Freitag, 18. Januar 2008
09:05
Nur für Presseverhinderer: 7 Tipps für den Presseversand
Als aktiver Presseverhinderer sind Sie ja jetzt schon geübt. Ärgerlicherweise verlangt aber Ihre Firma von Ihnen, dass Sie aktiv Pressearbeit betreiben. Wir verraten Ihnen hier, wie Sie wirkungsvoll verhindern, dass man dennoch über Sie berichtet.
Dass Sie Ihre Pressemitteilungen per e-mail versenden, ist ausnahmsweise mal eine gute Idee. Es finden sich zwar auch noch Journalisten, die Post oder Fax bevorzugen, aber so viele sind das gar nicht mehr...
1. Tipp: Absender
Wählen Sie einen möglichst wenig vertrauenerweckenden Absender, der außerdem nichts, aber auch gar nichts darüber verrät, um wen es sich handeln könnte, am besten Ihre private e-mail-Adresse. Mit Kleine_Maus@hotmail.com können Sie eigentlich nichts falsch machen. So überwinden Sie spielend alle SPAM-Filter.
2. Tipp: Headline
Die Headline ist entscheidend für Profi-Presseverhinderer. Am besten schreiben Sie etwas richtig Spannendes. Wie "Pressenewsletter 1/08". Da weiß dann jeder sofort, worum es geht. Verraten Sie bloß nichts über den Inhalt Ihrer Meldung. Sonst liest das noch jemand.
3. Tipp: Teaser
Schreiben Sie in den ersten Absatz Ihrer Meldung möglichst viel Allgemeines über Ihre Firma. Vermeiden Sie Aktuelles und vor allem den Anlass Ihrer Meldung. Sie werden damit sehr erfolgreich sein.
4. Tipp: Textlänge und Links
Verfassen Sie einen langen Text ohne jegliche Gliederung und hängen ihn in möglichst vielen beliebigen Dateiformaten an Ihre e-mail. Vermeiden Sie auf jeden Fall, dass der selbe Text auf der Homepage Ihrer Firma zu finden ist und auch zum Download zur Verfügung steht. Verlinken Sie nicht auf diesen Text, falls er doch zu finden sein sollte. Benutzen Sie auf gar keinen Fall Presseportale wie zum Beispiel OpenPR. Die Gefahr, dass jemand Ihren Text dort findet, ist viel zu groß. Schicken Sie sicherheitshalber das Ganze zusätzlich noch per Fax und Post.
5. Tipp: Dateianhänge
Beglücken Sie die Welt mit Dateien. Groß sollten sie sein und vielfältig. Für Texte eignen sich exotische Formate oder auch das pdf. Das macht es Journalisten ganz einfach, den Text zu übernehmen. Die paar Textumbrüche machen ja gar nichts. Hochaufgelöste Bilder sind toll. Als TIFF. Verwenden Sie drei ähnliche Motive im praktischen DIN A 4-Format. Dann kommen Sie garantiert auf den Titel.
6. Tipp: Verteiler
e-mails versenden ist ja ganz leicht. Denken Sie beim Versand deshalb auch an Pontius und Pilatus. Die lesen Ihre Pressetexte auch so richtig gern. Zeigen Sie allen, an wen Sie die Nachricht noch versandt haben. Das schafft Respekt. Verteilen Sie bitte nicht zielgerichtet. Ihre Informationen will doch einfach jeder haben.
7. Tipp: Ansprechpartner
Bitte vermeiden Sie es, Ihre wichtigen Pressemeldungen durch die Daten des Ansprechpartners zu verunzieren. In der Meldung steht ja schon alles drin. Wer da noch Fragen hat, ist eh zu blöd, um zu verstehen, was Sie wollen. Verstecken Sie auch sorgfältig die Kontaktdaten auf Ihrer Homepage. Sonst stört noch jemand Ihren Büroschlaf.
Sie sehen: auch mit e-mails kann man prima zum Presseverhinderer werden. Mit etwas Übung schaffen Sie das auch.
Dass Sie Ihre Pressemitteilungen per e-mail versenden, ist ausnahmsweise mal eine gute Idee. Es finden sich zwar auch noch Journalisten, die Post oder Fax bevorzugen, aber so viele sind das gar nicht mehr...
1. Tipp: Absender
Wählen Sie einen möglichst wenig vertrauenerweckenden Absender, der außerdem nichts, aber auch gar nichts darüber verrät, um wen es sich handeln könnte, am besten Ihre private e-mail-Adresse. Mit Kleine_Maus@hotmail.com können Sie eigentlich nichts falsch machen. So überwinden Sie spielend alle SPAM-Filter.
2. Tipp: Headline
Die Headline ist entscheidend für Profi-Presseverhinderer. Am besten schreiben Sie etwas richtig Spannendes. Wie "Pressenewsletter 1/08". Da weiß dann jeder sofort, worum es geht. Verraten Sie bloß nichts über den Inhalt Ihrer Meldung. Sonst liest das noch jemand.
3. Tipp: Teaser
Schreiben Sie in den ersten Absatz Ihrer Meldung möglichst viel Allgemeines über Ihre Firma. Vermeiden Sie Aktuelles und vor allem den Anlass Ihrer Meldung. Sie werden damit sehr erfolgreich sein.
4. Tipp: Textlänge und Links
Verfassen Sie einen langen Text ohne jegliche Gliederung und hängen ihn in möglichst vielen beliebigen Dateiformaten an Ihre e-mail. Vermeiden Sie auf jeden Fall, dass der selbe Text auf der Homepage Ihrer Firma zu finden ist und auch zum Download zur Verfügung steht. Verlinken Sie nicht auf diesen Text, falls er doch zu finden sein sollte. Benutzen Sie auf gar keinen Fall Presseportale wie zum Beispiel OpenPR. Die Gefahr, dass jemand Ihren Text dort findet, ist viel zu groß. Schicken Sie sicherheitshalber das Ganze zusätzlich noch per Fax und Post.
5. Tipp: Dateianhänge
Beglücken Sie die Welt mit Dateien. Groß sollten sie sein und vielfältig. Für Texte eignen sich exotische Formate oder auch das pdf. Das macht es Journalisten ganz einfach, den Text zu übernehmen. Die paar Textumbrüche machen ja gar nichts. Hochaufgelöste Bilder sind toll. Als TIFF. Verwenden Sie drei ähnliche Motive im praktischen DIN A 4-Format. Dann kommen Sie garantiert auf den Titel.
6. Tipp: Verteiler
e-mails versenden ist ja ganz leicht. Denken Sie beim Versand deshalb auch an Pontius und Pilatus. Die lesen Ihre Pressetexte auch so richtig gern. Zeigen Sie allen, an wen Sie die Nachricht noch versandt haben. Das schafft Respekt. Verteilen Sie bitte nicht zielgerichtet. Ihre Informationen will doch einfach jeder haben.
7. Tipp: Ansprechpartner
Bitte vermeiden Sie es, Ihre wichtigen Pressemeldungen durch die Daten des Ansprechpartners zu verunzieren. In der Meldung steht ja schon alles drin. Wer da noch Fragen hat, ist eh zu blöd, um zu verstehen, was Sie wollen. Verstecken Sie auch sorgfältig die Kontaktdaten auf Ihrer Homepage. Sonst stört noch jemand Ihren Büroschlaf.
Sie sehen: auch mit e-mails kann man prima zum Presseverhinderer werden. Mit etwas Übung schaffen Sie das auch.
Geschrieben von Frauke Weber in Public Relations
10 Kommentare - 0 Trackbacks
Tags für diesen Artikel: journalist, newsletter, pressetext, presseverhinderer, presseversand, Public Relations


Kommentare
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Heike Scholz:
Hallo Frau Weber, als jemand, die beide Seiten kennt, kann ich nur sagen, dass Ihre Ratschläge von vielen beherzigt werden.Wenn mir Pressemeldungen zugeschickt werden, bei denen ich beim besten Willen nicht erkennen kann, warum um Himmels Willen ich diese bekomme, frage ich manchmal nach dem Grund. Eine dann sehr beliebte Antwort: "Wir haben Sie vor einiger Zeit in unseren Presseverteiler aufgenommen." Aha, na dann...das ist natürlich ein trifftiger Grund.
PR-Päpstin:
Wieso, das sind doch nur professionelle Presseverhinderer. Die machen doch ihren Job ganz prima.Christian:
Wohl wahr. Gerade mit Absender und Headline dürfte so mancher untergehen, da viel zu viele PMs so unprofessionell verschickt werden, dass sie einfach durch jeden Filter fallen. In meinem Account schaffen es einige geschickte Spammer zur Zeit immer wieder den Filter zu überlisten (und das mit dem größten Müll), während valide Pressemeldungen drin hängen bleiben...Jörg:
Ich hatte heute auch einen tollen Fall für aggressive Presseverhinderung. Im Presseportal einer angesehen Uhrenmarke, zu dem ich heute Zugang bekam, wurden alle Presskits ausschließlich in Großbuchstaben gedruckt zur Verfügung gestellt (als PDFs). Da frage ich mich allesn Ernstes was ich damit anfangen soll. Seitenweise den Text doch wieder mühsam abschreiben und so in die gebräuchliche Groß-Klein-Schreibung konvertieren? Nein - danke. Es gäbe genügend Stoff für meine Uhrenseite, aber so lasse ich die Finger davon. Es warten noch genügend andere Pressemitteilungen auf mich, die ich nicht erst komplett überarbeiten muss.Grüßle vom Bodensee
Jörg
PR-Päpstin:
Ich wusste es, die Profis sind überall. Aber ich gestehe: diesen tollen Trick kannte ich noch nicht. Muss ich mir merken!Der Unwissende:
Auch wenn ich nicht in einer PR-Abteilung sitze würde mich dennoch interessieren: Was genau ist denn das Problem an PDFs?Man kann Texte doch ganz einfach rauskopieren oder benutzt einen PDF-to-DOC-Converter.
Einen Pressetext ausschließlich in Großbuchstaben zu verfassen ist sicherlich suboptimal, das sehe ich ein. Aber hier hilft ein SHIFT + F3 (in Word - Openoffice hat sicherlich ähnliches zu bieten) und der markierte Text besteht nun wenigstens nur noch aus Kleinbuchstaben. Dürfte schneller gehen als alles abzutippen.
Gruß
Der Unwissende
PR-Päpstin:
Hallo Unwissender!Kann man alles machen. Nur, wer wenig Zeit hat oder diese tollen Tricks nicht kennt, wird all dies eben nicht tun. Und damit hab ich die aktuelle Meldung für den Müll produziert. Und mich eventuell bei vielen Empfängern in den Mülleiner katapultiert, weil denen dann meine Infos nicht gefallen. Nutzen? Null.
Deshalb immer nach dem Motto handeln: so wenig Umstände machen wie möglich. Das erhöht die Chancen.
Viel Erfolg wünscht
die PR-Päpstin
Jörg:
Witzig: Der Pressebereich der Marke ist inzwischen überarbeitet und ... es gibt nun auch normale Pressemitteilungen. Sie sind versteckt, aber immerhin sind sie da.Merke: Presseverhinderer sind in (Ausnahme)Fällen lernfähig!
Sonnige Grüße vom Bodensee
Jörg
PR-Päpstin:
... echt Jörg, was mach ich denn, wenn die aussterben???Jörg:
Vielleicht bleibt es ja eine Ausnahme.Kommentar schreiben