Eine Akquise-Strategie - was braucht man dazu?
Vielen, die sich selbständig machen ist das allerdings gar nicht bewußt: Wer ein Geschäft betreibt muss wissen, wie er neues Geschäft an Land zieht - wie man akquiriert.
Was man hingegen oft sieht, ist hektisches Treiben. Da wird mal eine Anzeige geschaltet und dann vielleicht ein Werbebrief verschickt. Da werden Google- AdWords gebucht und nebei noch Newsletterwerbung geschaltet. Kurz: Es wird dies gemacht und jenes probiert - allerdings alles recht willkürlich, planlos.
Wer so aus der Hüfte schießt, sollte damit rechnen, dass seine Akquise-Aktionen dann ohne - oder so gut wie ohne - Wirkung verpuffen.

Akquise braucht ein Fundament, wenn sie Wirkung entfalten soll.
Das Fundament einer wirkungsstarken Akquise ist eine Akquise-Strategie.
Ohne eine durchdachte Strategie bleibt die Akquise - das heißt: Anbahnen von neuem Geschäft - bestenfalls Stückwerk, oft einfach vom Zufall abhängig.
Was ist das, eine Strategie?
Die klassische Definition von Strategie stammt vom preußischen General Carl von Clausewitz. Der ist vor allem durch sein Statement "Krieg ist die Fortsetzung der Poilitk mit anderen Mitteln" bekannt. Und Großmeister von Clausewitz sagt *: "Strategie ist der Gebrauch des Gefechts zum Zwecke des Krieges." *Carl v. Clausewitz: Vom Kriege, Reinbek 1999, rororo Taschenbuch]
Und wenn man von Clausewitz' militärische und etwas altertümlich klingende Definition in 21. Jahrhundert Business-Sprache überträgt, dann wird rasch klar, was dahinter steckt.
Die zentralen Begriffe sind Politik, Gefecht und Zweck des Krieges.
- Politik übersetzen wir in Business-Sprache mit Idee, Claim oder Mission. Unsere Mission ist die Antwort auf die Frage: "Warum agieren wir am Markt?" Ein Beispiel: Meine, Gerold Brauns Mission ist: "Ich helfe kleinen und mittelständischen Unternehmen, mehr aus ihrer Werbung heraus zu holen - mehr Geschäft!" Sie haben doch eine Mission, oder nicht?
Gefecht, das steht für die Mittel, die wir einsetzen können. Von Clausewitz konnte Kanonen, Fusssoldaten, Reiter usw. ins Gefecht werfen. Bei uns, wir wollen ja eine Akquise-Strategie aufgleisen, sind das Flyer, Broschüren, Websites, Anzeigen, Werbebriefe, PR, Telemarketing, .. Kurz: "Gebrauch des Gefechts" heißt für uns "Bewußtheit der Mittel" - was steht uns zur Verfügung, und wie wirkt es.
Zweck des Krieges: Krieg können wir mit Kampagne recht treffend übersetzen. Um unsere Mission zu erfüllen, starten wir Kampagnen. Eine Akquise-Kampagne könnte zum Beispiel so aussehen: Wir wollen bis Ostern nächsten Jahres 10 neue Kunden im Postleitzahl-Bereich 76xxx gewinnen.
Jetzt haben wir die Voraussetzungen beisammen, um eine Strategie zu entwickeln: Wir wissen was wir wirklich wollen (das sagt uns unsere Mission), wir wissen was wir an Werbemittel zur Verfügung haben (was wir uns leisten können) und wie es wirkt, und wir haben ein ganz konkretes, messbares Kampagnenziel.
Ein Akquise-Strategie entwickeln heißt daher nix anderes als: Getragen von unserer Mission planen wir den Einsatz der Werbemittel, um das Kampagnenziel zu erreichen. (Klingt ein bißchen nach XX. Parteitag der KPdSU, oder? Aber .. es ist halt so schön plakativ!)
Strategie-Analogie
Eine Strategie entwickeln, das kann man mit der Planung einer Wanderung vergleichen. Ich nehme mir die Landkarte von der Gegend her und lege die Route fest. Beim Studium der Karte sehe ich, welche Wege es gibt und welche Hindernisse, wie zum Beispiel Berge und Flüsse.
Dabei muss ich Entscheidungen treffen: Welche Brücke nehme ich, gehe ich den kurzen aber schweren Weg über den Berggipfel oder laufe ich drum rum? Was passiert, wenn ein Gewitter aufzieht? Wo gibt es Schutzhütten?
Wenn ich diese Fragen stelle und beantworte, dann entwickle ich auf der Landkarte meinen Wege-Plan. Und wenn der steht, weiß ich auch wie ich mich rüsten muss und ziehe gut gelaunt los. Den Plan habe ich in der Tasche dabei, damit ich an bestimmten Punkten nachschauen kann, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin.
Und genau so funktioniert eine Strategie. Strategie ist ein durchdachter Aktionsplan.
Vielleicht - nein, ich bin sicher, Sie haben jetzt Dank Clausewitz eine gute Vorstellung davon, wie man zu einer Akquise-Strategie kommen kann, nicht wahr?
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Der Text ist ein Auszug aus meinem monatlichen Direktmarketing-Newsletter. Mehr Info dazu hier ..
Bildquelle: istockphoto.com


Kommentare
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K.B.:
Hallo,ziemlich guter Artikel. Fehlt nur noch, dass man eine einmal eingeschlagene Strategie auch in regelmäßigen Abständen überprüft und an veränderte Gegebenheiten anpaßt.
Gerold Braun:
Danke für die Blumen K.B. Und ja, das ist richtig: die Strategie ist nicht in Stein gemeißelt, sondern muss mit "ins Feld".Gerald Siegemund:
Ohne Frage ein sehr treffender Artikel und im Gegensatz zu einigen anderen Kommentaren halte ich ihn durchaus für aktuell. Mal hier etwas probiert, mal da. Wenn sich nicht über Nacht der Erfolg einstellt, werden alle möglichen Ursachen ins Feld geführt - nur nicht das eigene Versagen, die eigene Planlosigkeit, die eigene Ungeduld.Geld verdienen im Internet wollen viele, nur die wenigsten wissen, dass das wie "im richtigen Leben" auch mit Arbeit verbunden ist. Möglichst ohne Kapitaleinsatz, möglichst ohne Arbeit, aber möglichst bald sehr sehr reich - das wird auch in Jahren noch die Vorstellung vieler "Existenzgründer" sein. Deshalb ist nicht nur dieser Artikel aktuell, sondern der gesamte Blog. Ich habe ihn abonniert.
MfG - Gerald Siegemund
Marco:
Da muss ich mich K.B. anschließen, aber ich denke mit der Aussage "Der Plan für die Wanderung wird mit genommen, um zu prüfen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist" ist das ja auch bedacht wurden. Dass man den Weg dann auch mal abändern kann, weil die nächsten Tage bestes Wetter vorhergesagt ist, und man über den Berg gehen könnte, statt den Umweg zu nehmen, um in Bildern zu sprechen, sollte eigentlich auch jedem Geschäftsmann klar sein, der sich mal mit Marketing, Akquise und Werbung befasst hat.Aber der Artikel ist sehr schön anschaulich geschrieben und zeigt genau, worauf es ankommt, erklärt in einfachen Worten und leicht verständlich.
Eule:
Lieber Gerold Braun,danke für diesen kurzen aber glasklaren Artikel. Als Dienstleister haben wir uns lange Zeit schwer getan mit einer Strategie für die Neukundenaquise. Erst nachdem uns klar war, welchen überragenden Nutzen wir bieten und in Zukunft bieten wollen, kam Bewegung in die Sache. Und danach wurde es immer einfacher. Wir sind auf dem Weg, aber wahrscheinlich werden wir nie ankommen. Wie Marco so schön sagt: Das Wetter ändert sich laufend ...
Viele Grüße
Ralph Hadem
Alexander E. Schröpfer:
Wo sind wir heute, wo wollen wir hin und was müssen wir daüfr tun?Die Antworten auf diese Fragen, sind die dazu notwendigen Aktionen!
Mit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer
Felix:
Schöner Artikel, leider in einem halben Jahr wieder überholt, weil sich alles geändert hat.Gerold Braun:
zugegeben Felix, manchmal muss man die Strategie ändern. Allerdings sollte man das nicht alle halbe Jahre tun. Dass sich "alles immer ändert" ist wohl nicht zu ändern, oder?Alexander E. Schröpfer:
Nichts ist beständiger als der Wechsel.Mit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer
Michael Dorer:
Abstrakte Aussagen sind die unbrauchbaren Antworten auf konkrete Fragen!tom:
nichts ist so beständig wie der wandel!ich habe diesen leitspruch eines sehr fähigen chefs von mir geliebt. hat er doch am besten zum ausdruck gebracht, dass man sich und sein handeln jeden tag neu überprüfen und einstellen muss.
dies gibt es aber schon seit jahrhunderten und ist kein erfindung der neuzeit. vorbild für alle zum thema networking könnten die fugger sein. fasziniert bin ich darüber, dass dies in der neuzeit zu einem ganz eigenen studienthema geworden ist und sich mehr oder weniger super schlaue master und bachelor absolventen mit diesen grundlagen des human behavior auseinandersetzen (müssen). für mich entsteht hier ein arg trauriges bild einer spezies mensch die ohne networking via twitter, xing, etc garnicht mehr existent sein kann und sich so in eine abhänigkeit manövriert die sie durch die gefühlte freiheit gar nicht bewusst ist. ich habe leider immer mehr mit menschen zu tun, denen der direkte soziale kontakt unangenehm ist - mit menschen einfach nur reden oder in einem dialog etwas zu erörtern - weil ihre ganze welt sich auf einer virtuellen plattform befindet. arme sozialleichen.
Alexander:
@tomEinspruch, denn gerade XING hilft mir ungemein mit Menschen gerade auch offline in Verbindung zu treten!
Oliver:
... Und unsere Metriken sind der Feldkompass?Schöner Artikel, habe den Blog abonniert.
Walter:
Das beste Werkzeug zur Entwicklung einer individuellen Strategie ist die Anwendung der EKS-Strategie von Prof. h.c. Wolfgang Mewes. Sie führt jeden der sie richtig anwendet sicher zum Erfolg. Beispiel: Town & Country Haus.David:
Schöner Artikel, regt auch zum überlegen anVersuche gerade selber eine geeignete und vor allem erst einmal kostengünstige Kampagne zu durchplanen
Andreas:
Gelungener Artikel!Ich glaube die Erkenntnis eine Strategie haben zu müssen ist das Fundament. Das Problem vieler Firmen ist meiner Meinung nach die konsequente Umsetzung und permante Anpassung an aktuelle Trends, insbesondere was die Werbemittel angeht. Auch die Koordination der einzelnen Maßnahmen ist eine riesen Herausforderung und wird meiner Meinung deutlich unterschätzt. Klar, möchte jeder Twittern, einen Blg schreiben, mehrstufige Mailings durchführen, die Website topaktuell haben, usw., und das kostest Zeit. Daher glaube ich, dass die realistische Einschätzung der Maßnahmen ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Alexander E. Schröpfer:
Es kostet keine Zeit, sondern Zeit ist eine Investition. Dafür spare ich mir an anderer Stelle das Geld. Entscheidend ist doch nur der ROIMit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer
PS: Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht, dann nehmen wir noch die Nacht dazu
D. Lux:
Ist die Akquise-Strategie erarbeitet, kommt der wirklich schwierige Teil: sie umsetzen.Laufend ergeben sich Überraschungen, Neuerungen und neue Informationen - auf alles will richtig reagiert werden.
Systemische Vertriebsentwicklung ist das moderne Wort dafür. Doch die dafür notwendigen Tugenden, Fähigkeiten und Verantwortungen sind weit älter als Clausewitz & Co.
Spannend und aufregend ist es auch heute noch!
lg DL
editiert, weil es Keyword-Verlinkungen hier nicht umsonst gibt.:
Schwierig wird es nur dann, wenn der/die Umsetzer nicht die notwendigen Kompetenzen haben.Es gilt auch hier wie überall:
Der richtige Mann/Frau am richtigen Ort ( an der richtigen Aufgabe), denn von Anfang an machen Menschen Geschäfte mit Menschen.
Dann klappts auch mit der Akquise
Markus maas:
Ich finde es sehr passend was der Autorzu dem Thema kurz und knapp beschrieben
hat,es trifft es auf den Punkt.
Denn planlos kann jeder, und wird nichts erreichen,
ausser das Frust sich aufbaut und kein Erfolg erzielt wird.
Liebe Grüße M
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