Dienstag, 9. August 2005
Sehr geehrte Herrfrau Schulzemüllermeier,
gewiss fragen Sie sich, warum wir Ihnen heute schreiben? Der Grund ist ganz einfach: Wir möchten, dass Sie mehr vom Leben haben.
Mit unserer innovativen Dienstleistung sind Sie ab sofort in der Lage, mehr aus jedem Tag zu machen. Es ist so, als ob Sie weniger, dafür intensiver schlafen, so dass Sie mit mehr Kraft, mehr Elan und einfach mehr Freude jede einzelne Minute erleben.
"Ein An- zum Abschreiben*" vollständig lesen
Montag, 8. August 2005
Pings, Trackbacks, RSS-Feeds, Vernetzungsgedanken und Kladderadatsch...
Am 27.Juli 2005 suchte ich mittels eines kleinen Beitrags auf openbc Mitstreiter für das Projekt marketing-blog.biz. Nur eine Woche später war das Blog am Start.
Ralf Siegfried hat nächtelang rumexperimentiert und programmiert, Heiko Walkenhorst schreibt sowieso schneller als der Teufel denken und der liebe Gott lenken kann, Lena Deymann kreierte quasi auf Zuruf ein Logo und ich ... - na ja, ich habe die Rechnung vom Provider bezahlt.
Über 2000 Seitenabrufe am ersten Tag (gegrüßt sei an dieser Stelle insbesondere der Inhaber der .gr-Domain), viele persönliche Mails und nette Kommentare z.B. beim PR-Blogger Klaus Eck, sind natürlich Wasser auf unsere Mühlen. Käme jetzt Mal Sondock (lebt der noch?) um die Ecke, ich würde ihm sagen: "Diese Platte wird ein Hit und ich grüße meine Oma (nicht mehr in der Zone, sondern jetzt) in Griechenland."
Wenn da nicht die Pings, Trackbacks und der andere Kladderadatsch wären.
Aber das kriegen wir sicher auch noch in den Griff.
Zum Abschluss eine Bitte an Heike (noch)F.: Schreib uns die Spiesser-Story!
So in der Art von Schlöndorf / Wilder
Heike, how did you do it?
Freitag, 5. August 2005
Es ist ungleich schwieriger einem KMU-Geschäftsführer einen Präsentationstermin abzuringen, als einer dementen alten Frau am Telefon die Teilnahme an einer Lotto-Tippgemeinschaft aufzuschwatzen. So zumindest für eine ganze Reihe von Callcenter-Betreibern und deren Subs - rhetorisch und moralisch.
Nun hat Vater Staat vor einiger Zeit mit der Neufassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) einen wichtigen Schritt hin zu mehr Präsentationsterminen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen und weniger Beschiss im Durchwahlblock betreuter Wohnstätten unternommen.
Sogleich fanden sich findige Weiterhinbescheisser, teils motiviert durch das allzu laute Gezeter des DDV (Abermillionen - wenn nicht gar mehr - Arbeitsplätze fallen weg), und völlig enthemmt ob der rosarosigen Aussichten, die sich da woanders boten...
Zwar gibts auch weiterhin jede Menge innerdeutsche "Hallo-Sie-haben-schon-gewonnen"-Anrufe (wer hat schon den Nerv Gesetzestexte und DDV-Pamphlete zu wälzen, wenn er mit Verwirrten am Telefon kämpfen und den Überblick über den eigenen Telefonleitfaden halten muß), mittlerweile zeichnen sich jedoch revolutionäre und komplett haftungsfreie Lösungen zur Überwindung der deutschen B-to-C-Outbound-Krise ab:
"Olá, é Blumenau, Brazil, kanne ich sprechen mit cara Senhora, por causa de LOTTO."
Donnerstag, 4. August 2005
Dazu muss ja mal nichts mehr sagen, oder? Henkel. International positioniert. Prima. Ob der Claim nach innen wirkt? Nun, das wird irgend jemand wissen, den man aber grad nicht fragen kann, weil er im Urlaub ist. Statt dessen wird die Phrasenmaschine ein Fax generieren, auf dem in etwa zu lesen sein dürfte, dass eine hohe Verständlichkeit Voraussetzung war und diese auch festgestellt wurde sowohl bei den Leuten vor Ort, als auch vor allem bei denen, die bald ihren Job haben werden, wenngleich bei Letzteren gestützt durch die Anwesenheit einer Spezialeinheit des Politbüros. (Nein, das stünde natürlich nicht im Fax. Das steht nur hier - EXKLUSIV!)
"A brand like a what?" vollständig lesen
Was immer “Marketing” ist, es ist nicht mehr das, was es mal war.
Von “ Responsible Marketing” hatten wir es hier schon, das früher mal “Social Marketing” hieß, aber erstens blicke ich das sowieso nicht und nenne freimütig jeden, der das tut, wahlweise einen Lügner oder Schwätzer, aber ist letztlich auch egal, denn das ist ja nur eine weitere Stilblüte des Pissnelkenbouquets.
"Todesursache: Verbalaktionismus" vollständig lesen
Mittwoch, 3. August 2005
Deutschland ist mal wieder ganz weit vorne. Und hoffentlich geht es weiter. Endlich wird es wieder Spaß machen, die Öffentlich-Rechtlichen zu gucken, denn sie werden „retro“. Bloß keine Schleichwerbung, also schön Isoband über alle Markennamen, so dass wir Zuschauer endlich wieder denken dürfen beim Glotzen. Liegt da Nivea am Waschbecken oder bebe? Trinkt man Krombacher oder Warsteiner? Hach, das wird so spannend wie damals, als man Wetten darauf abschließen konnte, ob Berger ne Sprechrolle hat („Stefan …“), oder er nur stumm die Tür zu Derricks Büro aufmacht.
Und natürlich ist das ein neues Problem, das es noch nie gab. Klar. Unvergessen ist für mich eine Folge aus „Ein Fall für Zwei“ von vor gefühlten hundert Jahren, als Matulla stilecht im Alfa einen Zeugen fragte, ob er das Auto habe erkennen können, das mitten in der Nacht davon gebraust sei. „Ja,“ sagte jener, „es war ein dunkelgrüner Subaru.“ Ein was? Den Namen schomma gehört, wahrscheinlich aus dem Werbeblock, aber wie so ein Ding aussieht …? Matulla hat Schwein gehabt, einen Autofetischisten verhört zu haben, denn das floss gewiss kein Geld… Niemals.
Natürlich will man kein (unbezahltes  product placement. Andererseits wäre radio und Fernsehen angeblich bei einem werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk 1,50 Euro teurer. Hm, warum macht man es dann nicht so, dass man mehr product placement zulässt. Dann würd‘s billiger. Oder war das jetzt zu logisch für öffentlich-rechtliche Bedenkenträger?
„Responsible Marketing" - hach, wir Werber. Wenn wir keinen englischen Begriff finden, wissen wir nicht, was verkaufen. Naja, wir müssen ja auch von was leben. Früher waren es ja mal Ideen, die uns besonders gemacht haben. Heute machen wir nichts Besonderes mehr. Wir sind genau so ein Me-too geworden. Und sogar das Denken scheinen wir verloren zu haben.
Bier für den Regenwald, Wasser für Äthiopien, Zähneputzen für Brasilien, Schokoladenverzehr für Schulen in Afrika, mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein ….
Wer glaubt das? Und wie responsible ist es, den eigenen Kunden für seine Spende verantwortlich zu machen und zahlen zu lassen? Irgendwann kapiert es auch der letzte Konsument, dass das alles nur ne Farce ist. Und warum 20 Cent mehr für etwas bezahlen, das 1 Cent spenden will? Kaufe ich die günstigere Paste und spende vom Gesparten die Hälfte, was zwar keiner macht, trotzdem: Es wäre ein Plus von 1000%!
Damit wäre allen mehr gedient. Außer dem Werber, der einen neuen Angliszismus braucht, um von seiner Ideenlosigkeit abzulenken. Shit Happens …
Dies also ist der erste Beitrag in diesem neuen Blog. Vor dem Sonnenaufgang erstellt, soll er ein zartes Pflänzchen sein, das auf einem wüsten Acker wächst.
Mögen die Götter der Zielfindung und des Teamwork uns dazu verhelfen, das nach diesem noch viele Beitrage geschrieben werden, und somit ein ordentliches Getrommel sich erhebt.
In diesem Sinne
Guten Morgen
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Kommentare
Sa, 11.10.2008 16:58
Aber leider nur für Neukunden.
Fr, 10.10.2008 18:16
Oh Frauke, wie ich das kenne! Manchmal habe ich sogar das Gefühl, es würde immer schlimmer. [...]
Fr, 10.10.2008 15:59
oder die ganze kohle auf ein sicheres tagesgeld-konto, z.B. bei Cortal Consors. da gibts 5%! [...]
Fr, 10.10.2008 14:21
hab nie behauptet, es sei lustig oder gut. du bist nicht blöd.
Fr, 10.10.2008 14:18
äh... wasn daran jetzt witzig (oder sonstwie gut)? Oder bin ich blöd?
Mi, 08.10.2008 22:57
Oh Mann, sieht das Haus steil aus. Gott sei Dan gibts noch kreative Köpfe. Lg Berni
Mi, 08.10.2008 20:07
Vielen Dank Frank! Ist heute angekommen. Sehr geil auch die Karten, hat mich gefreut. Persö [...]
Mi, 08.10.2008 20:05
Heute war bei mir großes Auspacken. Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass das Unboxing im [...]
Mi, 08.10.2008 17:36
Ich bin froh, dass es Künstler in unserer Welt gibt, die u.a. mit solchen Aktionen uns anderen [...]
Mi, 08.10.2008 10:31
Wow, 2. Platz, sehr schön!