Die Lösung konnte unmöglich so einfach sein.
Fritz Binhack lehnte sich zurück und ließ den Bleistift zwischen zwei Fingern hin- und herfedern. Dann beugte er sich wieder über den Schreibtisch. „Zwei vor, eins zurück“, murmelte er. Da stand das Ergebnis, schwarz auf weiß. Jetzt kam es nur noch darauf an, die Idee in die Tat umzusetzen und zu beweisen, dass es funktionieren würde. Natürlich war es längst möglich, einem Stahlrohr für die Lenksäulen oder Antriebswellen von Autos eine Außenverzahnung zu verpassen. Aber nicht in dieser Präzision. Cha-Cha-Cha, zwei vor, eins zurück – in solch einem Takt musste das Werkzeug fahren. Nicht einfach innehalten, sondern noch einmal Luft holen, als hätte die Maschine Schluckauf. Die genaue Wegstrecke der Rückwärtsbewegung, die nötige Geschwindigkeit und die optimale Krafteinwirkung würde er bei unzähligen Versuchen schon noch herausfinden. Jetzt ging eserst mal ums Prinzip.
Binhack legte seinen Bleistift parallel zum Papier mit den Zeichnungen und Formeln, die er notiert hatte. Es war nicht das erste Mal, dass er gerade dann, wenn sein Kopf sich mit nichts Bestimmtem beschäftigte, auf die Lösung eines Problems stieß. Gerade dann, wenn das Gehirn im Leerlauf entspannte, meistens in den ruhigen Abendstunden zu Hause oder während des Urlaubs. Seine Frau kannte den Gesichtsausdruck, der sich in solchen Momenten einstellte, die Augen, die glasig in die Ferne wanderten, den abwesenden Zug um den Mund. Jetzt aber gähnte Binhack ausgiebig. Tagwerk erledigt, dachte er sich und machte sich auf in Richtung Badezimmer. Heute würde er seine Theorie ohnehin nicht mehr belegen können.
Das Patent (Trailer) Das Patent (2)