Die Messe, die Probleme, die Professionellen.

Messen sind etwas Wunderbares. Klar gelten TV-Spots als kreativer, erzeugt man mit einem "viral" weltweit mehr Aufmerksamkeit und auch Plakate bringen mehr Publicity, aber auch hier gilt der alte Spruch:


Und für gewöhnlich ist das bei einer Messe gegeben. Man trifft auf ein Fachpublikum, zumindest ein thematisch interessiertes Publikum meist auch noch eines, das dafür Eintritt bezahlt hat, dass es einen selbst sehen kann und darf – und dann ... wird's verbockt.

Auf der MesseThemenquelle: mobiler-messestand.eu
Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um einen Stand von 8 oder 800 Quadratmetern handelt: verbockt wird's (meist). Und meist ist der Stand selbst die Ursache, genauer seiner Größe. Denn Größe heißt Kosten, und je höher Kosten für die Anmeldung zur Messe sowie eben die für die Standfläche selbst sind, desto weniger Geld steht zur Verfügung, das heißt: sich einen professionellen Messestand kaufen und sich allein dadurch vom Wettbewerb abzugrenzen, fällt schon einmal flach. Also kauft man sich standardisierte Wände und Stände, moduliert die sich passend und kann dann stolz dem Chef verkünden, dass man einen Stand hat, der auch noch günstig war. (Interessanter-/Dummerweise bringt das bei nicht wenig Chefs nicht wenig Lob.)

Damit sind wir schon beim nächsten Problem: das Personal. Klar, kann man mit Hostessen arbeiten, die außer lächeln wenig können (müssen) - und das ist vielleicht auch oftmals besser, bevor man die eigenen Leute dahin schickt, vor allem, wenn diese wenig geübt sind im Umgang mit Kunden oder gar Fremden. Nun sind es aber oft jene, die dann vor Ort sind, weil ersteres (Hostessen) Extrakosten sind, die eigenen Leute "Eh da"-Kosten, denn, für alle, die den "Gag" nicht kennen, die eigenen Leute sind ja eh da.

Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aber nicht doof. Ganz im Gegenteil. Sie wissen vielleicht wenig über Kommunikation und Interaktion, dafür viel über das Unternehmen und das anzupreisende Angebot, was letztlich zum größten Problem führt: die Kommunikation.

Dabei steht der beste Satz für einen professionellen Messestand fast schon in jedem Poesie-Album (oder entsprechenden Facebook-Seiten mit sogenannten Alltagsweisheiten:

    "Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst."

Diesen Satz von Matthias Claudius muss man nur verinnerlichen und, eventuell noch unter Berücksichtigung zweier weiterer Zitate, diesmal von einem etwas anderen Marketeer (mir), die da lauten


ganz leicht modifizieren in "Wisse immer, was du sagst, aber sage nie alles, was du weißt!"

Das Gegenteil machen aber viele Messestände: Sie sagen/zeigen alles - und das völlig ungefragt. Warum sollte nun ein Besucher mit dem gewiss fachlich hochkompetenten Standpersonal überhaupt sprechen?

Da Übertreibung anschaulich macht: Mit einer Dame unterhalte ich mich, und wenn sie mich auch interessant findet, reden wir über dies und das und kommen beide dahin, wohin wir wollen - und wenn nicht, vielleicht ein anderes Mal. Mit einer Prostituierten rede ich auch - über den Preis. - Das soll nicht werten, nur veranschaulichen - und es ist ja auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden, sich mit Professionellen einzulassen - fragt sich halt nur, wofür.

Messestand, Messebau und Messekonzeption sind da gewiss besser angelegtes Geld. :-)
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