Die billige Lösung: Männer und Frauen

Die billige Lösung: Männer und FrauenLange Zeit überlegte ich mir, ob ich überhaupt auf diesen Artikel zum Thema Marketing für Frauen reagieren sollte. Und wenn ja, wie dezidiert. Denn zum einen ist zu "Gendermarketing" schon alles Wesentliche gesagt, zum anderen ist es natürlich per se Humbug. Als könne man die Welt unterscheiden in Männlein und Weiblein.

Natürlich ist es richtig, dass die beiden Geschlechter unterschiedlich ticken. Aber die immanente Schlussfolgerung, dass alle innerhalb der species gleich wären, ist natürlich hochgradig, äh, fragwürdig. Was hat die Autorin dieses Artikels mit den Protagonistinnen von, z. B. "Frauentausch" gemein? Was der Autor dieses Beitrags z. B. mit den "Ludolfs"? Außer dem Geschlecht ...

Es bleibt dabei: Es geht darum zu verkaufen. Einem guten und erfolgreichen Verkäufer ist das Geschlecht egal. Ihm geht es ums Geld. (Ebenso wie einer Verkäuferin.) Und wenn es dafür Rosenwasser braucht statt Diesel, dann ist das eben so. Das hat aber nichts mit Mann Frau zu tun, sondern mit Euro und Cent. Wichtig ist ihm nur, dass er verkauft - und da wird es spannend. Bespaßen wir uns zuvörderst ein wenig über den schönen und an sich völlig generischen Satz

    ... Kauf- und das Konsumverhalten von Frauen und Männern unterscheiden sich in vielen Lebensbereichen fundamental voneinander.

Stimmt: Männer kaufen, Frauen konsumieren. Hö, hö ...

Aber das, was leicht nach einer Renaissance eines 50er Jahre Chauvinismus wirkt, ist leider so antiquiert nicht. Denn wenn es ums Kaufen geht, sind viele Frauen plötzlich sehr zurückhaltend. (Nein, es kommen jetzt keine Gags über Taschen und Schuhe.) Sie lieben es umworben zu werden. Aber daraus wird noch lange kein Kauf oder eine Unterschrift. Ein gravierendes Beispiel hierfür: Altersversorge. Hier hören sie sich gerne alles an und natürlich schaffen Beraterin oder Berater ein zielgruppengenaues Ambiente, aber unterschrieben wird nichts. Das lassen aber dann doch den Mann entscheiden. Das ist weder lustig noch gut, sondern Tatsache, was von keinem zurecht mehr beklagt wird als von Frauen selbst. Vielleicht liegt es am Thema. Gut möglich. Sehr gut möglich.

Ich kenne auch Männer, die auf dieses Thema keine Lust haben. Aber manchmal kann man sich halt nicht aussuchen. Manchmal muss man sich auch Kurven anschauen, die keine Lust auf mehr machen. Hieraus aber etwas Genderspezifisches abzuleiten ist Nebelkerzenwerfen. Vielleicht geht es einfach nur um Schuldzuweisung und Ablenkung. "Ich bin nicht entscheidungsunfähig, das Marketing war nicht feminin genug."

Aber solange es einfach so viele "stinkfaule Latte Macchiato-Muttis" gibt (allein für dieses Wort werde ich Monika Gruber auf ewig dankbar sein), wird dieses Genderthema nicht aufhören. Es ist so herrlich belanglos. Man kann so herrlich folgenfrei darüber fabulieren. In den Medien, denn sie sind die einzigen, die sich dafür interessieren, denn sie machen damit Geld. Und das kommt nicht von Männern - zumindest nicht direkt.

Womit bewiesen wäre, worum es beim Gendermarketing wirklich geht.

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