O.K., ich habe auch schon schlechtere Zeiten gesehen.
Vor einigen Jahren war ich im Telemarketing für ein Unternehmen tätig, dass Fernüberwachungssysteme (so ne Art Alarmanlage) vertrieb.
Die hatten da eine interessante Strategie:
Die Zielkunden (jede erdenkliche Branche) wurden gebeten für das Unternehmen als "Referenzkunden" zu fungieren. Im Gegenzug sollten sie das Fernüberwachungssystem kostenlos (samt Installation vor Ort) erhalten. So weit so gut. Was im ersten (telefonischen) Kontakt nicht sogleich erwähnt wurde: Die Aufschaltung des Systems an die Alarmzentrale sollte dann doch gut 200 Märker im Monat kosten.
Wahrscheinlich hätte ich dieses dunkle Kapitel aus meiner Vergangenheit längst gestrichen und vergessen, wäre mir nicht gerade gestern der aktuelle Newsletter von ueberbrueckungsgeld.de über openbc in meinen E-mail-Account geflattert.
Schlagzeile Nr. 1:
Wir sponsorn vier Gründer & Selbständige: Lernen Sie E-Marketing von den Besten – wir schießen insgesamt 6.600 Euro zu.
Klingt zunächst mal interessant und so klicke ich mich zum
Newsletter im Volltext durch:
Ende April 2006 wird ueberbrueckungsgeld.de drei Jahre alt. Innerhalb kürzester Zeit sind wir zu einer der bekanntesten Webseiten in Deutschland rund um die Themen Ich-AG, Überbrückungsgeld, Businessplan-Erstellung und Networking geworden. Weil unser Erfolg maßgeblich auf gekonntem Onlinemarketing beruht, wollen wir vier Gründern bzw. Selbständigen dabei helfen eine Zusatzqualifikation in diesem Bereich zu erwerben, die am 28. April 2006 beginnt.
Wir finanzieren deshalb einen Studienplatz (zehnmonatiges Wochenendstudium) im Wert von 6.600 Euro an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) in München. Damit nicht der eine kostenlos studiert und der andere leer ausgeht, haben wir uns entschlossen, diesen Betrag auf vier Studienplätze aufzuteilen: Der erste Anwärter erhält 40% Zuschuss, der zweite 30%, der dritte 20% und der dritte 10% der Studiengebühren...
Zu den Fernüberwachungssystemen muß man anmerken, dass diese keine VdS-Zulassung hatten und somit aufgrund der fehlenden Anerkennung durch die meisten Versicherungen recht schwer zu verkaufen gewesen wären, wenn man nicht zu jenem kleinen Trick gegriffen hätte.
Nun aber frage ich mich, wie schwer es sein muß
- wenn die eigenen Erfolge doch maßgeblich auf gekonntem Onlinemarketing beruhen - einfach mal 4 Studienplätze mit 25 % Rabatt zu verkaufen.
E-Marketing von den Besten? Sponsoring? Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.