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Mein LOOX-Tagebuch – Teil 3: Der Start eines Orientierungslosen

Plug & play. Für mich immer noch ein Topverkaufsargument. Wenn es denn stimmt. In dem Fall tut es das. Zumindest geht es an und gibt einem Anweisungen. Allerdings mal wieder nur auf Englisch, was jetzt mal kein Problem für mich ist, aber auch das ist so ein Punkt, wo Hersteller solcher Geräte was von Fahrscheinautomaten in Touristenstädten lernen können: Am Anfang steht die Sprachauswahl. Die gibt es bei dem Gerät auch, aber die muss man eben suchen, wie so vieles, was mich völlig fasziniert: Unglaublich, was man alles in so einem kleinen Ding nicht nur an Technik, sondern auch Informationen verstecken kann. Und nicht nur dass man es kann, überrascht mich, sondern zum Teil auch wie gut.

Nun ja, vielleicht bin ich nach meinen Erfahrungen von gestern ein wenig geläutert bzw. vorsichtig und überkritisch, denn im Grunde stehen mir nur vier Bereiche zur Auswahl, wovon zwei für sich sprechen: Navigator und Musik. Bei Einstellungen und vor allem Utilities (ja, so heißt das da auch auf „deutsch“) bin ich mir nicht so sicher.

Da ich ja lernen will, hacke ich auf das Display und es tut sich ein neues Fenster aus, was erklärt, warum da nicht „Anwendungen“ steht. „Kruscht“ wäre ehrlicher gewesen: Weltzeituhr, Rechner, „Bricks“ und „Smart Pixie“ bietet man mir an, also einfach technische Gimmicks sowie Tetris und PacMan unter anderem Namen. Hauptsache, was drauf geladen, aber wenn das Ding eine Navigationslösung ist, und als solche noch ein Testsieger, dann frage ich mich, wozu ich das brauche bzw. brauchen könnte? Aber egal, immerhin verstehe ich es und könnte es nutzen, wenn ich denn wollte. So gesehen entspricht dieser Part dem Jacuzzi im Hotel: Ich bezahle dafür, brauche es aber nicht, könnte es aber, wenn ich wollte.

Bevor ich mich aber an die beiden anderen Aspekte ranmache, die mir bereits auf dem Karton angepriesen wurden, lege ich doch die CD-ROM ein, die sich „Manual CD“ nennt. Ihr Untertitel „EasyGuides Pocket LOOK N100 Series“ beunruhigt mich allein des „EasyGuides“ wegen. Es erinnert mich an die einfache Bedienungshandbücher von ehedem, die mindestens 600 Seiten stark waren, und in mir Gelüste weckten, den Lektor zu foltern.

Heutzutage also kein Buch, was ja ökonomisch nachvollziehbar ist, sondern eine CD-ROM. Dass die entsprechende Hardware vorhanden ist, hm, ok, kann man wohl bei der Zielgruppe voraussetzen.

Sie startet automatisch, aber kaum dass Freude aufkommt, KRIEG ISCH PLACK! Die Dateien heißen a26361-k600-z120-muli, A26361-K600-Z161-Warranty-muli_neu, K197-Z120-sv1, K197-Z120-pl1, K197-Z120-pt1, K197-Z120-en1, K197-Z120-es1 K197-Z120-it1, K197-Z120-fr1, K197-Z120-da1 und K197-Z120-de1. GEHT DAS NICHT DEUTLICHER? WARUM KANN MAN DIE DATEIEN NICHT VERSTÄNDLICH BENAMEN? Zum Beispiel: Info Recycling, Guarantee_Garantie, und dann in den jeweiligen Sprachen Bedienungsanleitung, was sich nämlich hinter K197-Z120-de1 verbirgt? (Schade, dass das kein Verantwortlicher liest, aber falls doch: Ich bin nicht billig, aber dafür ein zufriedener Kunde unbezahlbar. Liebe Menschen von Fujitsu-Siemens, das hat nichts mit eurem, wie der Engländer so sagt, Ding an sich zu tun, ist ein ganz allgemeines Problem, was gerade von euch, den internationalen Herstellern stark unterschätzt wird. Und ihr könnt euch mich leisten – genervte Kunden nicht :-) )

So – zurück aus der Wortspielhölle widme ich mich jetzt dem Inhaltlichen, schließlich will ich das Gerät ja nutzen. Musik ist keine drauf und der Navi geht zwar, aber andererseits auch nicht – kein GPS-Signal wird mir vermeldet. Was nicht verwunderlich ist, wie ich plötzlich erfahre, denn zum einen daure die Erstinstallation des Navigators rund 20 Minuten, zum anderen bin ich in meiner Behausung GPS-technisch nicht erfasst – oder so, zumindest entnehme ich dies den Schaubildern. Auch eine Erkenntnis, die ich ohne dies Gerät nie hätte. Und ich erkenne nicht nur im biblischen Sinne gern …

Bleibt mir also nur die Musik und da wiederum das blanke Entsetzen. Da wird einem alles erklärt, nur nicht, wie man die Musik auf das Teil kriegt. Also heißt es wieder Try & Error statt Plug & Play. In dem Kabelsammelsurium finde ich ein USB-Kabel, das ich in mein Laptop stecke, das mir dann sagt, dass er ein „Storage Device“ endeckt habe. Auf dem LOOX nix. OK, ich weiß nun, dass ich durch einfaches Verschieben der Dateien den Navi zum Abspielgerät machen kann, aber wissen das wirklich alle? Auch das wird einfach vorausgesetzt. Ist das Arroganz? Oder Hilflosigkeit? Aber wenn das schon so krude bei so was Profanen wie Datentransfer von einem Speichergerät auf ein anderes ist, was erwartet mich denn morgen, wenn ich mit den Satelliten kommuniziere?

Bleibe ich (technisch) orientierungslos???
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Kommentare

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S(tef)unny:

Himmel ...... da bleib ich technisch Unbedarfte vielleicht doch lieber beim Straßenatlas und meiner Gitarre; trotzdem warte ich gespannt auf Teil 4 des Abenteuers
10:54

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