Bestimmt haben Sie sich bei all dem Gerede über
Presseverhinderer schon mal gefragt, wie Sie eigentlich auch zu diesen wahnsinnig wichtigen Menschen gehören können. Denn die Kunst des Verhinderns will zunächst gelernt und dann auch regelmäßig ausgeübt werden. Deshalb habe ich hier mal ein paar Tipps zusammengestellt, die Sie bei Ihrer Weiterbildung bestens unterstützen werden. Übrigens sind wir natürlich dankbar, wenn Sie uns Ihre ersten Erfolge mitteilen. Schöne Geschichten über tolle Presseverhinderer werden bestimmt veröffentlicht.
7 Tipps für eine qualifizierte Presseverhinderung
1. Studieren Sie. Egal was. Möglichst lang und möglichst mit Abschluss. Je komplizierter der Titel, den Sie erwerben, umso besser. Das macht sich gut in Ihrem Lebenslauf und auf Ihrer Visitenkarte. Was Sie wirklich wissen und können, ist völlig unerheblich. Der Titel ist entscheidend.
2. Machen Sie Praktika. Im Inland. Im Ausland. Egal wo. Egal bei welcher Firma. Und verewigen Sie diese in Ihrem Lebenslauf. Das macht Eindruck. Es ist egal, ob diese Praktika mit Presseverhinderung zu tun haben. Sie werden schon was draus machen.
3. Seien Sie immer und überall dabei. Damit man Sie kennt. Auf jeder Sitzung. Bei jeder Veranstaltung. Tragen Sie Ihr Gesicht spazieren. Aber sagen Sie bloß nicht, von welcher Firma Sie kommen. Es könnte Sie jemand anrufen oder sonstwie kontaktieren. Das müssen Sie unbedingt vermeiden.
4. Reden Sie viel und unverständlich. Und schreiben Sie genauso. Üben Sie sich darin, Worthülsen zu gedrechselten Kunstwerken zu verarbeiten. Man wird Sie dafür lieben. Reden Sie viel und sagen Sie wenig. Das verhindert sehr viel. Vor allem, dass man Sie zitiert.
5. Vernebeln Sie Ihre Kontaktdaten. Vermeiden Sie auf jeden Fall, dass Journalisten herausfinden, wie man Sie erreicht. Sagen Sie innerhalb der Firma niemals, wofür Sie eigentlich zuständig sind und tun Sie immer sehr beschäftigt. So wird man Sie in Ruhe lassen.
6. Wenn Sie über den Luxus einer Sekretärin (oder eines Sekretärs) verfügen, sagen Sie ihr oder ihm, dass Sie
auf keinen Fall gestört werden möchten. Von niemandem. Und dass Termine nur nach einem Vorlauf von mindestens drei Wochen vergeben werden. Die Stille wird himmlisch sein.
7. Seien Sie niemals da. Sie sind ja eh schon auf diesen ganzen Veranstaltungen. Da kann Sie ja sowieso keiner erreichen, denn Ihr Handy ist selbstverständlich ausgeschaltet. Eine Mailbox haben Sie nicht. Sonst müssten Sie ja zurückrufen. Und das machen Sie sowieso nie. Wenn niemand Sie jemals erreicht, kann auch keiner hässliche Fragen stellen.
Sie werden sehen: Ihre Firma kennt keiner. Auch nach Jahren nicht.
Was? Den kennen Sie noch nicht? Den König der Presseverhinderer? Dabei ist der noch nicht einmal einzigartig. Stellen wir uns einmal vor, wir seien Journalist. Gut, vielleicht fällt das manchem schwer, vor allem dem, der schon unsere zahlreichen Tipps
Aufgenommen: Sep 13, 15:13