Sonntag, 25. Mai 2008
14:24
Die neue virtuelle Handelsware: Accounts
Domainhandel ist nun schon lange ein höchst lukratives Geschäft auf einem inzwischen fast leergeschürften Markt. Aussagekräftige Internetadressen mit gutem Merk- und Suchmaschinenpotenzial sind für Marken und Produkte reines Gold und als Grundstein einer strategischen Online-Positionierung unverzichtbar. Sehr ärgerlich ist es, wenn ein Mitbewerber eine entscheidende Adresse für sich registriert hat.
Inzwischen ist allerdings die Online-Präsenz längst nicht mehr auf eine Website begrenzt. Eine moderne Marke kommuniziert nicht allein über die eigene Website, sondern über viele Kanäle. Sie informiert, diskutiert und teilt allerlei relevante Multimedia-Daten mit der immer hungrigen Zielgruppe. Auf flickr, YouTube, Twitter, FriendFeed, Facebook, Mr. Wong, deli.cio.us, Netvibes und zig anderen Plattformen, auf denen sich Fans und potenzielle Kundschaft herumtreiben.
Wen wundert es, dass namensgebundene Accounts zuhauf gekapert werden wie anno dazumal Domains? Was früher Domaingrabbing war, wird nun Accountgrabbing, und Cybersquatting greift aktuell vor allem auf Twitter um sich. Gerade wurde bekannt, dass eine anonyme Person sämtliche Accounts für die bekanntesten dänischen Zeitungen registriert hat.
Hier wird es zukünftig juristisch noch viel Spaß geben. Und alle Markenverantwortlichen, die auf diese Art von Zeitvertreib gerne verzichten, tun gut daran, immer die Augen offen zu halten, ob irgendwo gerade eine neue, vielversprechende Community entsteht, in der man sich besser rechtzeitig "einen Namen macht". Bevor jemand anders schneller ist. Accounts sind die neuen Domains.
Inzwischen ist allerdings die Online-Präsenz längst nicht mehr auf eine Website begrenzt. Eine moderne Marke kommuniziert nicht allein über die eigene Website, sondern über viele Kanäle. Sie informiert, diskutiert und teilt allerlei relevante Multimedia-Daten mit der immer hungrigen Zielgruppe. Auf flickr, YouTube, Twitter, FriendFeed, Facebook, Mr. Wong, deli.cio.us, Netvibes und zig anderen Plattformen, auf denen sich Fans und potenzielle Kundschaft herumtreiben.
Wen wundert es, dass namensgebundene Accounts zuhauf gekapert werden wie anno dazumal Domains? Was früher Domaingrabbing war, wird nun Accountgrabbing, und Cybersquatting greift aktuell vor allem auf Twitter um sich. Gerade wurde bekannt, dass eine anonyme Person sämtliche Accounts für die bekanntesten dänischen Zeitungen registriert hat.
Hier wird es zukünftig juristisch noch viel Spaß geben. Und alle Markenverantwortlichen, die auf diese Art von Zeitvertreib gerne verzichten, tun gut daran, immer die Augen offen zu halten, ob irgendwo gerade eine neue, vielversprechende Community entsteht, in der man sich besser rechtzeitig "einen Namen macht". Bevor jemand anders schneller ist. Accounts sind die neuen Domains.
Geschrieben von Esther Rudolph in Corporate Publishing
7 Kommentare - 0 Trackbacks
Kommentare
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Robert:
Ganz so heiss muss man das nicht sehen, denke ich. Im Gegensatz zur Domain braucht man in Twitter oder anderen sozialen Communities nicht nur einen Namen, sondern auch die Vernetzung.Und die ist zumindest bei Twitter nicht so einfach "fabrizierbar", im Gegenteil zum konventionellen Linkbuilding für Websites.
Gerade diese Spamfestigkeit zeichnet Twitter doch aus.
Esther Rudolph:
Natürlich kann man das nicht 1 zu 1 übertragen. Aber ich denke schon, dass der bei Domains so beliebte Vergleich mit dem Grundstücksmarkt auf Accounts genauso anwendbar ist.Ein schlauer Makler sichert sich eine allein vom Namen schon zugkräftige Adresse und baut ggf. eine wertsteigernde Infrastruktur (Vernetzung, genau wie Linkbuilding für Google) drumrum.
Ein Twitter-Account mit vielen Followern wurde doch gerade erst bei eBay versteigert.
Ich bin sicher, dass das Thema in spätestens einem Jahr erste Schmerzensschreie laut werden lässt. Wenn nämlich auch Alternativ-Namen knapp werden. (Siehe auch "proximity to pain" von Seth Godin.)
Esther Rudolph:
Link zu Onkel Seth (leider kann man wohl hier in den Comments nichts klickbar machen):http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2008/05/proximity-to-pa.html
Felix Thönnessen:
Im Endeffekt sollte man sich über die Mehrarbeit für Anwälte für Markenschutz etc. doch freuen...Esther Rudolph:
Natürlich ist es immer erfreulich, wenn keine Langeweile aufkommt...Robert:
Ich kann mir nicht helfen, aber: Was die trendfolgenden Marketingleute heuer in Twitter sehen, haben sie das nicht vor langer Zeit (so irgendwo im Jahr 2007) in "Second Life" gesehen?Der Unterschied ist für mich: Twitter hat eine Gefolgschaft, die den Service liebt. SL war viel warme Luft.
Esther Rudolph:
Twitter und SL haben (hatten) doch sehr verschiedene Zielgruppen. Für Infomedien (wie die Zeitungen aus dem verlinkten Beispiel) halte ich Twitter auch abseits des Hypes für ausgesprochen sinnvoll.Ich wollte aber auch gar nicht so sehr auf bestimmte Dienste hinaus, sondern generell auf (individuell) nützliche Kanäle und vor allem auf einen guten Mix mit möglichst einheitlichen Account-Namen. Eine klare Linie ist ein must, und es ist ärgerlich, wenn man die nicht durchziehen kann.
Dass man deshalb nicht auf sämtlichen Dorfhochzeiten mitsteppen muss, ist aber natürlich auch klar.
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