Meine Google-Alerts haben versagt und so bin ich
auf diesem Wege darauf aufmerksam geworden, dass die DTAG
49 deutsche Call-Center schliessen will. Das ist zunächst mal traurig und tut mir sehr leid für die dort Beschäftigten.
Das ist aber nur der
Anfang einer Entwicklung
Wirklich gefährlich wird es erst, wenn der rosa Verein in den kommenden Jahren damit anfängt, Call-Center-Dienstleistungen
out zu sourcen. Wenn neue "
Gib-mich-die-Kohle-lieber-Wirtschaftsförderer- und-du-Arbeitsagentur-legst-auch-noch-drauf-Call-Center" an den Start gehen, gut geschulte (zumindest meist besser als im Rest des Markts) Mitarbeiter zu Kleinstgehältern übernehmen, weil sie ein hach so großes Herz haben und ihrer "sozialen Verpflichtung" gegenüber wem auch immer nachkommen wollen.
Spätestens dann, wenn sich Kollege Durchschnittsbürger an den Sprachcomputer gewöhnt hat, die Deregulierung des Festnetzgeschäftes komplett (kann sich nur noch um Tage handeln ...) abgeschlossen ist, sich irgendwelche
Schmocks die Taschen vollgestopft haben, stehen die Leute wieder auf der Strasse. Mit dann wahrscheinlich geringerer Qualifikation als noch heute, mit kleineren Arbeitslosengeldansprüchen und höherem Alter.
Ich will aber auch nicht verschweigen, dass es bei näherer Betrachtung auch einen guten Aspekt gibt (sehr subjektiv und egoistisch vielleicht): Erst dann, wenn das Call-Center-Geschäft keines im heutigen Sinne mehr ist, wenn das UWG Lotterielosverkäufern keinen Spielraum mehr gewährt, wenn Telemarketer sich auf Kundennutzen, statt auf
Zertifizierungsfragen konzentrieren, ist es evtl. möglich die Telemarketing-Branche aus dem HausfrauenOhneAusbildungJobBeschaffungsImage herauszuführen und die Branche im Sinne ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit darzustellen.
Nachtrag: gerade eine interessante Meinung zum Thema Call-Center auf
rako-online gefunden.