Wer bei trigami profitiert? trigami... und eigentlich nur trigami
Kunden beauftragen Blogger mit dem Schreiben von Blog-Einträgen über Produkte und Dienstleistungen, die jeweils in redaktioneller Freiheit und klar gekennzeichnet veröffentlicht werden.
So beschreibt trigami selbst, was trigami eigentlich macht.
Man könnte auch sagen: Zum Zweck der Suchmaschinenoptimierung werden Textlinks mit themenrelevantem Content verziert.
Ein wirklich geiles Konzept.
Aus diesem Grund habe ich den Besserwerberblog vor ca. 3 Monaten bei trigami angemeldet.
Seither haben wir 19 Angebote erhalten, die ich allesamt ablehnte.
Warum?
Dafür gibt es mehrere Gründe, die erstmal rein garnichts mit der Redlichkeit eventueller Auftraggeber, mit steuerlichen Gesichtspunkten oder den Honoraren (auf den ersten Blick) zu tun haben.
Auch für mich wäre es zumindest vorstellbar, mir für 52,50 Euro 150 Wörter aus dem Ärmel zu schütteln um dann z.B. einen Beitrag mit dem Textlink “Bett” zu veröffentlichen.
Wir alle waren mal jung und/oder brauchten das Geld.
Insofern sind Aussagen wie jene vom Werbeblogger Patrick Breitenbach wohl allenfalls ein Ausdruck maßloser Selbstüberschätzung.
Die Leute, die Trigami-Posts (bezahlte Blogeinträge) schreiben, fliegen umgehend von meiner Feedliste.
Was mich bislang wirklich davon abhielt einen trigami-Post zu veröffentlichen war vielmehr und zuerst die von trigami geforderte Einleitung:
Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.
Der Hinweis darauf, dass es sich um einen bezahlten Eintrag handelt, mag o.k. sein, wenngleich mich immer das Gefühl beschleichen würde, ich erkläre meine Leser für irgendwie lernbehindert, wenn ich innerhalb eines Marketing-Blogs darauf aufmerksam mache, dass ich Marketing betreibe.
Dass ich aber den Vermittler, eben trigami, nennen und sogar verlinken soll, geht mir dann doch nicht so richtig in den Sinn. Oder hat irgendjemand in letzter Zeit mal einen Werbespot im TV gesehen, in dem die buchende Agentur vorweg genannt wurde?
Im Kundeninteresse und im Sinne der Suchmaschinenoptimierung kann es eigentlich auch nicht sein, wenn der jeweils erste Link - dass überhaupt ein Link im gebuchten Posting - an trigami geht. Zumal mehr oder weniger jeder SEO bestätigen wird, das die Wertigkeit einer URL mit einem einzelnen Link deutlich höher ist, als eben die einer Seite mit zwei oder mehr ausgehenden Links.
Dabei sei mal dahingestellt, dass Blogs i.d.R. über die Sidebar deutlich mehr ausgehende Links in den einzelnen URLs produzieren.
Als Kunde von trigami würde ich also zumindest auf ein NoFollow’-Attribut für den trigami-Link bestehen. Ansonsten: trigami profitiert, der Kunde erst an zweiter Stelle.
Und wenn es nicht schon dieser einleitende Satz gewesen wäre, der mich vom Posting für trigami abgehalten hätte, dann wäre es halt doch das Honorar gewesen.
Nachdem ich mich marketing-blog.biz bei trigami angemeldet hatte, suchte ich auf der trigami-Seite nach einem Hinweis darauf, über welchen Zeitraum hinweg ich das Posting stehen lassen muß.
Nachdem ich zunächst in den FAQ´s keine Information dazu fand, schrieb ich den trigami-Support an und erhielt auch direkt Auskunft. “Für immer!”
Grund genug mal nachzurechnen: Ich schreibe also 150 Wörter für 52,50 Euro. So weit, so gut.
Da dieser Blog noch einige Jahre weiterbestehen soll – ich plane mal großzügig mindestens 10 Jahre ein – verkaufe ich also ein bisschen Content, samt mindestens zweier Links (zu trigami und zum Kunden) für einen monatlichen Ertrag von etwa 22 Cent vor Steuer, Inflationsrate und pro Link. Großartig!
22 Cent! Binde ich, wie in mancher Auftragsausschreibung gewünscht noch Bilder ein, begrüße über die Zeit echte Besucher auf der URL, lasse tagtäglich jede Menge Spider und Bots drüberrauschen, dann könnten, je nachdem mit welchem Provider ich zu welchen Bedingungen arbeite, die Traffickosten tatsächlich die trigami-Einnahmen übersteigen.
Und spätestens an dieser Stelle würd ich mich irgendwie ziemlich gefickt fühlen.
Dabei wäre die Grundidee hinter trigami ein wirklich spannendes Konzept.
Profitabel – für alle – wird es aber erst dann, wenn Posting und Texlinks getrennt voneinander und auf Mietbasis honoriert werden (z.B. 52,50 für das Posting und im schlechtesten Fall – sprich: für das unterirdischste Blog überhaupt - 5 Euro monatlich pro hartem Link). Darüber hinaus sollte für alle Beteiligten die Möglichkeit bestehen, die Zusammenarbeit aufzukündigen und das Posting zu löschen. (Und sei es nur um das Herz des Herrn Breitenbach zu erweichen)
Ansonsten: trigami proifitiert, der Blogger zahlt drauf.


Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt
Remo Uherek:
Lieber FrankVielen Dank für dieses ausführliche Posting über trigami.
Als erstes finde ich es schade, dass Du den grössten Teil der Argumentation auf SEO stützt. SEO ist nicht der Grund, warum es trigami gibt. Wir sind an Gesprächen (frei nach dem Motto "Märkte sind Gespräche") interessiert. Wir haben Kunden, die nur an Linkbuying interessiert waren, auch schon abgelehnt, denn wir (und sicherlich auch die Blogger) werden nicht gerne als SEO-Werkzeug missbraucht.
Deswegen ist es auch wichtig festzuhalten, dass Kunden die Linktexte nicht vorgeben können. Vorgegebene Linktexte verletzen die redaktionelle Freiheit und werden von uns nicht toleriert. D.h. einen Link mit dem Linktext "Bett" wurde nie von unseren Bloggern verlangt. Ich entschuldige mich für dieses Missverständnis, denn die Darstellung im Briefing kann tatsächlich missverständlich sein ("Bett" ist der Titel des Produktes, der Titel hat aber nichts mit dem Linktext zu tun) - dies müssen wir verbessern.
Es gibt zwei Gründe, warum wir in der Kennzeichnung auf trigami verlinken. Erstens führt der Link zu unserer Informationsseite und zweitens wird trigami durch diesen Link bekannter, was zu mehr Aufträgen und mehr Bloggern führt und somit im Interesse aller Beteiligten sein sollte. Bei Google-Anzeigen wird ja auch prominent auf Google hingewiesen und auf Google verlinkt. Ausserdem: Jeder Blogger bzw. Kunde, der sich über einen solchen Link in der Kennzeichnung anmeldet, bringt dem verweisenden Blogger unsere Affiliate-Prämie. D.h. wir beteiligen jeden aktiven Blogger am Erfolg der Verlinkung. Das ist doch fair, oder?
Im übrigen hat auch die Kennzeichnung für uns nichts mit SEO zu tun. Es wäre durchaus denkbar, die Links auf trigami mit einem nofollow-Attribut zu versehen.
Vielen Dank für die Idee bezüglich Verbesserung unseres Geschäfsmodells (Trennung von Fix- und Monatskomponente). Wir haben auch schon über solche Modelle nachgedacht und Dein Vorschlag wäre tatsächlich eine Option, die wir näher betrachten sollten.
Viele Grüsse
Remo
Nils:
Jeder Blogger bzw. Kunde, der sich über einen solchen Link in der Kennzeichnung anmeldet, bringt dem verweisenden Blogger unsere Affiliate-Prämie.Aber die Affiliate-ID ist aus der Kennzeichnung raus...oder macht ihr das jetzt über den Referrer..?
Remo Uherek:
Hallo NilsJa, unser Tracking funktioniert unter anderem auch auf Basis der Referer-URLs. Soweit ich mich erinnere, war es aber nicht Absicht, die Ref-IDs zu entfernen. Die müssen wohl bei einem der letzten Updates vergessen gegangen sein. Ich werde abklären, was da die Hintergründe sind.
Gruss, Remo
D.C. Wartenberger:
Sehr interessanter Beitrag der genau zu einem Thema passt, mit dem ich mich gerade eingehend auseinander setze.Es geht hier auch um einen Service aber auf einer anderen Basis, der, so denke ich zumindestens für den Kunden und für den Servicebetreiber wesentlich weniger "Ah das ist ja Werbung" Effekt hätte.
Werde interessiert hier weiter lesen.
D.C. Wartenberger
F. Reinthaler:
Hier werden wir mit den alten Problem der Berichterstattung kontra Werbung konfrontiert. Ist objektiver Journalismus wirklich 100% machbar, ist er nicht oft Gegensätzlich zu den Richtlinien des Mediums und Global gesehen, wie hoch ist der Preis jedes einzelnen.Gruss aus Brünn
Franz
ritchie:
Einen "harten Link" im "unterirdischsten Blog überhaupt" mit 5 Euro zu beziffern zeugt von wenig Kenntnis der SEO-Szene, sorryDie Argumentation mit dem ersten Link zu trigami träfe auch nur bei templates zu, in denen kein einziger externer Link vor dem Beitrag steht. Ebenso schwindlig wie der Vergleich mit der Fernsehwerbung... da trifft Remos Analogie zum Google-Link auf Google Ads schon viel eher zu.
Frank:
@richie: Es liegt aber im Ermessen des Kunden, ob er auf einem unterirrdischen Blog gepostet werden möchte. Eine Linkmiete von 5 Euro ist innerhalb eines thematisch passenden Contents nun wirklich nicht zuviel verlangt. Und erst aber dieser Größenordnung wird es profitabel.skuub:
Ich hatte mir auch schon Gedanken zu dem Thema gemacht:Remo hat sich damals auch dazu geäußert. Macht er meiner Meinung nach übrigens sehr gut, da er immer sehr sachlich auf die Kritik (?) eingeht.
Trigami zwingt ja keinen einen Artikel zu schreiben. Vielleicht sollte man eher Aktionen bei Trigami selber buchen
href="http://skuub.de/bezahltes-bloggen-gleich-themenrelevante-verlinkung/
Jan:
Wenn man dann nach nem zeitraum X keinen Bock auf den eigenen Blog hat, dann macht man den Platt und was dann? Kommen die Kunden von Trigami bei einem an und fordern das Geld zurück, weil es auf Ewigkeit veröffentlicht werden sollte. Ohne zeitbeschränkung oder Mindestveröffentlichungsdauer wird das ganze net gehen ...unnikuttan:
ich mag dennoch trigami. verstehe nicht die abhlehnung bei Dir.Jorge:
Die Idee ist einfach gut, und bietet eine wirkliche Alternative zu den immer schwächer werdenden Google-Einnahmen. Betrachte es einfach mal aus einem anderen Blickwinkel:Ich schreibe einen Artikel mit meinen eigenen Worten. Das mache ich eh, um mit meinem Blog Geld zu verdienen. Wenn ich aber einen Artikel geschrieben habe, dann habe ich noch kein Geld verdient - erst dann, wenn G oder andere Sumas vorbeigekommen sind, und meinen Artikel gut listen. Mit dem Anbieter bekommst Du aber eine Vergütung, ohne das die Sumas da waren. Wenn Du gut schreibst und einen guten Blog hast, dann wird auch dieser Artikel hoch gehandelt - was wiederum Einnahmen für Dich bringt.
Mal davon ganz abgesehen, bezahlst Du eigentlich die Leute hier, die einen Kommentar zu Deinen Beiträgen abliefern? Du profetierst doch auch von denen, denn "Content ist King" (ich kriege übrigens das Kotzen bei dieser Floskel).
Also betrachte das mal mit anderem Auge, und Du wirst sehen, dass ist gar niht so schlimm.
Dolores:
Also ich persönlich finde, dass Trigami im Allgemeinen eine gute Sache ist. Leute, die Blogger ablehnen, welche dort gegen Honorar Werbung veröffentlichen kann ich nicht verstehen. Es ist doch jedem selbst überlassen, was er mit seiner Zeit anstellt und wieviel er sich dafür bezahlen lässtunni:
trigami ist aber eine gute möglichkeit sehr viel geld nebenbei zu verdienen.Frank:
Sehr viel Geld ist natürlich Ansichtssache. Du hast aber insofern Recht, als das ich schon immer die These vertrete, dass man von Leuten, von den man eigentlich gar nichts hält, das Geld am allerliebsten nehmen sollte. Denn schließlich kann man selbst garantiert besseres damit anfangen.Ich gebe allerdings zu bedenken, dass wir hier im Besserwerberblog Herrn Remo Uherek und sein Trigami als einen unzuverlässigen Geschäftspartner kennengelernt haben.
Fazit: Wir würden jederzeit Geld von Trigami nehmen. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass der Aufwand, um es schließlich auch von Trigami zu erhalten, in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.
Simon:
selten so einen schlechten Artikel gelesen!Das Rechenbeispiel mit den 22 Cent ist doch der totale Witz. Du schreibst ja nicht nur einmal einen Artikel, sondern regelmäßig. Ich habe bisher mit Trigami sicher über 2000€ verdient und wenn ich meine arbeitstzeit mit ca. 50 Stunden damit vergleiche (50 Stunden für 2000€!), dann muss man wohl sagen, dass das ein wirklich lohnenswertes Geschäft ist. 40€ pro Stunde! Brutto natürlich
Außerdem bekommt man auch die Testprodukte zur Verfügung gestellt, die oftmals wirklich sehr nützlich sind.
Und wer den Preisvorschlag annimmt, ist sowieso selber Schuld
Kann mich über Trigami wirklich nicht beschweren!
Frank:
Nun, Simon. Wie du sicher bemerkt hast, ist dieser Artikel nicht mehr so ganz frisch.Er schreit geradezu nach einem Update.
Darf ich mich hierfür auf Trigami-Reviews in deinem Blog beziehen. Ich würde allzu gerne herausfinden, ob diese Einträge ihr Geld wert waren...
Ich habe da einige grundsätzliche Zweifel an der Wirksamkeit von Trigami-Kampagnen. Aber: Schaun mer mal...
lifesoundsreal:
Gibt es das Update zu dem Artikel schon?Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert.