Mit viel Rummel ist Anfang der Woche ein
neues Nachrichtenportal gestartet. Das besondere daran? Laut eigenem Bekunden ist es das erste Nachrichtenportal, das aus dem Web für das Web gestartet wird.
Damit unterscheidet es sich von den "Klassikern" darin, dass es erstens keine klassischen Nachrichtenressorts mehr kennt und zweitens die Gewichtung der Nachrichten von den Lesern gemacht wird. Mehr Klicks bringen mehr Bedeutung.
Ob Zoomer.de damit den Nachrichtenmarkt revolutionieren wird, wissen wir nicht. Dort baut man auf jeden Fall auf eine Menge Dialog mit den Lesern. Mich hatte das zunächst irritiert. Da tauchen doch glatt mitten im Text Leserkommentare auf. Das lockert jedenfalls ein wenig auf.
Aber auch die Startseite ist gewöhnungsbedürftig: oben auf der Seite stehen natürlich die Top-News , die Nr. 1 ganz groß, die nächsten fünf ein wenig kleiner. Aufmacher ist immer ein Bild. Alle weiteren Nachrichten werden dann in einer Art Filmstreifen darunter angezeigt, ohne Text.
Wer wissen will, was sich hinter den bunten Bildchen verbirgt, muss mit der Maus drüberfahren. Das finde ich nicht so übersichtlich. Insgesamt ist die ganze Seite wohl eher für optisch orientierte Menschen gemacht. Ich fahr ja mehr auf Text ab und komme da nicht so ganz auf meine Kosten.
Spannend wird sicherlich, welche Themen sich auf Dauer als Top-News etablieren können und ob das Konzept sich wirklich durchsetzen kann. Kann sein, dass der Boulevard siegt, muss aber nicht. Die Dialogangebote sind sicherlich interessant und auch die Möglichkeit, zoomer zu personalisieren und durch weitere Nachrichten anderer Portale zu ergänzen, nicht von schlechten Eltern.
Der Holtzbrinck-Verlag, der ja inzwischen auch Betreiber von StudiVZ ist, lehnt sich mit zoomer.de sicherlich weit aus dem Fenster. Und dass die Kritik von
SpiegelOnline nicht gerade berauschend ist, versteht sich von selbst...