Freitag, 31. März 2006
... „Keine Zeit“? Das war die Frage eines ägyptischen Ladenbesitzers auf der „High Street“ in Hurghada an mich, den urlaubenden und daher erwartungslosen Touristen. Jedenfalls hatte ich keine solch philosophische Frage auf offener Straße erwartet. Eine Antwort hatte ich keine, gegeben habe ich auch keine. Dennoch saß ich fünf Minuten später in einem kleinen Laden, in dem alkoholfreies Naturparfüm (was es alles gibt!) verkauft wird, und bekam einen Malventee serviert vom „Bruder“ des Besitzers. Der Ansatz war ja ganz originell. Als aber aus der Lage meines naheliegenden Hotels abgeleitet wurde, dass ich ja Nachbar sei und Nachbarn sich gegenseitig unterstützen müssten, wurde mir die Masche doch etwas zu hardselling mäßig und verließ den Laden ohne Parfüm. Dummerweise vergaß ich die angebrachte Gegenfrage danach, wie oft die Masche zieht.
... and chicks for free, aber in Zeiten der Vögelgrippe ... wie dem auch sei: Deutschland hat mal wieder gezeigt, worum es geht: Zertifikate, Papier, irgendwie was Offizielles. Können reicht dem Michel nicht, schwarz auf weiß muss er es besitzen. Das, so glauben zumindest die Jungs und Mädels vom BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft, ja, so etwas gibt es, aber warum auch nicht, schließlich gibt es ja auch den Verein - samt Fachzeitschrift: "Pfarrer & PC"), die jedenfalls glauben, meinen bzw. wünschen sich, dass ohne ihr Zertifikat für Suchmaschinenoptimierung gar nichts geht.
In ihrer Presseerklärung finden sie auch tatsächlich ein paar Gründe für das Zertifikat. Auf ihrer Website hingegen fand ich tausende dagegen:
- Erstprüfung (Durchsicht des Fragebogens + erstes Feedback): 500,00 EUR einmalig (Nicht-Mitglieder: 750,00 EUR)
- Detailprüfung (genaue Nachweisprüfung + Teilnahme an einem Zertifizierungsmeeting) : 1.500,00 EUR einmalig (Nicht-BVDW-Mitglieder: 2.000,00 EUR)
Führungskosten
Für die Verwaltung, Vermarktung und die jährliche Überprüfung der zertifizierten Agenturen werden pro Jahr zusätzlich 750,00 EUR berechnet (Nicht-Mitglieder: 1.000,00 EUR).
Das lässt sich bestimmt noch optimieren ...
Lesen. Nutzen. Abdrücken. Und genießen.
Die WEST LB hat einen Research in Auftrag gegeben, „ Beyond Behavioral Finance. Hab ich auf OpenBC entdeckt. Da ist Argumentations-Munition drin bis das der Letzte nachdenklich wird. Da steht, wissenschaftlich fundamentiert und zudem auch ziemlich zementiert alles drin, was ich versuche in meinen 10 + 1 Marketinggeboten zu verdeutlichen. Die Ratio bringt dich, mich und uns alle nicht wirklich weiter. Nur zu einem verschwindend keinen Teil. Die Emotion ist da schon ein ganz anderes Kaliber.
Die rationalen Fundamentalisten werden auch diese Herleitung einfach abtun mit dem Satz: “Das kann man so nicht sagen!“
Die emotionalen Fundamentalisten werden diese Herleitung einfach nutzen mit dem Satz: „Hab es nicht schon immer gefühlt!“
Ich sage nur, die Luft für die Rationalisten wird zusehend dünner und dünner. Die Zeit wird kommen und da sind die alle mit ihren Herleitungen, Ableitungen und Überleitungen am Ende, weil nämlich nichts mehr geht. Die Summe der toten Branchen, Marken und Produkte ist dann nicht mehr zu übersehen.
Nur 1 % aller Spirituosen die im laufe eines Jahres in den Markt eingeführt werden, überleben die ersten 12 Monate. Liebe Schlauberger, Analysten, Namensagenturen und sonstige BWLer - Wahrsager, dass ist eine bescheidene, jämmerliche Quote. Und 99% der Budgets mit dem Kopf voraus in den Sand gesetzt. Macht mal weiter alles richtig.
Die Luft wird dünner. 5 Millionen Arbeitslose. Aber, 10 Millionen ungenutzte Idee schlummern mit dem guten Bauchgefühl vor sich hin, die Zeit wird kommen. Geduld. Den Visionslosen und völlig ohne Vorstellungskraft ausgestatten „Superhirnen“ will aber auch gar nicht mehr gelingen. Außer Billiger, Kosten runter und Absahnen. Die sind wie Piraten auf einem sinkenden Schiff, die versuchen so viel mit zunehmen wie es nur geht. Machen sich die Taschen voll.
Das Geld fehlt zwar an allen Ecken und Enden. Aber eine Hand voll guter Ideen, holt das wieder im nu auf. Wäre ja nicht das erste mal.
Und dann wird man die mit dem guten Bauchgefühl suchen, die mutigen, wie den teuren Trüffel im Piemont. Und wir werden da sein. Und eine Idee nach der anderen zum Besten geben. Und die Schlauberger werden sagen: „Ist nicht logisch funktioniert aber!“
Und wir werden wieder oben und vorne auf der Welle des Erfolges abreiten. Ich bin mir da so sicher wie das Amen in der Kirche.
Donnerstag, 30. März 2006
Auf die Frage: "Was ist gute Werbung?" wird ja gerne kolportiert, dass sie unterhalten oder informieren oder beides und vielleicht noch viel mehr müsse. Nun, das kann ja jeder halten, wie er will, ich halte es mit David O.: "Was nicht verkauft, ist nicht kreativ."
Aber so halte ich es, nicht so die TV-Spielfim. Die lässt darüber abstimmen. Geschmack? Die Masse gibt den Ausschlag. (Und manchmal kriegt man den auch, wenn man die Preisträger sieht (aber ich habe ja kein Foto von mir online hier  )
Also, zum 15. Mal vergab vor wenigen Stunden die Fernsehzeitschrift ihren "Edgar", den Preis der Leser - immerhin vor rund 600 Gästen (vor sechs Jahren waren wir keine 200). Wie dem auch sei: Hübsch fand ich vor allem diesen Teil der Meldungin der Kategorie bester TV-Spot 2005 gewann die Media-Agentur GFMO.OMD mit der Kampagne «Martini Bianco» für das Unternehmen Bacardi. Aha, Media-Agenturen gewinnen Werbepreise. Toll! Silber sicherte sich die Media Markt und Saturn Gruppe mit der Kampagne «Oliver Pocher» aus den Köpfen der Kreativ-Agentur Kemper-Trautmann. Bronze ging an «Regenwald» der Kreativ-Agentur Lowe Hamburg für die Chiquita Banana Company.
Zur besten Print-Anzeigenkampagne 2005 wurde «Arbeits-Rechtsschutz» der Agentur Butter für die ARAG Versicherungsgruppe gewählt. Auf den Plätzen folgten die «Triumph Amourette» der Agentur Die Crew für den Kunden Inter-Triumph Marketing vor dem Baumarkt Hornbach, der bei der Heimat Werbeagentur die Kampagne «Sie werden wachsen» in Auftrag gegeben hatte.
Im Presseportal fand sich heute diese Nachricht: Ronaldinho ist der Fußballer mit dem weltweit höchsten Markenwert
In einer Markenbewertungsstudie von internationalen Top-Playern führt der Brasilianer und zweifache Weltfußballer des Jahres, Ronaldinho, gefolgt von den Briten David Beckham und Wayne Rooney das Top-20-Ranking an. Die Erhebung basiert auf der von BBDO Consulting entwickelten Methodik zur Evaluation von Markenwerten (BEVA).
Leider ist sie nicht gerade überraschend, inspirierend oder gar faszinierend. Ganz im Gegensatz zu diesem Film:
Ronaldinho Just Too Good - The funniest home videos are here
Mittwoch, 29. März 2006
Robert Basic, Gerold Braun, der PR-Blogger, reine Formsache und so mehr oder weniger die gesamte Blogosphäre schreibt sich am Thema Transparency-International vs. Moni die Finger wund...
Und was macht der Besserwerberblog?
Wir schenken Moni und Ihrer Freundin (virtuell halt, und nicht von Fleurop sondern von photocase ) ein paar Blümchen und drücken fest die Daumen.
Udo Vetter wirds schon richten...
Die Medizin nutzt längst den Placeboeffekt. Denn was heilt, hat Recht. Nachweislich steckt in homöopathischen Medikamenten nichts Wirksames, aber ebenso nachweislich funktioniert es. Die Schulmedizin macht sich diese Tatsachen längst zunutze. Der Marketing-Welt nicht. Die rechnet immer noch an Erfolgsformeln herum. Lässt alles testen. Zieht Statistiken zu Rate. Der unbedingte Wille, nichts falsch zu machen und immer das Richtige zu tun, lässt das wirksamste Mittel der Kommunikation im Regen stehen. Und dann sind da noch die Besserwisser, die mit Logik an alles heran gehen. Die wollen alles richtig machen. Und berufen sich auf Berge von Zahlen, Daten und Fakten. Auch die lassen das beste Instrument der Kommunikation im Koffer. Die Emotion, benötigt nichts außer sich selbst. Die Kraft und Wirkung, die von ihr ausgelöst wird, erreicht und erzielt alles im Handumdrehen mit einer spielerischen Leichtigkeit. Die Emotion kann alles, was die Ratio nicht hin bekommt. Darum treffen gute Ideen immer die Emotion und lösen das aus, was wir wollen. Wenn sich alle darum bemühen, Wissen zu vermitteln, hat der Glaube schon längst Märkte versetzt. Nicht logisch, funktioniert aber.
PDF Download: Die 10 + 1 Gebote des Werbegotts
Natürlich wissen wir, dass der PageRank nicht wirklich was aussagt (auf die Technik kommt es schliesslich an  ), aber schön wär es dann doch, wenn man so auf sich schauen könnte und sähe: Da baumelt was, dass grösser ist als bei den meisten anderen.
Und weil man natürlich stetig bemüht ist nicht nur die Technik sondern auch die - ach sagen wir mal - fundamentalen Werte ins rechte Licht zu setzen, wurde in der Vergangenheit auch immer mal wieder zu einer Art Vakuumpumpe gegriffen. Die Wirkung? Wahrscheinlich wie im richtigen Leben...
Nun aber hat das S-O-S Seo Blog das ultimative PageRank-Tool (vergleichbar mit nem Spiegelzimmer) aufgetan auf dem man sich aus 78 verschiedenen Perspektiven bewundern kann.
Ist das geil?
Dienstag, 28. März 2006
Jeder Job, jeder Pitch, jeder Kunde, jedes Projekt ist eine Chance dass du besser wirst. Im selben Glas Wein, kann sehr schlechter sein. Oder sehr guter. Also, nutze jede sich dir bietende Gelegenheit um deine Qualitäten zu verdichten. Heul nicht rum weil es zu wenig Geld gibt, oder zu wenig Zeit. Das Briefing misst ist und dich keiner versteht. Sondern begreife jeden Job immer wieder als neue Chance dass du besser wirst. Zu dem was dir vorstrebt. Der Job, der Kunde und alle anderen sind nicht deine Gegner, oder tun nicht so als ob sie dich nicht verstehe. Nutze sie wie Eisschollen über einen Fluss, über die du läufst zu deinem Ziel. Stecke dir hohe Ziele und begreife, dass nur die Verdichtung der Qualitäten dir überhaupt die Chance ermöglichen, an einem Ziel an zu kommen. Wer nicht mal dass tut, kann nirgendwo ankommen. Die meisten in der Werbung klagen und beklagen sich rund um die Uhr. Wie dumm und dämlich alle sind. Das ist dumm. Jeder junge Musiker nutzt jeden Gig der sich ihm bietet um voran zu kommen. Jeder Autor jedes Buch. Jeder Fußballer jedes Spiel. Nur die Anwesenheit eines imaginären Gegners gibt dem ganzen überhaupt einen Sinn, der Gegner ist nicht das Publikum, der Leser oder der Zuschauer, der Gegner ist die Überwindung und das ständige verlangen selbst besser und besser zu werden. Die wenigsten haben das begriffen. Deshalb sind die wenigen, die es verstanden haben auch um so vieles besser als alle anderen. Du bis nicht Deutschland, Du bist dein größter Fan. Du bist Deine größte Aufgabe, Herausforderung und auch Dein stärkster Gegner. In China, verhält es ich beim Shiatsu (Druckmassage) so, dass der Therapeut sich nach der Behandlung beim zu therapierenden Bedankt. Weil er nur durch ihn weiter gekommen ist.
PDF Download: Die 10 + 1 Gebote des Werbegotts
Montag, 27. März 2006
Die einen nennen es trojanisches Pferd, die anderen nennen es Involvement -Strategie. Gemeint ist das Selbe. Man nimmt sich einen wirklich durch und durch relevanten Kundennutzen. Entdeckt dazu das passende Involvement. Somit bekommt der Kundennutzen einen Träger für die Botschaft. Und das ganze versieht man mit dem passenden Absender. Der mit dieser Botschaft eindeutig in Verbindung gebracht werden will. Das ist wie ein Brief. Der Umschlag ist das Involvement. Der Brief darin die Botschaft. Und der Absender ist wohl allen klar, steht ja drauf. Die Botschaft erhält man also nur mit dem Umschlag - dem Involvement. Die Krieger nur im bauch des Trojanischen Pferd. Man muss nur rein lassen. Wie den Brief ins Haus. Das Involvement sollte aber Positiv sein. Oder Positiv und andersartig. Das Involvement ist wie ein Enzym. Ohne das ein Vitamin nicht an die richtige Stelle im Körper gelangen würde. Es transportiert den Nutzen zum richtigen Ort. So argumentiert die moderne Geisteswissenschaft. Nicht ich. Ich mach mir das nur zu Eigen. Vorsicht: nackte Frauen sind zwar ein großes Involvement, aber die fehlende Anbindung an denn relevanten Kundennutzen, macht leider nur Geil und bewirkt in die gewünschte Richtung nichts. Somit ist auch widerlegt das Sex verkauft. Außer Pornos. Kinder und Tiere, sind zwar auch schön, aber wenn es keine Verbindung zum Kundennutzen gibt, kann auch keine Werbewirkung erfolgen. So einfach wie es klingt es denn doch nicht. Denn die wenigsten fühlen dem Nutzen so auf den Zahn, dass der wie aus Stein gemeißelt vor ihnen steht. Und das entdecken, eines fabelhaften Involvements, ist dann doch nur einigen wenigen wirklich kreativen Köpfen vorbehalten. Wäre ja auch schlimm, wenn das jeder könnte. Es gibt ja auch nicht nur tolle Weine, Fußballer oder Schauspieler. That´s life.
PDF Download: Die 10 + 1 Gebote des Werbegotts
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Kommentare
Do, 08.05.2008 21:33
Ich glaube es nicht. Auf französisch hat es mit Salz zu tun. Man sagt 'mettre son grain de sel [...]
Do, 08.05.2008 16:09
Meine Bitte, Bitte Dankt Babs, Weil Babs Sich Ziemlich Zottellich Macht, Das Sie ....BL Ne: [...]
Do, 08.05.2008 14:46
Wofür steht eigentlich MBBDBWBSZZMDSBL ?
Do, 08.05.2008 11:54
Na da schließe ich mich natürlich an und gratuliere den Macherinnen des Bewerberblogs ganz fein.
Do, 08.05.2008 11:34
Beim Marketing-Blog gibt es den genialen Archetyp des Presseverhinderers. Der Presseverhindere [...]
Di, 06.05.2008 21:10
Glückwunsch und .... Gude Laune mit dem Schokobrunnen
Di, 06.05.2008 21:09
… 6 ztalP fua hci nib ßiew hci leivoS :SP .nenniweg uz esierP eretiew iebad se tbig hcil [...]
Di, 06.05.2008 14:25
Ein verdienter Sieg wie ich finde. Herzlichen Glückwunsch!
Fr, 02.05.2008 17:51
Sehr richtig - wenn sich diese Erkenntnis bloss mal allgemein durchsetzen würde....
Fr, 02.05.2008 14:09
Bedauerlicherweise ist die Pointe dieses Spots leider nicht mehr ganz frisch. http://youtub [...]
Fr, 02.05.2008 14:08
nicht auf jeden fall
Mi, 30.04.2008 15:11
Hallo, ich würde gerne nebenbei als telefonsexluder arbeiten da mir und meinem mann seit n [...]
Mi, 30.04.2008 11:13
Der Bedarf nach einer betriebswirtschaftlich verwertbaren Erfolgskontrolle und Effizienzanalys [...]
Di, 29.04.2008 14:36
nicht war, ist doch morgen... oder?
Di, 29.04.2008 10:02
Ich suche noch einen Telefonsex Nebenjob ohne Cam.Möchte aber nicht unter 25 Cent verdienen .W [...]
Di, 29.04.2008 08:48
Schaut mal in Artrium vorbei! Da geht´s ab. artrium.myminicity.com
Di, 29.04.2008 08:43
Morgen? Ist heute.
Di, 29.04.2008 02:49
und morgen, was ist mit morgen? denkt niemand mehr an morgen?
Mo, 28.04.2008 15:19
Gestern war einmalig - das stimmt.
Mo, 28.04.2008 15:17
Gestern ist aber auch einmalig.