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Die leise Qualität von Corporate Blogs

Mit etwas Verspätung (wegen technischen Mobbings seitens Cheffe) möchte ich noch einmal auf das Posting der Päpstin zu Corporate Blog-Flopping (inkl. Kommentare) zurückkommen.

Ich glaube, dass die echten Goldstücke aus den Reihen der Unternehmensblogs bei der Diskussion um Sinn und Unsinn des Corporate Bloggens oft zu kurz kommen. Wenn ich sage, dass die guten Beispiele unter den Tisch fallen, wird das für manche gleichbedeutend mit Flop sein. Dem ist aber keineswegs so! Stille Wasser sind tief. (hier bitte Chauvimodus unterdrücken)

Ein Blog ist kein Marktschreierstand und erst recht kein virales Video. Auch keine Suchmaschinenfutterkrippe. Man kann es so einsetzen, klar. Aber was das unschätzbare Potenzial einer Blogsoftware für ein Unternehmen wirklich ausmacht, ist die Möglichkeit, auf unkomplizierte Art beständig und authentisch zu informieren und direkt ansprechbar zu sein. Nicht mehr und nicht weniger. Der Anspruch auf 1000 Leser und 100 Kommentare am Tag ist oftmals eher Gift für eine unaufgeregte Marke. Ja, wir alle hier wissen das. Und tatsächlich machen es mehr richtig, als allgemein bekannt ist.

Ein schönes Beispiel ist das Froschblog. Da wird kein großes Bohei gemacht, sondern stetig Qualität geliefert, gut geschrieben, abwechslungsreich, informativ und das gar nicht langweilig. Genau so authentisch, wie ein Unternehmensblog sein sollte. Frei von Marktschreierei, Linkgebuhle und krampfhaftem Aufmerksamkeitsheischen.

Da entsteht der entscheidende Deut mehr Sympathie, mehr Vertrauen, mehr Nähe zum Kunden. Auf diese Art kräftigt das Froschblog ganz entscheidend seine Marke. Und zwar mit jedem Posting ein bisschen mehr. Das ist die Stärke dieses Tools. Wem das zuwenig erscheint, der kann in der Tat in den Prekariatsformaten unserer Wirtschaft versuchen seine Strohfeuer abzubrennen.

Ich hoffe dagegen, dass Beispiele wie jenes aus dem Hause Frosch – die wahren, schönen Guten – den Ruf des Werkzeugs Blog retten. Und wie die werte Kollegin schon schrieb: Die Chancen stehen gut.
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Kommentare

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Robert:

Richtig, viele corporate blogs sind trotz attrakitver Inhalte unbekannt.

Mein liebstes Beispiel für diesen unbefriedigenden Zustand ist das Blog "Reden ist Silber" (http://blog.druckerey.de/) des Druckers Martin Z. Schröder. Da gibt's ehrliche Kommunikation, Einblicke in Arbeitsweise und echtes Hintergrundwissen über die Tätigkeit.
15:07

Esther Rudolph:

Ohja, auch ein Glanzlicht, und das gerade in der Branche.
15:29

entrevista:

ich befürchte-egal ob gut oder schlecht "gemacht"-:wenn das bloggen erstmal vollständig ver-kommerzialisiert worden ist,dass es sich mit dieser ursprünglichen off-szene verhält, wie mit allen anderen bereichen, in denen der kommerz einzug erhielt: gleich einem bug oder einem ätzenden virus stirbt der patient(hier die blogs und ihre blogger) am "Kohle-Tumor" und was einmal gut,neu und richtig war, wird spamcharakter bekommen und das it-leben verseuchen.
12:42

Christian:

Das Froschblog kannte ich noch gar nicht. Ist ganz nett geschrieben - wenn ich mich für Haushaltsmittel begeistern könnte, käme der jetzt in meinen Feed.

Was mir allerdings auffällt, ist dass es dort "nur" zwei oder drei Postings pro Monat zu geben scheint. Aus meiner Sicht eigentlich genug, da man ja so oft nichts "Neues" aus der Praxis und dem Unternehmen zu berichten hat. Ich kenne aber etliche Vermarkter, die das für zu wenig halten würden und die zwei Postings pro Woche minimal empfehlen.

Was meint der Rest? So viel berichten, wie es berichtenswertes gibt oder bei "zu wenigen" Postings (wo auch immer die Grenze liegen mag) lieber eine statische Seite einrichten und das Ganze nicht als Blog führen?
18:22

Esther Rudolph:

Stimmt schon, eine höhere Schlagzahl wäre schön. Die meisten empfehlen ja 2 - 3 Postings pro Woche.
Aber genau da fängt´s schon an: ab wann kloppt man Irrelevanz raus, um die Postingquote zu halten?

Eine statische Seite als Alternative fände ich schon allein wegen der fehlenden Kommentaroption schade.

In jedem Fall wäre ich sehr dafür, das (technische) Werkzeug Blog nicht in eine Anwendungsschablone mit irgendwelchen formalen Auflagen zu stopfen.
19:59

Christian:

Genau mein Problem: Manchmal gibt es viel Interessantes zu berichten, manchmal eben nicht. Wann fängt man an, Irrelevandtes zu schreiben, um den Lesern zu zeigen, dass der Blog nicht "gestorben" ist?
20:43

Esther Rudolph:

Ohja, das Problem kenne ich. Wenn ich in meinen Feedreader gucke, scheint es allerdings inzwischen viele Blogautoren zu geben, die mal zwei-drei Wochen nichts schreiben. Die Zeiten, in denen man den Feed dann gleich rausschmiss, sind hoffentlich ich vorbei.

Bei mir selber habe ich aus eben diesem Grund meinen Lifestream eingebaut (bei vielen Bloggern fließt ja ohnehin immer öfter ein hoher Prozentsatz des Outputs in Twitter, identica & Co. statt ins Blog). Dann sehen Besucher immerhin, dass ich noch lebe und auch noch im Thema bin.

Löst nur leider nicht das Problem des Feedstillstands :-(
07:12

Christian:

Es löst aber immerhin das Problem der statischen, "toten" Blogseite...
08:03

ema:

Rand Fishkin hat es heute im Whiteboard Friday auf SEOmoz perfekt erklärt: Nur bekannte Firmen können es sich "erlauben", auf ihrem Blog PR zu betreiben, weil die Kunden in diesen Fällen auch Internas wissen wollen. Weniger bekannte Unternehmen müssen Neues aus der Branche berichten, um gelesen zu werden. Auch Tipps & Tricks für die Leser helfen einem Blog zu Popularität.
Frosch mischt diese 3 Komponenten erfolgreich, und so kommt ein guter Blog zustande.
16:33

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