Als diese Anfrage kam, kam es wie aus der Pistole geschossen, aber es war der Bauch (rein metaphorisch): "n Kack!"
Das wiederum brachte mich auf das Bauchgefühl und das Wissen um die Bedeutung des gerne genannten 2. Gehirns. Dennoch sollte man ja auch das erste nie außer acht lassen (was heutzutage gerne aber außer acht gelassen wird) - weshalb wir uns in unserer kleinen Reihe dem Sinn und Zweck und vor allem Bedeutung von Social Media widmen wollen.
Was vorab schon sehr für Vorsicht sorgen sollte, ist die Tatsache, dass der Begriff nicht das beschreibt, was er meint. Denn es handelt sich dabei ja nicht um soziale Medien, sondern um Netzwerke, Plattformen oder ähnliche Häufchenbildungen (womit wir wieder bei der Ventraldefinition wären).
Deshalb lohnt es sich, sich das Gemeinte einmal genauer anzuschauen. Was verbirgt sich denn hinter den Begriffen Plattform und Netzwerk?
Plattform ist ein Anglizismus, von daher hat der Begriff nichts mit "platt" und "Form" zu tun (was die gemeinten Plattformen aber nicht vor platten Inhalten schützt). Also muss man die englische Übersetzung bemühen.
Im Englischen meint man damit unter anderem "Bühne". Wenn dies gemeint sein sollte, beschreibt der Begriff etwas, wo sich Menschen sich entweder feilbieten oder tun, was ihnen wer vorschreibt. Denn wer auf einer Bühne ist, steht zwar im Rampenlicht, hat aber nichts zu sagen, höchstens was zu sprechen. Da Plattformen aber dem beruflichen Weiter- bzw. Vorankommen dienen sollen, ist das wohl die falsche Übersetzung.
Eine weitere wäre "Unterbau". Sollte dies damit gemeint sein, wäre es also etwas Nivellierendes, etwas, auf dem sich alle befinden und sicher stehen können. Von dort aus gehet es nach links oder rechts, nach vorn oder hinten, aber um aufwärts zu kommen, muss man schon selbst springen und fliegen. Aber bedarf es eines speziellen Unterbaus für alle, wenn man selbst springen und fliegen will?
Zu guter Letzt ist auch "Bahnsteig" eine bekannte Übersetzung. Wäre dies damit gemeint, sind Plattformen Orte an denen man darauf wartet, dass was kommt, was einen mitnimmt und mitreißt. Die einzige Form der Aktivität wäre dann das Warten.
Netzwerk ist ebenfalls ein Anglizismus, der jedoch eine gewisse Eigendynamik impliziert. Es setzt sich aus "net" und "work" zusammen, also den Begriff "Netz" und "Arbeit".
Das Bild des Netzes stimmt, wenn man es um eine Allegorie für Kontakte, Verbindungen und Schutz geht. Aber es ist etwas, was man nur benötigt, wenn man abstürzt. Ein Trapezkünstler möchte damit am liebsten gar nicht in Berührung kommen. Und wenn er es tut, verlässt er es auf dem schnellstmöglichen Weg, da er merkt, dass er dort kaum weiterkommt. Es gibt nach. Die Energie jeden Schrittes verpufft fast gänzlich. Deshalb lieber runter und am Rand des Netzes nach oben.
Wer mit dem Begriff eher ein Spinnennetz meint, hat zwar schon ein marktgerechtes Verständnis, da es ja auch hier darum geht, dass man Kunden an sich bindet, aber das heißt noch lange nicht, dass er es auch zu nutzen versteht, schließlich muss man wissen, welcher Faden klebrig ist und welcher nicht. Nur auf diesen sollte man sich auch als Jäger bewegen, wenn man nicht Opfer seiner selbst werden will.
Und ganz zum Schluss kommen wir nun zur "Arbeit". Interessant, aber auch sehr symbolträchtig, dass man, wenn man über Social Media spricht, erst am Ende darauf zu sprechen kommt. Und das ist das eigentliche Problem:
Social Media ist ein Halluzinogen.
Der Konsument, meist ein nicht arrivierter, kontaktarmer und vertrauensseliger Frischselbstständiger, konsumiert es freiwillig. Die Verheißungen sind viel versprechend. Vielleicht der Anfang einer beeindruckenden Karriere und gleichzeitigem Ende des Single-Daseins. All das gibt ihm ein gutes Gefühl. Fakt jedoch ist, es lähmt, bindet, engt ein. Nutznießer ist nur der
Deal Anbieter. Für alle anderen ist es die Verharmlosung des Wesentlichen, die Grundlage des Misserfolgs, denn es setzt falsche Prioritäten, es vernebelt die Wahrheit.
Angeblich muss/soll man bloggen und twittern, jenes lesen, sich um anderes kümmern; man muss seine Kontakte pflegen und sich auch mal eine Auszeit gönnen. Wirklich? Nein. Das ist alles ... (siehe oben Spontanreplik meines Bauches). Man muss Geld verdienen. Nur, nur, nur darum geht's. Was der Anbieter von Social Media-Services mit seinen Workshops, Computerprogrammen und Applikationen ja auch tun, denn so sozial, sie kostenlos anzubieten, ist ja k(aum )einer. Lassen Sie sich nichts erzählen.
Es stimmt zwar, dass wer gut vernetzt auch gut im Geschäft ist, aber es kommt auf die Reihenfolge an. Merke:
Aus einfachen Kontakten generieren sich keine großen Geschäfte.
Aber aus einfachen Geschäften generieren sich große Kontakte.
Tun Sie sich selbst einen Gefallen: Seien sie in diesem Sinne unsozial ... und erfolgreich!
Es sei denn, Sie sind Anbieter von Social Media-Services: Dann machen Sie weiter so!
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Wir haben uns an anderer Stelle schon einmal zum Thema Social Media geäußert – auf die uns ganz eigene Art und Weise. Und natürlich vertreten wir darin ein Mindermeinung. Gerademal als Marketeers. Unter jenen scheint es ja hipp und cool und angesagt, j
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