Die Suchmaschinenoptimierer trichtern uns seit Jahren ein, dass die artgerechte Fütterung der Suchmaschinen-Robots das A und O der Online-Kundenakquise ist. Zurecht.
Und nun, da auch für die gekauften Keywords gewisse Seitenoptimierungs-Kriterien relevanter werden, macht man weiterhin Abstriche bei Optik und Spaßfaktoren. Zum Beispiel um Ladezeiten gering zu halten, mindestens für die Landing-Pages. Sonst muss man nämlich für die Adwords plötzlich mehr bezahlen als der Mitbewerber. Und die Bebilderung hat wesentlich geringere Priorität gegenüber grausamen Text-Verbrechen, die für die kalten Robot-Herzen und weniger für emotionshungrige Käufersinne verfasst werden.
Zumindest, wer mit einem begrenzten Budget hantiert, investiert normalerweise deutlich mehr in SEO als in
look&feel.
Dabei wird leider allzu oft ignoriert, dass Online-Shopping dank des großen Angebots, längerer Online-Zeiten und dem allgemeinen Durst nach Haptik und Kauf-Erlebnissen als Ersatz für reale Shoppingtouren dem Offline-Konsumverhalten immer ähnlicher geworden ist. Ein Blick hinüber zu den Kollegen von
Exciting Commerce spricht Bände.
Das heißt, der Interessent guckt sich in der Regel viele verschiedene Angebote an. Er schaut in mehrere Shops, liest zwischendurch diverse Produktbewertungen in Foren und Blogs, bevor er sich - manchmal erst nach Tagen – für einen Deal entscheidet.
Und dass er danach nicht unbedingt zu der Seite zurückkehrt, die an allererster Stelle bei Google gelistet wird, sondern eher zu derjenigen, die ihm am sympathischsten, vertrauenswürdigsten, verheißungsvollsten in Erinnerung geblieben ist, ist gar nicht so selten. Selbst der günstigste Preis ist nicht der entscheidende Punkt.
Machen wir uns nichts vor, die perfekte Gratwanderung zwischen SEO und Einkaufsvergnügen klappt einfach verdammt selten. Kaum eine Website hat neben der „
SEO-Copy“ (für die Robots) auch eine wirksame „
Convert-Copy“ (für die Menschen). Und letztere braucht kräftige Unterstützung durch das Gesamtbild. Was das alles kostet!
Im Zweifelsfall ist es heute wirtschaftlicher, auf den Platz Eins in den Suchergebnissen zu verzichten und dafür ein besseres Besucher-Käufer-Verhältnis zu erzielen.
Wohlgemerkt, die erste Seite ist nach wie vor bares Geld wert. Aber der Thron mit der heiligen großen
Numero Uno muss es gar nicht mehr sein. Zum Glück, denn so ist in puncto Text-Vergewaltigung zumindest „On-Site“ endlich Erlösung in Sicht.