Rechnen mit Gefühl. Befindlichkeitsbloggen endlich auch hier. (keine Sorge, war nur Spaß)

Der Chef wies ja erst vor ein paar Tagen darauf hin, dass Logogestaltung und Algebra eng verknüpft sind. Und da wir ohnehin das Jahr der Mathematik schreiben und ich als Monitoring-Addict trotz Rechenschwäche sehr an Zahlen interessiert bin, habe ich mich unlängst dem Buch „Der zählende Mensch. Was Emotionen mit Mathematik zu tun haben.“ gewidmet.

Als Marketingler der Moderne sind wir schließlich einerseits Emotionswissenschaftler und andererseits auch Betriebswirtschaftler. Und neuerdings – dank web2.x - ist der Mensch für uns nicht mehr nur als zahlender, sondern eben auch als zählender (in beiderlei Sinn) von immenser Bedeutung.

Der Autor André Frank Zimpel haut genau in diese Kerbe, denn er tritt recht vehement gegen die bislang verbreitete Verdinglichung des Menschen durch die (Schul-)Mathematik ein.

Emotionen und Mathematik

Über diverse Ansätze verschiedenster Wissenschaften – von Naturwissenschaften über Psychologie und Philosophie (er selbst ist Erziehungswissenschaftler) – führt Zimpel immer wieder zu der einen pythagoräischen Erkenntnis: „Alles ist Zahl.

Unser allgemeines und individuelles Weltbild beruht auf Zahlen. Von Kindheit an lernen wir anhand von Zahlen unsere Umwelt zu strukturieren. All unser Verhalten lässt sich letzten Endes in Formeln ausdrücken.

Zimpel plädiert dafür, eben dieser ursprünglich aus der antiken Philosophie stammenden Weisheit durch eine „menschlichere“ Mathematik gerechter zu werden. Schließlich sind wir selbst Teil unseres Weltbildes. Und es ist absurd, etwas Subjektives verobjektivieren zu wollen.

In einer Kritik zum Buch ist von der Notwendigkeit, „die [Erklärungs-]Lücke zwischen Mensch und Natur zu überbrücken“. Emotionale Zahlen – Zimpel spricht von Humanmathematik - könnten in unserem immer weiter technisierten Leben viele Konflikte lösen.

Ich sehe einen riesigen Bedarf dafür gerade im Marketing. Denn in letzter Zeit stoße ich ständig auf eine viel zu große Diskrepanz zwischen technischen und statistischen (oder gerne auch marktforscherischen) Theorien in den Chefetagen und der „echten“ menschlichen Netzwelt. Die Muster, die sich aus objektiv-zahlenorientierten Analysen ergeben, sind oft meilenweit von den subjektiv betrachteten Werten entfernt, obwohl sie als nackte Zahlen identisch sind.

Wer als Erster ein mathematisches Umdenken (Zimpel nennt es eine „kopernikanische Wende“) schafft, dürfte gravierende Wettbewerbsvorteile haben.

Abschließend möchte ich einen vielsagenden Satz aus einer weiteren Kritik zum Titel zitieren. Denn erstens ist die Logik des Buches anhand meiner bescheidenen Worte vielleicht nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Und zweitens fragt sich eventuell der Eine oder Andere immer noch, was das alles mit Marketing zu tun haben soll:



Wer Parallelen erkennt, dürfte an Zimpels Buch Gefallen finden.
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