Bessere Werbung: Sponsored Posts und Advertorials auf marketing-blog.biz»

Vier Regeln, wie Radiowerbung besser im Gehirn ankommt

Ein Gastbeitrag von Barbara Evans, Geschäftsleiterin Mediaplus Research

Barbara EvansDass Werbung im Radio wirkt, wissen wir. Aber wie und in welchem Umfang? Wie erreiche ich mit meiner Marke die Zielgruppe am besten? Wie kommt meine Marke ins Langzeitgedächtnis der Bestands- und vor allem der potentiellen Neukunden?

Viele diese Fragen stellen sich die Verantwortlichen in den Marketingabteilungen, den Agenturen und den Radiosendern jeden Tag. Neue spannende Erkenntnisse dazu, wie Radiowerbung gemacht sein muss, um im Gedächtnis der Verbraucher zu bleiben, liefern die Ergebnisse der ersten europäischen Neurostudie für Radiowerbung, die von AS&S und RMS in Auftrag gegeben, teils mit konzipiert und von uns bei Mediaplus Neuro:Impact durchgeführt wurde. Dabei haben wir die Gehirnströme von 100 Frauen und Männern im Alter zwischen 18 und 49 Jahren beim Hören eines Radioprogramms beobachtet, das von Werbespots unterbrochen war. Zum Einsatz kam dabei das lizenzierte neuronale Verfahren Steady State Topography (SST), ein einfach zu handhabendes und sehr präzises Messinstrument, das den direkten "Blick ins Gehirn" ermöglicht: Die Probanden müssen lediglich ein Headset tragen, das ihre Gehirnströme in Echtzeit aufzeichnet und an einen Computer überträgt. Auf Basis dieser Millisekunden genauen Ergebnisse konnten wir exakt analysieren, wie akustische Reize im Gehirn der Testperson wirken – also wie, wann und wo das Gehörte im Gehirn der Studienteilnehmer sprichwörtlich "ankommt".
Mit SST lässt sich beispielsweise beweisen, ob eine Botschaft ins Langzeitgedächtnis aufgenommen wird, wie stark sich die Testperson vom Dargebotenen emotional angesprochen fühlt oder welche Gefühle sie tendenziell empfindet. 21 verschiedene Spots diverser Marken wurden getestet und die spannenden Ergebnisse – tatsächlich spielen die Geschlechter und das Alter eine nicht zu unterschätzende Rolle! – liefern Marketingentscheidern, Senderverantwortlichen und Werbern jetzt erstmals einen "kreativen Leitfaden" mit vier zentralen Regeln für die Spotkreation und Mediaplanung:

1. Männer und Frauen ticken anders und verarbeiten Kommunikation unterschiedlich: Wenn ein Spot beide Geschlechter gleichermaßen emotional anspricht, sind Frauen dennoch in der Lage, die kommunizierten Inhalte noch stärker abzuspeichern. Frauen reagieren sensibler auf für sie relevante Inhalte und verarbeiten dabei auch gesprochene Inhalte generell stärker als Männer. Bei Männern hingegen können zusätzliche akustische Signale die Erinnerungsleistung steigern. Auch in Sachen "Kopfkino" ticken die Geschlechter unterschiedlich in Bezug auf das Gehörte: Frauen verarbeiten Informationen komplexer und verstehen geschlechtsspezifischen Humor, während Männer primär auf weibliche Reize reagieren. Männer können gut mit Bilderwelten – beispielsweise aus Alltagssituationen – umgehen, Frauen fühlen sich mit Detailinformationen und vielschichtigem Story-Telling besser angesprochen.

2. Das Alter spielt eine Rolle: Die Verarbeitung von Werbung verändert sich mit zunehmenden Alter. Während jüngere Menschen problemlos in der Lage sind, die Inhalte von Spots mit akustischen Reizen zu verbinden, haben ältere Menschen bei der Abspeicherung von gesprochenen Inhalten insbesondere dann Probleme, wenn eingespielte Jingles, Geräusche oder Audioeffekte zu stark und zu laut ausgeprägt sind.

3. Aller Anfang ist wichtig: Ein akustisches Logo zu Beginn eines Spots steigert die Aufmerksamkeit und die Abspeicherungsleistung. Insbesondere gesungene Marken- und Produktnamen kommen gut im Gehirn an – und das bei Männern und bei Frauen gleichermaßen.

4. Imagespots wirken länger: Über alle 21 getesteten Spots hinweg zeigte sich, dass Imagespots stärker ins Langzeitgedächtnis der Probanden eingehen, als Abverkaufs- und Promotionspots. Vor allem bei Männern werden Imagespots besser verankert, insbesondere, je mehr sie den Probanden persönlich anspricht.


Ebenfalls konnten wir beobachten, dass die Inhalte und Tonalitäten längerer Radiospots im Durchschnitt besser verarbeitet und abgespeichert werden, als die kürzerer Spots. Geschichten können holistischer verarbeitet und rekonstruiert werden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass längere Spots die Gedächtnisleistung steigern und unterm Strich etwas besser wirken.

Die Erkenntnisse zeigen somit nicht nur für die Kommunikation, sondern insbesondere auch für den strategischen Einsatz des Mediums Radio ganz neue Perspektiven auf! Anhand der vier Regeln kann die Entwicklung von Hörfunkspots künftig optimiert und somit effizientere Radiowerbung kreiert werden, um die verschiedenen Zielgruppen noch effektiver ansprechen zu können. Die Studie belegt, dass Radiowerbung häufig unterschätzt wird und signifikant zum Imageaufbau von Marken beitragen kann. Je nach Kommunikationsziel und Zielgruppe sind für die Konzeption von Spots unterschiedliche Vorgehensweisen vonnöten, um erfolgreiche Spots zu kreieren.



Die Mediaplus Gruppe mit Standorten in München, Hamburg und Wien ist die größte unabhängige und partnergeführte Mediaagentur in Deutschland. Sie verknüpft klassische Mediaplanung mit dem Know-how in digitalen Medien, Geo-Media, CRM oder Neuromarketing.




Lesen Sie auch:
Ist Radiowerbung in oder ist Radiowerbung out?
    Radiowerbung ist zuerst einmal ein lustiges Wort. Denn im Gegensatz zu Waschmittelwerbung ist damit nicht die Werbung für das Gerät/Produkt, also das Radio gemeint, sondern dieser Ausdruck hebt das Medium hervor. So gesehen wäre „Hörfunkwerbung“ vielleicht eindeutiger. Wie dem auch sei, die meisten werden wissen, was gemeint ist: Radiospots, Funkspots, Werbespots bzw. Werbung im Radio, also kurz: Radiowerbung.


Radio-PR – Braucht man das?
    PR ist immer toll. Kostenlose Werbung, äh, valide Verbraucherinformationen. Zeitungen sind da natürlich sehr beliebt, Fernsehstationen auch – und nicht zu vergessen: Radio-PR.
Twitter Bookmark Vier Regeln, wie Radiowerbung besser im Gehirn ankommt  at del.icio.us Facebook

Trackbacks

Trackback-URL für diesen Eintrag

Radiowerbung: Radio Impact: Erste europäische Studie für Radiowerbung

Radio Impact: Die erste europäische Studie für Radiowerbung liefert vier Regeln, wie Radiowerbung besser im Gehirn ankommt Die Gehirnströme von 100 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 49 Jahren wurden im Rahmen der Studie beim Hören eines Radiop

09:38

Radio PR: Wie Radiowerbung besser im Gehirn ankommt

Radio Impact: Die erste europäische Studie für Radiowerbung liefert vier Regeln, wie Radiowerbung besser im Gehirn ankommt Werbung im Radio wirkt – aber wie und in welchem Umfang? Neue spannende Erkenntnisse dazu, wie Radiowerbung gemacht sein muss,

09:38

Radiowerbung: Kampagne pro Radio mit neuen Spots

Die Radiozentrale startet mit einer zusätzlichen Facette der Imagekampagne „Radio. Geht ins Ohr. Bleibt im Kopf.“ Ab sofort laufen neue Motive in den Werbeblöcken öffentlich-rechtlicher und privater Radiostationen in ganz Deutschland. Darin tritt als n

11:58

Radiowerbung: Investitionen in Radiowerbung

Investitionen in Radiowerbung weltweit im Jahr 2010 und Prognose bis 2014 (in Mrd. US-Dollar) I Diese Statistik zeigt eine Prognose der Investitionen in Radiowerbung weltweit. ZenithOptimedia prognostiziert für das Jahr 2011 Investitionen in Höhe vo

15:19

Nachtlieferservice: Radiowerbung

Während Social Media, Mobile Marketing & Co. in geradezu inflationärer Bandbreite in Internetblogs, Foren etc. besprochen werden, fristet eines der ältesten und - ob man es nun glaubt oder nicht - erfolgreichsten Werbemittel innerhalb des Mediums Internet

16:25

Besserwerberblog • Marketing für Besserwerber: Das meistgenutzte Medium

Mal eine kleine Durchsage: Heute feiert das meistgenutzte Medium weltweit seinen ersten Ehrentag. Dreimal dürfen Sie raten um welches Medium es sich handelt. Ist es das Internet? Nein! Ist es das Fernsehen? Nein! Was ist es? Es ist das Rad

18:22

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA



Verwaltung des Blogs

Login