Mittwoch, 27. Februar 2008
14:07
Presseverhinderer verhindern einfach alles
Gestern war ich auf einem Kongress. Brav hatte ich mich als Freie Journalistin akkreditiert und man hatte mich gnädigst auch als solche akzeptiert, nachdem ich umfangreiche Unterlagen einreichen musste. Ein einfacher Presseausweis reichte nicht. Dass das Fax mit den Unterlagen erst beim gefühlten 120ten Mal durchging, war ja noch auszuhalten...
Doch auch meine Bitte, mir die Tagungsunterlagen vorab zur Verfügung zu stellen, blieb unbeantwortet. So fuhr ich also hin, zum zweiten Kongresstag (was ich übrigens vorher so angekündigt hatte). Am Empfang händigte man mir keinerlei Informationen aus und brachte mich direkt in den Veranstaltungsraum.
Und auch, als ich in der Pause darum bat, mir doch einige Informationen zur Verfügung zu stellen, hatte man nichts parat. Die Tagungsunterlagen seien nicht mehr vorrätig, ich möge doch nächste Woche die Downloadmöglichkeit im Internet nutzen. Dafür braucht man allerdings ein Passwort, was man versprochen hat, mir zugänglich zu machen. Ich bin gespannt, ob das auch passiert...
Die Krönung allerdings passierte heute, nachdem ich längst wieder zurück und bei der Arbeit bin. Die Öffentlichkeitsarbeiterin und Presseverhindererin des Veranstalters fragt nach, ob ich schon etwas veröffentlicht habe.
Sie weiß, bei welchem Medium ich arbeite und das ist nun einmal eine monatlich erscheinende Fachzeitschrift. Ich bin seit 19 Stunden wieder von der Veranstaltung zurück und habe tatsächlich noch nichts veröffentlicht. Noch nicht einmal geschrieben, denn ich habe ja noch keine Unterlagen.
Ganz ehrlich: so wird man wirklich zum Presseverhinderer. Die Veranstaltung selbst war übrigens hervorragend organisiert, die verstehen ihr Handwerk. Und Presseverhindern können sie auch ganz gut.
Doch auch meine Bitte, mir die Tagungsunterlagen vorab zur Verfügung zu stellen, blieb unbeantwortet. So fuhr ich also hin, zum zweiten Kongresstag (was ich übrigens vorher so angekündigt hatte). Am Empfang händigte man mir keinerlei Informationen aus und brachte mich direkt in den Veranstaltungsraum.
Und auch, als ich in der Pause darum bat, mir doch einige Informationen zur Verfügung zu stellen, hatte man nichts parat. Die Tagungsunterlagen seien nicht mehr vorrätig, ich möge doch nächste Woche die Downloadmöglichkeit im Internet nutzen. Dafür braucht man allerdings ein Passwort, was man versprochen hat, mir zugänglich zu machen. Ich bin gespannt, ob das auch passiert...
Die Krönung allerdings passierte heute, nachdem ich längst wieder zurück und bei der Arbeit bin. Die Öffentlichkeitsarbeiterin und Presseverhindererin des Veranstalters fragt nach, ob ich schon etwas veröffentlicht habe.
Sehr geehrte Frau Dr. Weber,
Sie haben an der o.g. Veranstaltung als Pressegast teilgenommen. Daher möchte ich heute anfragen, ob Sie bereits einen Artikel über die Veranstaltung geschrieben haben. Falls dem so ist, freue ich mich über die Zusendung eines Belegexemplars - gerne auch in digitaler Form als pdf - für unseren Print- und Online-Pressespiegel .
Ist noch eine Veröffentlichung in Planung, senden Sie mir doch bitte eine kurze Information unter Angabe des voraussichtlichen Erscheinungsdatums. Sollten Sie nichts geschrieben haben, freue ich mich ebenfalls über eine kurze Nachricht.
Herzlichen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
xxx
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Sie weiß, bei welchem Medium ich arbeite und das ist nun einmal eine monatlich erscheinende Fachzeitschrift. Ich bin seit 19 Stunden wieder von der Veranstaltung zurück und habe tatsächlich noch nichts veröffentlicht. Noch nicht einmal geschrieben, denn ich habe ja noch keine Unterlagen.
Ganz ehrlich: so wird man wirklich zum Presseverhinderer. Die Veranstaltung selbst war übrigens hervorragend organisiert, die verstehen ihr Handwerk. Und Presseverhindern können sie auch ganz gut.
Geschrieben von Frauke Weber in Public Relations
7 Kommentare - 0 Trackbacks
Tags für diesen Artikel: belegexemplar, fachzeitschrift, journalist, presseverhinderer, Public Relations, öffentlichkeitsarbeit


Kommentare
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Christian:
Das ist schon gewagt, nach einer Fachkonferenz bereits am nächsten Tag nachzufragen ob schon etwas veröffentlicht wurde und ob man ein Belegexemplar verschicken könnte...PR-Päpstin:
Naja, bei einer Tageszeitung wäre das ja möglich gewesen. Man muss nur bedenken, dass es eine Fachkonferenz zu einem sehr speziellen Thema war und dass da nix anbrennt, wenn eine Woche später in der Tagespresse berichtet wird.Julian Reischl:
Sehr geil - und sooo wahr! Große Klasse! Für Presseverhinderergeschichten könnte man einen eigenen Blog aufmachen bzw. sogar ein Buch schreiben. Ich würde es kaufen...PR-Päpstin:
Ein Buch? Dafür sind es noch nicht genug Geschichten. Demnächst wird es einen Vortrag dazu geben, ich hoffe auf große Resonanz.Ein eigener Blog nur für die Presseverhinderer? Das muss nicht sein. Hier lesen das viel mehr Leute...
Julian Reischl:
Ein Vortrag? Sehr gut! Wird der aufgezeichnet und online veröffentlicht?PR-Päpstin:
Bisher ist das nicht geplant, aber was nicht ist, kann ja noch werden... Die Veranstaltung ist auch erst am 25. Oktober. Aber Du hast mich auf eine Idee gebracht: wie wäre es mit einem e-Book? Das werde ich wohl mal basteln.Julian Reischl:
Ja, das ist super! Wird bestimmt brancheninterner Kult!Kommentar schreiben