Freitag, 2. Dezember 2005
15:04
Elevator Pitch - „Augen schließen und genießen“ ?
Irgendwann einmal – ich hatte zuviel Zeit - habe ich mal auf openbc an einem sog. Elevator Pitch Wettbewerb teilgenommen. Die Idee erschien mir recht pfiffig und so setzte ich mich hin um einen Elevator Pitch zu schreiben, der gewinnen sollte.
Um es klar zu stellen: Es ging mir keineswegs darum einen sympathischen Text zu entwickeln um anderen oder gar mir selbst meine Tätigkeit nachhaltig näher zu bringen. Ich wollte das Ding einfach nur gewinnen.
Kurz vor dem Posting im Netzwerk war ich ziemlich sicher, dass dies auch funktionieren würde. Die Sicherheit wich, als ich feststellen musste, das ausgemacht blöde Beiträge deutlich mehr Klicks erhielten als der meine (intern: von Walkenhorsts käuflicher und letztlich zensierter Sau ist hier nicht die Rede). Also: Schwamm drüber, was solls?
Zwischenzeitlich hatte mich jedoch der Elevator Pitch gepitcht und ich wollte mehr darüber erfahren. So bestellte ich mir u.a. bei Amazon das einzige deutschsprachige Buch, dass ich bei Eingabe von „Elevator Pitch“ finden konnte und stellte fest, dass entweder der Autor beim Verfassen oder aber die Nutzer der Beispiele im Aufzug, am Telefon oder sonst wo unter Alkoholeinfluss gestanden haben bzw. im Dauerdelirium befindlich sein müssen.
6,50 Euros - rausjeschmissen Jeld.
Möchten Sie im Aufzug von der Seite angequatscht werden und auf Texte wie „Wie ein Leuchtturm in der rauen See...“, „Reicht Ihnen auch ein David“ oder „Geiz ist geil??!!, Viagra ist doch verdammt teuer“ reagieren?
„Augen schließen und genießen“, wäre – abhängig von der pitchenden Person - ggf. noch akzeptabel, wenn auch aufgrund des 30-Sekunden-Limits wenig zielführend.
Und so wurde mir der Elevator Pitch im Laufe des Wettbewerbs ein Graus, was auch die Moderatoren in openbc zu spüren bekamen.
Zunächst doch sehr überrascht und später ein wenig versöhnt wurde ich durch den Umstand, dass ich den Wettbewerb tatsächlich gewonnen hatte (Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern und wo gibt’s den nächsten Wettbewerb?).
Seither verfolgt mich der Elevator Pitch, von dem ich nach wie vor glaube, dass er überbewertet und vielfach – selbst von selbsternannten Experten - fehlinterpretiert wird.
Kunden und Freunde fragen mich, ob ich ihnen nicht mal schnell einen EP aufschreiben könnte (kann ich, bringt euch aber nix), oder ob ich ggf. auch einen EP in einen Telefonleitfaden einbauen könnte (bringt ganz und gar nix – außer Ärger, zumal ich keine Hiwi-Skripte verwende).
Ich werde mich also auch in der Zukunft darauf konzentrieren schlicht den Kundennutzen zu formulieren, anstatt meinen Gegenüber mit abstrusem Zeugs auf den Zeiger zu gehen. Somit pitche ich zwar, stelle aber die (Eli)-Music auf leise.
Zu diesem Geschreibsel veranlasst hat mich u.a. ein aktueller Beitrag von Klaus Schmidbauer im Konzeptionerblog, der zum Abschluss von strategischen Arbeiten einen Elevator Pitch macht.
Um es klar zu stellen: Es ging mir keineswegs darum einen sympathischen Text zu entwickeln um anderen oder gar mir selbst meine Tätigkeit nachhaltig näher zu bringen. Ich wollte das Ding einfach nur gewinnen.
Kurz vor dem Posting im Netzwerk war ich ziemlich sicher, dass dies auch funktionieren würde. Die Sicherheit wich, als ich feststellen musste, das ausgemacht blöde Beiträge deutlich mehr Klicks erhielten als der meine (intern: von Walkenhorsts käuflicher und letztlich zensierter Sau ist hier nicht die Rede). Also: Schwamm drüber, was solls?
Zwischenzeitlich hatte mich jedoch der Elevator Pitch gepitcht und ich wollte mehr darüber erfahren. So bestellte ich mir u.a. bei Amazon das einzige deutschsprachige Buch, dass ich bei Eingabe von „Elevator Pitch“ finden konnte und stellte fest, dass entweder der Autor beim Verfassen oder aber die Nutzer der Beispiele im Aufzug, am Telefon oder sonst wo unter Alkoholeinfluss gestanden haben bzw. im Dauerdelirium befindlich sein müssen.
6,50 Euros - rausjeschmissen Jeld.
Möchten Sie im Aufzug von der Seite angequatscht werden und auf Texte wie „Wie ein Leuchtturm in der rauen See...“, „Reicht Ihnen auch ein David“ oder „Geiz ist geil??!!, Viagra ist doch verdammt teuer“ reagieren?
„Augen schließen und genießen“, wäre – abhängig von der pitchenden Person - ggf. noch akzeptabel, wenn auch aufgrund des 30-Sekunden-Limits wenig zielführend.
Und so wurde mir der Elevator Pitch im Laufe des Wettbewerbs ein Graus, was auch die Moderatoren in openbc zu spüren bekamen.
Zunächst doch sehr überrascht und später ein wenig versöhnt wurde ich durch den Umstand, dass ich den Wettbewerb tatsächlich gewonnen hatte (Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern und wo gibt’s den nächsten Wettbewerb?).
Seither verfolgt mich der Elevator Pitch, von dem ich nach wie vor glaube, dass er überbewertet und vielfach – selbst von selbsternannten Experten - fehlinterpretiert wird.
Kunden und Freunde fragen mich, ob ich ihnen nicht mal schnell einen EP aufschreiben könnte (kann ich, bringt euch aber nix), oder ob ich ggf. auch einen EP in einen Telefonleitfaden einbauen könnte (bringt ganz und gar nix – außer Ärger, zumal ich keine Hiwi-Skripte verwende).
Ich werde mich also auch in der Zukunft darauf konzentrieren schlicht den Kundennutzen zu formulieren, anstatt meinen Gegenüber mit abstrusem Zeugs auf den Zeiger zu gehen. Somit pitche ich zwar, stelle aber die (Eli)-Music auf leise.
Zu diesem Geschreibsel veranlasst hat mich u.a. ein aktueller Beitrag von Klaus Schmidbauer im Konzeptionerblog, der zum Abschluss von strategischen Arbeiten einen Elevator Pitch macht.
Geschrieben von Frank Herold in Dialog-Marketing
7 Kommentare - 0 Trackbacks
Kommentare
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Ralf Siegfried:
Hallo »Bomber«,den besten Elevator-Pitch macht übrigens immer noch Vorwerk, siehe die Fernseh-Werbung, »Und, was machen sie so..... beruflich?« Dauert auch nur 30 sec.
Wenn ich den Text so lese, bekomme ich richtig Lust, dich um einen EP für den Komma-Wettbewerb zu bitten. Ich will ja auch mal einen gewinnen. ;o)
Und wenn du dann noch die ß in der Headline gegen ss austauschst, bin ich schon fast glücklich.
Ralf
Heiko:
Komma - was ist das für ein Wettbewerb?Was für Preise?
Zwei Stunden kostenlose Beratung für den Sieger? HÄÄÄÄ? Der kann es doch. Wie wäre es denn, man würde jene schulen, die schwulen Scheiß absondern, umalliterativ zu bleiben?
Hübsch finde ich ja zudem, dass man bei dem Komma-Wettbewerb seinen Beitrag in Giso Weyands neuem Buch wiederfinden kann. Hübsch. Und wie sieht es aus mit Tantiemen?
Und was kann man da noch lesen: 30 Sekunden Text sind ungefähr sieben Zeilen. Ja, ein Fußballspiel dauert auch ungefähr ein Spielfilm. "Männer"? "Titanic"ß Details. Aber wen interessieren die denn in 30 Sekunden?
Frank:
Psst! Innerhalb der Wettbewerbsregeln ist nicht ausdrücklich erklärt, dass eine Barauszahlung nicht möglich ist.Die 800 Okken möchte ich Herrn G.W. doch gerne entreissen... Hach, was für Marketingchancen ...
Heiko:
Der Rhetoriktest des Manager-Magazin ist doch nur schlecht. Die Auswertung lächerlich. Wenn man geschickt ist und sich ideal der Situation anpassen kann, wird man etwa nicht dafür gelbt, sondern bekommt aufgelistet, wo man alles Optimierungspotenzial habe. Ach was....Naja, versönlich fand ich ja, dass Hessens Koch als "Weichei" skizziert wurde. Ich hätte ja "Wabbellippe" besser gefunden, aber ... Wabbellippe steht halt nicht im Duden.
Frank Herold:
Mit dem "Bomber" kann ich trotzdem gut leben.Helmut König:
Auch mich hat der Pitch gepackt.Nachdem ich wieder mal mich in einer Gesprächsrunde vorgestellt habe und damit gar nicht zufrieden war.
Ich habe aufgeschrieben, was ich vermitteln will und diesen Text - 3 Seiten - mit der AIDA Formel und Direktmarketinginstrumenten auf 4 Sätze konzentriert.
Mittlerweile habe ich ein Seminar dazu entwickelt und einen Fachartikel dazu geschrieben.
Alles was in in diesem Zusammenhang mit Geiz ist Geil u.s.w. darüber gelesen habe, halte ich für Schwachsinn.
Ein Elevator Pitch ist kein Werbeslogan und kein Mittel für einen Haustürverkauf, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Er ist ein Mittel, um herauszufinden, ob mein Gesprächsgegenüber ein potentieller Geschäftspartner für mich ist oder nicht.
Ich probiere meinen Pitch seit einigen Monaten aus und feile immer noch ein bisschen am Text. Die Reaktion auf meine Kurz-Präsentation ist im Vergleich zu früher erheblich besser geworden
Schönen Tag
Helmut
Peter Bim:
Hallo,am besten verbreitet man seinen Elevator Pitch zu beruflichen aber auch zu privaten Zwecken via Video im Internet. So ist die Aufmerksamkeit am höchsten und man kann in kurzer Zeit wirklich viele Inhalte vermitteln.
Auf http://www.erfolgreich-mit-webvideos.de gibts dazu mehr Infos und Hinweise.
Grüße
Peter
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