Die Disavow Desavouierung mittels Strafanzeige

Die Blonde, die Brünette, die Rothaarige auch. Manch ein schlechter, manch ein guter aber ausgeschlagener Deal, viele unbedachte und bedachte oder nie ausgesprochene Worte. Zu viele Kippen, zu viel Alkohol, jede Art von Fehltritt - Sex and Drugs and Rock 'n' Roll - alles bedeutungslos. Per Mausklick. Klingt nach einem Leben ohne Makel aber auch nach einem Leben ohne Entwicklung und voller Langeweile.

Langeweile. Damit sind wir beim Thema: SEO

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Spam DisavowWährend das wahre Leben Persilscheine nur selten und dann meist teuer vergibt, gibt es im Internet, sprich bei Google, die Möglichkeit die eigene Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich von den unbequemen Spuren des eigenen Werdegangs zu distanzieren. Wahres, Unwahres, Spam - alles bedeutungslos. Per Mausklick.

Googles Disavow Tool (Mehr dazu auch beim SEO-Handbuch), ursprünglich wohl mal entwickelt um redliche Webseitenbetreiber vor bösen Seos und unlauter arbeitenden Konkurenten zu schützen, dient heute offenbar vornehmlich zur Verschleierung der eigen Planlosigkeit und des Mangels an Respekt und Manieren.

Mangel an Respekt und Manieren. Wir bleiben beim Thema: SEO.


Das ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Wir sind daran gewöhnt. In den 8 Jahren unseres Bloggerdaseins haben wir rund 36.000 per Kommentar übermittelte Respektlosigkeiten, in Form von Beschimpfungen, Lügen oder einfach nur erbärmlich blöden Spam, gelöscht und abgewiesen.

Es hätten wohl 37.000 oder mehr oder gleich alle sein sollen, denn immer öfter erreichen uns Schreiben wie dieses:

vorab möchten wir uns für diese recht unpersönliche E-Mail entschuldigen, aber auf anderem Wege ist die Anzahl der benötigten Anschreiben nicht zu bewerkstelligen.

Als Online Agentur betreuen wir Kunden aus verschiedenen Branchen wie z.B.: XXX, aus dem Gastronomiebereich.

Wir haben folgende Links auf Ihren Seiten als wenig vorteilhaft bewertet:

http://www.marketing-blog.biz/blog/index.php?url=archives/XXX
Verlinkung über: XXX
Linkziel: XXX

Im Zuge unserer SEO-Arbeiten bitten wir Sie, diesen Link zu entfernen - Wäre das möglich?
Alternativ werden wir die Linksetzungen über das Googles Disavow Tool leider entwerten müssen. Wir hoffen sehr auf Ihr Verständnis.

Für die damit verbundenen Mühen danken wir sehr.


Was sich, mit viel gutem Willen und bar jeder Kenntnis von SEO und Online-Marketing, vielleicht noch als freundliche Bitte lesen lässt, interpretieren wir anders, nämlich als

unlauterern Wettbewerb, Nötigung, üble Nachrede...



Und aus diesem Grunde ziehen wir es jetzt einfach mal durch und erstatten Strafanzeige gegen SEO-Agentur und SEO-Kunden.

Den Betroffenen wird es unser Anwalt sicher besser erklären, unseren Lesern wollen wir unsere Einschätzung in bewusst knapp gewählten Worten vermitteln.

    - Unlauterer Wettbewerb: Ein nunmehr offensichtlicher Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht liegt unserer Ansicht nach vor, weil durch das Hinzufügen von Spam-Kommentaren an dieser Stelle eine Störung des geschäftlichen Betriebs stattfand.

    - Nötigung: Weil die Androhung der Entwertung durch das Disavow-Tools selbstverständlich zu Rankingverlusten, Traffic-Einbußen und somit wirtschaftlichen Nachteilen für unsere Seite führt.

    - Üble Nachrede: Weil wir ohne eigenes Verschulden von Seiten der SEO-Agentur gegenüber Google diskreditiert werden sollen - und in diesem besonderen Fall wohl auch schon in einem früheren Fall wurden.

In diesem Sinne: Beste Grüße an Kerstin und Cora aus der Abteilung Spam. Wir erstatten Strafanzeige. Schadenersatzansprüche behalten wir uns vor.

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Kommentare

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Mario:

Hallo,
ich betreibe ein paar Webkataloge und bekomme in letzter Zeit ständig solche "netten" Drohmails von irgendwelchen komischen Agenturen.
Bei der Androhung einer möglichen Entwertung drohe ich ebenfalls immer mit Schadensersatz und Anzeige wegen Nötigung.
Oft kommt da noch die Behauptung, Links von meinen Katalogen wären schädlich - das erfüllt dann den Tatbestand der Verleumdung und übler Nachrede.

Mich würde interessieren, wie das mit den Anzeigen weiter geht.
Vielleicht entsteht ja so was wie ein Grundsatzurteil worauf man sich berufen kann.

Grüße
Mario
17:13

Michael:

Gibt es hier einen neuen Stand der Dinge?
11:02

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