Sonntag, 6. September 2009
15:42
Kein Sex mit Hitler
Es gehört zu den guten Gepflogenheiten politisch korrekter Menschen vor allem hierzulande, alles, was mit Hitler in Verbindung gebracht wird, rundheraus zu verdammen. Das war natürlich auch dann der Fall, als dieser Massenmörder die Gefahren von AIDS verdeutlichen sollte.
Sicherlich kann und darf man zwei Meinungen dazu haben, ob man das gut oder schlecht findet. Aber interessant ist die Reaktion von YouTube, die das Video rausgeschmissen haben (wer es sehen will: hier), aber das drinlassen:
Das scheint mir doch sehr inkonsequent. Ist das die Doppelmoral der politisch Korrekten? Oder weil das keiner versteht? Weil es nicht wirklich lustig ist? Hitler ist auch nicht lustig. Der Anti-AIDS-Spot auch nicht. Und erst recht nicht die Krankheit bzw. das Virus. So gesehen passt es ja. Nicht aber der Anti-AIDS-Lobby: Deutsche AIDS-Hilfe fordert sofortigen Stopp der Aufklärungskampagne, wie das Fachblatt Horizont süffisant bemerkt (oder finde nur ich das lustig, dass die AIDS-Hilfe eine Aufklärungskampagne gegen AIDS stoppen will?)
Auf BILD online wird Michael Stich, der sich in seiner Stiftung ebenfalls gegen AIDS engagiert, mit den Worten zitiert:
„Ich verstehe den Aufschrei der Aids-Hilfe nicht. In einer Zeit, in der medial alles erlaubt scheint, sind drastische Bilder ein legitimes, vielleicht sogar notwendiges Mittel. {...} Die Aids-Hilfe muss aufhören, so zu tun, als wüsste sie allein, wie Aufklärung läuft. Wüsste sie das, gäbe es vermutlich nicht so viele Neu-Infizierte.“ (Er weiß ja aus eigener Erfahrung, wie man sich deren Ärger und den der Öffentlichkeit auf sich ziehen kann, wenn man unschön auf Unschönes aufmerksam macht.)
Es ist gewiss nicht auszuschließen, dass den Verantwortlichen dort letztlich wie so oft der Weg wichtiger ist als das Ziel. Gewiss hätten sie gern (wer nicht) eine schönere Welt. Wichtiger aber scheint ihnen, dass dieses Ziel mit schönen Bildern erreicht wird. Fakt aber ist, dass sich immer noch sehr, sehr viele Menschen anstecken. Warum also nicht mal etwas anderes und auch Drastischeres wagen?
Dachte sich wohl auch die Agentur: „Wir wollten Aufmerksamkeit erzeugen. Aufmerksamkeit, die mit Radieschen, die Kondome tragen, nicht mehr zu erzielen ist.“ (ebd.)
Also besser sich darüber im klaren sein, was AIDS ist, es sei denn, man will sich die oben genannten Gewächse unbedingt so früh wie möglich von unten ansehen.
Sicherlich kann und darf man zwei Meinungen dazu haben, ob man das gut oder schlecht findet. Aber interessant ist die Reaktion von YouTube, die das Video rausgeschmissen haben (wer es sehen will: hier), aber das drinlassen:
Das scheint mir doch sehr inkonsequent. Ist das die Doppelmoral der politisch Korrekten? Oder weil das keiner versteht? Weil es nicht wirklich lustig ist? Hitler ist auch nicht lustig. Der Anti-AIDS-Spot auch nicht. Und erst recht nicht die Krankheit bzw. das Virus. So gesehen passt es ja. Nicht aber der Anti-AIDS-Lobby: Deutsche AIDS-Hilfe fordert sofortigen Stopp der Aufklärungskampagne, wie das Fachblatt Horizont süffisant bemerkt (oder finde nur ich das lustig, dass die AIDS-Hilfe eine Aufklärungskampagne gegen AIDS stoppen will?)
Auf BILD online wird Michael Stich, der sich in seiner Stiftung ebenfalls gegen AIDS engagiert, mit den Worten zitiert:
„Ich verstehe den Aufschrei der Aids-Hilfe nicht. In einer Zeit, in der medial alles erlaubt scheint, sind drastische Bilder ein legitimes, vielleicht sogar notwendiges Mittel. {...} Die Aids-Hilfe muss aufhören, so zu tun, als wüsste sie allein, wie Aufklärung läuft. Wüsste sie das, gäbe es vermutlich nicht so viele Neu-Infizierte.“ (Er weiß ja aus eigener Erfahrung, wie man sich deren Ärger und den der Öffentlichkeit auf sich ziehen kann, wenn man unschön auf Unschönes aufmerksam macht.)
Es ist gewiss nicht auszuschließen, dass den Verantwortlichen dort letztlich wie so oft der Weg wichtiger ist als das Ziel. Gewiss hätten sie gern (wer nicht) eine schönere Welt. Wichtiger aber scheint ihnen, dass dieses Ziel mit schönen Bildern erreicht wird. Fakt aber ist, dass sich immer noch sehr, sehr viele Menschen anstecken. Warum also nicht mal etwas anderes und auch Drastischeres wagen?
Dachte sich wohl auch die Agentur: „Wir wollten Aufmerksamkeit erzeugen. Aufmerksamkeit, die mit Radieschen, die Kondome tragen, nicht mehr zu erzielen ist.“ (ebd.)
Also besser sich darüber im klaren sein, was AIDS ist, es sei denn, man will sich die oben genannten Gewächse unbedingt so früh wie möglich von unten ansehen.
Geschrieben von Heiko Walkenhorst in Health Marketing
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Tags für diesen Artikel: Deutsche AIDS-Hilfe


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