Unter der Überschrift "
SPAM? Oder doch besser MÜLL?" verwiesen wir hier zu Anfang des Monats März auf die Aktion Lebendiges Deutsch, bi der Vorschläge gesucht wurden, um diesen Begriff für "computer-verstopfende Massenwerbung" einzudeutschen.
Aus 4.730 Vorschlägen entschied man sich weder für
Quälmail (was ja nicht ganz koscher gewesen wäre),
Mogelpost,
Netzpest noch
Digimist, sondern für
E-Müll.
Warum nur dieses biedere "E-" davor? Und für alle, die es nicht kapieren, es ist eine rein rhetorische Frage. Ich weiß, warum, nur ist es so gänzlich furchtbar, wenn man immer so richtig sein will. Das Englische bezieht seinen Reiz zum Teil ja auch aus der Doppeldeutigkeit der Worte. Wer alles immer richtig erkärt, reduziert Kommunikation auf den reinen Informationsaustausch. Das ist (bl)öd. "E-Müll" ist nach meinem Dafürhalten ein Schriftwort. Das aber ist schlecht, weil zu wenig. Die Flut der Anglizismen werde ich nur dann eindämmen können, wenn ich "mundgerechte" Angebote mache. "spam" - das hat onomatopoetischen Schmackes, "E-Müll" ist Blutdruck beim Eierlikörnachmittag.
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