Zeit für eine neue Marke (II)

Vor rund zwei Wochen bat ich mich als erster Abonnent einer noch zu produzierenden Tageszeitung an, deren Qualität auf eine Fokussierung auf Fakten und eine Abstinenz von Emotionen basiert. Diese Idee griff in Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, in ihrem Artikel in der FAZ "In der Grotte der Erinnerung" auf. Conclusio:

Es reicht daher nicht, fortwährend über neue Geschäftsmodelle im Internet zu philosophieren und Werbeeinbrüche zu beklagen. Der Journalismus muss sein Überleben auch selbst in die Hand nehmen und für sich argumentieren. Er muss seine Kunden überzeugen, dass journalistische Qualität einen sozialen Wert hat, der wiederum eines materiellen Gegenwerts bedarf. Und dafür muss eine Gesellschaft bezahlen.

Bis auf den letzten Satz ist alles OK. Sollte sie mit dem "bezahlen" aber meinen, dass ein jeder dafür eigenes Geld ausgeben muss, ist das Prädikät falsch. "Muss"? "Ein "sollte" wäre schon schön, und am besten sollte der Satz noch mit einem "wollen" ergänzt werden. Aber da es einfacher ist, uninformiert zu sein und sich dann, wenn sich dieser Mangel an Information als persönlich nachteilig auswirkt, darüber zu beschweren, dass man nicht informiert werde, dass einem ja nie was gesagt würde, um dann doch die nötigen Informationen für lau zu bekommen, so lange wird niemand einsehen, für Informationen mit Geld zahlen zu "müssen", weil er nie mit Leid zahlen muss.

Vorschlag für den Anfang: (weil es so gut läuft und das Wort dem Deutschen nach "Schnäppchen" den Speichel der Spargier, äh, des Geizes nicht nur im Munde zusammenlaufen lässt) Abwrackprämie für die Zeitung von gestern. Auch eine Form des CRM, was dann auch Cent-Rotierender Mechanismus bedeuten würde.

Den Artikel der Dame kann, wer will, hier nachlesen.
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