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Marketing mit Fleisch und Blut

Weil ich mich gerade mit Games als Marketingkanal beschäftige, komme ich nicht umhin zu bestaunen, wie Spiele selbst vermarktet werden. Obwohl klar war, dass sich dort Technologie-Genies, enorme Phantasiebegabungen, an Sucht genzende Leidenschaft für das Produkt und eine Menge Geld tummeln müssen, habe ich nie näher hingeschaut. Es ist ein bisschen wie ein anderer Planet. Und ich beginne zu ahnen, was ich alles verpasst habe, allein schon, weil meine morbide Neigung toll bedient worden wäre.

Anlässlich des Releases von Resident Evil 5 findet just heute morgen in London eine "Schatzsuche" der etwas anderen Art statt. Hauptgewinn ist eine Reise nach Afrika. Man muss nur nach Körperteilen suchen. Für Arme oder Beine bekommt man zwei Punkte, für einen Torso drei und für einen Kopf sogar fünf Punkte.
Ich bin fast sicher, dass auch echte "Objekte" (so sagt Spielhersteller Capcom) dabei auftauchen, was aber den Erfolg dieser Aktion keineswegs schmälern dürfte.

Eine völlig andere Kamapage gibt es dagegen in LA: Die Idee ist ebenso blutrünstig, aber deutlich unzweifelhafter. Nach dem Motto "Give evil a shot!" wurde zum Blutspenden aufgerufen. Unter den Spendern werden massenweise Resident Evil-Promopacks verschenkt. Ein klares Statement zum Thema Blutvergießen in Virtualität und Realität als grundverschiedene Aspekte. Finde ich wirklich gelungen.
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Kommentare

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maya:

die idee mit dem blutspenden und anschliessender "belohnung" spielerisch auf zu ziehen, gefällt mir. muss ich hier in d auch vorschlagen. blut wird gebraucht...
12:39

Esther Rudolph:

Ja, so etwas Konstruktives hat mich aus der "Ballerspielriege" auch überrascht. Umso schöner, wenn´s funktioniert.
14:47

Frank:

Gelungen? Das ist ja dann wohl Ansichtssache oder? Also ich kann es ja verstehen, wenn die Leute auf so etwas anspringen und das toll finden, aber ich finde es jetzt nicht richtig, denn die Leute sollten eigentlich zum Blutspenden gehen weil sie es wollen und weil sie einfach auch dafür bereit sind und nicht weil sie halt dann etwas geschenkt bekommen. Ich habe das Gefühl, dass wir Menschen nichts mehr machen ohne eine Gegenleistung und das finde ich irgendwie schon sehr schlimm.
00:12

Esther Rudolph:

Ja, das ist traurig. Aber dass die Menschheit tendenziell scheiße ist, macht die Aktion wohl kaum schlechter, oder? Immerhin rettet sie Leben.
Ich glaube nicht, dass sie die "und-was-hab-ich-davon"-Mentalität noch vertieft. Eher öffnet sie ein paar Gamern vielleicht sogar die Augen für die Problematik und die Einfachheit sie zu lösen. Denn ich schätze, viele haben über das Thema noch nie nachgedacht.

(Bin ich naiv? Ich finde, man merkt, dass ich Optimist geworden bin...)
06:41

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