Was immer “Marketing” ist, es ist nicht mehr das, was es mal war.
Von “Resonsible Marketing” hatten wir es hier schon, das früher mal “Social Marketing” hieß, aber erstens blicke ich das sowieso nicht und nenne freimütig jeden, der das tut, wahlweise einen Lügner oder Schwätzer, aber ist letztlich auch egal, denn das ist ja nur eine weitere Stilblüte des Pissnelkenbouquets.
Gemäß einer Studie sind die wichtigsten Marketingtrends Customer Relationship Management, One-to-One Marketing, Permission Marketing, E-Mail Marketing, Event-Marketing, Multi-Channel-Marketing, Erlebnis-Marketing, Hightech & Hightouch, Mass Customization, Szenenmarketing, Lovemarks, Corporate Citizenship, Virus Marketing, Conjoint Analyse, Ambient Media, Ethno-Marketing (in der Reihenfolge), wobei man sich durchaus mal den ein oder anderen Gedanken über das Wort “Trend” machen kann in Zusammenhang mit der Dauer einer Publikation und inwieweit das korreliert. Details, ich weiß, …
Mindestens ebenso lästig wie das Arbeiten nicht an der Marke, sondern aus der Marke heraus. Ich kann nicht, bloß weil ich 1,83 groß und 78 kg schwer bin, davon ausgehen, dass ich das Zeug zum Box-Champ oder Tour de France-Sprintkönig habe. Äußerlich man’s ja angehen, aber es gehört halt mehr dazu. Und genauso ist es völlig schwachsinnig, immer neue Begriffe zu finden, für etwas, was einer tat, der es konnte, damit es andere kopieren, ohne es zu kapieren.
Briefings an Werber wimmeln nur so von diesen Begriffen (der Schlimmste bleibt aber nach wie vor:
“twinkle in the eye”), die keiner begreift - weder Agentur noch Kunde. (Noch schlimmer: Jeder tut so, als ob er was verstünde, um dann bei der Präsentation zu sagen, er habe was anderes darunter verstanden

- Die Folge ist vielleicht nicht gleich der Tod einer Marke, aber vor Vitalität sprüht sich gerade auch nicht, kann sie ja auch nicht, wenn sie von Menschen geführt wird, die sich solcher Krücken bedient ….
Und Marketing ist dazu da, um letztlich zu verkaufen. Und das geht umso besser, je besser man den Kunden und seine Bedürfnisse (und nicht dümmliche Begriffe) versteht. Verstanden? Gut, dann wird Ihre Kommunikation ja bald positiv Maßstäbe setzen. Deutschland freut sich drauf ...