Am 28. und 29. September 2005 war es wieder einmal soweit: Die Marketing-Experten trafen sich in Düsseldorf zum gegenseitigen Austausch und natürlich zur Eigendarstellung.
Allzu groß war sie nicht, die „Messe & Kongress für digitales Marketing“, lediglich die Hallen 1 und 2 des Messegeländes waren belegt. Das muss natürlich nichts heißen, immerhin haben wir es – angeblich – mit einer der kreativsten Branchen zu tun. So ging ich, wie viele andere, frohen Mutes auf die OMD 2005, und wurde auf ganzer Linie enttäuscht.
Was eine kreative Success Story hätte sein können, entpuppte sich als ein banaler Basar, in dem jeder sich als „der Beste“ oder sogar „der Einzige“ auf seinem Gebiet darstelle, aber irgendwie doch jeder das Gleiche anpries. Interessant war lediglich die Beobachtung, dass derzeit offenbar E-Mail-Marketing der wichtigste Trend der Marketing-Branche ist: Es gab kaum einen Stand, an dem nicht Werkzeuge oder Dienstleistungen für E-Mail-Marketing angeboten wurden.
So lieferte die Marketing-Branche also ein trauriges Bild: Diese Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Unternehmen zu helfen, aus der Masse der Mitbewerber hervorzustechen. Für sich selbst hat dies keines der Marketing-Unternehmen geschafft. Es gab keine überzeugende Success Story, keinen Dienstleister mit wirklich neuen Ideen, kein neues Software-Tool, das eine der vielen Lücken auf dem Markt gefüllt hätte.
Ein wenig Hoffnung hatte ich noch, als ich mir den Marketing-Vortrag „Sex Sells“ anhörte. Der groß angekündigte Redner, dessen Namen ich bereits wieder vergessen habe, bemühte sich, die Vorreiterrolle der Erotik-Branche für Online-Marketing darzustellen, blieb dabei jedoch so an der Oberfläche, dass auch nach einer Viertelstunde noch keine neue Information zu hören war. Selbst hier herrschte das Un-Kreative, denn nicht einmal die Grundregeln für die interessante Gestaltung eines Vortrags wurden beachtet.
Sofern ich mich erinnere, bin ich noch nie so früh von einer Messe zurückgekehrt. Zumindest war der Eintritt umsonst...