Multichannel Publishing – Vom Katalog zur Katalogik

Es ist die Suche nach der Intelligenz. Das, was so einfach ist für das menschliche Hirn, so schwierig ist es, es mittels IT zu erreichen: Sinn und Sinnhaftigkeit. Der Grund hierfür ist so banal wie richtig: IT ist emotionslos. Unsinnlich. Damit es aber nicht unsinnig ist, kombiniert man unterschiedliche Möglichkeiten, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Wie sinnig es ist, hierfür mit Begriffen wie „Master Data Management“ oder „Produkt Information Management“ zu hantieren, diskutieren wir vielleicht später mal.

Die Sensibilität von Informationen


Auch so ein Lieblingsschlagwort engagierter Menschen, ganz gleich ob Datenschützer oder Datenschleuder, dessen Sinnigkeit man gerne hinterfragen kann. Informationen sind nicht sensibel. Sie sind in erster Linie Informationen. Sonst gar nichts – und schon gar nicht sensibel. Kennen sie Trauer? Freude? Glück? Kaum, allerdings sind manche von ihnen besser in Katalog A aufgehoben als in Katalog B oder generell auf spezielle Kataloge begrenzt. Dazu bedarf es allerdings keiner Sensibilität, sondern Intelligenz – und zwar menschlicher.

MDM – Master Data Management


Die Lösung eines Problems beginnt bereits mit seiner Definition. Nehmen wir hierfür der Einfachheit halber die Beschreibung von wikipedia:

    „Stammdatenverwaltung bezeichnet die zentrale Verwaltung von Stammdaten oder Referenzdaten (englisch master data), um system- und anwendungsübergreifende Konsistenz sicherzustellen.“


Jetzt kommt Logik ins Spiel – und gesunder Menschenverstand. Es entspricht der Ökonomie des Denkens natürlicher Personen, dass der Mensch eine Information prinzipiell nur einmal speichert und die alle interessierten Arealen zur Verfügung stellt. Es entspricht der Idiotie des Handelns juristischer Personen, dass jede Abteilung ihre eigenen Informationen hortet und vor den anderen Abteilungen hütet. Golom lässt grüßen.

Zum Glück gibt’s Geld.


Jetzt gibt es aber etwas, was natürliche wie juristische Personen gleichermaßen interessiert: Geld. Da man inzwischen verstanden hat, dass dieses Inselwissen niemandem etwas bringt, nicht mal der einzelnen Abteilung selbst (bei einem Menschen würde man Autismus diagnostizieren), ist nun die Stunde der Verkünder der einfachen Wahrheiten gekommen.

Dabei preisen sie ihre Produkte mit beeindruckenden Worten an: nahtlose und konsistente Veröffentlichung von Stammdaten in Print- und Online-Kanäle, intelligente Verteilfunktionen, Synchronisation von Produktinformationen über die gesamte Information Supply Chain mit den Back-End-Anwendungen und externen Systemen usw. usf. Sie verkünden die Abkehr von Redundanzen, sprechen von Synergien und und und ...

Oder: Mit Denken meistern.


All das heißt nur eines: Eine Information muss so vernetzt werden, dass jeder, der dafür Verwendung hat, darauf zugreifen kann. Da man aber IT nicht zwei, drei Jahre Lego spielen lassen kann, um zu begreifen, braucht es eben statt Spielzeug Software – und auch klarer, verständlicher Worte, aber wie gesagt, das wäre ein anderes Thema.

Master Data Management könnte man also genauso gut mit „intelligenter Informationsvernetzung“ beschreiben. Die Frage ist halt nur, ob jeder Anbieter intelligenter Informationsvernetzung so gut ist, dass die Kunden ihre Informationen genau dann und dazu nutzen können, wie sie es wirklich brauchen, z. B. für die Erstellung von Werbematerialien, Anschreiben, Kataloge etc., sich also die IT nach dem Menschen richtet und nicht umgekehrt.

PIM – Produkt Information Management


Bei diesem Schlagwort geht es im Grunde um dasselbe in grün (ohne auf Green IT anspielen zu wollen): die Verwaltung und Pflege von Produktdaten unabhängig von den späteren Ausgabeformaten.

Auch das klingt unwahrscheinlich beeindruckend, ist aber auch unwahrscheinlich banal. Ich merke mir was – wer weiß, wozu es mal gut ist. Diese Bescheidenheit ist der IT nicht immanent. Hier wird in diesem Zusammenhang sogar von einer „Veredelung von Information“ gesprochen, da die Stammdaten mit weiteren Informationen ergänzt (aka vernetzt) werden, z. B. Bilder, Preise, Länge, Höhe, Breite etc. pp

Oder: Professionell Intelligenz mischen


Die „Kunst“ beim so genannten Product Information Management ist die Bereitstellung dieser Informationen mit all ihren Zusätzen für die unterschiedlichsten Ausgabeformate: Online-Shops, Kataloge, CD-Roms, PDF, XML und weiterer medienneutraler Formate.

Und das geht eben nur, wenn man jede Information einzeln hat und sie sinnvoll so miteinander verbindet, dass sie bei Bedarf zusammenkommen (das wäre dann Multichannel Publishing) – oder eben nicht. Also ist es keine wirkliche Kunst, eher gesunder Menschenverstand. Obwohl, den mittels IT nachzubauen, könnte man schon als Kunst bezeichnen – und als Wunder, wenn es denn wirklich wirklich wirklich klappt.
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