Montag, 29. August 2005
Laut einer aktuellen Studie des Gesamtverbands der Werbeartikel-Wirtschaft (GWW) sind Werbeartikel im Vergleich zu Print- und TV-Werbung am besten akzeptiert: "Nur" 21 Prozent der Befragten empfinden Werbeartikel als störend; dieser Wert liegt damit unter den anderen Werbeformen wie Print- oder TV-Werbung. Moment mal. NUR? Es scheint für die Werbe-Macher da draußen ein unumstößlicher Fakt zu sein, dass die Menschen von Werbung genervt sind. Die Idee, dass man es besser machen könnte, kommt gar nicht erst auf. Wenn immerhin jeder Fünfte (!!) sich denkt: "Nicht schon wieder...", dann gilt das schon als ein herausragender Erfolg. Also, meine Kriterien sind da etwas anders... Die Werbebranche ist doch eigentlich eine kreative Branche. Reicht diese Kreativität nicht einmal für Werbung aus, die NICHT nervt? Das Bild, dass diese Studie zeichnet, ist aus meiner Sicht ziemlich verheerend. Zum Glück kann ich aus eigener Praxis sagen, dass es nicht auf alle Werber zutrifft. Ich muss aber zugeben, dass mich die Situation ein wenig an ein kleines Dorf in Gallien erinnert...
Donnerstag, 25. August 2005
Man kann wie immer über alles trefflich streiten, aber muss das sein: Parteien zur Wahl? In was für Zeiten leben wir? Sind das die Reste des Reichspropagandaministeriums, die es politischen Interessensverbänden gestatten, zu offiziell werbefreien Zeiten Werbung für sich zu machen. Ist das nötig? Ist das Werbung?
Wenn, wie gestern um 23.45h, G. Westerwelle sagt, er wolle keinen Spot zeigen, sondern Argumente liefern. (Völlig OK, Aldi wirbt auch nicht, Aldi informiert.) Dass er sich dabei eines typischen ARD-Nachrichten Interview-Looks bedient, wird leider keinen Anwalt dazu bringen, mal genauer ins UWG zu schauen. Is ja einfach gut zu wissen für den Fall, dass er an die Regierungsverantwortung kommt. Vielleicht gilt dann ja: Quod licet Iovi non licet bovi.
Ich bin gespannt.
Bitte machen auch Sie mit. Kommentieren Sie den Werbewahlkampf. Finden Sie das gut? Richtig?
Und, wenn Sie haben: Senden Sie uns die Zeiten der Spots mit Parteienangaben, denn gerade von den sogenannten Kleinen sind wahre Perlen zu entdecken.
Danke.
(Insbesondere an den 2. Senat des BVerfG, der dafür sorgte, dass dies alles schnell vorbei geht)
Freitag, 19. August 2005
Online-Marketing - das unbekannte Wesen? So scheint es jedenfalls immer wieder, wenn man sich die (soweit überhaupt vorhanden) Marketing-Aktivitäten von Unternehmen im Internet anschaut. Sicher sind auch im klassischen Direktmarketing nicht alle Marketing-Aktionen einwandfrei, aber gerade online werden immer wieder auch die grundlegendsten Dinge übersehen. Um hier ein wenig für Abhilfe zu sorgen, gibt es auf der Web-Site http://www.web-lions.de/ ein E-Book zum Thema Online-Marketing, das die Grundlagen erläutert. Das kostenlose E-Book "Die drei Säulen des Online-Marketings" steht hier zum Download bereit: http://www.web-lions.de/e-books/online-marketing.php
Gehen wir mal davon aus, dass jede Werbung getestet wurde und wird. Wenn der Umsatz gut ist, ist die Werbung gut. Warum ruft man dann nach Kreativität bzw. innovativen Ideen?
Bref, Oxidingens, die neuen Reinigungsprodukte warten sogar mit Clementines, Frau Sommer und Frl. Tillys auf, diesmal als namenlose Männer gewandet, die vor Regalen oder in Laboren Muttern zeigen, wie es gemacht wird - und sich dabei der gleichen, überzeugenden, fairen und objektiven Kamera”technik” bedienen. Glaubwürdigkeit de luxe.
Was ist das für ein Land, wo die Öffentlich-Rechtlichen, das sind die mit dem Bildungsauftrag und Meinungsvielfalt und so, nur noch Gleiches parallel senden (Papst), während die Privaten mit modifizierten Sendungmitdermaus-Geschichtchen aufwarten (wenn man nicht gerade via Telekommunikation mit dem Fernseher Kontakt aufnehmen soll, um beispielsweise Rechnungen zu lösen, für die man sich schon in der dritten Klasse zu schade war, Kleider zu kaufen, die man vor zwei Wochen dem Arbeiter-Samariter-Bund gab, oder den Mist zu hören, den die Karten “ganz deutlich sagen”)?
Ein Land, in dem Volksverhetzung zurecht strafbar ist - und auch die Anstiftung dazu. Bei Volksverdummung leider nicht.
(Andererseits: Liegt Volksverdummung vor? Oder ist das Volk so .... schließlich wurde ja alles getestet...)
Es ist nicht kreativ, nicht innovativ und keine Kunst, dumme Menschen für dumm zu verkaufen. Aber es scheint sich zu rechnen. Wenn dem aber so ist, warum dann der Schrei nach mehr Kreativität? Um aus noch mehr Niederungen mehr Umsatz zu generieren? Wie weit darf Marketing gehen? Wo beginnt die Menschenverachtung?
Bei Benetton haben sich alle aufgeregt. Aber dass der Unterschied zwischen Amöbe und homo sapiens nur noch für Experten erkennbar scheint, scheint niemanden zu stören … Hm, vielleicht liegt es daran, dass es einem (Verantwortlichen) erstmal auffallen muss….
Ich möchte intellektuell nicht weiter beleidigt werden! Hört auf damit. Oder ich sag’s Brüssel …. ätsch
Donnerstag, 18. August 2005
Zum Glück gab’s vor Jahren einen großen Börsen-Crash, denn dadurch gab‘s weniger Analysten, also Menschen, die mir nachher sagen können, warum das, was sie vorher glaubten, nicht eintraf. Dumm nur, dass es jetzt Wahlen gibt, denn nun kann die "Polit-Mafo" den gleichen Mist verzapfen.
Die Demoskopen wussten VORHER, dass die Äußerungen diverser Politiker der CDU/CSU schaden würden. JETZT heißt es, sie hätten es nicht getan und die Herren Demoskopen wurden nicht müde zu betonen, dass das ja überraschend sei. (Wer gibt ihnen das Recht, Ihre Kaffeeleserei als das Maß aller Dinge anzusehen?)
Und wohl weil die Wähler nicht mehr den Erwartungen der Dumpfheit entsprechen, werden sie nun euphorisch als mündig gefeiert (was ebenso weder der Wahrheit entspricht noch als Hinweis auf ausgereifte Hirnleistung der Demag ... Desmoskopen gesehen werden kann. Entschuldigung, Herr Kant. Verzeihung, Herr Hegel ...). Es gäbe einen Sachwahlkampf, keinen Personenwahlkampf, denn die Werte der Spitzenkandidaten verhielten sich gegenläufig zu den Werten ihrer Parteien. (Signómi, Aristoteles' ...)
Nun, man könnte auch meinen, dass er OK aussieht, aber sein Team halt einfach nervt, während sie noch um 2 h morgens weit unterhalb aller Attraktivitätsgrenzen vegetiert, ihr Team es wahrscheinlich auch nicht besser macht, das aber mit mehr Konsequenz und das ist ja schon mal was. Aber so was ist das ja billig, plump und das reicht ja, wenn die Form nicht gefällt…. Außerdem kriegt man für so was keinen Auftritt in den Tagesthemen …
“Aus unseren Umfragen wissen wir …” - das klingt schon besser, ach wenn sich dahinter nicht viel mehr verbirgt, als wenn der phantasielose und entscheidungsunfähige Product Manager seine Frau und Vorzimmerdame (Personalunion möglich, nicht nötig) samt Kind und Kegel zu den letzten Vorschlägen der Agentur befragt. Das heißt dann “Mafo”. Auch so Menschen, die vorher wissen, was nicht funktioniert, weshalb rund 90% der Produkte, die es auf dem Markt schaffen, sich dort nicht halten.
Und deshalb, "Brutto-Netto"-Angie, wirst du noch kürzer am Ruder bleiben als “ein Stück weit”-Gerd.
Dienstag, 16. August 2005
Jeden Monat aufs Neue trudelt der Beratungsbrief der Call-Center-Experts in meinem Email-Account ein. Jeden Monat erhoffe ich mir Mehrwert und praktischen Nutzen.
Und in diesem Monat erhalte ich die totale und volle Beratungsdröhnung vom Call-Center-Guru und Herausgeber Günter Greff:
"El Viejo macht Wahlkampf - nur für Insider" vollständig lesen
Samstag, 13. August 2005
Wer hat eigentlich Schuld an den ganzen schlechten Web-Sites da draußen? Gerade bei kleineren Unternehmen ist die Homepage oftmals eine Katastrophe - aber auch Konzerne fabrizieren häufig einen Bockmist, dass man den Eindruck bekommt, der neue Marketing-Praktikant hat die Projektleitung übernommen. Generell kann man schlechte Web-Sites in zwei Kategorien einteilen: Die "Schüler-Homepage" und die "Grafiker-Homepage".
"Der Feind in meinem Web" vollständig lesen
Freitag, 12. August 2005
forbes.com berichtet aktuell über besonders schlaue Zeitgenossen beim Massachusetts Institute of Technology (MIT) die z.Zt. einen sog. "Jerk-O-Meter". entwickeln
Der Jerk-O-Meter analysiert Stimmlage und Sprachmuster eines Telefonierenden, um auf dieser Grundlage das Eingehen auf den Gesprächspartner oder das Gespräch zu erfassen.
Lässt die Aufmerksamkeit des Sprechers zu sehr nach, gibts einen Hinweis "Don't be a jerk!". Liegt das "Engagement" hingegen bei nahezu 100 Prozent, wird der Telefonierende als "smooth Talker" gelobt.
Besonderes Potential für diese gnadenreiche Erfindung sieht man in der Telemarketingbranche.
Ich bin zuversichtlich, dass das Jerk-O-Meter schon in Kürze fester Bestandteil des Call-Monitoring in deutschen Call-Centern sein wird.
Bored on the Phone? Beware Jerk-O-Meter
Mittwoch, 10. August 2005
Sind Sie Verantwortlicher fürs Dialogmarketing? Verheiratet, Kinder, respektiert, beliebt und einfach glücklich? Super, dann machen Sie weiter so. Sie müssen hier nicht weiter lesen ....
"Ab in die Disco!" vollständig lesen
Bleiben Sie locker. Wer so was sagt, ist nur frustriert. Also, keine Panik. Aber ein paar Gedanken sollten Sie sich schon machen, wenn Sie das hören:
Worauf haben Sie geachtet, als Sie Ihren Partner kennen gelernt haben?
Trug er immer dasselbe?
Sagte er Ihnen immer dasselbe?
Warum haben Sie sich überhaupt für ihn entschieden?
Das Äußerliche war es wohl nicht – nur. Natürlich war es Ihnen wichtig, schließlich wollten Sie sich ja auch voller Stolz mit ihm/ihr sehen lassen, aber er/sie sollte ja auch Charakter haben, was Besonderes, nicht immer die gleiche Litanei von sich geben (außer Sätze wie "Ich liebe dich.", "Nur du.", "Ach, du bist mein ***", die man immer wieder gerne hört – aber selbst die werden irgendwann zur unglaubwürdigen Floskel.)
Sie wollten doch – und wollen es noch heute – angenehm überrascht werden. Und wenn nicht, schauen Sie sich um, denn, und das wissen Sie ja auch, die anderen sind auch nicht wirklich schlechter. Warum also nichts Neues probieren? Klar, das ist ein gewisses Risiko, hat aber auch seinen Reiz.
Zum Beispiel, dass Ihr Kunde sich von Ihnen nicht trennt, sondern Ihnen und Ihrer Marke treu bleibt. Das geht aber nur durch Anpassung und Veränderung ohne Aufgabe seines Grundcharakters (Markenkern).
Denn ob Sie es mögen oder nicht: So sind sie, die Kunden von heute. Emanzipiert. Unabhängig. Und die Unternehmen? Viele erkennen Ihre Abhängigkeit nicht wirklich und agieren wie Patriarchen. Sie gehen nur von sich aus, von Wunschdenken, verwechseln Starrsinn mit Tradition, und wundern sich eines Morgens, dass sie statt der gebügelten Kleidung für den nächsten Tag die gepackten Koffer für den nächsten Lebensabschnitt vorfinden. Das kann jeden treffen.
Manchmal ist es unvermeidlich, manchmal ist es sogar super, aber halt nicht immer. Und mit Hesses "Abschiedszauber" kriegen Sie Ihre Bilanz auch nicht gerettet. Zudem hat man es als Patriarch heutzutage schwer, jemanden Neues zu finden. Außer, man bezahlt dafür, geliebt zu werden. Und irgendwann ist man pleite. Aber wer liebt schon Versager?
Conclusio:
Seien Sie nicht blöd: Nicht Geiz ist geil - das ist nur billig - Reiz ist geil. Verlieren Sie Ihren nicht. Es ist das Einzige, was Sie haben, um andere für sich zu begeistern. Jetzt. Für immer.
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Kommentare
So, 30.11.2008 00:07
Weil Autoren von Krisen-Ratgebern in Krisenfreien Zeiten wieder anständige Bücher schreiben können.
Fr, 28.11.2008 15:28
Scholz & Friends Berlin zeigt Mohamed ElBaradei in der aktuellen F.A.Z.-Kampagne so transparen [...]
Do, 27.11.2008 18:46
Na wenn schon, dann Château Pétrus
Do, 27.11.2008 10:25
Na dann legt mal los, Jungs. Bin gespannt auf eure Beiträge
Mi, 26.11.2008 17:51
Find ich super, tolle Idee
Mi, 26.11.2008 13:54
Hmm... also diejenigen, die da die Kampagne umsetzen wollen, sind sicherlich eher Agnostiker [...]
Mi, 26.11.2008 10:40
Dynamische Landing Pages mit optivo® broadmail kreieren -Personalisierte Web-Informationen [...]
Mi, 26.11.2008 10:33
Wie kommst du darauf? Welche Basis hat dein Pessimismus? Dass du inzwischen nicht mehr son [...]
Mi, 26.11.2008 08:39
Die Wirtschaftskrise ist ueberall und wird ,glaube ich alles in den kommenden Jahren bestimmen.
Di, 25.11.2008 17:47
Jetzt ist mein präfrontaler Cortex ganz gelb geworden!