Mittwoch, 23. November 2005
10:14
And now for something completely different ...
Man kann in Blogs berichten (monologisieren) oder bereichern (diskutieren) - und zu Letzterem soll folgende Mitteilung beitragen, die meines Erachtens auch was mit Marketing zu tun hat:
Jetzt die Frage: Warum wurde er gefeuert? Weil er den Schiedsrichter beleidigt hat? Wodurch? Durch den "unwürdigen Vergleich (???) mit behinderten Menschen"?
Nun, ganz davon abgesehen, ...
... dass er keine Menschen nannte,
... nicht den päjorativen Begriff "Mongos" sagte, sondern den Fachausdruck benutzte,
... was diesen Satz aus linguistischer Sicht per se zu einer perfekten Pointe macht,
ist es doch wohl völlig diskretierend, Menschen mit Down-Syndrom als "Waffe" (Mittel zur Beleidigung) zu stigmatisieren.
Fühlen sich diese Menschen beleidigt, wenn man sie so bezeichnet? Oder sind es die Gutmenschen, die auch das "Zwergenwerfen" solange verbaten, bis ein kleinwüchsiger Mensch vor Gericht sein Recht erstritt, sein Geld auf die Art und Weise zu verdienen zu können, die er will?
Wer begrenzt eigentlich den Einfluss der Bedenkenträger und Griesgrämerfürsorge???
Und spätestens diese Frage hat was mit Marketing zu tun ...
- Roosendaal feuert Rodriguez
Abwehrspieler Jose Fortes Rodriguez ist beim niederländischen Erstligisten RBC Roosendaal wegen Schiedsrichter-Beleidigung gefeuert worden.
"Ich habe Respekt vor dem Schiedsrichter. Für jemanden, der Symptome des Down-Syndroms aufweist, hat er eine erstaunliche Karriere gemacht", hatte der 33-Jährige nach seiner Gelb-Roten Karte beim 0:3 von Schlusslicht Rosendaal bei Heracles Almelo in einem TV-Interview erklärt.
Rodriguez droht für den unwürdigen Vergleich des Referees mit behinderten Menschen auch ein Verfahren durch den niederländischen Verband KNVB.
Jetzt die Frage: Warum wurde er gefeuert? Weil er den Schiedsrichter beleidigt hat? Wodurch? Durch den "unwürdigen Vergleich (???) mit behinderten Menschen"?
Nun, ganz davon abgesehen, ...
... dass er keine Menschen nannte,
... nicht den päjorativen Begriff "Mongos" sagte, sondern den Fachausdruck benutzte,
... was diesen Satz aus linguistischer Sicht per se zu einer perfekten Pointe macht,
ist es doch wohl völlig diskretierend, Menschen mit Down-Syndrom als "Waffe" (Mittel zur Beleidigung) zu stigmatisieren.
Fühlen sich diese Menschen beleidigt, wenn man sie so bezeichnet? Oder sind es die Gutmenschen, die auch das "Zwergenwerfen" solange verbaten, bis ein kleinwüchsiger Mensch vor Gericht sein Recht erstritt, sein Geld auf die Art und Weise zu verdienen zu können, die er will?
Wer begrenzt eigentlich den Einfluss der Bedenkenträger und Griesgrämerfürsorge???
Und spätestens diese Frage hat was mit Marketing zu tun ...
Geschrieben von Heiko Walkenhorst in Meta-Marketing
3 Kommentare - 1 Trackback


Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt
Oliver Baer:
Die Beleidigung kommt dennoch mit einem Gschmäckle an, vermutlich weil die Matritzenverschiebung nicht stark genug ist. Hätte er gesagt "... für einen Gehirnamputierten hat er eine erstaunliche Karriere gemacht ...", käme das Groteske stärker heraus, so eine Übertreibung spricht für sich selbst.M.E. gibt es einen weiteren Grund fürs Gschmäckle: Menschen mit Down Syndrom sind nach meiner Beobachtung eher sanft, sanftmütig, ausgleichend. Eine Beleidigung ist aber stets aggressiv, insofern passt das Bild schlecht.
Heiko:
Das ist einfach spontanes Entsetzen, das meiner Ansicht nach direkt dem Über-ich derer entspringt, die sich nun als Gutmenschen positionieren wollen. Dort findet die Interpretation und die Bewertung statt. Oder hat sich ein Vertreter der Königlich-Niederländischen Down-Syndrom-Gesellschaft darüber beschwert? Hm, vielleicht konnte er es auch nicht, weil er ein Fußballspiel leitete ...Nein, es ist doch ganz offensichtlich, dass hier völlig überreagiert wird. Aber die Folge, falls der Verein/Verband damit durchkommt, sit natürlich letztendlich eine Sprachdiktatur, wie sie in Orwells 1984 beschieben wird. Natürlich muss man es nicht geut finden, was der Spieler sagte. Man sollte aber uch die Kirche im Dorf lassen ..... Amen.
frolleininge:
Es gibt da so ein Forum.Das Trisomie-Forum. Da, verehrter Herr Heiko, fand ich das Folgende:
Gewissen bei Trisomie 21
geschrieben von: Patti (IP gespeichert)
Datum: 09. Mai 2005 14:36
Hallo!
Ich suche für ein Referat, das ich in meinem Pädagogik-Lk halten möchte, Eltern von Kindern, die Trisomie 21 haben.
In meinem Referat geht es nämlich um die Entwicklung des Gewissens unter "anderen" Bedingungen/Voraussetzungen.
Es wäre nett, wenn sich der ein oder andere bereiterklären würde, einen Fragebogen auszufüllen.
Es ist wirklich kein großer Zeitaufwand. Gerne schicke ich dann auch per Mail die Ergebnisse meiner Arbeit.
Viele grüße,
Patti
Leider erhielt "Patti" bislang keine Antworten, denn nicht auszudenken, wie die Empörung der Gutmenschen aussähe, stellte sich heraus, dass Menschen mit Down-Syndrom bedauerlicherweise kein Gewissen entwickeln können.
Allerdings finde ich es ja herzerwärmend und politisch korrekt, überhaupt auf diese Forschungsidee zu kommen.
Kommentar schreiben