Genau. Perfekt. Sicher. - GPS-Ortung

Früher war alles irgendwie privater. Niemand sollte was von mir erfahren, keiner durfte wissen, wo ich bin. Und das ist auch ein Grundrecht. Artikel 10 unseres Grundgesetzes besagt: „Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich.“ Das ist zwar immer noch ein Grundrecht, aber es mutut anachronistisch an. Heute erzählen Menschen aber problemlos alles über ihren Arztbesuch, während sie auf den Bus warten. Und wer wissen will, welches Unternehmen demnächst größere Probleme zu erwarten hat, muss nur morgens mit dem ICE 1. Klasse nach Frankfurt fahren. Moderne Kommunikationsmaßnahmen haben die Wahrnehmung verändert.

GPS-OrtungWährend in Filmen wie „Staatsfeind Nr. 1“ die Möglichkeit der GPS-Ortung als Kern allen Übels dargestellt wurde - und wer war nicht auf der Seite von Gene Hackman, wer wollte nicht so einen Aufzug zu seiner Wohnung nehmen? -, nutzt heute jeder die Möglichkeit einer GPS-Ortung, freiwillig, ohne Angst davor zu haben, dass man gezwungen ist, sein Eigenheim in die Luft zu blasen.

Fast jeder Facebook-Eintrag hat einen Orts-Vermerk. Niemand scheint heute ein Problem damit zu haben, dass alle wissen, wo er/sie sich gerade aufhält. GPS-Ortung sei Dank.

(Und selbst wenn GPS ausgeschaltet ist, gibt Facebook zumindest eine ungefähre Ortsangabe, was zu Irritationen führen kann, insbesondere wenn die Schätzung falsch ist. „Du hast gesagt, du bist in München.“ „ Ja, und?“ „Dein letzter Eintrag stammt aber „aus der Nähe von München!“ Andererseits, wenn man sich dessen nicht bewusst ist, dass man seine GPS-Ortung eingeschaltet hat, ist die beliebte Lüge „Ich bin im Museum.“ durch eine klare Ortsangabe, z. B. Rotlichtviertel, schnell ad absurdum geführt.)

Wie auch immer das privat sein mag, für Firmen, insbesondere Speditionen und Geldtransportunternehmen, bietet die GPS-Ortung extreme Vorteile. Das kann man als Überwachung der Mitarbeiter interpretieren, was aber bei solchen Unternehmen mehr als nachvollziehbar ist, gleichzeitig dient es aber auch der Sicherheit. Wenn ein Fahrzeug nicht auf der besprochenen Route ist, könnte das ja auch ein Hinweis auf eine Entführung sein.

Und kosteneffizient ist es auch. Denn gewiss gäbe es statt GPS-Ortung auch die Möglichkeit der Telematik, einer Technik, die man aus der Formel 1 kennt. Aber das ist viel zu kompliziert und fehleranfällig – vielleicht nicht die Technik an sich, aber die Interpretation der gelieferten Daten.

Welches Unternehmen hat schon die Zeit und die Lust, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lange zu schulen? Das kostet zusätzlich und eine Garantie dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann auch die Daten richtig analysieren, darf bezweifelt werden. Man sieht das ja in der Formel 1, wo es immer wieder Fehler der Box bei der Auswertung gibt – und das sind Spezialisten, die nichts anderes machen.

Mehr ist es nicht. Das ist ja das Schöne daran – für Unternehmen.

Privat ... naja, da sollte einfach jeder selbst wissen, was man will, dass andere wissen sollen. Oder einfach mal wirklich in ein Museum gehen ... Ist auch bestimmt besser fürs Eigenmarketing.



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Mittlerweile sind in fast allen Mobilfunkgeräten GPS-Anwendungen wie Location Based Services und Navigationslösungen installiert. Auch viele Fahrzeuge sind mit GPS-Modulen ausgestattet. Aber natürlich ist die Erfassung und Aufzeichnung von Bewegungsprofilen datenschutzrechtlich problematisch.

16:07

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