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Was ist eigentlich ... Employer Branding?

In unserer netten, kleinen Reihe möchten wir uns heute wieder eines Begriffes annehmen, der es einem schwer macht, Marketing als im weitesten Sinne geisteswissenschaftliche Disziplin zu akzeptieren. Gewiss gibt es immer wieder anglizistische Begriffe, deren Existenz sich fast nur mit der theologischen Logik rechtfertigen lässt, wonach Gott existiert, weil man über ihn spricht. Der Begriff ist das Ding an sich. Philosophisch gewiss eine schöne Spielerei, dennoch dürfte eine Definition dieser Art einem Kunden schwer in Rechnung zu stellen sein.

Employer Branding

Fakt ist: Aktuell wird laut Google der Begriff „Employer branding“ rund 18.000 mal gesucht. Die Vermutung, dass es sich hierbei um eine Nachfrage nach der Sinnhaftigkeit des Begriffes handelt, hat sich nicht bestätigt, denn ganz offensichtlich wird dieser Begriff von nicht wenigen und nie lustig benutzt. Dabei ist der Begriff zumindest letzteres, denn statt zu klären, zu determinieren, zur Klarheit aka Ökonomie der Sprache beizutragen, tut er genau das nicht.

Employer Branding ist der Inbegriff der sprachlichen Ineffizienz.


Auch keine Definition des Begriffes, aber das ist auch nicht so ohne Weiteres möglich, denn der Terminus klärt weder gemäß deutscher noch nach englischer Semantik, ob Employer Branding das Branding für den Employer ist (wenn das, durch wen oder was?) oder durch den Employer (wenn das, dann wäre Kim Jong-Il wohl zweifelsfrei DER EB-World Master).

Und wie steht Employer Branding, wenn damit gemeint ist, den Arbeitgeber zur Marke zu machen, zu Corporate Identity? Wer oder was ist da Teil wovon? Wenn das Unternehmen eine Identität hat, der Arbeitgeber aber keine Marke ist ... hmmm ... Und wer ist für das Employer Branding zuständig? Marketing? Klingt so, ist aber zumindest in dieser Ausschließlichkeit unwahrscheinlich. HR? Dto.

Oder ist es nicht einfach ein Terminus von unterbeschäftigten Verbalautisten? Denn ist es nicht ganz einfach so:

Wer als Arbeitgeber nicht interessant ist, ist auch für seine Kunden nicht interessant.
Und wer für seine Kunden nicht interessant ist, wird nicht lange Arbeitgeber bleiben.

Stichwort: Schlecker. Oder umgekehrt: Stichwort: Grupp (trigema)

Genau das dürfte wie so oft auch das Hauptproblem sein: die Simplizität. (Etwas, wovor wir uns wahrlich nicht fürchten.)

Gewiss gibt es Firmen, für die es per se schwer ist, potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden (zumindest unterstelle ich das Unternehmen in der Kläranlagenreinigungsbranche oder den Inspekteuren von Windkrafträdern), aber andere, die darunter leiden, gehen doch lieber vor die Hunde als zu einem „Berater“, der so etwas wie „Employer Branding“ feilbietet.

Außerdem gibt es da ein Sprichwort im Deutschen, dass eigentlich alles zu diesem Thema sagt: „Der Fisch, der stinkt vom Kopfe her!“

Das gilt allerdings nur, wenn er tot ist. Solange er lebt, sitzt im Kopfe aber auch der Motor für den An- bzw. Vortrieb und die Fortpflanz... Fortsetzung. Und um den geht es: den Kopf (als Motor). Und den richtig zu nutzen, können die einem nicht glaubhaft beibringen, die Begriffe wie „Employer Branding“ ernsthaft gebrauchen.

Natürlich gibt es auch andere Meinungen und Ansichten. Bitte sehr:

Neztpiloten: Howto: Employer Branding
    Ein kleines Video zum Thema Employer Branding


Fachkraefte-Blog: Employer Branding – mehr als “nur” Kommunikation
    Wie wird Ihr Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv? Wie können Sie qualifizierte Arbeitnehmer langfristig an sich binden?


reif.org: Herausforderungen im Employer-Branding – Die Wünsche der Generationen
    Die Unternehmen stehen vor einer der größten Herausforderungen – eine moderne Personalbeschaffung, die heutige Generationen anspricht und ein Umfeld im Unternehmen schafft, wo heutige Hochschulabsolventen gerne arbeiten. Das wäre ein stimmiges Employer-Branding!

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