Samstag, 31. März 2007
Nein, nein, nein. Keine Sorge. Es handelt sich nicht um einen vorgezogenen Aprilscherz. Was wollen wir als Besserwerber-Blog mit kruden Neologismen, die weder Tradition noch Emotion besitzen? Unser Ding ist das nicht, aber eine nette Spielerei isses allemal, was da Spiegel Online anbietet - interessant, als was er diese Anwendung in der Überschrift und wie in der letzten Zeile bezeichnet ...
Wie funktioniert eigentlich Dialogmarketing in Blogs?
Die Frage könnte man stellen, wenn mir denn nach langen Erklärungen für das nachfolgende Posting zumute wäre.
Aber hey, wir sind der Besser werber blog und bei Geld fängt die Freundschaft an.
Daher leite ich, das was dann gleich kommt mal mit aneinandergereiten Zitaten zweier Kommunikationskoriphäen der jüngeren amerikanischen Geschichte ein:
Riggs: Wir gehen auf drei oder wir gehen bei drei und dann los?
Murtaugh: Ich bin zu alt für dieses Scheisse.
Riggs: Also dann auf drei?
Beide: Eins, zwei
FRITSCHPARTNERS. bietet die komplette Konzeption und Realisation dieses innovativen Mailing-Konzepts bis zum Empfänger an.
Was ist die n-CD?
Die n-CD bietet alle Möglichkeiten des modernen Dialog-Marketings und setzt einen neuen Standard im Bereich Responseraten und Kundeninteraktion. Diese Form von Mailing erfüllt die ständig steigenden Anforderungen an Kundenbindung und -ansprache ideal. Die n-CD verbindet nicht nur Offline- und Online- Kommunikation, sondern bietet durch den Einsatz emotionalisierender Inhalte auch die Chance einer längeren Auseinandersetzung und der Interaktion. Sie ermöglicht, die einzelne Zielperson über die persönliche Ansprache und fesselnde animierte Darstellungen zu aktivieren und nachhaltig zu begeistern.
Vorteile
Die n-CD ist die neue innovative und crossmediale Lösung mit mehr Response, mehr Kennzahlen und mehr Personalisierung durch die neue PID-Technologie.
Die Postscribed ID (PID) ist eine weltweit patentierte Innovation, die es in einem zusätzlichen Produktionsschritt ermöglicht, jede replizierte Disc mit einer eindeutigen Nummer und individuellen Daten (z.B. Name) zu versehen.
So schafft es die n-CD ohne Medienbruch, Kunden offline zu begeistern und online zu konvertieren.
Personalisierung
Die n-CD überzeugt, weil Sie mit nur EINEM Mailing:
1. all Ihre Kunden namentlich ansprechen können, off- und online, ohne dass sich Ihre Kunden vorher identifizieren müssen.
2. für jedes Zielgruppen-Segment individuell zugeschnittene Inhalte bzw. sogar passende Sujets verwenden können.
3. jeden Empfänger über einen eindeutigen Code unterscheiden können und z.B. auch eine Online-Anmeldung ohne gesonderte Registrierung durchführen können.
One Click Conversion
One Click Conversion ist eine einzigartige Technik, bei der bereits alle Formulardaten ausgefüllt sind. Somit kann der Kunde ohne großen Aufwand Ihre neuen Produkte bestellen, Anfragen zu Ihren Leistungen abschicken, leichter bei Ihren Gewinnspielen teilnehmen u.v.m.
Der Kontakt zu Ihnen ist somit einfach nur einen Click entfernt.
Freitag, 30. März 2007
Raus! Das Einzige, was zählt, denn, wie berichtet, kein GPS in meiner Hütte.
Und wie wunderbar ist das denn, bei so einem Wetter im Grunde gezwungen zu sein, den Schreibtisch zu verlassen und mindestens 20 Minuten spazieren zu gehen.
Und so schlendere ich durch das beschauliche Heidelberg, erfreue mich der Sonnenstrahlen und versuche, Mörikes „Er ist’s“ zu rezitieren. Ich krieg’s nicht hin. „Blaues Band“, „Düfte“, „ahnungsvoll durchs Land“, ja, ja, so was, aber nicht so ganz (wer’s wissen will: Bitte sehr!). Ich bin einfach zu sehr abgelenkt.
Als ich meine erstes Handy hatte, war ich weniger schlimm, und doch schaute ich schon damals mehr oder weniger minütlich drauf, ob es noch an ist, ob jemand angerufen oder mir noch jemand, nach meinem Netzbetreiber, eine Textnachricht geschickt hat. War mir doch egal, dass kaum einer meine Nummer hatte und die, die sie hatten, keinen Bock die damals wirklich horrenden Festnetz-Mobil-Preise zu zahlen. Jetzt aber toppe ich das noch. Es ist ein Wunder, dass ich an keinen Laternenmast geknallt oder von einem Fahrradfahrer an- oder gar überfahren wurde. Glotz, glotz, glotz. Immer nur auf das Display. Und plötzlich tat sich was. Das Satelitten-Icon zeigte mir an, dass mich mindestens drei Orbitstationen erfasst hatte und ich war gewillt mir an die linke Brust zu schlagen und „Bereitmachen zum Beamen“ ins Nichts zu sprechen.
Jetzt haben sie mich also, dachte ich mir so. Das feire ich doch mal mit einem koffeinhaltigen Heißgetränk bei meiner Lieblingskaffeetante. Nicht, dass ICH nicht wüsste, wo der Neuenheimer Markt ist, aber weiß es LOOX?
Inzwischen weiß ich ja, wo der Stift ist, also rausgezogen und rumgehackt, zuletzt auf „Route berechnen“. Ich wartete und wartete und da war’s geschehen. Eine Grafik tat sich auf, ein orangener Balken wies mir den Weg an das in wenigen hundert Metern befindliche Ziel. Dazu natürlich eine Frauenstimme, die eine ganz wunderbare Eigenschaft hat, was ich in realiter doch sehr vermisse. Wenn man etwas tut, was nicht dem entspricht, was sie möchte, gibt es kein Gezeter, keine Vorwürfe, keine Diskussionen, sondern sofort den nächsten konstruktiven, eben: zielführenden Vorschlag. Dieser Aspekt sollte unbedingt mal in die Geschlechterdiskussion mitaufgenommen werden. Und vielleicht gibt es deshalb auch keine männlichen Stimmen in Navis (oder doch)?
Wie dem auch sei, endlich weiß ich, was das Ding und wozu das Ding gut ist. All der andere Kram wie MP3-Player und Spiele ist nur Schischi, der nicht wirklich stört (außer eben zu Anfang, wenn man glaubt, es verstehen zu müssen), aber den es auch nicht wirklich braucht. Als Navigationsgerät, ein Scheißwort finde ich, also noch mal: Als Wegweiser (eigentlich Wegsager, aber das klingt auch doof), also als Wegweiser macht das Ding richtig Spaß. Vor allem mir, vor allem jetzt als Fußgänger, denn es ist natürlich für Autofahrer konzipiert. Seine programmierte Logik bietet natürlich keine Gänge gegen die Richtung im Falle einer Einbahnstraße oder durch Hinterhöfe an. Aber zum einen, wie oben bereits erwähnt, irritiert „sie“ das null, zum anderen weckt es den Jungen in mir, wenn ich so wie gestern durch ein ruhiges Wohnviertel laufe, wo für gewöhnlich akademisierte Hausfrauen ihre Biolebensmittel natürlich nicht in umweltschädlichen Plastiktüten, sondern im Cayenne o. Ä. nach Hause transportieren (in einem Fair-Trade-Bastkorb befindlich) und plötzlich erschallt so mir nichts, dir nichts, ein „Nach Möglichkeit hier bitte wenden.“ aus der Hose.
Das macht große Freude. Schade nur, dass keine Leute auf der Straße waren. Ich werde das mal in einer Fußgängerzone machen müssen, wobei es da wahrscheinlich so laut sein wird, dass keine meinen Hosensopran bemerkt. Na, da wird mir schon noch was einfallen.
Jetzt schalte ich das Ding erst mal wieder aus. Es funktioniert. Und es funktioniert gut. Wie gut teste ich übers Wochenende in meinem 4-Liter-Auto.
"Danke!"
Guten Tag.
Wir wünschen ein rutschfreies Wochenende.
Donnerstag, 29. März 2007
Plug & play. Für mich immer noch ein Topverkaufsargument. Wenn es denn stimmt. In dem Fall tut es das. Zumindest geht es an und gibt einem Anweisungen. Allerdings mal wieder nur auf Englisch, was jetzt mal kein Problem für mich ist, aber auch das ist so ein Punkt, wo Hersteller solcher Geräte was von Fahrscheinautomaten in Touristenstädten lernen können: Am Anfang steht die Sprachauswahl. Die gibt es bei dem Gerät auch, aber die muss man eben suchen, wie so vieles, was mich völlig fasziniert: Unglaublich, was man alles in so einem kleinen Ding nicht nur an Technik, sondern auch Informationen verstecken kann. Und nicht nur dass man es kann, überrascht mich, sondern zum Teil auch wie gut.
Nun ja, vielleicht bin ich nach meinen Erfahrungen von gestern ein wenig geläutert bzw. vorsichtig und überkritisch, denn im Grunde stehen mir nur vier Bereiche zur Auswahl, wovon zwei für sich sprechen: Navigator und Musik. Bei Einstellungen und vor allem Utilities (ja, so heißt das da auch auf „deutsch“) bin ich mir nicht so sicher.
Da ich ja lernen will, hacke ich auf das Display und es tut sich ein neues Fenster aus, was erklärt, warum da nicht „Anwendungen“ steht. „Kruscht“ wäre ehrlicher gewesen: Weltzeituhr, Rechner, „Bricks“ und „Smart Pixie“ bietet man mir an, also einfach technische Gimmicks sowie Tetris und PacMan unter anderem Namen. Hauptsache, was drauf geladen, aber wenn das Ding eine Navigationslösung ist, und als solche noch ein Testsieger, dann frage ich mich, wozu ich das brauche bzw. brauchen könnte? Aber egal, immerhin verstehe ich es und könnte es nutzen, wenn ich denn wollte. So gesehen entspricht dieser Part dem Jacuzzi im Hotel: Ich bezahle dafür, brauche es aber nicht, könnte es aber, wenn ich wollte.
Bevor ich mich aber an die beiden anderen Aspekte ranmache, die mir bereits auf dem Karton angepriesen wurden, lege ich doch die CD-ROM ein, die sich „Manual CD“ nennt. Ihr Untertitel „EasyGuides Pocket LOOK N100 Series“ beunruhigt mich allein des „EasyGuides“ wegen. Es erinnert mich an die einfache Bedienungshandbücher von ehedem, die mindestens 600 Seiten stark waren, und in mir Gelüste weckten, den Lektor zu foltern.
Heutzutage also kein Buch, was ja ökonomisch nachvollziehbar ist, sondern eine CD-ROM. Dass die entsprechende Hardware vorhanden ist, hm, ok, kann man wohl bei der Zielgruppe voraussetzen.
Sie startet automatisch, aber kaum dass Freude aufkommt, KRIEG ISCH PLACK! Die Dateien heißen a26361-k600-z120-muli, A26361-K600-Z161-Warranty-muli_neu, K197-Z120-sv1, K197-Z120-pl1, K197-Z120-pt1, K197-Z120-en1, K197-Z120-es1 K197-Z120-it1, K197-Z120-fr1, K197-Z120-da1 und K197-Z120-de1. GEHT DAS NICHT DEUTLICHER? WARUM KANN MAN DIE DATEIEN NICHT VERSTÄNDLICH BENAMEN? Zum Beispiel: Info Recycling, Guarantee_Garantie, und dann in den jeweiligen Sprachen Bedienungsanleitung, was sich nämlich hinter K197-Z120-de1 verbirgt? (Schade, dass das kein Verantwortlicher liest, aber falls doch: Ich bin nicht billig, aber dafür ein zufriedener Kunde unbezahlbar. Liebe Menschen von Fujitsu-Siemens, das hat nichts mit eurem, wie der Engländer so sagt, Ding an sich zu tun, ist ein ganz allgemeines Problem, was gerade von euch, den internationalen Herstellern stark unterschätzt wird. Und ihr könnt euch mich leisten – genervte Kunden nicht  )
So – zurück aus der Wortspielhölle widme ich mich jetzt dem Inhaltlichen, schließlich will ich das Gerät ja nutzen. Musik ist keine drauf und der Navi geht zwar, aber andererseits auch nicht – kein GPS-Signal wird mir vermeldet. Was nicht verwunderlich ist, wie ich plötzlich erfahre, denn zum einen daure die Erstinstallation des Navigators rund 20 Minuten, zum anderen bin ich in meiner Behausung GPS-technisch nicht erfasst – oder so, zumindest entnehme ich dies den Schaubildern. Auch eine Erkenntnis, die ich ohne dies Gerät nie hätte. Und ich erkenne nicht nur im biblischen Sinne gern …
Bleibt mir also nur die Musik und da wiederum das blanke Entsetzen. Da wird einem alles erklärt, nur nicht, wie man die Musik auf das Teil kriegt. Also heißt es wieder Try & Error statt Plug & Play. In dem Kabelsammelsurium finde ich ein USB-Kabel, das ich in mein Laptop stecke, das mir dann sagt, dass er ein „Storage Device“ endeckt habe. Auf dem LOOX nix. OK, ich weiß nun, dass ich durch einfaches Verschieben der Dateien den Navi zum Abspielgerät machen kann, aber wissen das wirklich alle? Auch das wird einfach vorausgesetzt. Ist das Arroganz? Oder Hilflosigkeit? Aber wenn das schon so krude bei so was Profanen wie Datentransfer von einem Speichergerät auf ein anderes ist, was erwartet mich denn morgen, wenn ich mit den Satelliten kommuniziere?
Bleibe ich (technisch) orientierungslos???
"Überlegen Sie nicht.
Seien Sie's einfach."
Guten Tag.
Wissen Sie, was immer noch auf meinem Schreibtisch steht? Weil ich es einfach nicht wegwerfen mag. Weil ich denke, vielleicht mach ich das ja noch mal. Weil es wirklich eine nette Idee war. Weil ich neugierig bin...
Eine Weihnachtskarte. Dabei ist doch fast schon Ostern. Eine Weinachtskarte, die gar nicht besonders aufwändig ist. Man wünscht mir Süße Weihnachten und noch ein paar nette Dinge. Und dann ist da drin ein Cellophantütchen mit Chilifäden. Und ein Rezept für Chili-Schokolade.
Und weil ich diese Schokolade ja immer noch nicht gemacht habe, steht sie da jetzt immer noch. Diese Weihnachtskarte. Ob ich dem Absender mal eine Osterkarte schicken sollte?
Mittwoch, 28. März 2007
Es ist mir peinlich. Über 30 Minuten habe ich gebraucht, um mich zumindest vom Gefühl her einigermaßen zurechtzufinden. Und dabei war ich, wie ich nach 45 Minuten feststellte, nicht mal am Anfang. Aber vielleicht liegt es einfach daran, dass ich kein Techi bin – oder altmodisch strukturiert – und doch sehr dem alten Sartre-Wort nachhänge: „Ich bin, also denke ich.“ (Und wer mir jetzt mit Descartes kommt, den verweise ich gerne und mit Nachdruck auf die Losung des Tages  )
Wie gestern versprochen, ich öffne das Paket. Dabei fielen mir an der Seite – es ist wahrlich unglaublich, was alles auf so einer Umverpackung steht, klebt und abgebildet ist – ein Ver- sowie ein Hinweis auf.
Ich wurde aufgefordert, mein eigenes Cover für diese Gerät zu gestalten – in der Packung fände ich einen entsprechenden Gutschein. Zum anderen wurde mir kommuniziert, was ich da bekomme: den TESTSIEGER. Aha, schön und wovon, denn ich wusste ja immer noch nicht, was es ist und auch der Deeplink , den ich noch vor dem Auspacken anklickte, führte mich zwar zum Produkt, aber nicht wirklich weiter, weshalb ich auch den Rechner ausmachte. (Ich rate ja immer davon ab, das Internet als virtuellen Prospektständer zu nutzen, aber wer hört denn heute noch auf Worte?) Das PC-Magazin testete acht – 8UNG! Jetzt kommt’s …: Navigationslösungen, davon waren 6 gut und 2 befriedigend und eben mein Pocket LOOX der erste (wohl, wenn ich das richtig verstehe. Die genannte Quelle habe ich nicht gecheckt, was hätte es mir gebraucht, ich hatte es ja schon. Ich verstehe ja auch nicht, warum Menschen mit Heuschnupfen zum Allergologen gehen. Damit er ihnen sagt, dass sie Heuschnupfen haben? Oder dass sie allergisch sind gegen Birke, Gräser oder sonst was? Was bringt das Wissen? Kann man Pollen meiden? Ich verstehe das nicht, was mich zurückbringt zu meiner Navigationslösung …)
Dann endlich der große Augenblick: Schön sah es aus. Wirklich hübsch. Handlich, putzig und ich fragte mich, warum benötigt ein so niedliches Ding von 9 x 6 x 1,5 cm einen 23 x 17 x 14 cm großen Karton. Die Antwort nahm wenige Minuten später rund 2 Quadratmeter ein: unzählige Kabel und Käbelchen, eine DVD, zwei CD-ROMs, diverse zellofanierte Dinge aus schwarzem Plastik, die mich an Einmalwerkzeuge beim Internisten bzw. an Kopfhörer aus Urlaubsflieger erinnerten, wobei es Kopfhörer auch noch mal gab, den angepriesenen Gutschein, dazu ein eingeschweißtes Buch und andere Printerzeugnisse. Ich war völligst überfordert.
Das eine Faltblatt war sehr hilfreich. Da ich nicht nur als alter Billy-Besitzer das große Dechiffrierungsdiplom von IKEA-Bauanleitungen besitze, war es mir wirklich ein leichtes zu erkennen, wo ich was reinstecken muss, damit das Ding überhaupt mal angeht. Dann irritierte mich allerdings der stete Verweis in den Illustrationen auf einen Stift, den ich beim besten Willen nicht finden konnte. Ich weiß, was gemeint war. Dieser Fingerersatz, mit dem Manager wie Krähen auf ihren Blackberrys rumhacken. Nach 20 Minuten Suche gab ich es auf. Meine Mutter ist Messie, ich bin Kreativer, also nahm ich einfach einen abgebrochenen Bleistift, damit ließ sich der Bildschirm ebenfalls kalibrieren, zumindest wurde das „Auf-die-Mitte-eines-sich-auf-dem-Bildschirm-bewegenden-Kreuzes-tippen“ so genannt.
Dann ward es aufgeladen. Das ging wirklich schnell und ich war sehr beeindruckt, so dass ich mich daran machte, die diverse Kabel den diversen Öffnungen zuzuführen, was diesmal allerdings nicht klappte. Zwar steckte mal was da, mal da, aber es tat sich nichts. Ich fummelte überall an dem Gerät herum, wobei mir plötzlich der Stift entgegenfiel. Tolles Design. Jetzt, wo ich weiß, dass er integriert ist, ich muss schon sagen: Klasse. Allerdings ward dadurch auch wieder meine These geschürt, wonach Design maßgeblichen Anteil an der Zunahme von Neurotikern und Sozialautisten hat, denn während der Urmensch einst noch direkte Kontakt zu Werkzeuge und zu dem hatte, was er erle(di)gte, muss man heute immer weniger berühren oder sich damit händisch befassen. Aber das ist ein anderes Thema. Das hat mit Navigation nur insofern zu tun, als man sich fragen muss, wohin die Menschheit abdriftet, aber das will keiner wirklich wissen und überhaupt gibt es Wichtigeres …
Warum gab es das Bedienungshandbuch nur als .pdf? Ich sah das nicht ein und ließ meinen Rechner aus. Außerdem gab es ja ein Miniheft, auf dem Bedienungsanleitung und Sicherheitsanweisungen stand. Ganze 2 Seiten waren auf deutsch dafür vorgesehen. Ich wurde stutzig.
Ich las und weiß bis jetzt nicht, wie meine Jungs bei dem Lärm weiterschlafen konnten, denn nach der obligatorischen Versicherung, dass ich ein „qualitativ und zuverlässiges GNS-Produkt“ besitze, wobei ich dankbar für den Aufkleber bin, denn der Begriff „GNS-Produkt“ hätte mir jetzt mal nicht wirklich was gesagt, stand da Folgendes. Ich zitiere:
Es ist zu empfehlen, den Inhalt der Verpackung zu überprüfen:
- GNS TrafficBoxFM9 RDS TMC Receiver
- Wurfantenne mit 2,5mm Klinkenstecker
- Diese Anleitung
Sollte etwas fehlen, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Händler!
Ich fragte mich, was tut derjenige, bei dem „Diese Anleitung“ fehlt?
Es erinnerte mich stark an das PS in einem Brief einer ostfriesischen Mutter an Ihren Sohn, wo sie ihn versichert: „Gerne hätte ich dir noch etwas Geld beigelegt, aber da war der Brief schon zu.“
Ich konnte nicht mehr. Morgen mache ich es an …
Dienstag, 27. März 2007
Es gibt Menschen in meinem Umfeld, da sagen sich Außenstehende, wer die als Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr. Deppen. Gerade diese Menschen finde ich ja klasse, weil völlig bizarr. Einem davon verdanke ich nun eine technische Errungenschaft, von der ich bisher nicht wusste, dass es sie gibt, geschweige denn, dass ich sie brauche. Aber, da mir jene Menschen, die über meine Bekannten urteilen, auch nachsagen, dass ich nicht ganz dicht bin, bin ich folglich auch für alles offen.
Dass der Mensch an sich wirklich alle manuellen Tätigkeiten, die unangenehmen bis zu den angenehmen, nach Möglichkeit „motorisiert“, ist bekannt: Zumindest ist ein Reihenhaus ohne Laubgebläse, Knetteigmaschine und Vibrator heutzutage ja kaum mehr vorstellbar. Nichts davon aber war es, was mir mein freundlicher Kurier brachte.
Obwohl es durchaus eine Sendung aus Flensburg hätte sein können, denn der Karton war ganz neutral, war nichts von Frau Uhse drin, sondern, wie mir der Aufdruck verriet „Pocket LOOX“ - und ich ward so schlau wie noch zuvor. OK, der Hersteller ist mir ein Begriff, den ähnlich wie ich jahrelang, es ergab sich einfach so, Ford fuhr, ohne eine Bindung zur Marke zu haben, ist ein Großteil meiner aktuellen Hardware von Fujitsu Siemens (Falls das einer von Ihnen liest, ich bräuchte einen schnelleres und größeres Laptop …. J).
Jetzt da sich dieses Teil, was nach allem, was ich aus der bildlichen Kommunikation der Umverpackung entnehme, als irgendwas zwischen PDA (denn da ist so ein komischer Stift zu sehen) und einem Navigationsgerät zu entpuppen scheint, denn neben jenem Stift ist ein klein und handliches aussehendes Ding mit so ner Wegweisergrafik zu sehen, stellt sich mir die nächste Frage:
Was will ich mit nem Navi? OK, dass Menschen das Manuelle meiden, hatte ich ja bereits erwähnt, und leider bleibt auch das Kommunikative mehr und mehr auf der Strecke. Das fängt an beim Warentrennbrett an der Supermarktkasse und geht eben bis zu diesen Orientierungs“hilfen“. Bislang kam ich immer auch so ans Ziel. Wenn ich was nicht fand, fragte ich jemanden, der mir weiterhalf. Zugegeben, früher war das einfacher. Die Leute, die man auf der Straße ansprach, waren weniger schreckhaft, dafür auch des gehobenen Deutschen mächtig (ah, und bevor hier wer glaubt, das ginge gegen Ahmet und Aise bzw. Danuta und Dragomir, falsch! Auch Manni und Jenny können nur noch „Äh, vorne, an der Ampel, rechts, glaub ich, oder, ja.“)
Egal, der Osterhase wird sich schon was dabei gedacht haben. Jetzt habe ich es und jetzt interessiere ich mich auch dafür. Also lese ich erst mal (alte Berufskrankheit), was mir da in vier Punkten angepriesen wird: entspannt durch Europa navigieren, auspacken und es läuft ohne Registrierung, ich kann meine Lieblingssongs hören und mich an herausragendem Design erfreuen.
Toll!
Hä?
Klar, steht das da nicht in der Sprache Kant und Hegels, aber auch in der Sprache eines Hobbes schadet es nicht, sich einer gewissen, unserem Kulturkreis entsprechenden Logik zu bedienen. Entweder ich fange mit dem wichtigsten an (wie es meist Journalisten tun) oder ich steigere mich in meiner Argumentation (wie es die Händler auf dem Fischmarkt tun).
Oh, da ist noch ein Aufkleber: noch mal vier Punkte, diesmal aber nicht auf Englisch: NAVIGON MobileNavigatorI6 (enthält Kartenmaterial für 37 Länder auf DVD), 512 MB Mini-SD-Karte für Deutschland vorinstalliert, voll integrierter GPS Receiver: SiRFstarIII, Kopfhörer.
Na, da kann man sagen, was man will, das ist definitiv logischer. Nur verstehen tu ich immer noch nichts, na ja: wenig.
- 512 MB (ich glaube, das hat mein Laptop auch – oder das Doppelte, dafür ist er aber 20 mal größer und schwerer, egal)
- 37 Länder? Knapp 30 sind der EU, das weiß ich, plus die Schweiz … was auch immer da noch dabei ist, angeblich ist es ja ganz entspannt für mich, da durch zu navigieren ...
- SiRFIII? Auch so ne Herstellerkrankheit, dass sie glauben, ich muss mich für ihre kruden Abkürzungen interessieren. Gebt dem Ding einen Namen, wenn es euch wichtig ist, den man sich merken kann und der mir einen Nutzen verspricht. (s. Volvo, die „SIPS®“ brandeten, das Side-Impact Protection System, was an sich nicht anderes ist als eine Bezeichnung für die Airbags links und rechts vom Fahrer bzw. Beifahrer)
- Kopfhörer? Ach ja, da war was vorhin wegen Lieblingsmusik. Oder ist es die Stimme aus dem Navi? Muss ich den Kopfhörer tragen? Ich laufe durch einen Wald und höre dann statt des Säuseln des Windes in den Geästen, das Zirpen und Summen, den Liedern der Vögel „Sie sind in einem Wald.“?
Ich bin gespannt, was mich erwartet. Morgen mache ich den Karton auf …
|
Kommentare