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Kein Plädoyer für Penispumpen. Trotzdem ...

Erfolgreiche Produkte kann man durchaus Marken nennen. Marken zeichnen sich aus durch Persönlichkeit und dies und das und sind überhaupt sehr wichtig, was alles zweifelsfrei stimmt. Aber jedes Produkt selbst ist 100% standardisiert. Das heißt, von marginalsten Abweichungen im kleinsten Detail abgesehen (die Umverpackung ist um einen halben Millmeter anders verklebt), gleicht ein Produkt absolut dem anderen. Gleichzeitig aber verspricht das Produkt/die Marke dem Käufer Individualität. Wo entsteht sie? Wodurch?

Nein, Markentheoretiker bin ich keiner. Nach wie vor ein Mann der Praxis, der mit offenen Augen durch die Welt geht und eben gestern vor einer Diskothek etwas sah, was diesen Gedanken auslöste: viele junge spärlich bekleidete Frauen, alle mit gleichem Blond, alle mit gleichen Brüsten.

Ich fragte mich, ob das nur 300 m von dieser Diskothek befindliche "Institut für ästhetische Chirurgie" in den Berufsschulen der Region mit einer Sonderaktion warb: "Modell Vitamin 75 C". Sie sahen alle gleich aus. Es war furchtbar. Jedes für sich war schön, aber wie sie da alle standen (auf die Straße getrieben durch das Rauchverbot, das in Baden-Württemberg seit dem 1.8.07 gilt), war es hässlich.

Dabei bewegt mich mehr als die Frage, warum sich die Damen ihre Brüste machen lassen (sie fanden halt, dass ihre Oberweite zu klein oder sonstwie ungenügend nach eigenem Dafürhalten), warum sie alle offensichtlich dasselbe Modell nahmen.

Männer sind da noch ein gutes Stück entfernt. Fettabsaugung kommt wohl so langsam in den Bereich des "machtmanhalt", aber es gibt gewiss ein Körperteil, mit dem die meisten Männer unzufriedener sind als mit ihrer Taille/Wampe: ihrem Penis.

Angeblich gibt's da ja auch operative Möglichkeiten, aber wer nimmt das in Anspruch? Bliebe das Vakuumprinzip der Penispumpe, um eine Verlängerung und Verdickung zu erzielen. Oder geht es gar um die angeblichen ejakulationsfreien Mini-Orgasmen, die man bei der Anwendung einer Penispumpe erlebt? (Hinweis für Richter: Penispumpen nicht bei der Arbeit nutzen!) Wie viele Männer so was wohl besitzen? Oder sind wir nicht einfach fatalistischer und kaufen uns statt dessen ein großes Auto?

Naja, egal jetzt was es ist, spätestens als ich sah, dass es bei diesem erwähnten Institut, wie ich es nenne, "Tittenkredite" gibt (man bietet in der Tat Tilgungszahlungen für Behandlungen an), bin ich mir sicher, dass ganz gleich ob Brust, Auto oder Penis - Bluff geht nur auf Pump.

Und haben solche Produkte wie Brustimplantate oder Penispumpen das Zeug zur Marke? Persönlichkeit? Lustige Vorstellung ...

Was ist eigentlich ... Neuromarketing?

Ein Leser fragte:

    Was sagt denn die hier versammelte Kompetenz zum Neuro-Marketing und der Idee, daß bestimmte Marken "immer wieder neu" eine bestimmte (Alters-)Gruppe ansprechen?


Nun kann ich natürlich nicht für die komplette hier versammelte Kompetenz sprechen (es ist also jeder herzlich eingeladen, seinen Senf, Ketchup, Mayo zuzugeben), aber immerhin für mich. Und wie das bei mir so üblich ist, kann ich das alles nicht so ernst nehmen.

Neuromarketing? Da geht mir schon der Begriff auf die Nerven.

Natürlich ein selbstgefälliges Aperçu (aber sind sie das nicht alle?), aber hat natürlich einen wahren Kern. Damit wir aber alle über dasselbe diskutieren, hier erstmal die Wikipedia-Definition:

    Neuromarketing ist ein relativ neues und kontrovers diskutiertes Teilgebiet des Marketings, welches neurowissenschaftliche Technologien einsetzt, z. B. die funktionelle Magnetresonanztomografie. Das Ziel des Neuromarketings ist es, die bislang unsichtbaren Zustände und Prozesse, welche die Entscheidung eines potenziellen Konsumenten für oder gegen ein Produkt steuern, zu erforschen und sie in Beziehung zu sichtbaren Verhalten zu setzen. Es wird vor allem beobachtet, welche Gehirnareale durch verschiedene (Produkt-) Stimuli aktiviert werden. So löst die Darstellung von Produkten, mit denen sich ein Konsument stark indentifiziert, eine erhöhte Aktivität im medialen Präfrontal-Cortex (Präfrontaler Cortex) aus.

    Das Ziel des Neuromarketing ist ein besseres Verständnis der Zustände und Prozesse des Affekts (Affekt) und der Kognition im menschlichen Gehirn und dadurch eine Ableitung über die wahren Bedürfnisse und Wünsche von Konsumenten. Ethische Aspekte müssen dabei berücksichtigt werden.


Wenn ich das lese, sehe ich wieder Forscher, die irgendetwas herausbekommen wollen, aber dann, falls sie es überhaupt finden, was sie suchen (falls sie wirklich wissen, was sie suchen), nicht wissen, wie sie es nutzen. Es ist ein klassischer Fall von Theoretikermarketing (wie auch Gendermarketing (m. E. völliger Müll, weil überflüssig und vor allem einseitig, aber das ist ein anderes Thema). Praktiker haben die Antwort längst gefunden: Titten.

Neuromarketing

Natürlich ist das übertrieben und allein nicht richtig, aber ist hinter all der "Forschung" nicht die jämmerliche Arroganz zu spüren, dass man als Mensch hochkomplex sein müsse, dass es da hochdiverse und diversifizierende Neuronalprozesse im Gange wären, die subtil reagieren und blablabla, bloß weil man sich nicht eingestehen will, dass der Mensch ein Primat ist, der allerdings, wie Loriot es so schon sagte, als einziges Lebewesen in der Lage ist, während des Fluges eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen?

Ich weiß auch nicht, was mich mehr erschreckt: die Überheblichkeit derer, die einem Neuromarketing als wirklich neu und toll und glücklich sowie erfolgreichend machend verkaufen wollen, oder die Einfältigkeit derer, die das glauben - und kaufen. (Dann habe ich aber wieder Respekt vor der Leistung des Verkäufers.)

Solche Begrifflichkeiten gaukeln eine Wissenschaftlichkeit und damit Kalkulierbarkeit von Kreativität vor, lenken aber nur von dem ab, um das es wirklich geht: verkaufen. Ich halte so lange mein Produkt/mein Angebot zurück, bis ich 100% sicher bin, dass es nachgefragt und akzeptiert wird. Das ist die alte TTT-Strategie (Täuschen. Tricksen. Tarnen), denn so lange etwas nicht da/real (bzw. im Real,-) ist, solange wird es niemand wollen. Obwoh, falsch: einer verkauft - der "Neuromarketeer".

Wie war das?
    Das Ziel des Neuromarketing ist ein besseres Verständnis der Zustände und Prozesse des Affekts (Affekt) und der Kognition im menschlichen Gehirn und dadurch eine Ableitung über die wahren Bedürfnisse und Wünsche von Konsumenten.

Ganz offensichtlich aktivieren seine Texte/Charts/Diagramme den medialen Präfrontal-Cortex seiner Adressaten - ganz ohne Titten, dafür aber mit etwas, was den deutschen Manager noch mehr in Wallung bringt: Angst.

Neuromarketing ist also nichts weiter als die Suggestion von Sicherheit.

Meine Meinung. Und nun du ...

Guten Tag.

Machen Sie sich auch im Herbst mal n faulen Lenz.



Guten Tag

und ein entspanntes Wochenende.

Markenmanagement

X + Dudek + Casillas + Codina + Cannavaro + Drenthe + Heinze + Marcelo + Metzelder + Salgado + Pepe + Ramos + Balboa + Diarra + Gago + Guti + Baptista + Torres + Nieto + Sneijder + Higuai­n + Raul + Robben + Robinho + Saviola + Soldado + van Nistelrooy + Schuster = 1.063 Mio. €

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Dampfduschen - Braucht Mann das?

Ich gehöre einer aussterbenden Spezies an: Mann. Ich spreche in Aussagesätzen, ich denke nicht, du meintest, ich rubble ebensowenig an Oberarmen, um mein Mitgefühl auszudrücken, wie ich an Duschgels schnüffle, bloß weil da "Verbesserter Duft" draufsteht.

Lange habe ich ja gedacht, dies würde auch sagen "Der alte war scheiße.", aber es hat wohl was damit zu tun, dass sich Sinneswahrnehmungen ändern im Laufe der Zeit (und in der Höhe, weswegen Flugzeugfutter an sich viel zu stark gewürzt ist, aber die Geschmacksnerven in 30 000 Fuß nicht ganz so funktionieren, wie auf Normalnull, gibt's eben mehr, damit es genauso schmeckt. Tut aber nichts zur Sache. :-))

Harry Potter-Marken. Man lernt sie zu irgendeinem Zeitpunkt kennen und sie altern, äh, wachsen dann mit einem, so dass die Marke nicht ein Teil der Jugend, der Studienzeit oder sonst einem Ausschnitt, sondern Teil des Lebens wird. Und da haben es Produktmarken eben schwerer als Unternehmensmarken, die eben eine Palette anbieten können, die langjährige Markentreue gewährleisten. Ein gutes Beispiel dafür ist Volkswagen. Porsche nicht. Aber hier gelten eh andere Regeln. Egal, welches Modell man sich erwirbt, es ist eigentlich immer ein Statement des Arrivierten. Ich dachte ja immer, so ein Auto kauft man sich als krönenden Abschluss einer erfolgreichen (wertungsfrei gemeint) kapitalistischen Karriere - und als Ort des Rückzugs (wo sonst kann man (Mann?) so gut allein sinnieren wie in einem tiefergelegten, straff gefederten Zweisitzer?) oder, um es in modernen Worten zu sagen: ne Top-Wellness-Location.

Ich kenne das ja noch, dass man (Frau?) da noch hinfuhr, aber inzwischen scheint auch dies der Vergangenheit anzugehören. Wer was auf sich hält, entspannt mit Nach- und Hochdruck und vor allem wohl zu Hause: Mit einer Dampfdusche, ...

... die nur genauso viel Platz braucht wie eine herkömmliche Dusche, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Morgens lässt sie sich als normale Dusche verwenden, abends oder nach dem Sport genießt man das Dampfduschen.

So steht es auf 3sat.de und ich verstehe die Welt nicht mehr. "Morgens normal, abends ..." Perplex bin ich. Wenn abends Dampf so explizit herausgestellt wird, dann ist normal kalt? Und so wie es da steht scheint es allgemein üblich zu sein, morgens und abends zu duschen. Und dann muss man scheinbar nocht Sport machen - und dann natürlich (sich wieder) sauber. Dazu passt, dass ich, als ich "Dampfduschen" das erste Mal hörte, an Hochdruckreiniger dachte. Aber was weiß ich schon. Wie gesagt, ich gehöre einer aussterbenden Spezies an. Bei mir gibt es keine heißen Wellness-Oasen, sondern kaltes Bier. (Und die deutschen Brauer haben das Prinzip der Harry Potter-Marken ja inzwischen auch für sich entdeckt.)

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Guten Tag.

Auch wenn es Hirn in Hälften gibt, bitte/biete ich um Gedanken am Stück.



Guten Tag.
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