Check 24: Warum man keine allzu menschliche Kundenbeziehung haben sollte ...

Check24 - Das Portal ist bekannt. Sein Angebot auch. Vereinfacht gesagt: Alles. Billiger. Was vielleicht nicht bekannt ist, ist sein Kundenbeziehungsmanagement. Das ist sehr modern zwischenmenschlich.

Das konkrete Angebot: Wir liefern dies und das bis dann und dann zu dem und dem Preis.
Die konkrete Antwort: Passt. Ich überweise.
Sie bestätigen.
Alles gut.
Der Liefertermin ist fällig. Damit auch die Auslieferungsbestätigung. Sie kommt nicht. Die Ware auch nicht.
Nachfrage: Wann?
Antwort: Verzögert sich um ca. zwei Wochen. Sagt unser Lieferant.

Allein, dass man schon mal nachfragen muss, nervt schon. Es wäre doch ein Leichtes gewesen, eine E-Mail zu schicken im Tenor: „Es tut uns Leid, dass aufgrund eines Lieferengpasses ...“ Oder so. Nix.

So ist es wohl, wenn man sich mit Millennials verabredet. Man organisiert, alle sind einverstanden, aber dann klappt es halt nicht, da sagt man nicht mehr ab, man lässt es einfach laufen in der Hoffnung, dass sich der andere nicht meldet. Und wenn man nachhakt, war es ein anderer. Dumm nur, dass deren Lieferant („Cyberport“) ein Laden ist, mit dem man bisher gute Erfahrungen gemacht hat. Das hat sich auch geändert.

Aber es wird besser. Obwohl: Besser? Eher: Nerviger! Kindischer! Zickiger!

Dummerweise hat man sich auf den Termin verlassen und alles auf sein pünktliches Eintreffen eingerichtet. Es war die Basis für alles Weitere. Ohne das Produkt funktioniert alles andere nicht. Die Zeit drängt.

Nachfrage: Kann man das stornieren? Und wie sieht es dann aus mit dem bereits überwiesenen Geld?
Drei Stunden Recherche später hat man festgestellt, dass es wohl einen Lieferengpass gibt, denn das Produkt wird nirgends früher angeboten. Also eine Mail hinterher, dass sich die Mail zuvor erübrigt habe und man die normative Kraft des Faktischen akzeptiere.
Tags drauf: Ihr Auftrag wurde storniert!
Nachfrage: Von wem?
Antwort: Der Betrag wird Ihnen rücküberwiesen. Sollten Sie das nicht wollen, können wir die Bestellung wieder reaktivieren.
Antwort: Ja, ich bitte um Reaktivierung. Bitte senden Sie mir eine Bestätigung.
Kommt nicht.
Nachfass wegen der Bestätigung der Reaktivierung. Keine Antwort.
Nochmaliger Nachfass. Hui, eine Antwort: Ist nicht möglich.
Sie haben es mir aber angeboten.
Ist nicht möglich.
Sie haben es mir aber angeboten.
Ist aber nicht möglich, weil sie den Auftrag storniert haben.
Habe ich nicht.
Haben Sie doch.
Habe ich nicht.
Sie haben geschrieben, ob man die Bestellung stornieren kann, weil ihnen das zu spät sei. Wir haben daraus geschlossen, dass Sie den Auftrag stornieren wollten.
Ich habe erstens nicht gekündigt, Sie haben interpretiert. Ich habe ihnen auch geschrieben, dass ich es dabei belassen will. Das haben Sie ignoriert. Sie haben mir eine Reaktivierung angeboten, aber da haben Sie ja wohl komplett geirrt.
Wenn Sie das Produkt haben möchten, müssen Sie neu bestellen.

Ende.

Zwei Pointen:
a) Das ganze Theater wird unterzeichnet von einer Person, deren Jobbezeichnung „Customer Happiness“ lautet.
b) In der Zwischenzeit kostet das Produkt rund 10% mehr! Faktisch macht das keine 40€ aus, was nicht unbedingt wie Welt ist, aber es geht nicht ums Geld, sondern um das Gebaren.

Check24 ist ein Vergleichsportal – und es lässt sich auch 1 a vergleichen, z. B. mit Millenials (s. oben) oder Paargesprächen, in denen B irgendwas in das interpretiert, was A sagte, und nun hat A das Problem der Arschkarte, denn B stellt sich stur, bockt, sieht partout nicht ein, dass seiner-/ihrerseits etwas völlig missverstanden wurde.
Also gibt es auch keine Entschuldigung. Oder ein Reset, ein Einsehen in den eigenen Fehler und der Versuch der Wiedergutmachung.
Wenn es dir nicht passt, denkt sich B, kannst du mich ja verklagen.
Sicher hat jeder im zwischenmenschlichen Bereich mal Kontakt zu so einer hysterischen Person gehabt. (Wenn nicht, toi toi toi.) Macht man natürlich nicht, das mit dem Verklagen, weil der Aufwand nicht lohnt – außerdem gibt es ja nicht nur die eine.
Also denkt man sich seinen Teil und macht Schluss. Naja, und weil man ein Freund ist, warnt man Freunde vor der Person. Also mache ich das jetzt:

Schluss.

Check.
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