräch über sie lohnt.

Geld zählt hier nichts. Es geht um Werte und Haltung, wahre Haltung (gibt es denn eine andere?). Und auch wenn es Millionen und Milliarden sind, die hier für ein gutes Wort bezahlt werden, so ist das doch nur Kleingeld angesichts der durch gelebte Bedeutung erreichbaren Gewinne.

So stelle ich mir das Nirvana der Werbung vor.

Wirken Werbegeschenke und Giveaways?

Hier im Blog haben wir uns ja immer wieder mal mit dem Thema "Werbegeschenke, Werbeartikel, Giveaways" beschäftigt. So hat Kollege Walkenhorst immer wieder herausgestellt, dass das schönste aller Werbegeschenke nicht taugt, sofern die Kommunikation rundherum nicht funktioniert.


zuckerstange giveawayQuasi in Ergänzung seiner Ausführungen, anbei einige höchst akademische Informationen, versüßt mit einer Zuckerstange von CRIMEX.

Erst kürzlich haben sich Wissenschaftler der Universität Augsburg in einer Studie für eine deutsche Fluggesellschaft (da kommt einem doch gleich das Air Berlin Schokoherz in den Sinn, selbst wenn das hier eine andere Linie war) mit dem Einfluss von Werbegeschenken auf das Verhalten der Kunden und der Wirtschaftlichkeit von Giveaways für das werbende Unternehmen beschäftigt. Für die deutsche Studie, mit dem schönen englischen Titel „How Gifts Influence Relationships with Service Customers and Financial Outcomes for Firms“ werteten die Studienmacher die Daten von rund 2.000 Kunden aus, die im Rahmen eines Feldexperiments unterschiedliche Werbegeschenke erhielten.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie: Werbegeschenke stellen tatsächlich ein erfolgreiches Instrument dar, um die Kundenloyalität zu erhöhen und sie können profitabel für Unternehmen sein. Wichtig ist jedoch die Differenzierung, da es keinen verallgemeinerbaren Effekt von Geschenken gäbe. Nicht alle Arten von Giveaways und Werbegeschenken führten zu höheren Einnahmen für das Unternehmen. Der Effekt hänge stark von deren Ausgestaltung ab. Werbegeschenke müssten für den Kunden von Wert sein, und zwar in dem Sinne, dass sie einen echten Nutzen haben.

Die Wissenschaftler empfehlen Werbetreibenden, vor allem auf Giveaways zu setzen, die direkt mit dem Unternehmen und dessen wichtigsten Produkten zusammenhängen und Kunden finanzielle Vorteile bieten. Solche Vorzüge bewegen Kunden dazu, ihr Verhalten an die vom Unternehmen gewünschte Art anzupassen. Die Autoren erklären dies damit, dass in solchen Fällen die Kunden davon überzeugt seien, dass sich ihre Treue lohnt, so dass diese Geschenke ähnlich wie andere finanzielle Anreize (z. B. Rabattmarken) wirken. Zudem seien Aufmerksamkeiten („soziale Geschenke“), die nicht mit dem Unternehmen zusammenhängen effektiv. Finanzielle, mit dem Unternehmen zusammenhängende Geschenke wirken am effektivsten im Hinblick auf kurzfristige Umsätze, während soziale, nicht mit dem Unternehmen zusammenhängende Geschenke effektiver für die langfristige Kundenbeziehung sind.

Schaufel-Marketing

Großartig, man kann jeden Begriff mit dem Wort „Marketing“ verbinden und er wird irgendwie ein bisschen toller dadurch. Das Affix „-Marketing“ ist das Mit-Käse-Überbacken des Content-Management-Marketing-Geschäfts. Ich bin ja ein Fossil und damit aus Eingeborenenperspektive ein Troll in der heutigen Zeit, denn ich beharre darauf, dass Quatsch Quatsch, Nonsense Nonsense und Mist-Werbung Mist-Werbung ist. Und da geht es schon los: Denn ich sage „Quatsch“ und meine damit auf keinen Fall „Comedy“.

Schaufel-MarketingSchaufel-Marketing ist toll. Ich erinnere an die legendären Schaufel-Experimente des Taylorismus, einer frühen Form der Standardisierung des Standardisierbaren. Jetzt, in meinem Leben ungefähr doppelt so alt wie seinerzeit William von Baskerville, aber nur in Menschenjahren, in Reizbildjahren eher 100 mal so alt und in Kapiertheitsjahren vielleicht halb so alt, erkenne ich: Die Kirche im Mittelalter hat recht gehabt, man hätte das metrische System und Wissenschaften und das alles nicht einführen sollen. Trambahnen, die auf Schienen fahren: igitt! - Anathema! Anathema! Uhren: Oh nein! Der Barcode: Des Teufels! Et idem: www! Nur Tiefkühlpizza: Danke Gott, dass es die gibt!

Außerdem denke ich, dass Douglas Adams im Unrecht war, denn es ist kein Handtuch, das wir mitführen sollten, sondern eine Schaufel. Außer, dass ein Handtuch besser in ein Flugzeug zu schmuggeln ist, hat ein Handtuch nur Nachteile. Schon mal versucht, ein Bäumchen zu pflanzen? Mit einem Handtuch? „Siri, wie kann ich mit einem Handtuch einen Mitbewohner beseitigen?“ (Und so ungern ich es sage: Die Schaufel ist sogar der früher häufig verehrten Sandale überlegen.) Die Hausaufgaben: Schreiben Sie eine 10-Punkte-Liste über Marketing. Irgendwas. Nur 10 müssen es sein. Und Oma - falls du das liest: Hör auf, in den Kommentaren rumzutrollen! Vom Internet verstehst du nichts!

Danke für's Zuhören.

Werbemittel oder Werbemittelmaß

T-Shirts. Kugelschreiber. USB-Sticks. Regenschirme. Traubenzucker. Werbemittel für Millionen gibt es en masse. Und dazu Milliarden von Werbemittelanbietern. Und die greifen wahrscheinlich auf ein bloßes Dutzend von Werbemittelherstellern zurück. Aus Taiwan, Hongkong, weiß der Kuckuck.

Werbemittelvia www.maxilia.de


Wie bereits zu dem Thema schon einmal gesagt, ist es nicht das Werbemittel selbst, das über Wohl und Wehe des Erfolgs eines solchen Artikels entscheidet, sondern eben das, was man daraus macht. Kreativität ist das A und O, aber es muss sich halt auch von A bis Z rechnen.

Und dabei ist es, man kann es nicht oft genug sagen, nicht der Preis entscheidend, sondern der Wert. Wie schnell kann einer liefern? Wie gut ist die Qualität des Gelieferten? Wie will man das beurteilen?

Natürlich kann man sich Muster schicken lassen. Aber das ist nur dann sinnvoll, wenn man die entsprechende Aktion auch entsprechend gut zeitlich plant, denn so eine Musteranfrage kostet natürlich neben dem ein oder anderen Euro auch Zeit. Bis das Muster da ist, bis es alle gesehen und bewertet haben und und und.

bedruckbarer Regenschirm

Außerdem, wie will man beispielsweise die Qualität eines Regenschirms beurteilen? Belässt man es beim einfachen Auf und Zu oder will man die Feuerwehr Wind und Wetter simulieren lassen?

Dann ist vielleicht das Ausgangsprodukt ganz gut, aber bei der Individualisierung gibt es Probleme. Stick ist nicht gleich Stick, Druck ist nicht gleich Druck.

Bei einer Ruckzuckaktion dürfte z. B. Stick eh nicht infrage kommen und der Druck muss vielleicht auch nur begrenzt halten – wer trägt denn wirklich ein Werbe-T-Shirt derart oft, dass es 500 Wäschen aushalten muss? Wenn es aber eh kaum getragen wird, muss es dann wirklich die Top-Qualität sein?

Und dann sollte man sich natürlich die Fragen aller Fragen stellen: Braucht es überhaupt einen Werbeartikel? Natürlich erhalten kleine Geschenke die Freundschaft, aber das impliziert ja das Bestehen einer solchen.

Wenn ich noch keine Freundschaft zu einem Kunden aufgebaut habe, warum ihm dann was schenken. Verziehe ich ihn da nicht? Ich will ihn zum Kauf meines Angebots ködern, sollte ich mich da nicht auf mein Angebot fokussieren?

Wenn ein Artikel das unterstützt, prima. Aber das hängt, wie bereist erwähnt, weniger von dem Werbeartikel selbst ab, sondern seiner kommunikativen Kraft. Und falls das zu kompliziert oder theoretisch war, lässt sich das auch in einer Formel darstellen, die ganz schnell zeigt, ob sich ein Werbeartikel rechnet:

Standardartikel + Logo = Wirkung < 0
Standardartikel + angebotsbezogener Kommunikation = Wirkung > 0


Wer dann auch noch nachhaltig etwas über den Erfolg einer solchen Aktion lernen möchte, sollte ich vielleicht noch überlegen, den Werbeartikel situationsbezogen zu kommunizieren, so dass eine klare Zuordnung möglich ist, denn bloß weil etwas auf der Messe in Hannover nicht funktionierte, muss ja nicht heißen, dass es für den Außendienst schlecht ist.

Man darf den Erfolg von Werbung nicht outsourcen. Keine Werbeartikel, kein Mailing, kein Spot entscheidet über den Erfolg eines Produkts, es ist in den meisten Fällen nicht einmal das Produkt selbst und schon gar nicht sein Preis: Es ist immer seine Kommunikation. Sie ist immer noch das beste Werbemittel. Aber leider sehr oft auch nur Mittelmaß.

100% Top Marketing-News 24/7

Ich bin Marketingberater und informiere meine Klientel stets über die neuesten Erkenntnisse, die ihnen mehr Effizienz, mehr Erfolg und mehr Ansehen bringen.

Dabei bin ich völlig ah-, meinungs- und wertungsfrei. Bei mir steht die Innovation im Vordergrund, wobei vor allem wichtig ist, dass die Quelle, die ich zitiere, dies als Innovation deklariert, denn mir selbst fehlt jegliches Einschätzungspotenzial. Mir ist es nur wichtig, dass ich immer etwas mitzuteilen habe, wobei nichts, aber auch rein gar nichts auf meinen Mist gewachsen ist oder gar meiner Erfahrung beruht.

Das heißt natürlich nicht, dass ich das nicht suggerieren kann. Dank des Internets und einer 3 im Englisch-GK bin ich in der Lage, jederzeit mit zahlreichen Beispielen aufzuwarten, die immer gerade das unterstreichen, was ich aktuell glaube zu denken. Oder umgekehrt?

Jedenfalls ist das Internet ein Segen für mich. Denn nicht nur versorgt es mich mit den aktuellsten Aktualitäten, den neuesten Neuigkeiten und den kreativsten Kreationen, sondern es vertreibt mir auch die Zeit, die ich im Gegensatz zu zahlenden Kunden en masse habe.

Dafür habe ich Follower, Friends, Klicks, Likes und für wenig Geld auch Hunderte toller Kommentare, die ganz klar belügen ... belegen, dass ich eine Konifere ... Koryphäe bin.

Rene Magritte

Deshalb kann ich auch Ihnen nur den Rat geben (sonst natürlich nichts): Machen Sie es wie ich. Machen Sie nichts. Es geht ums Kopieren, nicht ums Kapieren. Sagen Sie das aber nicht oder falls Sie das durcheinander bringen, gewöhnen Sie sich an dazu zu lächeln. Ganz wichtig: LÄCHELN!

Lächeln gilt in unserer Zeit als Ausdruck von Freundlichkeit - und idealerweise auch Intelligenz. Und es ist intelligent, freundlich zu sein, denn die Menschen liebe schöne Worte noch mehr als schöne Zähne. Und was Leute mögen, ist ihnen etwas wert. Es bringt ihnen nämlich etwas. Etwas, was sie schon immer haben wollten und von jedem und jeder jederzeit einfordern: Bestätigung ihrer selbst.

Und sollte wem auffallen, dass Sie gar nichts wissen, alles nur irgendwo aufgeschnappt haben und weiter nutzen, wahrscheinlich ohne die Rechte daran zu besitzen, dann seien Sie so klug wie ich, zuzugeben, dass Sie in Wahrheit dumm sind, denn Dummsein ist in Wahrheit klug. Wenn Sie dumm sind, ist Ihr Kunde klug. Ist Ihr Kunde klug, ist er zufrieden. Und muss ich Ihnen wirklich sagen, wie eng die Zufriedenheit Ihres Kunden mit Ihrer Zufriedenheit Ihres Kontos zusammenhängt? Nein? Sehen Sie ... gar nicht doof, oder?

Sollte Ihnen das aber aus irgendwelchen Gründen nicht zusagen, weil sie vielleicht selbst unter einer Art CADS ("Consultants' Affirmation Deficiency Syndrome") leiden, dann schlafen Sie mit einem Chinesen/einer Chinesin.

Damit kann Ihnen wer die Seiten der Illuminaten aus dem Reich der Mitte übersetzen (Warum sollte es die nach nicht geben? Schon Albert Einstein wusste (sinngemäß): Dummheit ist grenzenlos. - Und gab es einen klügeren Kopf als ihn? Sehen Sie ...) und Sie können daraus "Konzepte für Erleuchtete" machen - oder sonst etwas, was nach der perfekten Kombination aus Weisheit, Tradition und Innovation klingt. Außerdem suggeriert es, dass Sie "international aufgestellt" ist - und nicht nur den ganzen Tag mit Ihrem iPad in Cafés, sprich: auf den Latte-Macchiato-Strich gehen, damit Sie zumindest noch optisch wahrgenommen werden.

Zweifeln Sie nicht. Die Menschen, vor denen Sie einst Ehrfurcht oder gar Angst hatten, weil sie womöglich so viel wussten oder gar klar denken konnten, werden ihnen nichts tun. Eltern lieben ihre Kinder immer. Und Ihre Lehrer von ehedem interessieren sich auch heute nicht für Sie.

Wen also könnte es geben? Höchstens irgendwelche BA-Absolventen aus den Diskussions- oder Dekorationswissenschaften, aber sie verfügen über noch weniger Ah- und Meinung. Und BWLer und Juristen? Die besten Verbündeten, die man haben kann, denn sie wissen auch nichts, außer dass man vorsichtig sein muss, genau prüfen muss, man nichts überstürzen sollte und weitere Informationen benötigt.

OK, es kann natürlich sein, dass Sie an einen Auftraggeber geraten, der selbstsicher ist, selbstkritisch, gerne selbst denkt, Ahnung von seiner Sache, seinen Märkten und seinen Vertriebswegen hat, ja, auch inklusive WWW und SM - in Ergänzung dazu von Ihnen Input will, der ihm mehr Effizienz, mehr Erfolg und mehr Ansehen bringt.

Dann hatten Sie halt Pech. Oder irgendwie auch Glück, denn ich wähnte diesen Typen ausgestorben. Wie sonst könnte ich so erfolgreich sein?

Was ist der Unterschied zwischen Werbung und Kunst?

Kunst bedient sich der Werbung, in Collagen beispielsweise, Werbung bedient sich der Kunst, massiv etwa der Musik, aber auch, um nicht immer so dröge zu wirken. By the way, was macht eigentlich Michael Schirner? Ach ja, Kunst, na klar. Was also ist der Unterschied? Sehen ja schließlich verflucht ähnlich aus, Werbung und Kunst. Gibt es überhaupt einen Unterschied?

Werbung und Kunst

Eigentlich ist es einfach. Jenseits von allem, was Werbung und Kunst ähnlich macht, gibt es einen kategorischen Unterschied in den Kommunikationsstrategien von Werbung und Kunst: Werbung arbeitet mit Stereotypen. Denn Werbung will schnell und leicht verständlich sein. Kunst dagegen ist das egal. Im Gegenteil, Kunst sucht Ausdrucksformen, die sich dem unmittelbaren Verständnis nicht sofort erschließen. Um nicht bedeutungslos zu sein, macht sich Kunst nicht leicht zu kapieren. Um nicht pure Deko oder Wandbehängung oder Parkplatzverschönerung zu sein, versucht Kunst, neu zu sein. Grob gesagt. Für Werbung andererseits wäre es blöd, wenn die Zielgruppe sich erst mal hinsetzen und nachdenken müsste, um zu verstehen, was jetzt eigentlich die Botschaft ist. (Obwohl es natürlich genug Kampagnen gibt, bei denen wir uns fragen ... aber, egal)

Insofern ist Werbung affirmativ. Kunst dagegen will in dieser Hinsicht mindestens neutral sein. Um Bedeutung zu haben, bürdet Kunst die Aufgabe, eine Botschaft aus ihren Formen herauszulesen, dem Rezipient auf. Werbung andererseits verwendet Vorgekautes, das im Gehirn zuverlässig keine Irritation auslöst, um ihre Bedeutung zu transportieren. Werbung ist das Reich der Geläufigkeit. Stereotypen sind ihr Vaseline. Normalerweise. Denn es gibt auch andere Werbung. Sie wissen, welche ich meine, diese Werbung fällt auf, wenn wir sie sehen. Sie hat das gewisse Etwas, Sie wissen schon, ein bisschen ist sie wie Kunst. Amen!

Zustellqualität schafft Werbeerfolg: Das GPZ Siegel hilft.

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Mazola Keimöl ist in dieser Woche im Angebot, Langnese Cremissimo auch. Beim örtlichen Sportartikelhändler liegen Stan Smith Sneaker zum kleinen Preis aus, der Elektronik-Fachhändler bietet einen schicken 40-Zoll Fernseher für kleines Geld feil.
Diese weltbewegenden und wertvollen Informationen habe ich nicht etwa gegoogelt, vielmehr habe ich sie komplett komprimiert und konzentriert den Werbebeilagen der örtlichen Käseblä, äh… Anzeigenblätter, entnommen.

Dass mir dieser Informationsgewinn wie selbstverständlich zuteilwurde, ist dabei nicht ausschließlich dem ansprechendem redaktionellen Teil der Gazetten, vielmehr vielleicht dem schlichten Vorhandensein an sich, zu verdanken. Sie liegen halt da, jeden Dienstag, jeden Mittwoch, im Hausflur. Zuverlässig.

Nun werden Sie verstehen, dass ich mir in meiner Eigenschaft als kleinster Teil der Zielgruppe, nie zuvor Gedanken um die Zustellqualität der Anzeigenblätter bzw. der Werbebeilagen gemacht habe. Warum auch? Kreisen meine Gedanken doch vielmehr darum, ob die Stan Smith Sneaker wohl auch in schwarz und 46 erhältlich sind… Hingegen kommt man aus Sicht des Verkäufers bzw. des Marketings (hey, das hier ist ja ein Marketing- nicht etwa ein Sportschuh-Blog) naturalmente nicht am Thema vorbei.

BVDA GPZ-SiegelWomit wir, nach langer Vorrede, endlich bei eben jenem sind: Dem GPZ-Siegel des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter.

Mithilfe dessen liefern Verlagshäuser ihren Handelskunden nämlich einen wirklich messbaren wie transparenten Nachweis über die Zustellqualität. Natürlich nicht alle Verlage. Nur jene, die sich regelmäßig von unabhängigen Instituten kontrollieren lassen, Qualitätsstandards bei der Zustellung einhalten und zudem kontinuierlich mindestens 85 Prozent der Zielgruppe* erreichen, dürfen das GPZ-Siegel tragen.

Unterm Strich: Wer je ein ansprechendes Werbeprospekt an den Start und letztlich unter die Leute gebracht hat, der weiß ohnehin, dass diese Werbeform nach wie vor funktioniert. Dank des GPZ-Siegels wird der Werbeerfolg durch zuverlässige Zustellqualität auch messbar. Händler können hier Woche für Woche rund 23 Millionen Haushalte erreichen.

Weitere Informationen zum Gütesiegel gibt es unter www.gpz-siegel.de


*die durchschnittliche Zustellquote GPZ-zertifizierter Partner liegt tatsächlich bei 91,2 Prozent

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