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Warum sagen die Deutschen immer …

... „Keine Zeit“? Das war die Frage eines ägyptischen Ladenbesitzers auf der „High Street“ in Hurghada an mich, den urlaubenden und daher erwartungslosen Touristen. Jedenfalls hatte ich keine solch philosophische Frage auf offener Straße erwartet. Eine Antwort hatte ich keine, gegeben habe ich auch keine. Dennoch saß ich fünf Minuten später in einem kleinen Laden, in dem alkoholfreies Naturparfüm (was es alles gibt!) verkauft wird, und bekam einen Malventee serviert vom „Bruder“ des Besitzers. Der Ansatz war ja ganz originell. Als aber aus der Lage meines naheliegenden Hotels abgeleitet wurde, dass ich ja Nachbar sei und Nachbarn sich gegenseitig unterstützen müssten, wurde mir die Masche doch etwas zu hardselling mäßig und verließ den Laden ohne Parfüm. Dummerweise vergaß ich die angebrachte Gegenfrage danach, wie oft die Masche zieht.

Money for nothing

... and chicks for free, aber in Zeiten der Vögelgrippe ... wie dem auch sei: Deutschland hat mal wieder gezeigt, worum es geht: Zertifikate, Papier, irgendwie was Offizielles. Können reicht dem Michel nicht, schwarz auf weiß muss er es besitzen. Das, so glauben zumindest die Jungs und Mädels vom BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft, ja, so etwas gibt es, aber warum auch nicht, schließlich gibt es ja auch den Verein - samt Fachzeitschrift: "Pfarrer & PC"), die jedenfalls glauben, meinen bzw. wünschen sich, dass ohne ihr Zertifikat für Suchmaschinenoptimierung gar nichts geht.

In ihrer Presseerklärung finden sie auch tatsächlich ein paar Gründe für das Zertifikat. Auf ihrer Website hingegen fand ich tausende dagegen:
- Erstprüfung (Durchsicht des Fragebogens + erstes Feedback): 500,00 EUR einmalig (Nicht-Mitglieder: 750,00 EUR)
- Detailprüfung (genaue Nachweisprüfung + Teilnahme an einem Zertifizierungsmeeting) : 1.500,00 EUR einmalig (Nicht-BVDW-Mitglieder: 2.000,00 EUR)
Führungskosten
Für die Verwaltung, Vermarktung und die jährliche Überprüfung der zertifizierten Agenturen werden pro Jahr zusätzlich 750,00 EUR berechnet (Nicht-Mitglieder: 1.000,00 EUR).

Das lässt sich bestimmt noch optimieren ... ;-)

Eine kleine doppelläufige, großkalibrige Argumentationshilfe gegen alle, die auf dem „emotionalen Ohr“ taub zu sein scheinen.

Lesen. Nutzen. Abdrücken. Und genießen.

Die WEST LB hat einen Research in Auftrag gegeben, „Beyond Behavioral Finance. Hab ich auf OpenBC entdeckt. Da ist Argumentations-Munition drin bis das der Letzte nachdenklich wird. Da steht, wissenschaftlich fundamentiert und zudem auch ziemlich zementiert alles drin, was ich versuche in meinen 10 + 1 Marketinggeboten zu verdeutlichen. Die Ratio bringt dich, mich und uns alle nicht wirklich weiter. Nur zu einem verschwindend keinen Teil. Die Emotion ist da schon ein ganz anderes Kaliber.

Die rationalen Fundamentalisten werden auch diese Herleitung einfach abtun mit dem Satz: “Das kann man so nicht sagen!“

Die emotionalen Fundamentalisten werden diese Herleitung einfach nutzen mit dem Satz: „Hab es nicht schon immer gefühlt!“

Ich sage nur, die Luft für die Rationalisten wird zusehend dünner und dünner. Die Zeit wird kommen und da sind die alle mit ihren Herleitungen, Ableitungen und Überleitungen am Ende, weil nämlich nichts mehr geht. Die Summe der toten Branchen, Marken und Produkte ist dann nicht mehr zu übersehen.

Nur 1 % aller Spirituosen die im laufe eines Jahres in den Markt eingeführt werden, überleben die ersten 12 Monate. Liebe Schlauberger, Analysten, Namensagenturen und sonstige BWLer - Wahrsager, dass ist eine bescheidene, jämmerliche Quote. Und 99% der Budgets mit dem Kopf voraus in den Sand gesetzt. Macht mal weiter alles richtig.

Die Luft wird dünner. 5 Millionen Arbeitslose. Aber, 10 Millionen ungenutzte Idee schlummern mit dem guten Bauchgefühl vor sich hin, die Zeit wird kommen. Geduld. Den Visionslosen und völlig ohne Vorstellungskraft ausgestatten „Superhirnen“ will aber auch gar nicht mehr gelingen. Außer Billiger, Kosten runter und Absahnen. Die sind wie Piraten auf einem sinkenden Schiff, die versuchen so viel mit zunehmen wie es nur geht. Machen sich die Taschen voll.

Das Geld fehlt zwar an allen Ecken und Enden. Aber eine Hand voll guter Ideen, holt das wieder im nu auf. Wäre ja nicht das erste mal.

Und dann wird man die mit dem guten Bauchgefühl suchen, die mutigen, wie den teuren Trüffel im Piemont. Und wir werden da sein. Und eine Idee nach der anderen zum Besten geben. Und die Schlauberger werden sagen: „Ist nicht logisch funktioniert aber!“

Und wir werden wieder oben und vorne auf der Welle des Erfolges abreiten. Ich bin mir da so sicher wie das Amen in der Kirche.

Werbung - vielleicht nicht gut, aber doch ausgezeichnet

Auf die Frage: "Was ist gute Werbung?" wird ja gerne kolportiert, dass sie unterhalten oder informieren oder beides und vielleicht noch viel mehr müsse. Nun, das kann ja jeder halten, wie er will, ich halte es mit David O.: "Was nicht verkauft, ist nicht kreativ."

Aber so halte ich es, nicht so die TV-Spielfim. Die lässt darüber abstimmen. Geschmack? Die Masse gibt den Ausschlag. (Und manchmal kriegt man den auch, wenn man die Preisträger sieht (aber ich habe ja kein Foto von mir online hier ;-))

Also, zum 15. Mal vergab vor wenigen Stunden die Fernsehzeitschrift ihren "Edgar", den Preis der Leser - immerhin vor rund 600 Gästen (vor sechs Jahren waren wir keine 200). Wie dem auch sei: Hübsch fand ich vor allem diesen Teil der Meldung
in der Kategorie bester TV-Spot 2005 gewann die Media-Agentur GFMO.OMD mit der Kampagne «Martini Bianco» für das Unternehmen Bacardi.
Aha, Media-Agenturen gewinnen Werbepreise. Toll!
Silber sicherte sich die Media Markt und Saturn Gruppe mit der Kampagne «Oliver Pocher» aus den Köpfen der Kreativ-Agentur Kemper-Trautmann. Bronze ging an «Regenwald» der Kreativ-Agentur Lowe Hamburg für die Chiquita Banana Company.

Zur besten Print-Anzeigenkampagne 2005 wurde «Arbeits-Rechtsschutz» der Agentur Butter für die ARAG Versicherungsgruppe gewählt. Auf den Plätzen folgten die «Triumph Amourette» der Agentur Die Crew für den Kunden Inter-Triumph Marketing vor dem Baumarkt Hornbach, der bei der Heimat Werbeagentur die Kampagne «Sie werden wachsen» in Auftrag gegeben hatte.

Miese Zähne + krumme Beine = 47 000 000 €

Im Presseportal fand sich heute diese Nachricht:
Ronaldinho ist der Fußballer mit dem weltweit höchsten Markenwert

In einer Markenbewertungsstudie von internationalen Top-Playern führt der Brasilianer und zweifache Weltfußballer des Jahres, Ronaldinho, gefolgt von den Briten David Beckham und Wayne Rooney das Top-20-Ranking an. Die Erhebung basiert auf der von BBDO Consulting entwickelten Methodik zur Evaluation von Markenwerten (BEVA)
.

Leider ist sie nicht gerade überraschend, inspirierend oder gar faszinierend. Ganz im Gegensatz zu diesem Film:


Ronaldinho Just Too Good - The funniest home videos are here

Für 2 Frauen

Robert Basic, der PR-Blogger, reine Formsache und so mehr oder weniger die gesamte Blogosphäre schreibt sich am Thema Transparency-International vs. Moni die Finger wund...
Und was macht der Besserwerberblog?
Wir schenken Moni und Ihrer Freundin (virtuell halt, und nicht von Fleurop sondern von photocase ) ein paar Blümchen und drücken fest die Daumen.
Udo Vetter wirds schon richten...


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