Bessere Werbung: Sponsored Posts und Advertorials auf marketing-blog.biz»

Vorsicht: Wie schnell ist eine Präsentation abgewürgt

Letzte Woche war ich auf der Fachmesse für Direktmarketer: Den Mailingtagen. Und bei den 15 Vorträgen bei denen ich als Zuhörer war, haben (gefühlt) die Hälfte der Präsenter bereits beim Start ihrer Präsentation das eigene Totenglöcklein geläutet. Sie haben dem Publikum als erstes gesagt: Ich kann's nicht!

"Die Hälfte!?!", sagt jetzt vielleicht der ein oder die andere von Ihnen ungläubig, "Wie kann das sein? Und wie haben die Leute das gemacht?"

Nun, diese Präsenter haben noch ein paar Füllworte zu "Ich kann's nicht!" dazu gesprochen. Das klang dann so: "Ich kann in 30 Minuten das Thema Kundenbindung natürlich nicht erschöpfend erklären, aber .."; oder auch das "Ich" hinter einem "man" versteckt: "Man kann in 45 Minuten Thema XYZ nicht ..". 

Diese Art einen Vortrag oder eine Präsentation zu beginnen, sieht man auf jeder größeren Veranstaltung, bei der eine Reihe Redner nacheinander in einem festem Zeitrahmen antreten. 

Welche Assoziationen weckt man bei den Zuhörern mit so einem Einstieg?    

Als erstes: "Er hat es nicht geschafft!"  

    Das ist das Äquivalent zu "hat sich bemüht" aus der Zeugnissprache. Ein vernichtendes Urteil: "Hat sich stets bemüht, aber es ist nie was dabei raus gekommen." 
    Es wirkt, als ob der Präsenter mit seinem Statement beim Zuhörer die Luft raus lässt. Etwaige gespannte Erwartungshaltung - was jetzt gleich Interessantes zum Thema wohl kommt - wird frustriert: "Ich bekomme jetzt was Unausgegorenes, etwas Halbfertiges vorgesetzt.  Jetzt wird es langweilig."  

Die zweite Assoziation des Publikums:

    Man fühlt sich als Zuhörer ein bißchen minder bemittelt. So, als wäre man nicht für voll zu nehmen.  
    Jedem, aber auch wirklich jedem ist klar, dass ein Thema, welches es verdient hat bei einer Fachmesse auf die Tagesordnung gesetzt zu werden, nicht in einer halben Stunde, nicht an einem halben Tag - und ja -  wahrscheinlich noch nicht mal in einem halben Jahr erschöpfend behandelt werden kann. 

Die dritte Assoziation:

    Die hat das Publikum besonders dann, wenn der Präsenter als Koryphäe oder als Star angekündigt wurde: "Uff, der hat es aber nötig, sich so wichtig zu machen."

Es ist nicht mal notwendig, dass alle 3 Assoziationen gleichzeitig in einem Zuhörer aufscheinen müssen. Es reicht wenn eine da ist, um der Vorstellung einen ganz schlechten Start zu geben.

Was passiert im Publikum?

Nach dem zweiten Präsenter, der so eingestiegen ist, habe ich bewußt mal die Zuhörer beobachtet: Das Blättern in den Programmheften ging los; Getränke wurden nachgegossen; Gespräche mit den Sitznachbarn wurden begonnen; - alles Aktionen, für die eigentlich Pausen da sind. Kurz danach, der Vortrag hatte gestartet, sind die ersten raus gegangen.

Ich muss dazu sagen, dass die Vorträge selber zum Teil hervorragend waren. Die Unruhe (ich würde es fast Desaster nennen) wurde einzig und allein durch den Einstieg "Man kann nicht .. in einer dreiviertel Stunde .." ausgelöst.

Was macht man als Präsenter statt dessen besser?

Einfach weg lassen. Das Publikum - siehe Assoziation 2 weiter oben - das Publikum ist doch nicht blöd.  Und wenn man will - es muss nicht sein, wer aber meint .. - kann man die Sache positiv betonen: 

  • "Wir haben von jetzt an eine halbe Stunde. Und ich werde jede Sekunde nutzen, um Ihnen zu zeigen .."

  • "Schnallen Sie sich an! In der nächsten dreiviertel Stunde gehen wir im Galopp durch das Thema .."

Nach so einem "dramatisch positiven" Einstieg sitzt Ihr Publikum aufrecht.  Jetzt will es unbedingt hören, was Sie zu sagen haben.

--
Der Text ist ein Auszug aus meinem monatlichen Direktmarketing-Newsletter. Mehr Info dazu hier ..
Twitter Bookmark Vorsicht: Wie schnell ist eine Präsentation abgewürgt    at del.icio.us Facebook

Trackbacks

Trackback-URL für diesen Eintrag

Besserwerberblog • Marketing für Besserwerber: Präsentationen in Reichweite

Geistesblitz: Wie man einen Vortrag nicht beginnt Eine quietschende Lederjacke, eine Inhaltsübersicht mit der Aussicht, dass es einige Zuhörer aus Altersgründen nicht bis zum Ende der Lesung schaffen und ein Schluckauf… Großartig. ANDERS|denken Bu

14:33

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Nicole:

Super! Das sind wohl die kleinen aber feinen Unterschiede, die in der Gesamtheit eine Präsentation zu einem Top oder Flop machen. Danke für den Tipp!
17:24

Ed Wohlfahrt:

scharfsinnig beobachtet! die "schönsten" Eigentore als Präsenter schießt man sich halt immer noch selbst. Das hat ziemlich sicher oft auch damit zu tun, dass man aufgeregt ist, ja das kommt vor! Und wenn man schon mal dabei ist, sich klein zu fühlen, dann macht man sich mit derlei Begrüßungsfloskeln gleich mal noch ein wenig kleiner. Alles natürlich in der (berechtigten?) Hoffnung besser zu connecten und um nicht gleich aufgefressen zu werden. oder so. sich diesen Post durch zu lesen sensibilisiert für das nächste Impulsreferat. danke!
22:02

Gerold Braun:

Toll, dass Sie beide den Tipp gut finden. Es kommt bei einer Rede oder Präsentation tatsächlich sehr stark auf den Anfang an. Das gilt sowohl für den Präsenter, als auch für das Publikum.

Ist man als Präsenter gut gestartet, dann fließt die Sache (manchmal groovt es dann sogar ;-)). Und um die Anfangs-Aufregung zu überbrücken hilft schon sehr, wenn man die ersten beiden Sätze auswendig gelernt und zur Sicherheit noch auf einem Blatt Papier in der Hand hat. Ich mach das immer so.
22:51

Ed Wohlfahrt:

Stimme voll zu. Wer hat das gesagt: "Jedem Anfang liegt ein Zauber inne?" Bachmann.. weiß nicht. Stimmen tut es auf jeden Fall.
11:43

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA



Kulturmarketing

Elementare Philosophie
Philosophisch intellektuelle Autowerbung
Ein Gedicht: Werbung für Ford
Lust auf Text? Ein Gedicht von Robert Frost
Das Leben ist schön
und voller schöner Momente.

Ethnomarketing

Geile Weiber haben Lust aufs F......
...orschen, natürlich. Was denn sonst?
Deutschland auf der Hut
Darf man mit Hitler Werbung machen?
Die Gunst der Hunde
Immer dem anpassen, den man trainiert.
Du bist Finnland!
Oder etwa nicht?

Verwaltung des Blogs

Login