Meinung muß man sich auch leisten können...

Das allseits beliebte law blog fasst zusammen, was bzw. wie Blogger schreiben sollten um Abmahnungen aus dem Weg zu gehen. Was der gute Herr Vetter leider nicht anführt: Es kann der friedlichste nicht in Frieden leben, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt

Meinungsfreiheit- schön und gut. Auch Herr Vetter verweist auf die mittlerweile wahrscheinlich weitverbreitetste Vokabel in der deutschsprachigen Blogosphäre.

Meinungsfreiheit kann aber leider auch dann teuer und mindestens anstrengend werden, wenn Meinung vernünftig, nicht ehrverletzend und rundherum völlig korrekt ist.

Denn meistens handelt es sich bei den bisher bekannt gewordenen Abmahnfällen doch um angebliche Verstösse gegen das Markenrecht. Da eben jenes Markenrecht nicht etwa beim Amts- sondern vielmehr beim Landgericht verhandelt wird, benötige ich auch zur Abwehr quasi idiotischer und absolut absurder Forderungen anwaltschaftliche Hilfe (weildieweil: Anwaltszwang vorm Landgericht). Und selbst dann, wenn ich einen theoretischen Anspruch auf Gerichstkostenhilfe (weil mau im Portemonaie) habe, muß ich erstmal unter genau dieser Voraussetzung einen Anwalt finden (die richtig Guten winken da meistens schon ab), der sich gegenüber dem Klägeranwalt (i.d.R. ziemlich fit in solchen Angelegenheiten) beim vorsitzenden Richter zumindest dahingehend durchsetzen und begreiflich machen kann, daß meine Gegenwehr auch Aussicht auf Erfolg verspricht. Hat der Richter beim LG noch nie was von Blogs (solche gibt´s) gehört, könnte das schwer werden.

Das rechtblog kommentiert somit auch zu Recht (spannendes Wortspiel):
Sich gegen Abmahnungen zu wehren ist natürlich auch eine Frage des Geldes.

Spannend ebenfalls in diesem Zusammenhang: Der Werbeblogger: Marketingtool Abmahnung?, Telagon Sichelputzer: Im Euroweb viel Neues! sowie Reality on the Rocks: Nichts als Abmahnungen

Irgendwer hat mir mal den schlauen Spruch gegeben: "Erfolg ist: Muße und Schnauze halten"
Ich versuch´s... ;-)



Kommentare

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tom:

Allseits beliebte Law Blog ist eine Unterstellung (ich lese dieses Blog nicht!),-) - Ansonsten habe ich persönlich in meinem gerichtlichen Auseinandersetzungen bezüglich des deutschen Markenrechts immer gekniffen weil das bei 50.000,- Euro und mehr Streitwert nicht wirklich Spaß macht....
00:02

Werbegott:

Wir leben in keinem rechtsfreien Raum,

Die Rechtlsage ist oft ebenso klar wie Steuerschlupflöcher für Großverdiener. Die meisten wissen nur nicht das sie die Grenzen der Rechtssprechung überschreiten. Und zwar in die gänzlich flasche Richtung. Das machen sich die Schlauberger des Rechts zu eigen. Mit deutschem Recht.

Nur weil man Farbenblind ist, darf man nicht über eine rote Ampel fahren. Unwissenheit schützt vor Strafverfolgung nicht.

Was nur beschämend an dieser Situation ist, mit welcher rechtlichen Gewaltbereitschaft hier oft ans Werk gegangen wird. In einem Land in dem Menschen über 2,5 Millionen Euro Netto Jahreseinkommen, wie durch ein Wunder, so gut wie keine Steuern zahlen müssen. Ist das eigentlich nicht verwunderlich.

Brecht sagte mal: Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, der hat das Recht. (So oder so ähnlich).

Und er hat noch einen sehr schönen Satz gesagt: Ideen scheitern an den Menschen.
10:54

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