Wie bastel ich mir meinen Jahrestag?

Heute, am 23. April, ist deutschlandweiter „Tag des Bieres" und gleichzeitig „Welttag des Buches". Grund genug, sich einmal anzuschauen, wie man sich einen Jahrestag bastelt.

Jahrestage sind PR-Tage. Nichts einfacher, als am „Tag des Bieres" seine hopfenhaltige Brause in die Medien zu bringen: „Die Geschichte des Bieres", „Bierverbrauch in Deutschland pro Jahr pro Einwohner", „50 verrückte Arten, ein Bier zu öffnen", „Was Sie noch nicht über Bier wussten", „Die beliebteste Biermarke Deutschlands" – es gibt wenig, was man nicht irgendwo unterbringen könnte.

Was liegt also näher, als selber einen Jahrestag ins Leben zu rufen? Doch so einfach ist das nicht. Bietet mein Jahrestag genügend Presse-Material? Wen rufe ich dazu an? Wer darf überhaupt einen Jahrestag bestimmen? Habe ich die monetären und personellen Mittel, den Jahrestag auch ein zweites, drittes und viertes Mal zu veranstalten?

Hier einige Tipps für den ganz persönlichen Jahrestag:

Sei ein Gründer
Jahrestage kann jeder gründen. Internationale Organisationen wie die UNESCO im Fall des „Welttag de Buches" haben es allerdings einfacher als Unternehmen und Verbände, da sie den politischen Background und die Anerkennung in der Gesellschaft besitzen . Doch mit Kreativität – und etwas Geld – lassen sich auch ungewöhnliche Tage umsetzen.

Je ausgefallener, desto besser
Erschaffe einen Tag, der so ungewöhnlich ist, dass er allein durch seinen Namen für Aufmerksamkeit sorgt. Sei es der „Schnitzel- und Blowjob-Tag" oder der internationale Tag des „No pants subway ride". Medien lieben solchen Tage, weil sie für außergewöhnliche Bilder und Geschichten und damit für Klicks/Auflagenzahlen sorgen.

Je einfacher, desto besser
Mindestens ebenso gut funktionieren Tage, auf die sich alle Menschen weltweit verständigen können: Muttertag, Tag des Weltfriedens, Tag der Arbeit, Tag des Meeres. In solchen Fällen kann einem die Unterstützung gewiss sein, denn wer hat schon etwas gegen Mütter oder das Meer?

Der Name entscheidet
Nicht nur der Anlass oder Hintergrund eines Jahrestages ist eintscheidend, sondern auch, wie man ihn benennt. Hätte der „Valentins-Tag“ jemals eine Chance gehabt, wenn man ihn „Tag, an dem sich Blumenhändler die Hände reiben" genannt hätte?

Nutze soziale Medien
Social Networks ermöglichen es heute noch schneller, Menschen für eine Sache zu gewinnen. Starte eine Unterschriftenaktion im Netz, unterstütze sie mit regelmäßigen Updates und befreunde dich mit relevanten Netz-Persönlichkeiten. Dann schafft es auch dein „Tag, an dem wir Markus Lanz beinahe abgesetzt haben".

Sei zeitlos
Jahrestage funktionieren nur dann, wenn es sich um ein Thema handelt, das langfristige Relevanz verspricht. Der „Internationale Tag des Tamagotchis" oder der „Tag des Happy-Songs von Pharrell Williams" werden 2015 nur noch eine Minderheit in der Gesellschaft interessieren. Der „Welt-Blutspende-Tag" dagegen ist etwas, das uns noch einige Jahre beschäftigen wird.

Halte durch
Die Welt wurde nicht an einem Tag erschaffen, der Berliner Flughafen braucht mindestens zehn Jahre, warum soll es mit deinem Jahrestag anders sein? Nur durch Regelmäßigkeit und Wiederholung wird dein Thema zum Stadt-, Land-, Fluß-Gespräch. Also erwarte nicht, dass sich dein Event von heute auf morgen weltweit herumspricht.


Fazit
Sollten die o.a. Tipps für euch nicht relevant sein, oder die Einführung eines Jahrestages zu viel Aufwand bedeuten, kann man immer noch hervorragend auf bereits bestehende Tage aufspringen. „Jahres-Tag-Surfing" ermöglicht Presseberichterstattung, ohne gleich Organisationen gründen und Events veranstalten zu müssen. In diesem Sinne: Lehnen wir uns heute zurück, trinken ein Bier und lesen ein gutes Buch.
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