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Kurz gebloggt und eingelocht

Hach, was wüsste ich von der Welt, läse ich nicht bild.de? Alles, was völlig irrelevant ist, ist dort auf Platz 1. Es scheint jemanden zu interessieren. Und dann das:

    Immer mehr Blogger landen im Knast

prangt oben auf der Homepage und schafft es damit unter den Bronzemedaillengewinner, der sein Metallstück am Band zu Boden wirft (Ringer. Das kann er.) und neben die Newsrotation, die einem alles bietet, was Kant, Fichte, Schelling nie verstünden.

Und so geht's weiter im Text:

    Haftstrafen für Internet-Tagebücher So gefährlich kann Bloggen sein
    Satire, Erotik, Regime-Kritik...

    Blogger weltweit sollten noch einmal ganz genau in ihre Online-Tagebücher schauen: Denn immer mehr Schreiber landen wegen ihrer Veröffentlichungen im Gefängnis.
    Logo des digitalen Filmfestivals Twinity

    Die eigenen Gedanken und Ideen im World Wide Web zu veröffentlichen, gehört heute fast schon zum guten Ton. Doch viele Menschen ziehen bei ihrem Blog nicht in Betracht, dass es tatsächlich von jedem gelesen werden kann.

    Unangenehm kann es werden, wenn der zukünftige Chef mal vorbeischaut. Richtig gefährlich wird es jedoch, wenn das Heimatland mit dem Geschriebenen nicht einverstanden ist. Dann droht sogar Verhaftung. In erster Linie betrifft das typische Zensur-Länder wie China, Iran oder Burma. Doch auch in Frankreich oder Kanada gab es bereits die ersten Haftstrafen für Blogger.

    Übrigens: Nicht nur Selbstverfasstes ist gefährlich – auch für Links oder Eintragungen im Gästebuch kann man ins Gefängnis wandern!

Hm, soll ich jetzt auf den Artikel verlinken?

Und dabei wird da dann doch von 20 Einzelschicksalen erzählt.

Naja, wenn Sie die lesen wollen, müssen Sie nur klicken und
    Antonis Tsipropoulos
    Land: Griechenland
    Grund: Sein Blog linkte auf eine Satireseite, die über die Theorien des umstrittenen Fernsehpredigers Dimosthenis Liakopoulos schrieb. Tsipropoulos wurde dafür für eine Nacht in Gewahrsam genommen.

    Christophe Grebert
    Land: Frankreich
    Grund: Er wurde 2004 verhaftet, weil er auf der Webseite „MonPuteaux.com“ angebliche Missstände in der Verwaltung seiner Heimatstadt beschrieb (bereits wieder auf freiem Fuß).

    Li
    Land: China
    Grund: Der Blogger Li veröffentlichte kostenlose erotische Geschichten auf seiner Webseite „Hazy Night“.

    Hu Jia
    Land: China
    Grund: Er kritisierte Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen den Umweltschutz und bezeichnete die Olympischen Spiele als „Menschenrechts-Desaster“. Verhaftet im Jahr 2007

    Jin Haike
    Land: China
    Grund: Seine Online-Artikel und Essays zu politischen und sozialen Reformen auf seinem Blog „The garden of Yang Zili’s ideas“ wurden als Angriff auf die kommunistische Führung Chinas verstanden (in Haft seit April 2001)

    Oiwan Lam
    Land: Hongkong
    Grund: Der Blogger verlinkte auf seiner Seite auf ein Internetangebot mit Nacktfotos. Dafür drohten ihm 2007 ein Jahr Gefängnis oder 400 000 Hongkong-Dollar Strafe.

    Josh Wolf
    Land: USA
    Grund: Er filmte 2006 ein brennendes Polizeiauto und veröffentlichte das Video auf seinem Blog. Nach über 220 Tagen in Beugehaft kam er wieder frei.

    Reza Valizadeh
    Land: Iran
    Grund: Valizadeh machte 2007 auf seinem Blog „Istgah“ publik, dass Staatspräsident Ahmadinedschad etwa 600 000 Dollar (circa 400 000 Euro) zum Kauf von vier Wachhunden aus Deutschland ausgegeben hat.

    Mojtaba Saminejad
    Land: Iran
    Grund: Auf seinem Blog hat er die Verhaftung befreundeter Blogger angeprangert. 2005 wurde er dafür selbst zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach 21 Monaten kam er wieder frei.

    Omid Sheikhan
    Land: Iran
    Grund: 2004 wurde er verhaftet, weil er auf seinem Blog satirische Kommentare über die politische Führung seines Landes veröffentlichte.

    Sina Motalebi
    Land: Iran
    Grund: Sein Blog „Rooznegar“ stellt eine Bedrohung für die innere Sicherheit dar (in Haft seit April 2003).

    Bashar Al-Sayegh
    Land: Kuwait
    Grund: Bashar Al-Sayegh hatte das Pech, dass ein anonymer Besucher einen offensichtlich unpassenden Kommentar über das Staatsoberhaupt hinterließ. Nach einer Woche kam er wieder frei.

    Fouad al-Farhan
    Land: Saudi Arabien
    Grund: Der Blogger schrieb 2007 gegen die Korruption in seinem Land an und sprach sich für politische Reformen aus. Nach 137 Tagen in Haft wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

    Charles Leblanc
    Land: Kanada
    Grund: Er machte 2006 Bilder auf der „Atlantica“-Konferenz und verwendete sie für seinen Blog.

    Nay Phone Latt
    Land: Burma
    Grund: Nay Phone Latt hatte auf seinem Blog Karikaturen bekannter Generäle veröffentlicht. Derzeit läuft sein Prozess.

    Nay La
    Land: Burma
    Grund: 2007 wurde Nay La verhaftet, weil sie ausländische Medien kontaktierte und Informationen über Protestaktionen weitergab.

    Mohammed Abbou
    Land: Tunesien
    Grund: Mohammed Abbou wurde 2005 verhaftet, weil er die tunesische Regierung kritisierte.

    Hossam El-Hendy
    Land: Ägypten
    Grund: Hossam El-Hendy berichtete 2007 auf seinem Blog über einen Studenten-Protest (mittlerweile wieder frei).

    Rami Siyam
    Land: Ägypten
    Grund: Er kritisierte auf seinem Blog unter dem Pseudonym „Ayyoub“ die ägyptische Regierung und wurde dafür 2006 verhaftet.

    Praya Pichai
    Land: Thailand
    Grund: Der Blogger postete 2007 beleidigende Kommentare über die Monarchie. Er wurde mittlerweile auf Bewährung frei gelassen.


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