Haare, Haare, Krischna. Oder: Oben wird nicht nur die Luft dünner ...

Nennen wir ihn Krischna, den SEO eines Kunden. Ein Mann, der einen sich fragen lässt, wofür SEO eigentlich. Seinem unternehmerischen Versprechen nach für: „Schnell. Einfach. Oben.“. Nach seinem Auftreten ähnlich jedem Marketing-Fuzzi für „Souverän. Eloquent. Originell.“ Aber irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, „Spärlich. Erbärmlich. Ohne Ahnung.“ trifft es besser. Aber, wie er mir immer wieder versuchte klarzumachen, was verstehe ich denn schon von Suchmaschinenoptimierung.



Es ist zum Haareraufen: Natürlich verstehe ich nichts davon. Ich bin kein Programmierer. Ich kann keine Suchmaschine optimieren. Ich bin in der Lage, die Platzierung bei Google zu verbessern. Und da brauche ich niemanden, der sich hinter Abkürzungen und Anglizismen versteckt, sondern mir Lösungen anbietet.

Man sagt mir, nach, ich hätte Haare auf den Zähnen, was nicht stimmt, da auf Keramik nichts wächst, aber ich hake gerne nach. Doch je konkreter man ihn fragt, desto dünner werden seine „Argumente“ – noch dünner als seine Haare, noch dünner als der Kaffee bei jenem Kunden.

Wo wir es gerade von Haaren haben ... Auch seine Ausflüchten scheinen mir an den Haaren herbeigezogen: Entweder war es die Technik, wobei er immer den Eindruck zu vermitteln versuchte, dass er die Google-Algorithmus persönlich programmiert hat, weshalb dies und dies so und so war – oder aber es war der Kunde, der das und das so und so wolle. Auf jeden Fall, könne er DA nichts machen. Was er konnte, zumindest wirkten seinen materiellen Zutaten so, war Rechnungen schreiben.

Das freute mich ja für ihn. Soll jeder machen. Jeder soll verdienen, was er verdient. Bei Krischna war es ein Tritt in den Arsch – und tschüss.

Wobei ich ihm ja in einem Teil Recht geben muss: Kunden lieben das Internet und nutzen es auch gerne – leider lieber als virtuellen Prospektständer denn richtig. Und sicherlich ist es einfacher, ihre Texte zu nehmen, einzubinden, hie und da was an irgendeiner Stelle zu ergänzen, was dann „optimieren“ genannt wird (is ja auch gleich n ganz anderer Stundensatz), und dann, wenn der Kunde sich wundert, warum er nicht auf der 1 steht, zumindest auf der ersten Seite, darauf zu verweisen, dass der Content mehr nicht hergab, statt sich mit dem Kunden zu streiten. Aber warum wegen dreier Meta-Tags seinen Leasingvertrag nicht mehr bezahlen können? Die Hypothek? Den Hair-Stylisten? (Es gibt ja alles Mögliche, um eine Glatze zu kaschieren. (Ich habe nicht verstanden, warum sich keine Glatze hat rasieren lassen? Sieht doch nicht so schlecht aus. Besser jedenfalls als sein dünnes, schütteres Harr mit tausend Gels und Wässerchen dichter wirken zu lassen.)

Krischan war da immer auf der sicheren Seite. Er wusste, dass es schwierig ist für den Kunden, ihn dafür zu kritisieren, dass er tat, was man von ihm wollte. Und damit auch ja kein Haar in der dünnen Suppe zu finden ist, hat Krischna stets An- und Bemerkungen gemacht, lange E-Mails geschrieben, in denen er darauf hinwies ... bis ich halt jetzt kam, dass er, statt E-Mails mit Problembeschreibungen zu verfassen, auch Lösungsvorschläge hätte entwickeln.

Jetzt darf ich beweisen, dass ich es besser kann. Klar, der Druck ist jetzt groß. Aber wie man so sagt: „If you can’t stand the heat, stay out of the kitchen.“ Oder eben „Oben wird die Lüft dünner. Dafür ist die Aussicht besser.“

Und den ersten Streit haben wir auch schon hinter uns, der Kunde und ich. Ich wollte wissen, ob er einen Statiker bestellen würde, nachdem er das Haus gebaut hat? Er fand das zuerst etwas an den Haaren herbeigezogen, von wegen „Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich!“ – aber dennoch: Es geht voran ...

Denn wenn man wirklich beste Ergebnisse mit einem SEO haben will, denke ich, sollte man sich daran halten: „Sofort eingebunden = optimal.“
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