Twitter, Bloggen, Xing - Social Media .. alles nur Gedöns oder was?

"Das ist doch alles nur Gedöns!" Gibt's das noch, dass das einer sagt, der im Marketing / Vertrieb unterwegs ist? Nicht wirklich, oder?

Social MediaIch jedenfalls habe mitunter schon nicht schlecht gestaunt, wenn mir einer erzählt hat - von dem ich das nun gar nicht erwartet hätte -, dass er mehr als 40 Blog-Feeds liest. Oder der mittelständische Geschäftsführer, der vorgeblich talentierte Leute sucht auf Xing und in Wirklichkeit (eigentlich nur so nebenbei >>smile<<) nach Geschäftsgelegenheiten Ausschau hält.

Und erst Twitter! Es ist noch keine 4 Wochen her, da hab ich gedacht: 140 Zeichen Meldungen, das kann nur Gequake - sprich: nette Zeitverschwendung sein. Und jetzt haben es etliche Blogs in meinem Reader ganz schwer, das heißt ich komm nicht mehr zum Feeds-Lesen, weil ich via Twitter auf die interessantesten Leute und Diskussionen stoße.

Vielleicht ist Twitter ja nur wie ein neues "Spielzeug" und früher oder später ..

Ja, vielleicht. Aber, so viel kann man jetzt schon sagen, das was da unter der Flagge "Social Media" über uns Marketer und Vertriebler (als Selbständiger ist man ja auch beides) gekommen ist, das geht nicht mehr weg. Besser, man schaut da mal genauer hin, oder nicht?

Was ist Social Media?

Erst mal ist es ein Begriff, ein Buzzword, das man an jeder Ecke liest und hört. Und was ist jetzt Buzz? Okay, da habe ich mir vor einer Weile mal eine griffige Definition notiert (leider weiß ich nicht mehr wo ich es her habe):

Buzz entsteht, weil die Leute Dinge über Dinge reden wollen, die
  1. neu genug sind, um ein "Aha" beim Zuhörer auszulösen und
  2. doch schon so solide, dass die "Vordenker" bereits dazu genickt haben.

Das was Social Media aus und stark macht, ist die Interaktion, der Austausch von Info und Gedanken. Man kann es ganz gut als Gespräch bezeichnen. Und wenn man als Marketer oder Vertriebler - also unter geschäftlichen Gesichtspunkten - mitmachen will, sollte man da an "Bazar" denken. Und wem dazu jetzt das Cluetrain-Manifest einfällt, der liegt nicht verkehrt.

Wie nutzt man Social Media geschäftlich?

Die große Gefahr, so scheint mir, ist, sich zu verzetteln. Man taucht ein bei Twitter oder bei LinkedIn und kommt vom 100sten aufs 1000ste, ohne dass man irgendwas geschafft hätte. Mein Vorschlag ist daher (aus eigener schmerzhafter Erfahrung sag ich das), dass man sich als Selbständiger oder Verantwortlicher in einer kleinen Organisation eine Strategie zurecht legt. Strategie heißt ja auch: einen Plan haben. Was Strategie genau ist, das habe ich zum Beispiel in einem Posting hier aufgeschrieben.

Die wichtigste Frage ist: Welches Ziel verfolge ich, wenn ich Social Media mache?

Die Antwort auf diese Frage könnte zum Beispiel sein: Ich will mehr Business-Kontakte machen. Oder: Ich will als Experte für Thema X bekannt werden. Oder: Ich will mehr Traffic auf meine WebSite bekommen. Oder ..

Wenn ungefähr klar ist, was wir vor haben, dann brauchen wir als nächstes eine Zentrale. Das heißt: Einen zentralen Knotenpunkt, der sowohl Ausgangspunkt für unsere Aktivitäten ist, als auch Auffangstation für die Reaktionen, die wir auf unsere Aktivitäten hin bekommen.

Ein Netz spinnen

Ideal eignet sich ein Blog, um ein Social Media Netz(werk) zu starten. Ein Blog ist ein gutes Archiv für eigene Gedanken, egal ob etwas in wenigen Sätzen gesagt werden kann oder ob lange Artikel, wie zum Beispiel so ein Newsletter hier, dafür notwendig sind. Im Blog sammelt man Fundstücke im Web, wie z.B. YouTube-Videos, Links zu Artikel von anderen usw. Im Blog können andere kommentieren. Mit einem Blog tritt man ein bisschen hinter der offiziellen Firmenfassade hervor.

Übrigens: Ein regelmäßig zu einem bestimmten Thema gefüttertes Blog ist "Google-Saft". Das heißt: Google belohnt Blogger mit vorderen Plätzen in der organischen Suche. Geben Sie mal Leadmanagement bei Google ein und Sie finden meine Subsite Leadmanagement unter den Top 10 - wegen meines Blogs zum Thema. Und, so viel zum Aufwand, ich poste nur ein oder zwei mal im Monat etwas.

Ein nächster Schritt wäre dann zum Beispiel ein Twitter-Account. Selbst wenn man nicht Twittern will, so kann man doch seine Blogpostings via Twitter verbreiten. Man findet neue Interessierte und kommt vielleicht ins Gespräch.

Twitter mit seinen 140 Zeichen ist ein Gesprächs-Angebot-Plattform - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mit einem einfachen Service wie Twitterfeed kann man seine Blogpostings (die Überschriften und den Link dazu) automatisiert "Twittern". Und via Links bekommen Sie Traffic auf Ihren Blog aus Twitter.

Ein nächster Schritt wäre dann zum Beispiel ein Account bei einer Netzwerkplattform wie Xing oder LinkedIn.
Dort nimmt man an Gesprächen zum Thema teil und lernt neue Leute kennen. Andere "Spezialisten", aber auch Leute, die Probleme lösen wollen oder neue Ziele anvisieren (die kennt man auch unter dem Begriff: potenzielle Kunden). Dort kann man - natürlich immer nur dann, wenn es passt - auf seine Gedanken, Tipps, Artikel, Whitepaper, usw. verlinken. Und wo sind die gesammelt? Im Blog.

Wer dabei fortgeschritten ist und sich eine Moderation zutraut (auch vom Aufwand und der Zeit her), der eröffnet dann eine eigene Gruppe zu seinem Thema.

Wie geht es dann weiter?

Das erstaunliche beim "Social Media machen" ist, es geht immer weiter. Die Grenzen werden von der eigenen Energie, der eigenen Zeit gezogen. Man kann gar nicht überall mitmachen, wo man es vielleicht spannend fände. Und wenn man geschäftlich unterwegs ist, dann ist es gut, von Zeit zu Zeit auf die Ausgangsfrage zu schauen: Welches Ziel verfolge ich?

Und wenn Sie jetzt starten wollen?

Für Ihre erste Blogerfahrung, das Vertraut werden damit, empfehle ich Ihnen einen kostenlosen, gehosteten Service. Mit wenig Aufwand richten Sie zum Beispiel bei Blogger oder Tumblr Ihren ersten Blog ein und können loslegen.

Und wenn Sie ein wenig Englisch verstehen, dann empfehle ich Ihnen, dass Sie bei Steve Rubel Lifestream mal rein schauen. Rubel ist Top-Blogger, gehört zur Social-Media-Avantgarde und spricht gerade davon, dass er den nächsten Schritt geht: Vom Bloggen zum Lifestreaming.

Übrigens: Mir scheint, das ist gar nicht sooo viel anders als Bloggen. Der Service zum Lifestreamen ist kostenlos, einfach zu handhaben und gehostet: Posterous. Und wenn ich jetzt anfangen wollte mit Social Media, würde ich es direkt mit Posterous auch probieren.

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Der Text ist ein Auszug aus meinem Direktmarketing-Newsletter. Mehr Info dazu hier ..
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