SPD - Das Wer entscheidet

Um von vornherein Missverständnisse auszuschließen: In diesem Beitrag soll es nicht so sehr um den Slogan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gehen, auch wenn das natürlich viel Schulterklopfen und Zuspruch brächte.

SPD

Nein, das ist unser Ding nicht, denn wir wissen aus der Natur, dass nichts mehr Anerkennung findet als Scheiße. Mistkäfer, Schmeißfliegen und viel anderes ekliges Getier in großer Zahl liebt genau das: Schmutz und Scheiße.

Und damit wären wir auch schon bei der SPD, also der Spott-Presse Deutschland.

Selbstverständlich ist die Überschrift "Zu blöd zu Googeln" superlustig. Aber sie scheint auch falsch, denn zumindest der Verantwortliche behauptet, bei seiner Google-Recherche zu diesem Slogan diesen auf den ersten 15 Seiten der Trefferlisten nicht gefunden zu haben. Auch wenn die Ergebnismenge pro Seite auf Minimum begrenzt war, wer klickt denn schon 15 Seiten durch Google-Ergebnisse, zumal die juristische Prüfung ergab, dass der Slogan nirgends geschützt war.

Es ist halt einfach doof gelaufen - und dabei hätte man es auch belassen können. Wozu aber die 4. Gewalt ihr Amt der Kontrolle derart missgebraucht, scheint zumindest in Sachen Ehrenkodex fragwürdig. Es geht um Auflage, nicht um Aufklärung. Das war mal anders.

Dazu kommt noch die unsägliche Inzucht dieser Zunft. Journalisten interviewen Journalisten. Sie fragen nach deren Einschätzung. Warum nicht mich? Oder Sie? Wenn jemand am Grenzzaum zwischen Nord- und Südkorea steht, weiß er auch nicht mehr aus Pjöngjang zu berichten als wir von unserer Couch. Und zum Einschätzen braucht man keinen Journalisten. Er soll die Informationen liefern. Denken kann ich selbst.

Oder Journalisten zitieren Journalisten und garnieren diese Zitate einleitend mit Verben wie "vermutet", "mutmaßt", "glaubt", womit die Nachricht ein Niveau hat, das man sonst nur vom Zeitungshoroskopen kennt.

Nein, dieses Zitieren dient nur der Suggestion, dass meine Meinung viele andere auch haben - und es damit eigentlich auch nur eine Meinung gibt, nämlich die des Verfassers/der Verfasserin. Wirklich souverän ist das nicht. Das hat eher Züge pathologischer Hysterie.

Und man sucht sich einen vermeintlich Schwachen. Einen, der schon angezählt ist und der sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht traut, zurückzutreten - und falls doch? Geil! Auflage!!!

Es ist ein schäbiges Geschäft geworden. Aber man scheint zu wissen, was man produzieren muss, um massenhaft Anerkennung zu finden.

Und natürlich weiß jeder der Redakteure, dass auch Barack Obamas Slogan bei seiner 1. Kandidatur kein Original war.

"Yes, we can." stammt bekanntlich aus der Cartoon-Serie Bob, der Baumeister. Und wen hat's gekümmert? Dort keinen. Und hier auch nicht.
Aber im Falle Steinbrück wird ein Mordsfass aufgemacht. Klar, bringt Auflage. Und Anerkennung. Aber den Redaktionen kann es egal sein. Solange es gefressen wird ...

Womit wir beim eigentlichen Grundübel sind: Über wen sagt dieses mediale Ausschlachten eigentlich mehr aus? Produzenten? Oder Rezipienten?

Guten Appetit!



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