Was ist eigentlich ... Corporate Clothing? Corporate Fashion?

Woher wissen Hunde, dass andere Hunde Hunde sind? Die Wissenschaft weiß es nicht, wir Marketing-Leute schon: Es ist ihre Corporate Identity, die sie über Rassegrenzen hinweg identifizierbar macht. Wie schon Benno Keysselitz sagte, für mich der Papst aller CI-Päpste, der David Ogilvy der Unternehmensselbstverständnisse, ist an einer Eiche jedes Blatt anders, dennoch sind sie alle gleich, und jeder weiß, dass ein Eichenblatt ein Eichenblatt ist. Die Lösung? Selbstähnlichkeit mit einem definierten Maß an Unterschiedlichkeit. Genauso bei Kleidung.

Ein Eichenblatt ist ein Eichenblatt

1. Funktionalität versus Look


Den Einen kommt es darauf an, sich gegen Wind, Eis, Sonne, Dornen oder Spinnen zu schützen; im Industriezusammenhang entsprechend vor Säure, Verletzungen, Schmutz etc. (Stichwort Arbeitsschutz: Stahlkappenschuh, Helm – Stichwort Hygiene: Krankenhaus, Küche). Den Anderen kommt es auf die Definitions- und Abgrenzungsfunktion von Kleidung an. Der Look als andere Art der Funktionalität. Am auffälligsten wird das durch Farben erreicht. Beliebtestes Beispiel, wie Kleidung zur Identität beiträgt, sind natürlich (rote) Fußball-Trikots.

2. Individualität versus Konformität


Während man privat eher versucht, sich durch Eigenheit auszuzeichnen, ist das im geschäftlichen Zusammenhang anders: Man kleidet sich uniform. Innerhalb bestimmter Grenzen versucht man Akzente zu setzen, Männer etwa mit Uhren, Frauen häufig mit Schuhen. Aber im Allgemeinen passt man sich dem gültigen Dress-Code an. Das Faszinierende ist, dass diese Dress-Codes ihre normative Kraft oft entfalten, ohne dass jemand sie offiziell angesagt hat. Anders als bei manchen Banken.

3. Blau, blau, blau ist alles, was ich trage


So haben wir als Kind die Berufe gelernt. „Grün“ war der Förster, „weiß“ der Bäcker, „schwarz“ der Schornsteinfeger usw. Corporate Clothing ist die Anwendung von Corporate Design auf Arbeitskleidung. Eng gefasst in den Bereichen, wo Arbeitgeber Kleidung vorgeben, vor allem also im Bereich der gewerblichen Arbeitnehmer. Im Prinzip kommen Funktionalität und Look hier zusammen; es müssen Millionen Vorschriften erfüllt werden, das Ganze soll aber auch Selbstdarstellung, im Grenzfall sogar Werbung sein (gelbe Engel).

Übrigens: Kennen Sie die Laufveranstaltung B2Run? Sie können sich nicht vorstellen, was für ein gnadenloser (nach unten offener) Geschmackswettbewerb um das T-Shirt mit dem besten Spruch aus allen denkbaren Wortspielen mit „Laufen“ dort ... läuft, höhö. Habe ich schon erwähnt, dass ich in diesem Zusammenhang schon einmal beinahe die Torsten-Matthes-Medaille für das beste B2Run-T-Shirt bekommen hätte? Bevor ihn mir – kein Witz – Sky weggeschnappt und mich deplaziert hat? Nein. Na dann ein anderes Mal!

Auch in der Musik ist Arbeitskleidung oft das A und O



Polizist, Cowboy, Indianer, Soldat, Bob, der Baumeister, alles klar. Nur, was der Mann mit den schwarzen Ledersachen für einen Beruf hat, habe ich nie verstanden.
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Dr Gabriele Frings:

Hallo,

ich glaube, die Tatsache, dass man sich im Berufsumfeld lieber uniform kleidet, ist mit der Sorge begründet, aus der Gemeinschaft der Anerkannten, Fleißigen, Positionierten herauszufallen. Und oft ist es ja in der Tat so, dass es kein Auffangnetz gibt. Im Privaten braucht es dagegen kein Netz, denn hier kann man auch nicht fallen.
Viele Grüße
Gabriele, Schreibtrainerin
13:23

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