Firmengründung – schwarz oder Schweiz?

Gibt es eigentlich eine Untersuchung über den Werbeeffekt von Unternehmensformen? Ich würde mal davon ausgehen, dass „AG“ am besten kommt, dann „GmbH“.

Wer ein bisschen angeben möchte oder einfach nur einer gewissen Asterix-Nostalgie erliegt, für den mag auch „GmbH & Co. KG“ in Ordnung sein. Dazu gibt es ja dann noch „KGaA“ und viele weitere, die alle irgendwie ihren Reiz haben, außer genau die, die für die Unternehmen gedacht war, die jede Form von Werbung brauchen können: Existenz- oder Unternehmensgründer.

Wir die gibt es so etwas wie die „GmbH light“ bzw. „Mini-GmbH“, die als als existenzgründerfreundliche Variante der herkömmlichen GmbH eingeführt wurde, aber es allein sprachlich schon nicht ist: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz: UG (haftungsbeschränkt).

Baut das Vertrauen auf? Was haben sich die Verantwortlichen dabei nur gedacht? Dann doch lieber eine „Ltd.“. Oder aber, wenn einem das nicht seriös genug erscheint, dann eben ins andere Extrem: Firmengründung in der Schweiz.

Firmengründung Schweiz

Es gibt Firmen, die sich genau darauf spezialisiert haben und die sogar bei einer „Firmengründung in der Schweiz“ Online-Gründung von zu Hause aus- anbieten - und das ohne groß TammTamm und einer einfach Entscheidung: „GmbH“ oder „AG“. Sonst gibt es da keine weiteren kryptischen Abkürzungen, die niemand versteht, oder die mit geschäftsschädigenden Zusätzen versehen sind, die von der Beschränktheit des Unternehmens künden. Gut, die „Beschränkung“ steckt auch in „GmbH“, aber steht nicht expressis verbis da.

Zudem geht es rasend schnell. Hierzulande kostet eine Firmengründung nebst Geld vor allem Zeit und Nerven, wohingegen das in der Schweiz, die ja sonst eher als verschlafen gilt, sehr schnell vonstatten geht. (Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass die Gründung einer AG in Liechtenstein nahezu ein Kinderspiel ist – und eher einfacher als eine bloße Gewerbeanmeldung in Deutschland.)

Jetzt kann man natürlich philosophieren, warum in der Schweiz Firmengründung so schnell und einfach ist und warum bei uns nicht. Aber selbst wenn man darauf eine Antwort fände, würde es was ändern?

Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass man in Deutschland ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Unternehmern hat. Große sind sehr willkommen: Bosch, Daimler, Siemens etc. Aber kleine Firmen? Wozu braucht ein Kiosk groß eine Rechtsform? Persönliche, unbegrenzte Haftung, jawoll, das ist das Richtige für diejenigen, die sich nicht dem Joch der Unselbstständigkeit unterwerfen wollen. Wenn sie scheitern, dann sollen sie dafür büßen, dass sie es gewagt haben, frei zu sein.

Und damit dies geschieht, erfinden wir solche Kürzel wie „UG (haftungsbeschränkt), die man sogar samt Zusatz mit dem Geschäftsnamen nennen muss. Eine Farce.

Dann doch lieber gar nicht anmelden, also statt „GmbH light“ dann „Arbeit, schwarz“ oder man gründet im Ausland. Und wer sich für eine Firmengründung in der Schweiz interessiert und sich dann überlegt, seinen Briefkasten in Zug anzubringen, wird erstaunt sein, wie viele renommierte deutsche Firmen dort ihre Zentrale haben.

Schade, Schäuble. Da entgeht dir was ... Geld - um genau zu sein.
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Das klingt, insbesondere wenn man sich noch nie damit auseinandergesetzt hat, ggf. ein bisschen anrüchig oder auch kompliziert. Oder aber man meint, so eine Unternehmensgründung in der Schweiz sei allenfalls etwas für Großkonzerne. Man kann den Sachverhalt natürlich auch einmal hinterfragen: “Warum gehen die Unternehmen, die in die Schweiz gehen, eigentlich in die Schweiz?”

16:06

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